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Johannes 15 „Ich bin der wahre Weinstock" – Woran dein Leben wirklich hängt

  • Peter Köttritsch
  • 31. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Statt mit einem Witz beginne ich heute mit einem Lied. Ein Liebeslied – und gleichzeitig ein trauriges.

Auf fruchtbarem Hügel, da liegt mein Stück Land,

dort hackt ich den Boden mit eigener Hand,

ich mühte mich ab und las Felsbrocken auf,

baute Wachtturm und Kelter, setzte Reben darauf.

Und süße Trauben erhofft ich zu Recht,

doch was dann im Herbst wuchs, war sauer und schlecht.

 

Dieses Lied steht im Buch Jesaja Kapitel 5 Vers 1-2 (In der „Gute Nachricht Übersetzung“ ist es als Reim wiedergegeben)

Gott selber singt über seinen Weinberg:

Er hat alles getan. Den Boden vorbereitet. Die besten Reben gepflanzt. Einen Turm gebaut. Eine Kelter ausgehauen.

Alles war perfekt.

Und dann wartet er auf Frucht.

Aber was wächst? Nicht süße Trauben – sondern bittere.


Dieses Lied war im Judentum, vor allem unter den Gelehrten, bekannt.

Und dann erzählt Jesus Christus später diese Geschichte von den bösen Weingärtnern in Matthäus 21,33-46.

33 Ein Grundbesitzer legte einen Weinberg an, zäunte ihn ein, stellte eine Weinpresse auf und baute einen Wachturm. Dann verpachtete er den Weinberg an einige Weinbauern und reiste ins Ausland.

34 Als die Zeit der Weinlese kam, beauftragte er seine Knechte, den vereinbarten Anteil an der Ernte abzuholen.

35 Aber die Weinbauern packten die Knechte, schlugen den einen nieder, töteten den anderen und steinigten den dritten.

[…]

37 Zuletzt sandte er seinen Sohn, weil er sich sagte: ›Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben!‹

38 Als die Weinbauern aber den Sohn kommen sahen, sagten sie zueinander: ›Das ist der Erbe! Los, den bringen wir um, und dann gehört der Weinberg uns.‹

 

Wieder ein Weinberg. Wieder alles vorbereitet. Und wieder: keine Frucht – stattdessen Widerstand, Ablehnung, sogar Mord.

👉 Die Botschaft ist klar: Gott sucht Frucht. Nicht Religion. Nicht Fassade. Nicht „anstrengen und brav sein“! Frucht. Und zwar gute Frucht!

 

Zu seinen Freunden sagt Jesus in diesem Zusammenhang etwas völlig Großartiges: Er verrät uns nämlich, wie das geht mit dem Frucht bringen.

In Johannes 15 sagt er:

„Ich bin der wahre Weinstock.“

Das ist revolutionär.

Er sagt nicht: „Strengt euch mehr an.“ „Werdet bessere Menschen.“

Er sagt: 👉 „Wenn dein Leben bisher keine Frucht bringt, warst du am falschen Weinstock.“

👉 „Ich bin der wahre.“

 

Eine kleine Geschichte aus dem Alltag

Ein Freund von mir hat mal versucht, eine Zimmerpflanze zu retten.

Sie sah traurig aus. Wirklich traurig. Blätter hingen runter wie Montagmorgen. Er dachte: „Die braucht mehr Liebe.“

Also hat er sie gegossen. Viel. Zu viel.

Dann hat er sie in die Sonne gestellt. Dann wieder in den Schatten. Dann hat er mit ihr geredet.

Nichts hat geholfen.

Weißt du warum?

👉 Das Problem war nicht die Pflege. 👉 Das Problem war die Wurzel.

 

Und genau das sagt Jesus:

Dein Problem ist nicht, dass du dich nicht genug anstrengst.

👉 Dein Problem ist, woran dein Leben hängt.

 

Woran hängen wir eigentlich?

Viele Menschen hängen an falschen „Weinstöcken“:

  • Erfolg (Nie zufrieden)

  • Anerkennung (Menschfurcht)

  • Kontrolle (Zwang)

  • Sicherheit (Angst)


Vielleicht „funktioniert“ dein Leben eine Zeit lang so.

Aber irgendwann merkst du:

👉 Es macht nicht satt. 👉 Es trägt nicht. 👉 Es bringt keine gute Frucht.


Vielleicht ist dein Leben nach außen erfolgreich.

Guter Job. Alles im Griff.

Aber innerlich:

  • unruhig

  • gereizt

  • ständig unter Druck


Warum?

👉 Weil dein „Weinstock“ sagt: „Du bist nur etwas wert, wenn du leistest.“

Und diese Verbindung produziert auch ihre Frucht:

  • Stress

  • Neid

  • Erschöpfung

 

Und dann kommt Jesus und er sagt:

👉 „Komm zu mir. Bleib in mir.“

Nicht: „Beweise dich.“ Nicht: „Werde perfekt.“

👉 „Bleib.“

Das ist so einfach – und so schwer.

 

Was passiert, wenn du in ihm bleibst?

Jetzt wird es wunderschön.

In Galater 5,22–23 beschreibt Paulus die Frucht, die der Heilige Geist in unserem Leben hervorbringt:

Liebe.Freude.Frieden.Geduld.Freundlichkeit.Güte.Treue.Sanftmut.Selbstbeherrschung.

Ich habe vor kurzem erst über diesen Text gepredigt, deshalb werde ich nicht im Detail darauf eingehen.

 

Bsp.: Eine Mutter steht morgens in der Küche. Zwei Kinder streiten. Milch läuft über. Der Tag fängt ja gut an.

Früher wäre sie explodiert. Aber seit sie Jesus vertraut ist irgendetwas anders. Sie atmet durch. Bleibt ruhig. Reagiert liebevoll.

👉 Das ist keine Disziplin allein. 👉 Das ist Frucht.

 

Oder jemand schneidet dich im Straßenverkehr. Früher: Hupen. Innerer Monolog, der nicht predigttauglich ist. Jetzt: Du zuckst kurz… und lässt es los.

👉 Das ist ein Wunder. Ein kleines – aber echtes.

 

👉 Jeder Weinstock bringt Frucht. Wenn wir nicht mit Jesus verbunden sind, entsteht auch Frucht.

Aber eine andere.

Unruhe. Stolz. Angst. Härte. Leere.

Vor Galater 5,22 zählt Paulus eine andere Liste auf: Was folgt, wenn wir unserer selbstsüchtigen menschlichen Natur folgen: (V19-21) Unzucht, unreine Gedanken, Vergnügungssucht, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zorn, selbstsüchtigen Ehrgeiz, Spaltungen, selbstgerechte Abgrenzung gegen andere Gruppen, Neid, Trunkenheit, ausschweifenden Lebenswandel und dergleichen mehr.

All das ist Frucht, aber keine gute!

 

Das Geheimnis: Bleiben

Jesus sagt nicht:

„Produziert Frucht!“

Er sagt:

👉 „Bleibt in mir.“

Eine Rebe strengt sich nicht an, Trauben zu machen.

Sie bleibt einfach verbunden.


👉 „bleiben“ 

Es kommt bei Jesus immer wieder vor.

Bedeutung:

·        bleiben

·        wohnen

·        verweilen

·        andauern

·        standhalten

·        verbunden bleiben


➡️ Es geht nicht um Aktionismus, sondern um Beziehung.

Kontrolle führt zu Trennung. Verbindung führt zu Leben.

„Christsein ist nicht ein gelegentlicher Ausflug zu Gott, sondern ein Zuhause im Weinstock.“

 

Der Kernvers: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,5)

Das ist radikal.

👉 Nicht: „weniger“👉 Nicht: „schwieriger“👉 Sondern: nichts

 

Bleiben heißt auch: Ich laufe nicht davon, wenn der Winzer mit der Schere kommt.

Jesus beschreibt Gott als Weingärtner.

👉 Zwei Tätigkeiten:

  • Reinigen (beschneiden) → damit mehr Frucht entsteht

    Er schafft damit Platz für das, was wichtig ist.

  • Abschneiden → wenn keine Verbindung da ist


    Sich von Dingen zu trennen kann ein Gewinn für uns sein.

Beschneiden fühlt sich oft wie Verlust an:

  • Dinge fallen weg

  • Pläne zerbrechen

  • Gewohnheiten werden verändert

👉 Aber: Es ist kein Strafen – sondern gezielte Förderung von Frucht

➡️ Gott arbeitet nie gegen dich, sondern an deinem Wachstum

 

 

Jesus sagt:

„Ich bin der wahre Weinstock.“

Nicht einer von vielen. Nicht eine Option.

👉 Die Quelle.

Und die Frage ist nicht:

„Wie kann ich (von mir selber aus) mehr Frucht bringen?“

Sondern:

👉 „Woran hängt mein Leben?“

Denn daran entscheidet sich alles.

 

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