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Gehorsam ist besser als Opfer (Die Lektion Sauls)

  • Bronwin Staple
  • vor 3 Tagen
  • 15 Min. Lesezeit

In letzter Zeit beschäftigt mich die Geschichte in der Bibel von König Saul. Saul war der erste König Israels – zu einer Zeit, in der Gott eigentlich gar keinen König vorgesehen hatte. Samuel war Richter und Prophet, aber seine Söhne waren verzogen und voll Anspruchsdenken (da steckt eine eigene Predigt drinnen! :P) und als er das Richteramt an sie abgab, verbogen das Recht, ließen sich bestechen… Das Volk Israel kommt zu Samuel und verlangt einen König:


1. Samuel 8:5b + 20 (NLÜ)

Gib uns einen König, der über uns richtet, wie ihn alle anderen Völker haben.«

20 »Wir wollen wie die Völker um uns herum sein. Unser König soll über uns herrschen und unsere Schlachten führen.«


...wir wollen sein wie die anderen Völker… Da steckt auch eine eigene Predigt drinnen! Denn umsonst hat Gott nicht zu Mose gesagt:


3. Mose 18:3-4 (HFA)

Lebt nicht nach den Sitten der Ägypter, in deren Land ihr gewohnt habt! Richtet euch auch nicht nach den Bräuchen der Bewohner Kanaans, wohin ich euch bringen werde! Nehmt sie nicht zum Vorbild! Handelt nach meinen Weisungen, lebt nach meinen Ordnungen! Ich bin der HERR, euer Gott.


Gott ist wütend, dass das Volk IHN als König ablehnt, und stimmt aber ein, dass das Volk einen König haben darf. So tritt Saul auf das Bühnenbild. Groß, stark, gutaussehend.


1. Samuel 9:2b (HFA)

Im ganzen Land sah niemand so gut aus wie er. Saul war stattlich und kräftig gebaut und einen Kopf größer als alle anderen Israeliten.


Saul kommt zu Samuel, der vorher schon von Gott über Saul gehört hatte:


1. Samuel 9:16 (HFA)

»Morgen um diese Zeit werde ich einen Mann aus dem Gebiet Benjamin zu dir schicken. Ihn sollst du zum König über mein Volk salben. Er wird Israel von den Philistern befreien, denn ich habe die Not meines Volkes gesehen und seine Hilfeschreie gehört.« 


Das ist auch gleich Sauls Berufung: Israel von den Philistern befreien.


1. Samuel 9:20-21 (NLÜ)

Und mach dir keine Sorgen um die Eselinnen, die vor drei Tagen verloren gingen, denn sie sind bereits wiedergefunden worden. Und wem gehört alles Wertvolle in Israel? Gehört es nicht dir und deiner ganzen Familie?«

21 Saul antwortete: »Aber ich stamme doch nur aus Benjamin, dem kleinsten Stamm in Israel, und meine Familie ist die unbedeutendste von allen Familien dieses Stammes! Warum sagst du so etwas zu mir?«


Klingt vielleicht nach Demut? Nein! Jesus zeigt uns Demut anders. Da spricht Minderwert.


Samuel salbt Saul zum König und sagt ihm dann einige Dinge voraus, die tatsächlich so in Erfüllung gehen. Inklusive:


1. Samuel 10:5-6 (NLÜ)

wenn du in die Stadt kommst, wirst du einer Gruppe Propheten begegnen, die vom Altar auf dem Hügel herabkommen. Sie werden auf einer Harfe, einem Tamburin, einer Flöte und einer Leier spielen, und sie werden weissagen.

6 Zur gleichen Zeit wird der Geist des HERRN mit Macht über dich kommen, und du wirst mit ihnen zusammen prophetisch reden. Du wirst in einen anderen Menschen verwandelt werden.


3 Verse weiter...


1. Samuel 10:9-10

Saul verabschiedete sich von Samuel und ging fort. Da veränderte Gott ihn tief in seinem Herzen, und alles, was Samuel vorausgesagt hatte, traf noch am selben Tag ein.


Ich habe früher immer gedacht, Gott hat Saul extra als „schlechten“ König ausgesucht, weil er wütend war auf die Israeliten, und dann wollte er ihnen zeigen, was für schlimme Konsequenzen ihre aufmüpfige Anfrage haben würde. Aber je mehr ich Gott kennenlerne, desto mehr weiß ich, Gott ist nicht so! Gott gab Saul ALLES, was er brauchte - so, wie er uns auch alles gibt, was wir brauchen für welch immer Auftrag er uns gibt! Er salbte Saul, und gab ihm den Heiligen Geist, der ihn zu einem vollkommen neuen Menschen machte. Er war der, der Saul äußerlich imposant gemacht hatte und auch der, der Sauls Herz komplett veränderte. Saul hat alles gehabt, was er brauchte, um seinen Auftrag auszuführen.


Wie ist das bei mir? Wie Saul bin auch ich gutaussehend und einen Kopf größer als alle Israelis… :P Scherz! Auch mich machte Gott zu einem vollkommen neuen Menschen, als ich Jesus Christus in mein Herz einlud.


2. Korinther 5:17 (ELB)

Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.


Habe es mal so gesagt gehört: Wir sind nicht einfach eine andere Automarke geworden, wir sind in ein völlig neues Transportmittel verwandelt worden. Z.B. ich bin jetzt nicht von einem Opel in einen Audi verwandelt worden, sondern in ein Raumschiff oder so.


Aber wie bei Saul hat auch bei mir meine alte Denkweise dem neuen Menschen noch eine geraume Zeit hinterhergehinkt… Eine Denkweise, wie ein Auto, nicht wie ein Raumschiff. Gott ist immer noch am Werken, immer noch am Verändern meiner Denkweise.


Lesen wir weiter:


1. Samuel 10:13-16 (NLÜ)

Als Saul aufgehört hatte prophetisch zu reden, stieg er zum Altar auf den Hügel hinauf.

14 »Wo seid ihr nur gewesen?«, fragte sein Onkel ihn und seinen Knecht. »Wir haben nach den Eselinnen gesucht«, antwortete Saul, »aber wir konnten sie nicht finden. Deshalb sind wir zu Samuel gegangen.«

15 »Und was hat er gesagt?«, fragte sein Onkel.

16 »Er sagte, die Eselinnen seien bereits gefunden worden«, antwortete Saul. Aber er erzählte seinem Onkel nicht, dass Samuel mit ihm über das Königtum gesprochen hatte.


Warum wohl? Ich denke: Minderwert… Ich glaube, Saul glaubt nicht, dass er das Zeug dazu hat, ein guter König zu sein. Schließlich ist er ja „doch nur aus Benjamin, dem kleinsten Stamm in Israel, und [seine] Familie ist die unbedeutendste von allen Familien dieses Stammes“… Minderwert, Unsicherheit, wird uns immer von unserer Berufung abhalten wollen. Ob es jetzt als offensichtlicher Minderwert ausgedrückt wird, oder in Form von Stolz in Erscheinung tritt – das ist die andere Seite der gleichen Münze. Stolz ist Minderwert!


Samuel ruft das Volk zu einer Versammlung zusammen, in der der neue König durch das Los bestimmt wird (so haben die Priester damals den Willen Gottes befragt).


1. Samuel 10:21b-24 + 26-27

schließlich wurde Saul, der Sohn des Kisch, erwählt. Doch als sie nach ihm suchten, war er verschwunden.

22 Da fragten sie den HERRN: »Wo ist er?« Und der HERR antwortete: »Er versteckt sich beim Gepäck des Lagers.«

23 Dort fanden sie ihn und holten ihn hervor, und als er mitten unter das Volk trat, war er einen Kopf größer als alle anderen.

24 Daraufhin sagte Samuel zum ganzen Volk: »Das ist der Mann, den der HERR ausgewählt hat. Keiner in Israel ist ihm gleich.« Und alle riefen: »Es lebe der König!«

26 Als Saul nach Gibea heimkehrte, wurden einige Männer des Heeres, deren Herzen Gott berührt hatte, zu seinen ständigen Begleitern.

27 Aber es gab auch schlechte Menschen [HFA: „niederträchtige Männer“; bzw. wörtlich: „Söhne der Bosheit“], die sagten: »Wie soll dieser Mann uns retten können?« Und sie verachteten ihn und weigerten sich, ihm ein Geschenk zu bringen.


(Übrigens, wenn ich mal ohne Geschenk auftauche, dann ist der Grund nicht, weil ich dich verachte, sondern weil Geschenke überhaupt gar nicht in irgendeiner Form und Weise meine Liebessprache ist, und Geschenke einfach nicht auf meinem Radar sind! Es soll schon vorgekommen sein, dass ich zu Geburtstagsfeiern ohne Geschenk aufgetaucht bin … aber das ist eine andere Geschichte...)


Wir haben in der Bibelschule einen Vortrag von jemandem gehabt zum Thema dienen. Er wuchs auf als Pastorenkind in berühmten Pastorenkreisen – er bereiste die Welt mit den VIPs der Evangelisten und Predigern (sogar wir kennen viele der Namen, mit denen er in Hotel-Saunas abhing). Wenn er jetzt einige davon trifft, fragen sie manchmal ganz verwundert, warum er nicht den Dienst seiner Eltern übernommen hat? Er könnte doch ein bekannter Megachurch Prediger sein! Er ist eloquent, intelligent, gutaussehend, in besten Kreisen vernetzt, liebt Gott von ganzem Herzen, hat auf jeden Fall das Zeug dazu. Seine Antwort: Gott hat ihn dazu berufen, der Vision eines anderen Mannes zu dienen. Und das tut er treu. Ich habe nachher mitbekommen, dass er hauptberuflich der Hausmeister von Bethel ist, und nebenbei viele Missionseinsätze leitet.


Ein dienendes Herz ist bei Gott oftmal Voraussetzung, dass er uns Salbung gibt. & vielen von uns gibt er den Auftrag, der Vision eines anderen zu dienen – wie diesen Männern in 1. Samuel 10:26. Sogar nachdem Saul von Gott abgefallen war und es sich zur Lebensaufgabe machte, David wie einen Schwerverbrecher zu jagen, lehnte sich David nicht gegen Saul auf – er sagte, er wird sicher nicht seine Hand gegen Saul erheben, denn dieser war von Gott eingesetzt worden.


Auf der anderen Seite spricht die Bibel an dieser Stelle nicht gut von den Menschen, die das Offensichtliche in Saul gesehen hatten. Ganz ehrlich, wenn sich Peter bei seiner Einsetzung als Pastor im Klo eingesperrt hätte, hätte ich auch meine Fragen zu seiner Fähigkeit, diese Gemeinde zu leiten – wie viel mehr noch bei einem König, dessen ganze Berufung war, das Land von seinen Feinden zu befreien? Aber Gott nennt diese Herzenshaltung, die das Offensichtliche in Saul sieht, „niederträchtig“ (in Kapitel 11, Vers 12 „Herumtreiber“) ...bzw. „ruchlos“ (ELB), „Söhne der Bosheit“, …

Gott möchte, dass wir durch SEINE Augen sehen, und nicht auf das schauen, was eh für jeden Menschen offensichtlich ist.


Kurze Zeit später zeigt Saul seine Leiterschaftsfähigkeiten unter dem Einfluss des Heiligen Geistes, und führt Israel in einen entscheidenden Sieg.


Saul ist also tatsächlich eine gute Wahl. Er hat das Zeug dazu, ein guter König zu sein! Nicht aus sich heraus, aber aus der Kraft des Heiligen Geistes. Nur leider gibt Paulus einen einschlägigen Rat mehr als 1000 Jahre zu spät für Saul:


Römer 12:2 (HFA)

Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.


NLÜ: lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.


Saul – obwohl er gesalbt ist für seine Aufgabe, und obwohl er den Heiligen Geist hat - hält an einer Sache fest. Seinem Minderwert. Er sieht sich nicht so, wie Gott ihn sieht, und durch diesen Minderwert stellt er Menschenfurcht höher als Gottesfurcht.


Du und ich – wenn wir Jesus unser Leben gegeben haben – haben den Heiligen Geist. Das Ernüchternde: Wie Saul können auch wir beschließen, uns nicht von Gott verändern zu lassen. Wie Saul können auch wir unserem Minderwert, unserem Stolz, einen höheren Stellenwert geben als das, was Gott sagt, dass wir sind. Also unserer Gott-gegebenen Identität. Die Frage ist: Wollen wir so enden wie Saul?


Ich möchte das als ganz ernsthafte, gravierende Sache hervorheben. Minderwert und Menschenfurcht sind nicht Kavaliersdelikte, die eh so liab sind, und Gott liebt uns ja trotzdem. JA! Gott liebt uns trotzdem! 100%. NICHTS kann das ändern! Was immer du auch tust, du bist komplett und immer geliebt von Gott, und daran kann nichts, nichts, nichts rütteln!!! Aber wir werden in dieser Geschichte von Saul sehen, wo diese Sachen hinführen, wenn wir sie nicht anschauen und uns nicht von Gott verändern lassen, wenn wir nicht kritikfähig sind ... und das ist leider nicht etwas, das man belächeln kann.



Ein kurzer Abschweifer mit einer Frage in die Runde:

Wie schaut Erfolg „in der Welt“ aus?


Erfolg im Königreich Gottes kann auf eine Sache runter-destilliert werden: Treue und Gehorsam, die ihre Wurzeln haben in Intimität mit Jesus.

(Was meine ich mit Treue? Z.B. mit meinen Gaben und Talenten, mit meiner Zeit, mit meinen Finanzen, mit meinen Gedanken, usw. Gott zur Verfügung zu stehen… Sprich: sind wir gute und treue Verwalter von allem, was uns Gott anvertraut hat?)

Erfolg im Königreich Gottes ist definiert als Treue und Gehorsam.


Erfolg zeigt sich durch langfristige Frucht. Unsicherheit untergräbt meine Definition von Erfolg, weil dann brauche ich kurzfristige Erfolge, um mich gut zu fühlen. Also ob diese Predigt ein Erfolg ist, misst sich nicht daran, ob jemand nachher zu mir kommt und sagt: „Die Predigt war richtig super“ (wobei ich natürlich nichts dagegen habe, wenn das wer macht :P), sondern diese Predigt war ein Erfolg, wenn Gott durch sie zu jemandem so gesprochen hat, dass das Leben dieser Person verändert wurde. Höchstwahrscheinlich werde ich erst im Himmel wissen, ob diese Predigt ein Erfolg war. Einen Widerhall in der Ewigkeit gehabt hat.


Ob diese Predigt ein Erfolg ist, misst sich auch daran, ob ich gehorsam war und das gesagt hab, was Gott mir aufgetragen hat. & das ist etwas, das eigentlich nur Jesus weiß – weil er kennt alle noch so versteckten Motivationen meines Herzens.


Zurück zu Saul: Saul stellt ein Heer von 3000 Mann zusammen, dann kommen die Philister mit einem Heer von „3000 Streitwagen, 6000 Mann Besatzung und eine ungeheure Menge Fußsoldaten, unzählbar wie der Sand am Meer“ (1. Samuel 13:5, HFA) anmarschiert. Noch dazu gibt es in ganz Israel Dank Unterdrückung durch die Philister keinen einzigen Schmied, und so „gab es in jenen Tagen im ganzen Heer Sauls keine Schwerter und Speere außer den Waffen Sauls und seines Sohnes Jonatan.“ (1. Samuel 13:22, HFA)


Die Israeliten haben Angst, laufen weg, verstecken sich in Grabhöhlen, Felsspalten, Zisternen, usw., und so bleiben nurmehr 600 Mann übrig. Zu allem Überfluss hätte Samuel schon kommen sollen, um Gott ein Opfer zu bringen; Samuels Anweisungen klar – Saul muss auf ihn warten. Aber er kommt einfach nicht und nicht! Was soll Saul in so einer Situation machen? Ich denke, wir können alle zustimmen, dass der logischste Schritt aus menschlicher Sicht der ist, selber das Opfer zu bringen. Ich mein, was kann denn da so falsch sein dran? Gott Opfer bringen – das ehrt ihn doch, oder? & schließlich ist Saul ja von Gott zum König eingesetzt worden!


Gesagt, getan.


1. Samuel 13:10a (HFA)

Kaum war er fertig, da kam Samuel.


Kaum war er fertig … typisch Gott! Kennen wir das? Wenn er sich einfach den einen Moment länger Zeit lässt, als wir es aushalten? Warum macht er das wohl? Ich denke, er lässt in diesen Momenten zu, dass das, was wir im Inneren versteckt halten und nicht so gerne anschauen, heraus kommt – um uns die Möglichkeit zu geben, uns ratzeputz von ihm verändern zu lassen! Buße zu tun, umzukehren (so, wie das König David dann zu tun pflegte – ein Mann, der wirklich außergewöhnlich viel gravierend falsch machte und trotzdem als „Mann nach Gottes Herzen“ in die Geschichte eintritt, und nicht nur das, sondern Jesus selber wird „Sohn Davids“ genannt!).


Banning Liebscher sagte in der Bibelschule zu uns: „Rufe, flehe! zu Gott, dass er deine Unsicherheiten aufdeckt – UNERMÜDLICH! – und sie ausmerzt! Denn Unsicherheit lässt dich ziellos umherirren.“


Unsicherheit (sprich: Minderwert; sprich: Stolz) lässt uns ziellos umherirren.


1. Samuel 13:11-14 (NLÜ)

aber Samuel sagte: »Was hast du getan?« Saul antwortete: »Ich musste mitansehen, wie mir die Männer davonliefen, und du bist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erschienen, während die Philister schon in Michmas bereitstanden.

12 Da habe ich mir gesagt: ›Die Philister wollen mich in Gilgal angreifen, und ich habe noch nicht einmal den HERRN um Hilfe gebeten!‹ So sah ich mich gezwungen, das Brandopfer selbst darzubringen.«

13 »Wie dumm von dir!«, rief Samuel zu Saul. »Du hast das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir gegeben hat, nicht befolgt. Hättest du das getan, hätte der HERR dein Königtum über Israel für immer bestehen lassen.

14 So aber wird deine Herrschaft nicht von Dauer sein, denn der HERR hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht. Er hat ihn bereits zum Anführer seines Volkes bestimmt, weil du dem HERRN nicht gehorcht hast.«


„...ich kann nichts dafür, DU warst nicht pünktlich…" Minderwert äußert sich oft einmal in einer Opferhaltung. Also wenn wir auf einmal hören, wie Worte wie „ich kann nichts dafür" aus unserem Mund raus kommen, kann es leicht sein, dass Gott da noch etwas tief in unserem Inneren aufzeigen möchte...


Aber jetzt die eigentliche Frage, die ich mir wirklich viele Jahre gestellt habe: Ist das wirklich so schlimm, was Saul getan hat? Das verwirkt ihm die Königsherrschaft? Wirklich? David kann Ehebruch begehen und morden, aber wegen Gott ein Opfer bringen verspielt Saul das Königtum?


In der Geschichte kommt eine Sache ganz klar raus: Saul hat nicht zugelassen, dass Gott seine Denkweise verändert – und das, obwohl ihn der Heilige Geist grundsätzlich in einen neuen Menschen verwandelt hatte. Wiederum – das müssen wir auch auf uns ummünzen!!! Menschenfurcht. Minderwert. Keine kleinen Sünden, nur weil sie uns alle betreffen und drum in unserem verdrehten menschlichen Denken irgendwie OK geworden sind.


OK. Jetzt kommt aber sicher der Punkt, wo Saul was lernt, oder? Wo er umkehrt und Buße tut!? Wo er merkt, er hat da einen Punkt, den Gott immer wieder aufzeigt, und den er Gott einfach mit der ganzen Wurzel ausreißen lassen will. Oder?


Wie ist das bei uns? Erlauben wir Gott, uns immer wieder Punkte aufzuzeigen? Vielleicht sogar durch andere Menschen? Erlauben wir Gott, uns zu verändern – auch, wenn das manchmal schmerzhaft ist? Auch, wenn wir manchmal glauben, es ist eh nur so eine kleine Sache? Auch, wenn wir manchmal glauben, wir wissen es besser?


Kapitel 15. Saul hat dazu gelernt? Leider nein. Gott gibt Saul einen Auftrag und er führt ihn … eh … halt … so a bisserl … fast ganz aus.


1. Samuel 15:13-21 (NLÜ)

Als Samuel ihn schließlich fand, begrüßte Saul ihn. »Der HERR segne dich«, sagte er. »Ich habe den Befehl des HERRN ausgeführt!«

14 »Woher kommt dann das Blöken der Schafe und das Gebrüll der Rinder, das ich höre?«, wollte Samuel wissen.

15 »Meine Männer haben sie von den Amalekitern mitgebracht. Sie haben die besten Schafe und Rinder verschont«, gab Saul zu. »Aber sie wollen sie dem HERRN, deinem Gott, als Opfer darbringen. Alles andere haben wir vernichtet.«

16 Da sagte Samuel zu Saul: »Hör auf damit! Vernimm, was der HERR mir letzte Nacht gesagt hat!«

[…]

»Obwohl du vielleicht selbst gering von dir dachtest, bist du aber der Anführer der Stämme Israels geworden. Der HERR hat dich zum König über Israel gesalbt.

18 Und er hat dir einen Auftrag erteilt und dir befohlen: ›Geh und töte die Sünder, die Amalekiter; kämpfe gegen sie, bis sie alle vernichtet sind.‹

19 Warum hast du dem HERRN nicht gehorcht? Warum warst du auf Beute aus und hast genau das getan, was der HERR dir verboten hat?«

20 »Aber ich habe dem HERRN gehorcht«, beharrte Saul. »Ich habe den Auftrag, den der HERR mir gab, erfüllt. Ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und alle anderen Amalekiter habe ich getötet.

21 Dann haben meine Männer die besten Schafe und Rinder als Beute mitgenommen, um sie dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.«


„Ich habe doch“

„Das haben wir doch für Gott gemacht“

„Aber“. „Bloß“.

„Meine Leute haben“

„Meine Soldaten wollten“

„Das Volk“

...Angst, Minderwert, Opferhaltung...


1. Samuel 15:22-23 (HFA)

Doch Samuel erwiderte: »Was denkst du, worüber freut sich der HERR mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den HERRN zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.

23 Auflehnung ist ebenso schlimm wie Zauberei, und Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst. Weil du gegen den Befehl des HERRN verstoßen hast, darum hat er dich verstoßen: Du wirst nicht mehr lange als König regieren!«


Auflehnung ist ebenso schlimm wie Zauberei, und Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst“ (wiederholen)


Gott ist unser Gehorsam eine absolut ernste Sache.


Saul gibt schließlich zu, gesündigt zu haben – aber hier das Unfassbare! Statt Buße, bittet er Samuel, ihn nicht vor den anderen Leuten bloßzustellen. Es geht ihm darum, nicht Gesicht zu verlieren, anstatt um Vergebung zu bitten und umzukehren! Das hätte richtig viel Mut erfordert. Sein Minderwert ist Saul zu Fall geworden. Dabei lesen wir auch:


1. Samuel 14:47-48 (ELB)

Als Saul das Königtum über Israel erlangt hatte, kämpfte er ringsum gegen all seine Feinde, [...]; und überall, wohin er sich wandte, war er siegreich[33].

48 Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug Amalek und rettete Israel aus der Hand seines Plünderers.


Er hätte also sogar objektiv-menschlich gesehen allen Grund gehabt, seinen Minderwert abzulegen.


„Anything in your life that could take you out: DEAL WITH IT!“ (Alles in deinem Leben, was dich aus der Bahn werfen könnte: ELIMINIERE ES!) ---Jorie Henderson

Wir haben leider auch in den letzten Jahren immer wieder gesehen, wie große christliche Leiter gefallen sind. Für die Medien ein gefundenes Fressen. Ebenso für Christen, die gerne „Ankläger der Heiligen“ spielen (übrigens wird in der Bibel nur einer so betitelt: Satan!).

Darum wollen wir in unserer Gemeinde keine Leiter, die ein Mal im Jahr in ein SOZO gehen, weil das die Regel ist, und man das halt tun muss, damit man bei uns Leiter ist. Nein, wir wollen Leiter, die Römer 12:2 so ernst nehmen, dass für sein kein daran Denken wäre, nicht mindestens ein Mal im Jahr in ein SOZO zu gehen. Keine Leiter, die Perfekt sind!, aber denen es ein Herzensanliegen ist, sich von Gott durch die Veränderung ihrer Denkweise verändern zu lassen. Wir haben alle blinde Flecken – & ich bin überzeugt, das ist einer der Gründe, warum es Gott so wichtig ist, dass wir einen Bund mit seiner Gemeinde eingehen und uns in Gemeinschaft schleifen und korrigieren lassen.


An der Timeline Sauls können wir auch sehen, wie eine gaaanz kleine Sache sich entwickelt:


Kleindenken, Minderwert --> Veränderung in einen neuen Menschen durch den Heiligen Geist --> trotzdem Festhalten an Minderwert --> Angst vor dem Volk trotz großer Siege --> Ungehorsam --> Angst, Ansehen zu verlieren/vor dem Volk bloßgestellt zu werden --> Ungehorsam --> Gott ist konsequent und zieht den Feuerring des Heiligen Geistes zurück, wie von Anfang an durch Samuel angekündigt als Folge für Ungehorsam --> Peinigung durch bösen Geist --> Eifersucht --> Wahnsinn --> Angst, inkl. Angst, die Königskrone zu verlieren --> Mordversuche --> Paranoia --> Massenmord --> Totenbeschwörung


So, wie die (wahre) Geschichte von der lieben Haustierschlange Namens Tiny („winzig“), die von ihrem Besitzer immer gefüttert und gehätschelt wurde, bis sie groß war – und ihren Besitzer letztendlich mit Haut und Haar schluckte.


Ich möchte uns eine ernsthafte Frage an Jesus mitgeben:


„Jesus Christus, bitte zeige mir, wo ich mich selber nicht so sehe, wie du mich siehst? & bitte ersetze das mit deinem Bild von mir.“


Weil was ist die Antidote zu Minderwert?

  • Mich von Gott lieben zu lassen – bis seine Liebe mich so erfüllt, dass sie aus mir raus fließt. Ich muss so sehr WISSEN, dass ich zu 100% geliebt bin, dass Gottes Liebe mein ganzes Leben bestimmt. Also mich von Gott lieben zu lassen ist so, so wichtig. (Petrus sagte so Sachen wie „Ich liebe dich, Jesus! Auch, wenn die anderen dich verlassen, ich bleibe. Usw." Johannes nannte sich selber „der Jünger, den Jesus liebte". Welcher der 2 war bei der Kreuzigung präsent? Der Jünger, dessen Identität die war, dass er geliebt ist!)

  • Gott immer und immer und immer wieder fragen, wie er mich sieht. Bis seine Wahrheit nicht nur tief in meinem Herzen steht, sondern in jeder meiner Zellen abgespeichert ist. Bis sich seine Wahrheit sogar auch in meinen Gefühlen wahr anfühlt. Bis ich mich selber so sehe, wie Gott mich sieht.


Was ist die Auswirkung davon?

• Dass ich Gott schnell und ganz gehorsam bin.

• Dass ich ein treuer Verwalter bin von allem, was ich bin und habe – also allem, was er mir gegeben hat.

• Dass ich Gott und meinen Mitmenschen gut diene.


1. Korinther 9:24-27 (NLÜ)

Denkt daran, dass alle wie in einem Wettrennen laufen, aber nur einer den Siegespreis bekommt. Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!

25 Jeder Athlet übt strenge Selbstdisziplin. Er tut das allerdings, um einen Preis zu erringen, dessen Wert verblassen wird – wir aber tun es für einen ewigen Preis.

26 So halte ich mir stets das Ziel vor Augen und laufe mit jedem Schritt darauf zu. Ich kämpfe wie ein Boxer, aber nicht wie einer, der ins Leere schlägt.

27 Mit der eisernen Disziplin eines Athleten bezwinge ich meinen Körper, damit er mir gehorcht. Sonst müsste ich befürchten, dass ich zwar anderen gepredigt habe, mich danach aber womöglich selbst disqualifiziere.


„Jesus, bitte hilf uns, den Lauf gut zu laufen – bis ans Ende unserer Tage. Amen.“

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