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  • Karin Staple

Gottes Feuer

Aktualisiert: 10. Juni


Vor 2 Wochen habe ich über Gottes Gegenwart zu Pfingsten gesprochen. Jetzt möchte ich noch ein wenig weiter gehen und über das reden, was zu Pfingsten mit dem Heiligen Geist in unsere Welt gekommen ist: Gottes Feuer. Feuer ist ja eigentlich gefährlich und trotzdem ist es auch tröstlich. Es reinigt und gibt Leben. Z.B. bei der Taufe letzte Woche war ich sehr froh um das Feuer in der Feuerschale!


Ich habe letztes Mal gesagt, dass es bei einer Erweckung immer um die Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes geht. Und Gott wählt immer neue Wege, wie wir mit seiner Herrlichkeit in Berührung kommen. Keine Erweckung sieht aus wie die andere.


Als Jesaja seine Berufung zum Propheten bekam, hatte er eine Vision. Er hat in den Himmel schauen dürfen, wo Gott am Thron gesessen ist. Über dem Thron sind die Serafim geschwebt, die einander zugerufen haben: »Heilig, heilig, heilig ist der HERR, der Allmächtige! Die Erde ist von seiner Herrlichkeit erfüllt!“ Diese Rufe waren so kräftig, dass der himmlische Tempel erschüttert wurde.

Herr, gib uns Sinne, die deine Herrlichkeit in unserer Welt wahrnehmen!


Und zu Pfingsten ist dann das Heilige Geist Feuer auf die Menschen gekommen. Und dieses Heilige Geist Feuer hat angefangen, in den Menschen zu brennen.


Ich kann mich noch erinnern, als ich 5 Jahre alt war, da habe ich Jesus in mein Herz eingeladen. Mein Glaube war sehr kindlich. Aber ich war immer schon eine, die etwas ganz oder gar nicht wollte. Und ich kann mich erinnern, wie ich in der Volksschule mit meinen Freunden argumentiert habe. Ich hab gesagt, dass Jesus mich so liebt und mich immer beschützt. Das ist so in meiner Kinderbibel gestanden. Und deswegen könnte ich bei Rot über die Straße gehen und es würde mir nichts passieren.


Also bitte nicht probieren!! Aber ich denke, dass Gott mich wirklich beschützt hätte in dieser Situation, einfach weil er mein feuriges Herz gesehen hat. Gott ist so, dass er in erster Linie unsere Herzen ansieht und erst in zweiter unsere Worte oder Taten. Gott sei Dank!


Als Jesus auf der Welt war hat er ja sehr viele Menschen geheilt, und er hat auch vorher nicht gefragt, ob diese Menschen an ihn glauben werden. Es waren keine Bedingungen dran geknüpft, er hat das aus Liebe getan. Z.B. hat er einmal 10 Menschen geheilt, die Lepra hatten. Das waren wandelnde Tote, könnte man sagen. Diese 10 Menschen sind zu Jesus gekommen und haben in ihm die einzige Hoffnung gesehen, wie sie wieder leben konnten. Jesus hat sie alle geheilt.


Dann lesen wir in Lukas 17/15-19

Einer von ihnen lief zu Jesus zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Laut lobte er Gott. Er warf sich vor Jesus nieder und dankte ihm. Es war ein Mann aus Samarien. Jesus fragte: »Waren es nicht zehn Männer, die gesund geworden sind? Wo sind denn die anderen neun? Wie kann es sein, dass nur einer zurückkommt, um sich bei Gott zu bedanken, noch dazu ein Fremder?« Zu dem Samariter aber sagte er: »Steh wieder auf! Dein Glaube hat dich geheilt.«


Wie geht es uns, wenn wir das hören? Ja, wir sind schnell da und schütteln unseren inneren Kopf über die 9 anderen. Klar war das sehr undankbar! Aber ehrlich gesagt geht es mir immer wieder einmal so. Ich bitte Gott um etwas und er hilft mir in dieser Situation. Und dann geht mein Alltag weiter, um eine Sorge leichter.


Wir haben schon ganz viel über Dankbarkeit gehört in den letzten Predigten. Und ich glaube, dass Dankbarkeit tatsächlich einer der wichtigsten Schlüssel zu Gottes Feuer ist. Dankbarkeit bedankt sich nicht nur bei ihm für die Gabe oder Heilung, sondern die erzählt auch davon, wie großartig Gott ist.


Unsere Typisch Gott Geschichten sind so wertvoll! Nicht nur, weil wir alle sehen, wie gut Gott ist, und dass er diese Dinge wieder machen wird und: „Ah ja! In der Situation könnte ich ihn auch bitten!“ Sondern auch deswegen, weil es uns, die diese Dinge erzählen, Gelegenheit gibt, dankbar zu sein und ihn groß zu machen. David hat aus diesem Herzen heraus ganze Psalmen geschrieben, die vom Volk Israel gesungen wurden und uns jetzt noch leiten.


Und das mit der Dankbarkeit fällt uns ja viel leichter, wenn es uns gut geht. Da ist es leicht. Aber wenn wir ein Dankopfer bringen sollen, also wenn es uns nicht gut geht oder noch nicht, wie schaut es denn dann aus mit der Dankbarkeit? Hm. Dann ist es viel schwieriger.


Gott testet uns immer wieder einmal, ob wir bereit sind für sein Feuer. Nicht damit er uns etwas vorenthaltet, was super und cool wäre, sondern um zu sehen, ob wir mit seiner Kraft und seinem Feuer umgehen können. Wie wir alle wissen, kann man sich ziemlich verbrennen an einem Feuer. Und oft ist es so, dass wir in so einem Test drinnen sind und es nicht einmal so richtig mitkriegen. Aber das Tolle ist: Das ist ein Test, wo man schummeln sogar soll: Alle Antworten stehen in der Bibel!


Und der Test heißt: Unter welcher Autorität, Gegenwart, Herrlichkeit Gottes kann ich leben und es aushalten, bzw. wie sehr möchte ich das Feuer Gottes?


Es gibt da einige Geschichten in der Bibel, wo die Menschen so ein Feuer unbedingt wollten. Eine ist die Geschichte von Elia und Elisa. Der Prophet Elia hatte einen Diener, einer der von Elia gelernt hat, also einen Nachfolger. Und das war Elisa.


Wir lesen in 2. Könige 2/1-14:

Der Tag kam, an dem der HERR den Propheten Elia in einem Wirbelsturm zu sich in den Himmel holen wollte. An diesem Tag verließen Elia und Elisa die Stadt Gilgal. Unterwegs sagte Elia zu Elisa: »Bleib doch hier! Ich selbst muss nach Bethel, denn der HERR hat mich dorthin geschickt.« Doch Elisa wehrte ab: »So wahr der HERR lebt und du selbst lebendig vor mir stehst – ich verlasse dich nicht!« So wanderten sie gemeinsam hinunter nach Bethel. Dort kamen ihnen einige Prophetenjünger entgegen, die in Bethel zusammen lebten. Sie nahmen Elisa beiseite und fragten ihn: »Weißt du es schon? Der HERR wird heute deinen Lehrer zu sich holen!« »Ja, ich weiß es«, antwortete Elisa, »redet bitte nicht darüber!« Wieder sagte Elia zu seinem Begleiter: »Elisa, bleib doch hier! Ich muss weiter nach Jericho, denn der HERR hat mich dorthin geschickt.« Elisa antwortete: »So wahr der HERR lebt und du selbst lebendig vor mir stehst – ich verlasse dich nicht!« Sie wanderten gemeinsam weiter und kamen nach Jericho. Auch hier sprachen einige Prophetenjünger, die in der Stadt wohnten, Elisa an und fragten ihn: »Weißt du, dass der HERR deinen Lehrer heute zu sich holen wird?« Und wieder antwortete Elisa: »Ja, ich weiß es. Sprecht bitte nicht darüber!« Elia forderte Elisa zum dritten Mal auf: »Bleib du doch hier! Ich muss weiter an den Jordan, denn der HERR hat mich dorthin geschickt.« Doch Elisas Entschluss stand fest: »So wahr der HERR lebt und du selbst lebendig vor mir stehst – ich verlasse dich nicht!« Daraufhin gingen sie gemeinsam weiter. Fünfzig Prophetenjünger aus Jericho folgten ihnen. Als Elia und Elisa den Jordan erreichten, blieben ihre Begleiter in einiger Entfernung stehen. Elia zog seinen Mantel aus, rollte ihn zusammen und schlug damit auf das Wasser. Da teilte es sich, und die beiden konnten trockenen Fußes das Flussbett durchqueren. Am anderen Ufer sagte Elia zu Elisa: »Ich möchte noch etwas für dich tun, bevor ich von dir genommen werde. Hast du einen Wunsch?« Da antwortete Elisa: »Ich möchte als dein Schüler und Nachfolger doppelt so viel von deinem Geist bekommen wie die anderen Propheten!« Elia wandte ein: »Das liegt nicht in meiner Macht. Aber wenn du siehst, wie ich von hier weggeholt werde, dann wirst du erhalten, worum du gebeten hast. Wenn nicht, dann geht auch dein Wunsch nicht in Erfüllung.« Während die beiden so in ihr Gespräch vertieft weitergingen, erschien plötzlich ein Wagen aus Feuer, gezogen von Pferden aus Feuer, und trennte die Männer voneinander. Und dann wurde Elia in einem Wirbelsturm zum Himmel hinaufgetragen. Elisa sah es und schrie: »Mein Vater, mein Vater! Du Beschützer und Führer Israels!« Doch schon war alles vorbei. Aufgewühlt packte Elisa sein Gewand und riss es entzwei. Dann hob er Elias Mantel auf, der zu Boden gefallen war, und ging zum Jordan zurück. Wie vorher sein Lehrer Elia schlug jetzt er mit dem Mantel auf das Wasser und rief: »Wo ist der HERR, der Gott Elias?« Da teilte sich das Wasser, und Elisa konnte den Fluss wieder durchqueren.


Das ist eine super Geschichte. Also Elia und auch Elisa haben beide gewusst, dass Gott Elia in einem Wirbelsturm zu sich holen wollte. Der Test für Elisa hat angefangen. Sein Lehrer, der Elia, fordert ihn heraus, indem er sagt, Elia soll ihn verlassen. Warum tut er das? Ich denke, um zu sehen, wie sehr Elisa sein Nachfolger sein möchte. Immerhin ist dann Elia weg und Elisa könnte sich denken, dass damit er, logischerweise, der nächste ist. Er ist ja schließlich der Diener, der Studierende, seine Berufung wird schon irgendwie kommen. Gott wird das schon irgendwie machen, er wird ihn selbstverständlich bestätigen.


Geht es uns manchmal so? Sind wir in Versuchung, dass wir in den Zeiten, in denen wir warten, dass sich Gottes Zusagen erfüllen, dass wir uns da ablenken lassen, dass wir den bequemeren Weg gehen, den, der für uns leichter ist? Vielleicht einfach einmal etwas wegschauen, abwarten, man kann doch nicht immer dran bleiben! Kennt jemand das Gefühl?


Aber nein, Elisa ist hartnäckig. Er will sicher gehen, dass er in seine Berufung kommt. Nichts ist ihm wichtiger! Und man wundert sich so nebenbei, wie weit noch ein Mann im Sterben gehen kann an einem Tag! Das war schon eine Rundreise von etwa 40 km! Na, ich denke, die Leute damals waren etwas fitter..:)


Wir lesen hier also, dass Elia seinen Schüler 3 Mal entmutigt, ihm zu folgen. Aber Elisa will unbedingt sein Nachfolger werden. Er hat mitgekriegt, wie Gott wirkt. Er hat gesehen, dass Elia dadurch viele Probleme gehabt hat, oft sein Leben riskiert hat. Trotzdem will er Gott dienen und den Heiligen Geist in sich haben. Er will kein Leben ohne diese wunderbare und auch sehr herausfordernde Berufung. Er will das Feuer Gottes in seinem Leben!


Es zeigt aber auch, dass Elisa mit einem liebenden Herzen nicht nur zu Gott sondern auch zu seinem Lehrer ausgestattet ist. Er kann sich unterordnen, und er kann seinen Lehrer achten und ehren. Er lässt seinen Lehrer nicht alleine in seiner letzten Zeit hier auf der Erde! Dadurch ehrt er auch Gott. Das ist ein Herz, das Gott liebt.


Also geht er mit Elia mit, egal was. Und dann kommt der richtige Test: Elia fragt Elisa, ob er etwas für ihn tun kann, so als Abschiedsgeschenk. Also wir sehen hier: Erst nachdem Elisa bewiesen hat, dass er unbedingt Gottes Willen tun möchte, fragt Elia ihn, was er für ihn tun kann.


Das war keine kleine Frage. Bei einem Propheten wie Elia, der so viele außergewöhnliche Wunder getan hatte, war das schon eine ziemlich kräftige Frage. So nach dem Motto in den Märchen: Du hast noch 3 Wünsche frei… Hm. Vielleicht viel Geld? Mit dem könnte man doch die Welt verändern! Vielleicht Gesundheit garantiert? Oder Einfluss? Was soll es sein?


Und Elisa sagt, dass er doppelt so viel Kraft möchte wie Elia. Damit meinte er nicht, er will doppelt so viel Heiligen Geist wie Elia bekommen. Er hat um ein Erbe wie das eines Erstgeborenen gebeten. Eine doppelte Portion. Das war legitim. Als der geistige Erbe von Elia muss er so mutig wie sein Lehrer sein. Er war nicht „bescheiden“, er wollte alles, was er bekommen konnte.


So eine Herzenshaltung gefällt Gott. Ist uns bewusst, dass manchmal Bescheidenheit vom Feind Gottes benützt wird, um uns klein zu halten? Bescheidenheit ist abseits von Gott, also in unserer Welt, in der wir leben, durchaus angebracht manchmal. Je nach Situation. Aber wenn wir in Gottes Willen leben, ist Bescheidenheit gar nicht so eine tolle Eigenschaft.


Mehr von Gott, Hunger nach ihm, das zeichnet Elisa hier aus. Ein brennendes Herz will alles von Gott, was es nur kriegen kann! Also keine Geschenke von ihm, sondern von seiner Gegenwart, von seiner Herrlichkeit, von seiner Kraft.


Klar, dass Elia ihm das nicht versprechen kann. Ich kann nie mehr weitergeben, als ich selber habe. Elia kann nur das, was er selber trägt, impartieren, also weitergeben, aber nicht doppelt so viel.


Und so muss Elisa den letzten Test bestehen: Wenn er Elia sieht, wie er von Gott genommen wird, dann wird sein Wunsch erfüllt. Wir lesen da, dass eine feurige Kutsche mit Pferden aus Feuer dahergedonnert kommen. Das ist schon was, oder? Sogar in der Welt, in der wir heute leben, wäre das ein ziemliches Spektakel!


Was würden wir tun? Würden wir diese Kutsche beachten? Würde sie uns vom Eigentlichen ablenken? Doch Elisa will nur eines. Er will nicht Spektakuläres von Gott, sondern er will das Eigentliche. Er will ihn. Und so wendet er kein Auge von Elia und sieht ihn in einem Wirbelwind in den Himmel auffahren.


Gott hat diese feurige Kutsche als Ablenkung geschickt, um noch einmal Elisa zu testen, wie sehr er ihn selber will und nicht die Wunder! Elisa hat dann tatsächlich eine doppelte Portion von Gott bekommen. Er hat genau doppelt so viele Wunder erlebt wie Elia.


Doch was heißt das für dich und für mich? Ich denke, dass wir alle eine Prüfung bestehen müssen, wie wichtig uns Gottes Kraft ist, wie unbedingt wir das Feuer wollen. Wird unsere Bequemlichkeit im Weg stehen? Oder unsere Bescheidenheit? Oder unsere Angst vor Großem? Oder unsere Mittelmäßigkeit? Oder dass wir mehr die Taten Gottes wollen als ihn selber? Wie schaut das in meinem Leben aus?


Fragen wir kurz Jesus, dass er uns unser Herz zeigt:

  • Jesus, bitte zeige mir, ob ich dein Feuer in meinem Leben habe.

  • Wenn nein: Was steht im Weg?

  • Vergebung dafür.

  • Jesus, bitte hilf mir, dass ich so viel Hunger nach dir bekomme wie Elisa!


Bitte wecke mich auf, dass ich Augen für die Ewigkeit bekomme! Dass ich das Große sehe und nicht hängen bleibe an meinem kleinen Leben. Bitte schenke mir die Freude an meiner Berufung. Zeige sie mir! Schenke mir Liebe zu dir, zu mir selber und zu meinem Nächsten. Hilf mir aus meiner Passivität und bringe mich in deine Nähe. Mach mich heilig wie mein Vater im Himmel heilig ist. Danke, du wunderbarer, liebender Bruder! Amen.

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