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  • Karin Staple

Ganz oder gar nicht

Aktualisiert: 28. Juni 2023


Advent und Weihnachten ist mit Riesenschritten im Kommen. Wir werden uns (mehr oder weniger viel) in Schmücken und Heimlichkeiten reinhängen, je nach Brauch in der Familie. Bei vielen von uns wird es hektisch, weil so viel zu tun ist mit Einladungen, Putzen, Dekorieren, Geschenke aussuchen und am Sonntag vorm Kranz zu singen. Viele von uns werden auch wissen, dass es um Jesus geht, der bald geboren werden wird. Wir feiern seinen Geburtstag.


Es gibt eine interessante Stelle in den Evangelien. Peter hat letzten Sonntag über eine dieser Stellen im Markus Evangelium ausgezeichnet gepredigt. Ich möchte jetzt diese Begebenheit im Matthäusevangelium noch einmal unter einem anderen Aspekt herausholen. Und zwar lesen wir in


Matthäus 16/13-17: Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: »Für wen halten die Leute eigentlich den Menschensohn?« Die Jünger erwiderten: »Einige meinen, du seist Johannes der Täufer. Manche dagegen halten dich für Elia und manche für Jeremia oder einen anderen Propheten von früher.« »Und ihr – für wen haltet ihr mich?«, fragte er sie. Da antwortete Simon Petrus: »Du bist der Christus, der von Gott gesandte Retter! Du bist der Sohn des lebendigen Gottes.« »Du kannst dich wirklich glücklich schätzen, Simon, Sohn von Jona«, sagte Jesus. »Diese Erkenntnis hat dir mein Vater im Himmel gegeben; von sich aus kommt ein Mensch nicht zu dieser Einsicht...


Dann geht es weiter in Vers 21 und 22: Danach sprach Jesus mit seinen Jüngern zum ersten Mal offen über das, was ihm bevorstand: »Wir müssen nach Jerusalem gehen. Dort werde ich von den führenden Männern des Volkes, den obersten Priestern und den Schriftgelehrten vieles zu erleiden haben und getötet werden. Aber am dritten Tag werde ich von den Toten auferstehen.« Da nahm ihn Petrus zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen: »Herr, das möge Gott verhindern! So etwas darf dir niemals zustoßen!«


Ist dir das schon einmal passiert, dass du so ein richtiges Hoch erlebst. Du bist im Worship, du gibst dein Herz ganz hin, du spürst den Hl. Geist, du weißt, dass er ganz da ist und sich über dich freut, und dass er deinem Geist sagt, wie sehr dich Gott Vater liebt... und dann gehst du heim und es redet dich jemand schief an und alles ist weg. Du ärgerst dich und weißt selber nicht, wie es sein kann, dass du auf einmal ärgerlich bist, obwohl du doch grade noch so ein tolles Gefühl gehabt hast! Zu allem Überdruss sagt dir vielleicht noch jemand: „Da rennt sie in die Kirche und daheim ...“


Nun, du bist in bester Gesellschaft. Petrus hats sogar in die Bibel damit geschafft. Also er ist so erfüllt, dass er herausplatzt als einziger der Jünger, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes. Ich denke, das war wirklich eine tolle Erkenntnis. Ihm ist ein Licht aufgegangen! Das ist ja der Christus! Wow! Gottes Sohn ist hier! Er ist da! Mitten da! Der, auf den alle unsere Vorfahren gewartet haben ist hier, direkt neben uns! Nicht irgend ein Engel oder ein guter Lehrer, sondern der Sohn des lebendigen Gottes! Ich kann mir vorstellen, wie sehr ihn das betroffen hat. Der Herr der Herrn! Der König der Könige! Ein heiliger Moment.


Weißt du, was Jesus ihm gesagt hat, nachdem er verständlicherweise verhindern wollte, dass Jesus leiden oder gar sterben muss?


V.23: 23 Aber Jesus wandte sich zu ihm (Es könnte da auch heißen: er wandte sich von ihm ab. Das ist nicht ganz klar aus der Urschrift.) und sagte: »Weg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen. Was du da sagst, ist menschlich gedacht, aber Gottes Gedanken sind anders.«


Aber ihn gleich Satan zu nennen ist ja nicht grad super, oder? Immerhin hatte er vor ein paar Minuten die größte Offenbarung seines Lebens! Was ist da geschehen?


Wie Peter letztes Mal erklärt hat, hat Jesus nicht zu Petrus selber gesagt, dass er Satan ist, sondern er hat die Hand Satans gesehen, die Petrus geleitet hat. Er hat Satan befohlen, weg zu gehen. Das ist übrigens eine gute Strategie, wenn du merkst, dass du aus einem Zustand des Friedens, des Lobpreisens, in einen Zustand der Unheiligkeit kommst, also wenn dieser Frieden gestört wird. Im Namen Jesu schicke doch Satan weg, der uns immer anklagen und vom Weg Jesu, von seinem Frieden abbringen will.


Also Jesus sagt zu Satan: „Weg mit dir, Satan!“ Und ich denke, dass er sich dann an Petrus wendet und ihm erklärt: „Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen. Aber was du sagst ist menschlich gedacht. Gottes Gedanken sind anders.“


Du bist der Sohn des lebendigen Gottes....-... Herr, das möge Gott verhindern! So etwas darf dir niemals zustoßen!


Ist dir aufgefallen, was es war, was Petrus zuerst einmal erkannt hat? Er hat erkannt, dass Jesus der Christus ist, der Gesalbte, der Messias, der Sohn Gottes. Was ist der Sohn Gottes? Ist das ein Wurschtl? Nein, sondern der Herr. Er ist der, der das Sagen hat. Der Herr der Herrn, der König der Könige, vor dem sich alle Knie beugen werden und jede Zunge bekennen, dass er der Herr ist. So steht es in der Bibel.


Also dem Herrn gibt er ein paar Minuten später einen guten Rat. So von Buddy zu Buddy. Er nimmt ihn zur Seite. Du Jesus, weißt, du solltest nicht so reden. Ich habe viel Erfahrung. Ich geb dir jetzt den guten Rat: So etwas darf nicht passieren. Da müssen wir aufpassen. Weißt, ich glaub ja, dass du ein Prophet bist, dass du Sachen erkennst, die in der Zukunft liegen, aber – nein. Das geht zu weit. Das machen wir nicht. OK?


Was ist passiert? War Jesus auf einmal nicht mehr der Herr der Herrn? Oder hat ihn Petrus so gut gekannt, dass er seine Gedanken wusste? Hat Petrus sich auf einmal überschätzt, weil er ja gerade von Jesus gelobt worden war? Hat ihm das einen Freibrief gegeben, in Jesu Leben rein zu reden?


Ich denke, dass uns das auch sehr leicht passieren kann. Vielleicht hast du grad im Gebet Gott die Erlaubnis gegeben, alles mit dir zu machen, was immer er will. Er ist der Herr.


Und dann sagt Gott zu dir, du wirst ein Leiter in meinem Reich sein, du wirst eine Bewegung aufbauen. Ich hab Großes mit dir vor... Oder er sagt zu dir, du sollst den einen Typen lieben, grad den, den du gar nicht magst... Wie hast du geantwortet? Ja, Herr, klar, ich vertraue dir.


Oder hast du gedacht: „Das kann ich nicht. Den lieben? Den mag doch keiner! Selber schuld, wenn ihn keiner mag. Und eine Bewegung aufbauen? Ich? Ich bin viel zu klein, zu jung, zu unerfahren, zu sündig, ich kenne die Bibel zu wenig, ich bin nicht geeignet, ich bin zu beschäftigt, ich war immer schlecht in der Schule und mein Vater hat mir einmal gesagt, dass ich alles falsch mache. Also lieber Herr, das geht bei mir nicht.


Und Jesus hat dann geantwortet: „Oh, ja, stimmt. Das hab ich nicht bedacht. Ach, Petrus, warum hast du mich da nicht erinnert! Jetzt hab ich mich schon wieder geirrt! Das war sicher wer anderer, den ich gemeint habe. Wer war das bloß?“


Nein. Natürlich nicht. Aber eigentlich, immer wenn du so über dich denkst, so wie Gott nicht über dich denkt, dann denkst du gleichzeitig, dass sich Gott geirrt hat. Also was ist Gott jetzt in deinem Leben? Ist er Gott, der dir Aufträge geben darf und alles mit dir tun darf, oder ist er nur Gott wenn es sich gut und richtig für dich anfühlt?


Wenn Gott zu dir sagt, er möchte gerne, dass du seine Schrift studierst, dass du Zeit mit ihm verbringst, ihn näher kennenlernst! Oder er sagt: Freu dich!, sei nicht entmutigt!, sei mutig und unverzagt!, gib dich mir ganz hin (alles Worte aus der Bibel – lies in der Bibel und du wirst auf sie stoßen!)... Was wiegt das in deinem Leben? Glaubst du Jesus? Tust dus?


Es kommt im Grunde darauf hinaus: Ist Jesus der Christus, der Herr in deinem Leben, oder nicht? Vielleicht musst du manchmal Satan im Namen Jesu wegschicken und dich dann mit schlotternden Knien Jesus zuwenden und ihn bitten, dass er dir hilft bei dem, was er dir aufgetragen hat.


Du wirst sicher jetzt denken: „Oh nein! Auf so was lasse ich mich nicht ein! Viel zu unsicher. Was wenn Jesus was von mir verlangt, was ich nicht geben kann oder will? Was, wenn er verlangt, dass ich mein Liebstes aufgebe? Vielleicht meine Beziehung, von der ich im Innersten weiß, dass sie nicht gut für mich ist? Vielleicht ein paar schlechte Angewohnheiten? Oder er verlangt, dass ich was tu, was ich einfach nicht möchte?


Womöglich will er, dass ich nicht mehr fernsehe oder womöglich nimmt er mir meine sehnlichsten Wünsche weg und ich muss was ganz Arges statt dessen machen. Also z.B. verlangt er womöglich dass ich aus meinem angenehmen Zuhause ausziehen muss und arm und kalt wo leben, wo ich den ganzen Tag immer Gottes Liebe verkünden muss, obwohl ich dafür gefoltert werde.


Tja. Im Grunde könnte Jesus das von dir fordern, wenn er wirklich der Herr ist. Aber jetzt muss ich dir ein Geheimnis sagen: Jesus ist anders. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass im Königreich Gottes alles anders funktioniert wie in unserer Welt?


· Geiz ist geil – Wer gibt empfängt mehr

· Ich muss auf mich schauen – Ich demütige mich, dann erhöht mich Gott

· Ich muss hart arbeiten, dann komm ich voran – der Herr gibt’s den seinen im Schlaf

· Ich muss schauen, dass alles fair abläuft – Gott ist nicht fair!


Gott ist nicht fair. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Jesus immer 3 seiner Jünger mitgenommen hat, wenn etwas Besonderes los war und nie die andern? Wie geht es dir bei dem Gedanken, dass Jesus nicht fair ist? Wie glaubst du, ist es den anderen Jüngern gegangen?


Da wird Jesus verklärt und die anderen sehen es nicht. Petrus war natürlich recht bescheiden und wird sicherlich nicht aufgetaucht sein und allen verkündet haben: „Wir haben Mose gesehen, wie er mit Jesus redet! Schon schade, dass ihr nicht dabei wart. Gut, dass wir 3 da waren. Sind wahrscheinlich die besseren...“ Oder? J


Gott ist nicht fair, er ist gerecht. Wir haben unterschiedliche Berufungen, unterschiedliche Lebenssituationen, so unterschiedlich wie wir gemacht sind. Warum hat Gott mich nicht so gemacht wie die Sabine? Ich möchte auch so groß und lustig sein!


Ich glaube, der Grund ist, damit wir alle erkennen, dass Gott, unser Himmlischer Papa, uns unendlich liebt. So sehr, dass wir gar nichts dafür tun können! Keine unserer Leistungen bringt uns mehr von seiner Liebe und nichts, auch keine Sünde kann uns von ihr trennen. Er liebt uns so sehr, dass er uns niemals überfordern würde. Er wird uns herausfordern, aber niemals überfordern!


Und weißt du, um diese Liebe geht es. Wenn der, der zu uns sagt: „Du musst dich vollkommen ausliefern. Nichts zurück behalten! Du gehörst vollkommen mir, ich habe dich mit meinem Leben gekauft!“ Wenn der mich so sehr liebt, dass er sogar gestorben ist, um mich nicht zu verlieren (das ist das Romantischste, was man sich nur vorstellen kann! In jedem Film ein Tear-jerker!). Jesus ist für mich, eigentlich statt mir gestorben.


Er, der immer mit dem Vater eins war, der mit ihm jeden von uns geschaffen hat! Er hatte als Mensch keine Sünde. Dann hat er gesagt: Karin – komm und gib mir deine Schuld. Gib mir alles, was du jemals falsch gemacht hast – allem voran deine Ablehnung Gott gegenüber. Dass du Gott nicht liebst. Gib mir das alles. Jede Kleinigkeit. Ich trage sie.


Gott ist gerecht. Du musst eigentlich sterben in alle Ewigkeit. Aber weißt du, Karin, ich liebe dich so sehr, dass ich statt dir sterben werde. Verflucht von Gott. Mein Vater, mit dem ich immer eins bin, wird sich abwenden, denn deine Sünde, Karin, trennt mich von ihm. Aber weil Gott gerecht ist, wird er mein Opfer annehmen, weil ich der einzige Mensch ohne Sünde bin. Er wird mein Opfer annehmen und ich werde leben. Und dann – ja, ich liebe dich, Karin, wirst du dann meine Liebe annehmen? Darf ich dich aus deinem Verlorensein herauskaufen, damit du durch mich lebst?


Und weißt du was: Jesus liebt mich so sehr, dass er das Risiko eingegangen ist, dass sein Tod bei mir sogar umsonst war, weil ich könnte ihn ablehnen und lieber doch sterben. So ist Gott. Das ist Liebe. Er lässt mir die freie Wahl.


Was werde ich tun? Was wirst du tun? Wirst du ihn ganz lieben? Es geht nur ganz oder gar nicht. Man kann nicht fast leben oder dreiviertel leben. Es geht nur ganz oder gar nicht.


Weißt du, was der Unterschied zwischen einem König und einem Präsidenten ist? Ein Präsident ist von dir gewählt. Ein König ist der, dem du gehörst. Wenn du im Königreich eines Königs lebst, gehörst du ihm „auf Gedeih und Verderb“, so hat das früher unter den Rittern geheißen.


Aber es hat auch noch eine andere Seite: Der Präsident ist meistens hauptsächlich damit beschäftigt, seine Rivalen nieder zu machen und möglichst gut auszusteigen. Ein guter König (also nicht alle Könige in der Geschichte waren gut!) Aber ein guter König, der sein Leben für dich, seinen Untertan, eingesetzt hat, tut alles, damit seine Untertanen glücklich sind und sicher in seinem Reich wohnen. Es hat ihn ja auch sehr viel gekostet. Eigentlich alles.


Was ist deine Wahl? Kennst du König Jesus schon so wie er wirklich ist, oder nur vom Hörensagen? Da kursieren viele oft sehr schlechte Gerüchte über ihn in der Welt herum. Ich lade dich ein, wenn du König Jesus noch nicht wirklich gut kennst – lerne ihn kennen! Bitte ihn, dir zu zeigen, wer er wirklich ist. Er wird dir antworten!


Wenn du den Eindruck hast, du bist eher oder zumindest in manchen Bereichen deines Lebens dein eigener König, dann lade ich dich ein, komm nach dem GD nach vorne, das Gebetsteam leitet dich in einem Gebet, wo du Jesus neu dein Vertrauen aussprechen kannst.


Denn es kommt Advent, das Warten auf die Geburt. Die Voraussetzung allen übernatürlichen Lebens, das zum Kreuz, also zu Ostern führt. Und zur Auferstehung. Zur Krönung als König aller Könige und Herrn aller Herrn.


Philipper 2/5-11: Nehmt euch Jesus Christus zum Vorbild: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!


Advent, Weihnachten. Wie werden wir diese Zeit verbringen? Wird er auch in dieser Zeit der Herr sein, oder werden wir die Tradition, die Gefühle, Erwartungen, vielleicht sogar Streit regieren lassen?


Und was möchte Jesus überhaupt? Wollen wir nicht unseren Herrn fragen, wie wir am besten seine Ankunft feiern können?


Ich bete und du kannst mitbeten, wenn du das möchtest: Jesus, du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Du bist der Herr der Herrn, der König der Könige. Ich gehöre zu denen, die ihre Knie beugen und ich bekenne, dass du in meinem Leben der Herr bist. Bitte lehre mich immer mehr, wer du bist! Bitte zeige mir, wer ich bin. Heiliger Geist, komm über mich und zeige mir, wie ich leben kann, wie ich diese Adventzeit, dieses Warten auf dein Kommen leben soll. Ich möchte, dass du verherrlicht wirst, König Jesus. Bitte breite dein Königreich aus und komm in unser schönes Mühlviertel, komm zu uns und berühre alle unsere Herzen. Amen.

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