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  • Karin Staple

Der Mantel, bzw. die Salbung


Vorige Woche habe ich über Gottes Feuer gesprochen. Wir haben angeschaut, wie Elisa das Erbe von Elia angetreten ist. Ich möchte heute noch ein bisschen mehr darauf eingehen. Ich möchte mit uns anschauen, wie Salbung auf Menschen kommt, was diese Menschen auszeichnet. Im Fall Elisa haben wir gesehen, dass Elia ihm seinen Mantel hinterlassen hat, als er in einem Wirbelwind in den Himmel aufgenommen wurde.


Wir haben letzte Woche auch gehört, dass Bescheidenheit manchmal in Gottes Reich hinderlich sein kann, wenn es um das geht, was Gott uns schenken möchte.


Der anerkannte Prophet Bob Jones (er ist bereits vor einigen Jahren gestorben) hat einmal ungefähr so gesagt, dass wenn Gott dir sagt, dass er dir gerne Bekehrungen schenken möchte, dann begnüge dich nicht mit 3 Leuten, sondern dann bitte ihn gleich um 1000! Und wenn du den Eindruck hast, dass Gott dir Geld schenken möchte, dann bitte ihn nicht um 20 Euro, sondern gleich um 20 Millionen! Alles, was aus der Herzenseinstellung kommt, dass wir Unmögliches von Gott als möglich erachten, das gefällt Gott. Er wird uns trotzdem nur das geben, was unser Herz auch verkraften kann, wie wir später sehen werden.


Ein Beispiel dafür, was ich da meine, steht in 2. Könige 13. Der König Joasch von Israel hat sein Leben lang Gott nicht gehorcht, und er war im Laufe seiner Regentschaft auf fast kein Heer reduziert worden, alle waren den Feinden zum Opfer gefallen. Kein Krieg ist ihm gelungen. Als Elisa im Sterben lag, hat sich der König doch noch besonnen, dass es einen Gott in Israel gibt. Er hat den Propheten besucht. Dieser hat ihm gesagt, er soll einen Pfeil nach Osten abschießen und daraufhin hat er ihm prophezeit, dass er seinen Erzfeind in dieser Schlacht, um die es gegangen ist, besiegen wird.


Dann, in Vers 18 und 19, steht: Dann befahl er dem König: »Nimm nun die anderen Pfeile in die Hand!« Joasch nahm sie, und Elisa sagte: »Schlag damit auf den Boden!« Dreimal schlug Joasch auf den Boden, und dann hielt er inne. Da wurde der Prophet zornig. »Fünf- oder sechsmal hättest du schlagen sollen«, tadelte er ihn, »dann hättest du die Syrer endgültig vernichtet! Jetzt aber wirst du sie nur dreimal besiegen.«


Joasch wollte den Sieg, aber am besten einfach. Am besten geschenkt. Er hat wenig Leidenschaft gezeigt. Vielleicht wollte er sogar bescheiden sein. Wir wissen das nicht. Aber er hat doch wissen müssen, dass das sein Moment ist! Er ist doch extra – endlich - zu Elisa gekommen, also eigentlich zu Gott, damit er siegen kann! Und trotzdem folgt er dem Befehl Elisas nur halbherzig. Vielleicht ist es ihm doof vorgekommen. Oder er hat einfach nicht geglaubt, dass dieser im Sterben liegende Mann noch irgend was bewirken kann. Oder er hat gefunden, dass es eh schon genügt so, und - was soll denn das! Ist doch alles komisch...


Kennen wir das auch? Halbherzigkeit? Gott sagt etwas zu uns und wir bedanken uns, und dann vergessen wir es, oder denken nur manchmal dran? Ich kenne das. Und dann lese ich in den aufgeschriebenen Worten, die mir Gott vor Jahren gesagt hat, und dann werde ich ganz traurig, weil sie mir so wenig bedeutet haben, weil ich sie vergessen habe. Halbherzigkeit.


Manchmal reagieren wir aus Bescheidenheit so. Vielleicht müssen wir den Mantel (nenn ich einmal so) der Kleinheit oder des Minderwerts ablegen. Im SOZO nennen wir das, dass wir die Gedankenfestungen in Jesu Namen brechen. Das sind so Gedanken wie: „Mit mir kann Gott das aber nicht machen. Ich bin doch nur…", „Das kann ich doch nicht annehmen! Das ist viel zu viel für mich!" Oder: "Wenn ich das glaube, was mir Gott da zugesagt hat, bin ich nicht demütig, da muss ich mich schämen!"


Wenn wir die Erfolgsgeschichten in der Bibel lesen, haben alle eines gemeinsam: Diese Menschen haben ein Herz gehabt, in dem Sehnsucht nach mehr drinnen war. Sie haben nicht auf ihre Kleinheit geschaut, sondern auf Gott, der alles möglich macht, sogar durch sie. Sie wollten alles. Sie waren nicht bescheiden!


Oder: Ich hab den Eindruck, ich sollte dieser Person 100 Euro geben. Aber das ist schon ziemlich viel. Vielleicht hab ich mich da verhört. Vielleicht meint Gott eher 50? Aber 50 ist auch viel, also 30 kann ich diese Woche mit meinem Einkommen verkraften.


Wo ist mein Gedanke daran, dass sowieso alles von Gott kommt, und ich nur einen Teil weitergeben soll? Er kann mir jederzeit wieder mehr geben! Und der Gedanke, dass Gott sowieso alles Geld zur Verfügung hat, und es denen gibt, denen er es schenken möchte? Also wenn wir bescheiden sind, sind wir es meistens auch bei Großzügigkeit. Das ist aber gar nicht, wie es in Gottes Königreich zugeht!


Aber sogar umgekehrt: Ich bekomme 100 Euro geschenkt. Mein erster Gedanke ist womöglich: „Das kann ich nicht annehmen! Der hat doch selber nicht so viel! Wer bin schon ich, dass ich so viel bekomme!" Oder das Gegenteil: „Das fühlt sich an wie ein Almosen! Was denkt denn der über mich? So arm bin ich auch wieder nicht!"


Das sind jetzt Beispiele mit Geld, aber das ist ja auch der Grund, warum wir Großzügigkeit mit unserem Segenstisch üben. Das Geben und auch das Nehmen ist schwierig, wenn ich in Gottes Reich zu bescheiden bin. Wir nennen das im SOZO einen Armutsgeist. Dabei ist es völlig egal, wie du situiert bist. Sogar reiche Leute können einen Armutsgeist haben. Der tarnt sich gerne als Bescheidenheit oder „Demut".


Das Um und Auf ist jedenfalls, dass mich solche Einstellungen oder Gedankenfestungen hindern, leidenschaftlich zu sein.


Fragen an Gott:

  • Jesus, kannst du bitte mein Herz durchforschen und mir sagen, ob ich einen Bereich habe, der mich hindert, leidenschaftlich zu sein?

  • Ich bitte dich um Vergebung dafür

  • In Jesu Namen breche ich diese Gedankenfestlegung!

  • Jesus, was schenkst du mir im Tausch dafür?


Elisa hat einen Diener mit dem Namen Gehazi gehabt. Ich glaube, dass Gehazi ursprünglich von Gott vorgesehen war, die Nachfolge von Elisa anzutreten. Doch ich glaube, dass er die Chance seines Lebens verpasst hat und das alles wegen einer Schwäche: Er hatte eine Liebe zum Geld.


Es ist grundsätzlich nichts Schlechtes an Geld. Geld ist neutral. Aber das, was Geld in unserem Herzen macht, das ist es, was es gut oder schlecht für uns macht.


In 2. Könige 5 steht die Geschichte, wo Elisa den Kommandanten der Aramäischen Armee Naaman von Lepra heilt. Dieser will sich überschwänglich mit viel Geld bei Elisa bedanken. Der lehnt ab. Ich denke, dass der Grund darin lag, dass Naamans Vorgesetzter bereits den König von Israel kontaktiert hatte. Der König von Israel dachte, es war eine Falle. Doch bevor alles eskaliert ist, lesen wir, dass Elisa eingeschritten ist:


2. Könige 5/8: Schon bald hörte auch der Prophet Elisa, dass der König voller Entrüstung seine Kleider zerrissen hatte. Er schickte einen Boten zum Palast und ließ Joram ausrichten: »Warum bist du so aufgebracht? Schick diesen Mann zu mir! Er soll erkennen, dass es hier in Israel einen Propheten des wahren Gottes gibt.«


Wenn man diese ganze Geschichte kennt, weiß man, dass es für Elisa nicht angebracht war, das Geschenk anzunehmen. Dieses große Geschenk konnte nur dem König angeboten werden, weil an ihn ja die Bitte gerichtet war. Elisa hat aber schon für seine Arbeit 2 Maulesel voll Lebensmittel bekommen. Das Geschenk an den König hat er nicht angerührt. Somit hat Elisa den wahrscheinlich wichtigsten Test im Königreich Gottes bestanden: Den Geld-Test! 10 Talente Silber, 6.000 Goldstücke und 10 feine Anzüge lehnte er ab.


Gehazi, sein Diener, hat nicht so gut in dem Geld-Test abgeschnitten. Er ist der Versuchung unterlegen.


Wir lesen in 2. Könige 5/20-27: Da dachte Elisas Diener Gehasi: »Mein Herr war wieder einmal zu bescheiden! Er lässt diesen Syrer Naaman einfach laufen, ohne die Geschenke anzunehmen, die er ihm angeboten hat! So wahr der HERR lebt: Ich werde ihn einholen, und dann soll er wenigstens mir etwas geben.« Er rannte dem Syrer hinterher. Als Naaman merkte, dass ihm jemand nachlief, sprang er vom Wagen, ging Gehasi entgegen und fragte beunruhigt: »Es ist doch alles in Ordnung?« »Ja, ja«, antwortete Gehasi, »mein Herr schickt mich. Ich soll dir ausrichten, dass soeben zwei Prophetenjünger aus dem Gebirge Ephraim zu ihm gekommen sind. Er lässt dich fragen, ob du mir nicht einen Zentner Silber und zwei Festkleider für sie mitgeben könntest.« Erfreut sagte Naaman: »Ach, bitte, nimm doch zwei Zentner!« Er füllte die Silberstücke in zwei Säcke, legte zwei Festgewänder dazu und drängte Gehasi, die Geschenke anzunehmen. Zwei seiner Diener mussten mit Gehasi zurückkehren und die Sachen tragen. Als sie am Fuße des Hügels ankamen, wo Elisa wohnte, schickte Gehasi die beiden syrischen Diener weg, schlich sich ins Haus und versteckte das Silber und die Kleider. Dann ging er zu seinem Herrn. »Wo bist du gewesen, Gehasi?«, wollte Elisa von ihm wissen. »Ich war die ganze Zeit hier, mein Herr!«, antwortete Gehasi.


Also abgesehen von dem witzigen Element, dass der Diener eines Propheten wie Elisa glaubt, dass die Frage „Wo bist du gewesen?“ rein rhetorisch war, sehen wir hier eine andere Art der Bescheidenheit, nämlich die der Welt. In der Welt ist Bescheidenheit manchmal angebracht, aber Gott gegenüber nicht! Gehazi hat völlig anders gedacht als sein Herr. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, wie dumm der ist! Steht ihm doch zu! Schließlich hat er diesen Mann gesund gemacht! Jeder Arzt bekommt bezahlt.


Also gleich 2 Fehlgedanken: 1. Er dachte, sein Herr war bescheiden. Er hatte also überhaupt keine Ahnung, was in Gottes Reich Bescheidenheit ist. 2. Hat er offensichtlich nicht kapiert, dass nicht sein Lehrer den Mann gesund gemacht hat, sondern Gott!!


Gehazi hat sich gedacht, dass er selber diesem Naaman mit seinen kostbaren Kamelen nachlaufen will, damit er wenigstens etwas bekommt. Also Vorsicht: Wenn jemand Geld nachläuft, ist er schon sehr gefährdet! Er hätte besser daran getan, Gott nachzulaufen als dem Geld! Zur rechten Zeit wäre Gottes Segen gekommen!


Ich glaube, dass auch heute der Heilige Geist uns finanziell segnen möchte. Aber es ist wichtig, dass das zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Manchmal testet uns auch Gott, damit wir bereit werden, seinen Segen zu tragen, ohne dass der Segen uns schadet!


Das Interessante ist, dass Gott Elisa in weiterer Folge tatsächlich finanziell gesegnet hat. Jetzt, nachdem er den Geld -Test bestanden hatte, war das möglich.


Und so lesen wir in 2. Könige 8/7-9: Eines Tages kam Elisa nach Damaskus. Zu dieser Zeit lag der syrische König Ben-Hadad krank im Bett. Als man ihm berichtete, der Prophet aus Israel sei in der Stadt, befahl er seinem Diener Hasaël: »Geh zu dem Boten Gottes, nimm Geschenke mit und frag durch ihn den HERRN, ob ich wieder gesund werde.« Hasaël ließ vierzig Kamele mit kostbaren Geschenken aus Damaskus beladen, ging zu Elisa und sagte: »Dein ergebener Diener, König Ben-Hadad von Syrien, hat mich zu dir gesandt. Er lässt dich fragen, ob er wieder gesund wird.«


Wir können uns gar nicht vorstellen, welch ein Reichtum 40 Kamele mit den Schätzen Damaskus darstellen! Schade, dass zu diesem Zeitpunkt der Gehazi nicht mehr in den Diensten Elisas war. Er hätte sicher viel mehr bekommen als die lumpigen 2 Anzüge und die paar Kilo Silber. Aber diesmal wurde der Diener des Königs Ben-Hadad direkt zu Elisa geschickt, der Reichtum war also legitimerweise für ihn.


Manchmal will es uns Gott nicht zu einfach machen, damit wir wirklich wollen, was wir wollen sollen. Macht das Sinn? Wenn es zu leicht geht, dann schätzen wir es nicht wirklich. Aber manche Ämter, manche Salbungen, sind wirklich schwer zum Tragen, und je mehr wir das wollen, je mehr wir uns Gott ohne Bedingungen zur Verfügung stellen, desto mehr kann Gott uns anvertrauen.


Ich glaube, dass das besonders bei Geld, Macht oder sozialem Ansehen so ist. Bevor wir so eine Berufung tragen können, bevor wir diese Salbung, diesen Mantel, wirklich erfolgreich tragen können, muss unser Herz dafür bereit sein, sonst würde dieser Segen uns zerstören.


Das ist wie bei einem Mixer, bei dem der Deckel oben offen ist. Unsere Lebensanschauungen und Denkmuster sind alle da drinnen. Obenauf ist in unserem Denken auch eine Schicht Jesus. Diese Schicht deckt alles drunter gut zu. Gott drückt auf den Knopf und der Mixer beginnt sich zu bewegen. Und auf der ersten Stufe kommt nur Jesus raus und spritzt so an die Wände und an die Leute, denen wir begegnen.


Aber dann erhöht Gott die Geschwindigkeit, also er segnet uns (das heißt, dass wir mehr Macht oder Geld oder Ansehen bekommen). Und jetzt wird sichtbar, was drunter, unter der Schicht Jesus, ist. Wie schnell darf sich der Mixer drehen, bevor unser ganzes unaufgearbeitetes Zeugs raus kommt? Bevor unser Ärger, unsere Unverständnis, unser Minderwert, unser Schleim von Filmen und was ich mir so im Internet gebe,… raus spritzt und damit unsere Umgebung besudelt?


In Johannes 14 fragt Jesus auch seine Jünger, was sie möchten. Nachdem Gehorsam da ist, nachdem er sie Freunde nannte, nach dem Test. Es geht da nicht um eine Sekkiererei, sondern es geht darum, dass Gott prüfen möchte, ob du eine schnelle Befriedigung, eine schnelle Antwort vorziehst, oder ob du bis zum Ende durchhältst. Ob es dir wichtig genug ist, auszuharren, für was du geboren wurdest.


Jeder von uns, der wirklich will, und der Hunger nach Gottes Gegenwart und seinem Feuer hat, bekommt von Gott eine Salbung, oder auch Mantel genannt. Das ist eine Ausstattung wie ein Kleidungsstück, das Gott uns anzieht, damit wir in der Situation, in die er uns stellt, ausgerüstet sind.


Da gibt es ganz unterschiedliche Salbungen/Mäntel, je nachdem, wo deine Berufung liegt. Und man kann auch für mehrere Dienste, für mehrere Berufungen einen Mantel bekommen, oder für eine Berufung mehrere Mäntel. Es ist immer Gott, der den Mantel vergibt. Und oft ist das der Mantel von jemandem, der von Gott gesagt bekommt, ihn weiterzugeben (oder zu teilen). Das nennt man impartieren. Manchmal ist das auch ein Mantel von jemandem, der schon gestorben ist, so wie bei Elia und Elisa.


Du darfst Gott fragen:


  • Jesus, willst du mir einen Mantel geben?

  • Bin ich bereit dazu?

  • Ich gebe dir die Erlaubnis, mir den Mantel anzuziehen.

  • Und ich bitte dich, dass du mir sagst, was für ein Mantel das ist und was für eine Berufung damit verbunden ist.

  • Ich nehme diese Salbung in meinem Leben an. Bitte leite mich, damit ich ihn gut trage!


Hat jemand jetzt einen Mantel bekommen? Weiß jemand, was für eine Berufung? Ich bin schon gespannt auf die Typisch Gott Geschichten!


Jesus, wir geben dir die Erlaubnis, dass du unseren Mixer ausräumst und reinigst, und dann wieder mit dir anfüllst. Wir sind da nicht bescheiden, wir wollen alles. Wir wollen dich ganz.

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