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  • Bronwin Staple

Ein Leib, viele Glieder

Aktualisiert: 18. März

AUDIO: Klicke hier, um dir diese Predigt anzuhören.


Im Jänner hat Sabine über „Die Schönheit der lebendigen Steine“ gepredigt. Sie hat uns daran erinnert, dass jeder einzelne von uns, der Jesus Christus als alleinigen Herrn und Erlöser in sein Leben eingeladen hat, ein Tempel des Heiligen Geistes ist – und dass wir als Gemeinde Vorort ein Tempel des Heiligen Geistes sind, gebaut aus „lebendigen Steinen“ (also jeder von uns ein Stein). Auch als Gemeinde sind wir Teil eines größeren Ganzen, unsere Gemeinde ist ein Stein im Tempel des Heiligen Geistes, der aus allen Christen der ganzen Welt besteht. Unser Eckstein, auf dem alles gebaut ist, der Mittelpunkt von allem, was wir sind und was wir machen, ist Jesus.


Jeder einzelne von uns ist ein Stein, den Jesus in ein Ganzes zusammenfügt. Dafür müssen die Steine auch bearbeitet, behauen werden, gedreht, und an die richtige Stelle gestellt werden. Hier möchte ich mit meiner Predigt ansetzen. Dieser Prozess ist nicht immer angenehm, aber was dabei raus kommt, ist unendlich wertvoll. Jesus macht uns immer mehr zu dem Stein, den er sich vor Anbeginn der Zeit ausgedacht hat.


Interessanterweise habe ich am Anfang dieser Woche eine Predigt von Bill Johnson gehört, wo er erklärt, wo man am besten Klapperschlangen jagen geht: Diese giftigen Schlangen hausen sehr gerne in Steingebilden oder Mauern, in denen ein paar Steine fehlen. Dahinter fühlen sie sich sehr wohl. Ein sehr anschauliches Bild dafür, wie wichtig es ist, dass jeder von uns ein lebendiger Stein an der richtigen Stelle ist, und dass kein Stein fehlt!



1. Korinther 12:12-28a

Jeder wird gebraucht

So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.

[...]

Selbst wenn der Fuß behaupten würde: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich keine Hand bin!«, er bliebe trotzdem ein Teil des Körpers.

[...]

Angenommen, der ganze Körper bestünde nur aus Augen, wie könnten wir dann hören? Oder der ganze Leib bestünde nur aus Ohren, wie könnten wir dann riechen?

Deshalb hat Gott jedem einzelnen Glied des Körpers seine besondere Aufgabe gegeben, so wie er es wollte.

Was für ein sonderbarer Leib wäre das, der nur einen Körperteil hätte!

Aber so ist es ja auch nicht, sondern viele einzelne Glieder bilden gemeinsam den einen Leib.

Darum kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ihr seid überflüssig!«

Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig.

[...] Gott hat unseren Leib so zusammengefügt, dass die unwichtig erscheinenden Glieder in Wirklichkeit besonders wichtig sind.

Nach seinem Willen soll unser Leib nämlich eine untrennbare Einheit sein, in der jeder einzelne Körperteil für den anderen da ist.

Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen.

Ihr alle seid der eine Leib von Christus, und jeder Einzelne von euch gehört als ein Teil dazu.

Jedem hat Gott seine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde zugeteilt.



Wie schaut ein Leib aus?


1. Struktur

Gott hat unsere Körper mit genialster Struktur geschaffen. Da sind zunächst unsere Knochen, das Skelett, an dem sich alles andere aufhängt. Dann die Organe, Muskeln, Nervenbahnen (Kommunikation ist extrem wichtig! Da sind wir stark am Lernen…) … und egal, welchen Teil des Körpers man sich anschaut, jeder Teil ist genial geregelt von der Makrostruktur bis hin zu den mikroskopisch kleinen Zellen, die wiederum aus penibelst strukturierten und genau angeordneten Teilen besteht. Also ob wir in den Kosmos schauen, die Galaxien bewundern, oder die Kleinststrukturen jeder einzelnen Zelle anschauen, alles, was Gott gemacht hat, ist strukturiert. Gott ist ein Gott der Struktur. Das Gegenteil von Struktur? Chaos. Das liebt Satan, der Feind unserer Seelen.


Wichtig an dieser Struktur:

Jesus ist unser Haupt! Ihm sind wir in jeder Weise unterstellt. Er ist unser Herr, er ist unser König, und er allein hat das Sagen. Unterordnung ist in unserer Kultur kein recht beliebtes Wort, aber wenn wir uns Jesus unterordnen, können wir ganz sicher sein, dass das das absolut Beste ist für uns. Wenn wir uns Jesus nicht unterordnen, dann sind wir wie ein Huhn, dem der Kopf abgeschlagen wurde – wir irren sinnlos umher (und sterben dann).



2. Jeder an seinem Platz


1. Korinther 12:27-28a

Ihr alle seid der eine Leib von Christus, und jeder Einzelne von euch gehört als ein Teil dazu.

Jedem hat Gott seine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde zugeteilt.


Jedem von uns hat Gott bestimmte Fähigkeiten gegeben, Talente und Gaben, auch Materielles, und Gott hat eine bestimmte Aufgabe für jeden von uns – in der Welt, aber auch in seiner Gemeinde Vorort.

Habt ihr gewusst, dass wenn Leuten ein Teil vom Darm raus geschnitten wird, der restliche Darm immer mehr die Funktion vom fehlenden Teil übernimmt? Genial, oder? Aber ich glaube, jedem von uns ist klar, dass es besser ist, einfach einen ganzen, heilen Darm zu haben.


Vielleicht bist du hier und du hast das Gefühl: „Es rennt offensichtlich eh ohne mich“ – aber vielleicht ist das, weil andere Teile des Leibs, der Gemeinde, die Funktion übernommen haben, die Gott eigentlich dir zugedacht hätte. Aber ein ganzer Darm ist besser als ein halber Darm ;)


Im Jänner habe ich mir ziemlich in den Daumen geschnitten. Als alles wieder verheilt war, bin ich drauf gekommen, dass ich den Daumen immer noch komisch weggestreckt hatte – aber Zeigefinger und Handballen haben irgendwie übernommen, was normalerweise der Daumen getan hätte. Das funktioniert, aber für den Zeigefinger ist „Daumen sein“ sehr anstrengend – er ist ja nicht dafür gemacht!


Vielleicht bist du wie der Zeigefinger, der zwangsmäßig die Funktion des Daumens übernommen hatte, weil der verwundet war, oder einfach nicht da. Oder vielleicht hat jemand anderer zu dir gesagt „Du bist ein Daumen!“ und jetzt machst du das, obwohl du eigentlich ein Zeigefinger bist… Vielleicht machst du deine Sache wirklich gut! Vielleicht bekommst du ganz viel Lob dafür, wie gut du die Sache machst. Oder Mitleid, dass du so viel machen musst. Und das tut deiner Seele gut.

ABER! Auf einmal ist der Daumen nicht mehr verwundet, oder es kommt ein echter Daumen neu in die Gemeinde und nimmt seinen von Gott vorhergesehenen Platz ein … Wie geht es dir dabei, auf einmal diese Rolle wieder an den Daumen abzugeben? Fühlt es sich so an, wie wenn mir der Daumen auf einmal meine Stelle „weggenommen“ hat? (ganz ehrlich: das kann manchmal sehr schmerzhaft sein...)


Wir sind an beiden Enden herausgefordert.


Und vielleicht muss ich meinen „falschen“ Platz zuerst aufgeben, um den Platz frei zu machen für eine andere Person. Das fühlt sich herausfordernd an, wenn mein Nachfolger noch nicht klar da ist. Da muss ich Jesus vertrauen, dass er diese andere Person schickt.


Jeder von uns muss an der richtigen Stelle sein, und NUR an diesem Platz – und das ist nicht immer der Platz, den ich mir selber ausgesucht hätte!! Aber wenn ich am falschen Platz bin, wird alles auf einmal sehr, sehr anstrengend. Am richtigen Platz sind Dinge manchmal auch richtig schwierig, aber Jesus schenkt uns Freude, Begeisterung, Leichtigkeit in all dem – wir spüren, sein Segen ist darauf.


Vielleicht denke ich mir „Gott hat mir gesagt, ich bin ein Ellbogen. Ich will das machen, was Gott sagt, aber es gibt doch schon einen Ellbogen!“ (vorführen, mit nur einem biegbaren Arm zu trinken)


Oder unser Feind „Vergleich“ klopft an...

„Gott sagt, ich bin ein Knie, aber ich bin doch niemals so ein tolles Knie wie diese andere Person… Ich probiere es lieber erst gar nicht...“

Und so humpelt der Körper durch die Gegend. Mit einem Knie kann ich mich schon fortbewegen, aber mit 2 Knien kann ich tanzen!!


In unserer Gemeinde sehen wir sehr gut und sehr konkret, dass wir alle in den Leib Christi eingebunden sind. Ich war noch nie zuvor in einer Gemeinde, in der sich so viele Leute mit Freude einbringen, in der das Prinzip von „ein Leib, viele Glieder“ so außergewöhnlich gut gelebt wird.


Warum predige ich trotzdem darüber? Weil Jesus gesagt hat, ich soll. Und weil ich bei mir selber immer wieder bemerke, dass es so wichtig ist, immer wieder einmal mit Jesus abzuchecken, dass ich noch immer am richtigen Platz bin - und dass ich Sachen NUR deswegen mache, weil er das sagt, und aus keinem anderen Grund. Es schleichen sich leicht andere Motive ein … Anerkennung, z.B.


Ich möchte deswegen dann gleich kurz Zeit geben, Gott ein paar Fragen zu stellen. Wir vertrauen darauf, dass Jesus mächtig ist und klar zu uns spricht – deshalb fragen wir Jesus die Frage, und nehmen das erste, das uns durch den Kopf schießt, als Antwort. Wenn das für dich neu ist, dann würde es mich sehr freuen, wenn wir nach dem Gottesdienst darüber reden, wie man ein Wort prüft, ob es wirklich von Gott ist (in der Bibel steht, dass das ganz wichtig ist!).


Aber zuerst noch ein Szenario, das außer mir offensichtlich auch der Gemeinde in Korinth bekannt war: Wir ordnen Körperteile nach menschlichen Kriterien ein. Paulus schreibt ihnen:


1. Korinther 12:22 & 24

Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig.

Gott [...] hat unseren Leib so zusammengefügt, dass die unwichtig erscheinenden Glieder in Wirklichkeit besonders wichtig sind.


Ein paar von uns lesen gerade die Bibel in einem Jahr, und da sind mir zwei verwandte Geschichten in 4. Mose aufgefallen.


In der ersten Geschichte lehnen sich Moses Geschwister Aaron und Mirjam gegen Mose auf.


4. Mose 12:2

Sie fragten: »Hat der HERR wirklich nur durch Mose geredet? Hat er es denn nicht auch durch uns getan?« Und der HERR hörte es.


Mose sagt nichts dazu, aber Gott ist so richtig zornig. Ich finde das Ganze sehr interessant, weil Aaron war der Hohepriester und Mirjam die Prophetin – Gott hat ihnen sichtbare, verantwortungsvolle Leitungspositionen gegeben. Aber das reicht ihnen nicht, weil sie fühlen sich ungesehen. Sie vergleichen sich mit Mose. Das Witzige: Im vorigen Kapitel sagt Mose


4. Mose 11:11 & 14-15

»Warum tust du mir das an?«, fragte er den HERRN. »Ich bin zwar dein Diener! Aber musst du mir wirklich die Verantwortung für dieses ganze Volk aufhalsen? Hast du denn kein Erbarmen mit mir?

[...] Ich halte es nicht mehr aus!

Wenn es so weitergehen soll, dann bring mich lieber gleich um! Ja, erspar mir dieses Elend, wenn dir etwas an mir liegt!«


Aaron und Mirjam wollen die Position von Mose, die Mose selber nicht will!


In der zweiten Geschichte lehnen sich 250 „führende und einflussreiche“ Männer aus dem Stamm der Leviten gegen die von Gott eingesetzten Priester auf.


4. Mose 16:3

Gemeinsam gingen sie zu Mose und Aaron und sagten zu ihnen: »Ihr nehmt euch zu viel heraus! Wer gibt euch das Recht, euch über die Gemeinde des HERRN zu stellen? Der HERR ist mitten unter uns! Wir alle sind heilig, nicht nur ihr!«


Priviligierte Männer - führende und einflussreiche Männer, die nicht zufrieden sind mit dem, wo Gott sie hin gestellt hat.


Zur Erklärung: Die Leviten waren dazu eingesetzt, das Heilige Zelt, wo die Gegenwart Gottes war, zu warten. Die Priester aus dem Stamm der Leviten durften die Opfer bringen, und der Hohepriester (damals noch Aaron) durfte ein Mal im Jahr ins Allerheiligste, direkt in die unmittelbare Gegenwart Gottes. (Dieses Privileg hat jeder von uns, übrigens, immer und jederzeit, wenn wir das Opfer, das Jesus am Kreuz für uns gebracht hat, annehmen.)


4. Mose 16:8b-11a

»Ist es euch etwa zu wenig, dass der Gott Israels euch aus der ganzen Gemeinde der Israeliten auserwählt hat, ihm nahe zu sein, in seinem Heiligtum Dienst zu tun und für das Volk zu dienen?

Nur du und deine levitischen Brüder dürft in seine Nähe kommen, und jetzt fordert ihr außerdem noch das Priesteramt!

In Wirklichkeit lehnst du dich mit deinen Anhängern gegen den HERRN auf!«


Was passiert? Die Erde öffnet sich und verschlingt die 3 Anführer mitsamt ihren Familien und schließt sich wieder über ihnen. Die 250 anderen werden vom Feuer Gottes verbrannt.


Dramatisch! Aber Gott sieht es nicht gerne, wenn wir uns mit anderen vergleichen. Wenn wir unzufrieden sind mit dem, wie er uns gemacht hat und was er uns zuteilt. Und Selbstverherrlichung passt nicht in sein Reich. Ich habe am Anfang der Predigt gesagt, wie wichtig es ist, dass Jesus unser Haupt ist. Und das heißt auch, dass ER ALLEINE das Sagen hat, wo er mich in seinen Leib einfügen will. Immer Fair? Nein. Aber ich kann mich darauf verlassen, dass dabei das Beste für mich heraus kommt. Für mich, für die Gemeinde, für die Welt!


Jesus sagt


Matthäus 23:11-12

Der Bedeutendste von euch wird der sein, der allen anderen dient. Alle, die sich selbst ehren, werden gedemütigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird geehrt werden.


Er sagt das, weil die Jünger immer wieder darüber streiten, wer von ihnen der Bedeutendste ist.


Der Bedeutendste von euch wird der sein, der allen anderen dient. Alle, die sich selbst ehren, werden gedemütigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird geehrt werden.


Jesus hat das nicht nur gesagt, sondern auch gelebt. Er hat den Auftrag erfüllt, den ihm Gott gegeben hat. Nicht mehr, nicht weniger. Nicht seine Vorstellung, obwohl er alle Macht und Freiheit dazu gehabt hat! Er hat gebetet: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“


Jesus schenkt uns Autorität und Freiheit. Ist unsere Antwort darauf auch „Nicht mein Wille, sondern dein Wille, Jesus, geschehe“? Bin ich bereit, mich von Jesus als lebendigen Stein behauen zu lassen, verändern, und dann dort einsetzen, wo ER das will, und nicht, wo ich mir das vorstelle. Dort, wo er das will, auch wenn ich mir zu gut dafür vorkomme. Dort, wo er das will, auch, wenn ich mir nicht gut genug dafür vorkomme…!!


Fragen wir Jesus:

- Jesus, wie siehst du mich? Welche Eigenschaften schätzt du an mir?

- Jesus, wo bin ich am richtigen Platz?

- Jesus, gibt es einen Bereich, wo ich nicht am richtigen Platz bin?


Vielleicht will dich Gott heute ganz neu herausfordern, dich als Glied in seinen Körper „Gemeinde Vorort“ einordnen zu lassen. Ganz neu einen Platz für dich finden.


Vielleicht will dich Gott heute umschlichten – vielleicht sagt er dir, dass du ein Auge bist, das versucht, Nase zu sein.


Vielleicht will Gott dich zu deiner eigentlichen Aufgabe zurückrufen, wo du eine Zeitlang andere Aufgaben machen musstest. Oder zu viele Aufgaben.


Aber lass dich nicht von Vergleich oder Minderwert davon abhalten, genau das zu tun, was Gott sagt.


Ich kann aus meiner Erfahrung aus vollem Herzen sagen: Wenn ich an genau dem Platz bin, den Gott für mich vorgesehen hat und genau die Sachen mache, die er für mich will, dann passiert etwas Erstaunliches: Ich lebe aus der Kraft Gottes und nicht aus meiner eigenen. Ich bin voll Freude, voll Energie und Liebe. Es geht mir rundum gut, auch wenn Sachen manchmal schwierig sind, auch, wenn ich manchmal wo einfach durchbeißen muss, wo Gott hart an meinem Charakter arbeitet.

Eigentlich stellt sich die Frage, warum ich manchmal so lange brauche, meine Vorstellungen niederzulegen, und einfach das mache, was Gott für mich hat :P


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Stehen wir kurz auf, um unseren Kreislauf wieder anzuregen, wieder aufzuwachen. Dann dreh dich zu deinem Nachbarn und spreche ihm zu:

- Du bist extrem wertvoll!

- Jesus liebt dich unendlich und ohne Bedingungen!

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3. Wie schaut das Leben innerhalb eines Leibs aus?


1. Korinther 12:25-26

Nach seinem Willen soll unser Leib eine untrennbare Einheit sein, in der jeder einzelne Körperteil für den anderen da ist.

Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen.


So soll es bei uns ausschauen.



Damit ein Leib gut als Ganzes funktioniert, muss ich mich selber so sehen, wie Gott mich gemacht hat, und andere so sehen, wie Gott sie gemacht hat.


Aber … manchmal ist es nicht so einfach! Da sind Leute so anders als ich, und ich versteh nicht, warum wir so viele verschiedene Meinungen haben müssen … wenn es doch für mich so klar ist, dass meine Meinung immer die richtige ist ... Und dann passiert das Furchtbarste! Es stellt sich heraus, dass ich doch nicht IMMER recht habe! (ich weiß, das schockiert euch jetzt genauso wie mich, aber es hat tatsächlich schon so Momente gegeben!). Und dann geht es weiter … dann muss ich Tacheles reden. Und das ist nicht das, worauf ich mich in meinem Leben am meisten freue… (aber wenn du das Buch noch nicht gelesen hast, würde ich es dir wärmstens empfehlen, es liegt hinten am Büchertisch auf zum Ausborgen, bzw. auch in unserer Mediathek – extrem wichtig für das Zusammenleben als Leib Jesu!).


Sprüche 27:17

Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.


Wenn wir das in Liebe machen, kommt was Wunderbares dabei raus – jeder von uns wird immer mehr zu dem Menschen geschliffen, den sich Gott ausgedacht hat. Die Frage ist nur, lasse ich mich verändern?



Eine der wichtigsten geistlichen Disziplinen, die wir lernen müssen, ist Vergebung. Ich glaube, die meisten von uns wissen das und leben sehr praktisch diese Kultur des Himmels aus.


Wir kennen alle das Vater Unser: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.


Aber ich habe neulich in einer Predigt Bill Johnson etwas zum Thema Vergebung sagen gehört, das mich richtig ins Herz getroffen hat: Als Jesus am Kreuz war, MITTEN in der schlimmsten Qual, die je jemand ausgestanden hat, hat er vergeben. Er hat zu dem Verbrecher neben ihm gesagt „heute wirst du mit mir im Paradies sein“ WÄHREND er die Verbrechen auch von genau diesem Mann getragen hat, WÄHREND er wegen den Verbrechen von genau diesem Mann gestorben ist. Inmitten der großen Qual, wo er die Sünde der gesamten Menschheit getragen hat, hat er gesagt „Vater, vergib ihnen!“.


Wie schaut das bei mir aus? Meistens ärgere ich mich zuerst, dann geh ich zu Jesus und vergebe. Hoffentlich. Aber oft ist da noch ein Zwischenschritt von „Frust bei jemandem anderen abladen“. Aber Jesus hat währenddessen vergeben, und ich will seinem Beispiel folgen.


Das andere, was er gesagt hat, das mich sehr getroffen hat, war, dass Vergebung nach etwas ausschauen muss. Meine Vergebung muss konkrete Früchte hervorbringen. Wenn du mich fragst, „Bronwin, an was kann ich erkennen, dass du da vergeben hast?“, dann muss ich dir etwas zeigen können. Z.B. Ich bete für die Person (und nicht „Jesus, zeig der Person, dass ich recht habe und sie nicht!!“). Ich sehe sie mit den Augen Jesu, ich sehe das Gold in ihnen. Usw.


Je nachdem, wie die Situation war, muss ich nicht einmal jemals wieder persönlichen Kontakt haben zu der Person, aber ich muss die Person loslassen können. Vergebung heißt, Jesus trägt jetzt Verantwortung dafür; Vergebung heißt, die Person schuldet mir nichts mehr. Vergebung heißt nicht „die Person hat mich beraubt, jetzt gebe ich ihr Zugang zu meinem Konto“! Aber Vergebung heißt, die Person schuldet mir nichts mehr!


Prompt sind mir 3 Personen durch den Kopf geschossen, denen ich sogar schon einige Male vergeben habe, aber in meinem Herzen denke ich schlecht über sie. Ich würde es niemals laut sagen!! ...aaaber ganz im Geheimen, in meinem Innersten… wünsche ich mir, dass die Person die Folgen davon, was sie mir angetan hat, so richtig zu spüren bekommt. Ich sage nicht, dass gewisse Leute nicht ins Gefängnis gehören! Aber kann ich das Richteramt an Jesus abgeben? Oder muss ich Recht haben?

Oder kennt wer das, den Satz: „Vor 25 Jahren hat Person X diese Worte gesagt! Und vor 24 ½ Jahren war dann diese Situation. Ich hab ihr natürlich eh schon vergeben, aber … ich kann mich noch ganz genau an jedes einzelne verletzende Wort erinnern!“

Das ist keine Frucht der Vergebung! Das zeigt, dass ich nicht wirklich vergeben habe. Und Jesus könnte nicht klarer sein in seinen Aufforderungen, dass wir vergeben, wie er auch uns vergeben hat.


Bin ich Richter, oder ist das Gott? Muss ich Recht haben?


Leben als ein Leib funktioniert nicht ohne schneller, vollständiger Vergebung.


Bei mir ist viel Luft nach oben. Aus meiner eigenen Kraft ist es unmöglich. Nur mit Jesus, aus der Kraft des Heiligen Geistes, werde ich das schaffen! Mein Tank muss so gefüllt sein mit der Liebe Jesu, und mit dem Bewusstsein, dass er mir vergeben hat, dass ich Liebe genug habe zum Weitergeben. Wenn dein Liebestank nicht übersprudelt, dann frage doch Gott, wie er dich, sein überaus geliebtes Kind, sieht, und sage dir das laut so oft vor, bis du es mit deinem ganzen Herzen glaubst.


Sind wir bereit, einander zu vergeben, so wie Jesus uns vergeben hat?



Und bin ich bereit, meine Nächsten so zu lieben, wie Jesus mich liebt?


Wir wollen Jesus auch in dieser Hinsicht nachfolgen. Tim Keller schreibt über den „Tanz der Dreieinigkeit“


„Der Sohn beugt sich dem Vater und übernimmt die untergeordnete Rolle. Der Vater nimmt diese Gabe an, aber dann erhöht er den Sohn an den höchsten Platz. Jeder möchte den anderen erhöhen. Liebe und Ehre werden gegeben, angenommen und zurück gegeben.“ - Tim Keller (Ehe)


Auf diese Weise lebt uns Gott Beziehung vor, und so wollen auch wir Beziehung mit einander leben.


Tim Keller schreibt in seinem Buch "Ehe":

Viele Menschen sagen [...]: „Entschuldigung, aber ich kann nicht lieben, wenn mir nicht danach ist! So zu tun, als ob, das ist nichts für mich.“ Ich kann diese Reaktion gut verstehen, aber Paulus fordert uns […] auf […] „Ihr Männer, liebt eure Frauen so, wir Christus seine Gemeinde liebt, für die er sein Leben gab“. Für uns heißt das, dass wir uns etwa Folgendes sagen müssen: „Als Jesus vom Kreuz hinabschaute, dachte er nicht: ‚Ich gebe mich für euch hin, weil ich euch so attraktiv finde.‘ Nein, in unsäglicher Qual schaute er zu uns hinunter, die wir ihn verleugneten, verlassen und verraten hatten – und in der größten Liebestat der Geschichte blieb er am Kreuz und sagte: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‘ Er liebte uns nicht, weil wir so liebenswert waren, sondern damit wir liebenswert werden.“


Zu derselben Liebe sind auch wir aufgefordert. Wir nennen das oft „das Gold in Leuten suchen“ und auch „das Gold in Menschen herausrufen“ – gerade dann, wenn wir es selber nicht, oder noch nicht, sehen. Und sogar dann, wenn wir das genau gegenteilige Verhalten mitbekommen.



4. Das Ziel


Was bringt es, wenn wir ein Leib sind?


Epheser 4:15-16

Lasst uns in Liebe an der Wahrheit festhalten und in jeder Hinsicht Christus ähnlicher werden, der das Haupt seines Leibes – der Gemeinde – ist.

Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei, sodass der ganze Leib gesund ist und wächst und von Liebe erfüllt ist.


Sabine hat in ihrer Predigt anhand von Jesaja 32 aufgezeigt, was passiert, wenn Jesus das Haupt ist, unser König, und wir ein Leib. Dann sind wir für andere:

- Ein windgeschützter Ort im Sturm

- Ein Schutzdach beim Wolkenbruch

- Ein sprudelnder Bach in der Steppe

- Ein Felsen, der in der gleißenden Hitze der Wüste Schatten spendet

Das ist unsere Aufgabe als Einzelner, aber auch als Gemeinde – und gemeinsam können wir ein viel größerer Felsen in der Wüste sein, der viel fester steht, und einen viel größeren Schatten wirft, als jeder für sich.

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