Das Evangelium verkünden
- Andrea Schürz
- 25. Jan.
- 13 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Jan.
Wusstest du, dass:
Ein Floh kann zwar laufen, aber seine Hauptfortbewegungsart ist das Springen.
Er ist zwischen 2 und 4mm groß und kann bis zu 1 Meter weit springen. Hätte ich Beine wie ein Floh, könnte ich umgerechnet auf meine Größe 300 Meter weit springen.
Vielleicht hast du schon einmal was von einem Flohzirkus gehört. Da dressieren Menschen Flöhe, um Kunststücke vorzuführen. Die Flöhe werden in eine durchsichtige Box gesperrt, der Floh will - so, wie er es gewöhnt ist - einfach springen, haut sich aber dabei seinen Kopf an, und lernt dadurch zu gehen. Er weiß jetzt, „Oh, ich kann gar nicht springen, das tut weh. Ich werde nur noch laufen/gehen." Da ist es auch egal, wenn der Deckel weg ist, sie springen nicht mehr.
Wenn du einen zweiten Floh dazu tust, wird er sich so wie der andere Floh verhalten; er wird auch gehen. Im Endeffekt haben sie verlernt, wer sie wirklich sind und was ihre Stärken sind.
Es gibt jedoch etwas, was sie wieder zum Hüpfen bringt…das erfährst du am Ende der Predigt.
1. Korinther 12:28-31 (HFA)
Jedem hat Gott seine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde zugeteilt. Da sind zunächst die Apostel, dann die Propheten, die verkünden, was Gott ihnen eingibt, und drittens diejenigen, die andere im Glauben unterweisen. Dann gibt es Christen, die Wunder tun, und solche, die Kranke heilen oder Bedürftigen helfen. Einige übernehmen leitende Aufgaben in der Gemeinde, andere reden in unbekannten Sprachen. Sind sie nun etwa alle Apostel, Propheten oder Lehrer? Oder kann jeder von uns Wunder tun? Kann jeder Kranke heilen, in unbekannten Sprachen reden oder das Gesagte übersetzen? Natürlich nicht. Aber jeder Einzelne soll sich um die Gaben bemühen, die der Gemeinde am meisten nützen.
Matthäus 6, 9-10
Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.
Unser Fokus ist der Himmel, und unser Auftrag ist es, den auf die Erde zu holen.
Bei meiner letzten Predigt habe ich darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass wir Zeit mit Jesus verbringen, damit wir erkennen, wer er ist. Wer wir sind. Und ich glaube, das sollte eines unserer Fundamente in unserem Leben sein.
Peter hat vor 2 Wochen darüber gepredigt, dass vergleichen schlecht ist. Ich möchte da gerne noch etwas ergänzen. Wenn wir uns vergleichen, geht das immer schlecht aus. Wenn ich „besser" bin wie jemand anderer, schaue ich auf den hinunter, ich werde stolz. Wenn ich „schlechter" bin wie jemand anderer, weiß ich, ich bin nicht gut genug. Dadurch werde ich klein gehalten. Ich komme nie zu dem, wer ich wirklich bin.
Wie musst du jetzt sein, damit du richtig bist?
Ich weiß nur eines: Gott kennt dich ganz genau, deshalb musst du ihn fragen. Der einzigen Maßstab, der zählt, ist Jesus Christus. Wir sollen ihm immer ähnlicher werden.
Die 3 Propheten in unserer Gemeinde (Karin, Rosa und ich) haben uns getroffen und Eindrücke für das 2026 gesammelt. Ein Bild, das Gott gezeigt hat, war ein Tulpenfeld mit wunderschönen, roten Tulpen. Alle perfekt in einer Reihe. Gott hat gesagt, er will nicht, dass die Tulpen in einer Reihe stehen. Er will eine bunte Blumenwiese, die durcheinander ist. Alle Blumen, klein und groß, in allen möglichen verschiedenen Farben. Dieses Bild steht dafür, dass wir nicht ein Abbild von jemand anderem werden sollen, sondern erkennen, wer wir sind.
Wir dürfen und sollen Vorbilder haben, das ist wichtig, wenn wir wachsen wollen. Den Satz kennst du vermutlich „Zeig mir deine 5 Freunde und ich sag dir, wer du bist.“ Freunde sind wichtig. Leute, die für dich sind, die dir Mut zu sprechen und auch sagen dürfen, wenn du in eine falsche Richtung läufst. Wir sollen uns nach mehr von dem ausstrecken, was gut an einer Person ist, aber wir dürfen kein Abbild von jemandem werden. Es braucht kein zweites DU. Glaub mir, ein Exemplar von dir genügt vollkommen. :P
Ich wusste nicht, dass ich auch das Problem habe, dass ich mich vergleiche. Bei meinem letzten Coaching hat mir meine Mentorin durch ein 3 Minuten Gespräch nahegelegt, dass ich mich mit anderen vergleiche. „Oh Mist,“ habe ich mir gedacht. „Wie kann das denn sein, dass ich das nicht gecheckt habe!?" Darum ist es so wichtig, dass wir Leute haben, die wir in unser Leben sprechen lassen. Am Freitag hatte ich dann gleich ein Sozo zu dem Thema Vergleichen. Jesus hat mir genau gezeigt, wo das angefangen hat. Ich durfte vergeben und dann Lügen brechen, und diese mit Wahrheiten von Gott ersetzten.
Gott hat mir gesagt, ich bin bei uns in der Gemeinde als Evangelist eingesetzt und darf das Evangelisationsteam leiten. Manchmal ärgere ich mich darüber, dass Gott mir das anvertraut hat, denn verglichen mit anderen 😊 bin ich aus meiner Sicht nicht die Beste Wahl für diese Aufgabe. Aber da ich Gott gehorsam sein will, versuche ich, das zu tun, was er von mir will. Ja, ich weiß, es gibt noch einige Dinge mit Wachstumspotenzial. Dennoch warte ich nicht, bis ich alles verstanden habe, weil sonst werde ich nie darüber predigen. Was mir Gott heute als Predigtthema gegeben hat ist Evangelisieren.
Wenn wir lernen, in Gottes Gegenwart zu leben, erkennen wir, wer wir wirklich sind. Dadurch verändert sich unser Denken und wir fangen an, uns so zu sehen, wie Jesus uns sieht. Wir fangen dadurch an, in der Identität zu leben, die er uns gegeben hat. Wenn du dich jetzt entscheiden musst zwischen Lobpreisabend oder Evangelisieren, für was würdest du dich entscheiden? ...Hand hoch...
Gott hat uns verschiedene Gaben geschenkt. Nachdem Jesus gekreuzigt wurde, starb, auferstand und dann in den Himmel zurück ging, hat er uns den Heiligen Geist geschickt. Er leitet und führt uns, wenn wir das wollen. Einige sind berufen, Evangelisten zu sein. Doch jeder gläubige Christ ist zum Evangelisieren berufen. Das ist normal im Reich Gottes.
Matthäus 28:18-20 (HFA)
Da ging Jesus auf seine Jünger zu und sprach: »Ich habe von Gott alle Macht im Himmel und auf der Erde erhalten. Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!«
Ja, schön und gut, denkst du vielleicht ... Liebe Andrea, ich bin kein Evangelist. Du denkst an Todd White oder Ben Fitzgerald, an unseren Robert oder an sonst irgendeinen großen Evangelisten. Du schaust auf einen Propheten oder Evangelisten und du denkst: „So wie die könnte ich niemals sein.“ Doch wir sind berufen, die gleichen Dinge zu tun, die Jesus tat. Jesus übte alle 5 Arten des Dienstes aus (Evangelist, Prophet, Apostel, Lehrer, Hirte). Du bist also dazu berufen, zu evangelisieren. Es tut mir leid, liebe introvertierte Menschen, auch ihr. Und auch, wenn du extrovertiert bist und Menschenfurcht hast, bist du gemeint! Jesus richtet den Missionsbefehl an alle. Du hast einen Auftrag, Licht zu sein.
„Aber Andrea, du kennst mein Umfeld nicht, dort ist es so dunkel.“ Eins kann ich dir sagen: Dort, wo es richtig dunkel ist, kann Licht richtig super leuchten. Dort, wo du lebst und arbeitest, hast du einen Einfluss. Du musst nicht Pastor in einer Gemeinde sein, um von Jesus zu erzählen. Du bist vielleicht Lehrer? Du kannst den Charakter von Jesus ins Schulsystem bringen. Du bist Künstler? Bring die Schönheit von Gott in deine Kunstwerke. Du arbeitest im Büro mit vielen Frauen? Dann mach nicht mit, wenn alle Kolleginnen über die eine Schimpfen, die schon wieder so eine komische Hose anhat. Frag Jesus, was er von dir möchte. Dort wo du bist will Gott dir Einfluss geben.
Mein Gebet ist ganz oft, wenn ich unterwegs bin: „Gott, schicke mir Menschen, die offen sind.“
Zeugnis:
Letztes Jahr war ich auf eine Geburtstagsfeier eingeladen. Wir waren ca. 30 Personen. Es war auch jemand dabei, den ich schon ewig kenne, und ich würde nie mit der Person über meinen Glauben sprechen, weil die Person ein überzeugter Atheist ist und sehr gut argumentieren kann. Für mich ist sowas dann immer eher schwierig, deshalb würde ich solchen Gesprächen mit solchen Personen bewusst meiden. OK, was passiert aber wenn Gott keine Tür, sondern ein Tor öffnet? Neben wem saß ich an dem Abend? Genau neben der Person. Ich bin mir nicht sicher, wie wir dort hin kamen, aber auf einmal hatten wir ein sehr tiefes Glaubensgespräch, an was ich da eigentlich glaube, über Sozo, über ob Gott ein guter Gott ist. Nie im Leben war das mein Plan, an diesem Abend genau dieser Person über Gott zu erzählen. Was habe ich da gelernt? Es gibt kein Unmöglich bei Gott - wenn ich einfach die offene Tür, die Gott gibt, nehme, wird es auf einmal ganz einfach. Ich muss nichts produzieren, einfach das kleine Bisschen, was ich habe, weitergeben und darauf vertrauen, dass Gott mich gebrauchen will.
Es gibt verschiedene Arten, zu evangelisieren. Wie es am besten ist, dort wo du bist, da musst du unbedingt Gott fragen. Ich bin überzeugt, dass es einen extrem wichtigen Grund gibt, warum das so in der Bibel steht:
1. Korinther 14:1 (HFA)
Die Liebe soll also euer höchstes Ziel sein. Strebt aber auch nach den Gaben, die der Geist Gottes gibt; vor allem danach, in Gottes Auftrag prophetisch zu reden.
Es geht nicht darum, dass ich ein Prophet bin und mir das am allermeisten Spaß macht. Nein, es geht darum, dass Gottes Stimme in jedem Bereich essenziell wichtig ist.
Zeugnis:
Ich war in Kroatien mit ein paar anderen und ging in ein Geschäft. Auf einmal hatte ich Schmerzen in der linken Schulter. Ich sah eine Verkäuferin und hoffte, dass es sie ist mit den Schmerzen. Ich fragte sie, ob sie Schmerzen in der Schulter hat. Ihre Antwort war „Ja“. Ich durfte für sie beten, sie hat sich sehr gefreut, und ihre Schmerzen waren weg. Wir gingen auf die Straße und wollten „evangelisieren". Ich sprach ein paar Menschen an, fragte ein paar Mal, ob sie wo Schmerzen haben. Noch bevor ich sagte, dass ich Christ bin, waren sie schon wieder weg. Also keiner wollte Gebet. Dann änderten wir unsere Strategie. Ich sah eine Person, fragte Jesus: „Wie siehst du diese Person?“ und ging dann mit diesem Eindruck hin. „Darf ich Ihnen etwas sagen?“ Die Frau sagte: „Ja.“ Daraufhin teilte ich einfach das, was mir Gott gesagt hatte. Dass Gott sie kennt, er sie sieht und er sich um sie kümmert. Sie war sehr bewegt und sagte mir, sie ist mit ihrer Familie auf Urlaub und es ist alles so anstrengend, sie will nicht hier sein und ihre Kinder sind schrecklich. Anfang der Woche hatte sie gebetet und die Frage gestellt: „Gott wo bist du, siehst du mich nicht?“
Was passiert, wenn wir Gott die Führung überlassen? In diesem Supermarkt waren sicher 80 Leute. Genau zu dieser Frau schickte mich Gott. Jetzt denkst du vielleicht, ja, super, du kannst das, Andrea, ich aber kann das nicht. Keine Panik, das ist ein Prozess. Aber wenn dein Gebet ist, dass du dich von Gott gebrauchen lassen möchtest, kannst du dir sicher sein, dass Gott dich gebrauchen wird. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung garantieren, dass es sehr oft eine Herausforderung sein wird. Ich kann dir auch sagen, dass es nichts Besseres gibt als die Entscheidung zu treffen, Gott gehorsam sein zu wollen. Es geht um unser Herz.
Wenn du so eine Entscheidung triffst, „Gott, ich will tun, was du von mir möchtest", brauchst du keine Angst zu haben, einen Fehler zu machen. Es ist OK, Fehler zu machen, aber es ist eine Grundhaltung, das zu tun, was Gott sagt.
Du denkst jetzt vielleicht, “Andrea, bei dir klingt das immer so einfach, aber ich kann das nicht. Was, wenn mich Leute auslachen?“ Ich kann dir nur eines sagen: Gott gibt dir immer nur so viel, wie du tragen kannst. Oft gibt es Situationen, die herausfordernd sind. Vor einigen Jahren war eine Konferenz in Wien, dort sind wir dann auf die Straße gegangen. Ich hatte ein Glas mit Bibelversen und habe dann Leute gefragt, ob sie eine Botschaft von Gott möchten. Ich bin auf eine Gruppe zu gegangen, evtl. waren sie ein bisschen betrunken. „Möchtet ihr eine Botschaft von Gott?“, war meine Frage. „Scher di zum Teufel“ war ihre schreiende Antwort.
Uh das hat schon gesessen, ich war ein bisschen überfordert. Ein Geheimtipp von mir, den ich damals noch nicht wusste: Letztes Jahr habe ich da was Tolles von Julia gelernt. Wenn Leute deine Botschaft nicht hören wollen, dann schüttle einfach den Staub von deinen Schuhen. So hat Jesus das seinen Jüngern gesagt. Wenn du drauf wartest, bis du perfekt bist und alles kannst, dann wirst du lange warten.
Der Grund, warum du Menschen von Jesus erzählst, sollte niemals sein, weil du unter Druck stehst, damit deine Bekehrungsquote stimmt. Der Grund sollte auch nicht sein, weil du Wunder sehen willst. Verstehe mich nicht falsch, ich bin nicht gegen Wunder, ich feiere es total und strecke mich danach aus; ich will sie sehen. Das darf aber nicht der Grund sein! Der Grund soll auch nicht sein, weil du denkst, dass Gott dich dann mehr liebt, wenn du jemandem von Jesus erzählst. Das tut er nämlich nicht, er liebt dich schon 100% - egal, was du tust. Er kann dich niemals mehr lieben.
Gott schaut immer auf unser Herz. Gott ist Liebe und er ist gut. Seine Liebe soll unser Fundament für alles sein. Gott hat uns zuerst geliebt, deshalb können wir überhaupt lieben. Es ist die Liebe von Jesus Christus, die uns dazu bewegen soll, Menschen zu lieben. Weil ich Jesus kenne, und seine Liebe und seinen Frieden spüre, will ich auch, dass andere diese Möglichkeit haben, diesen Jesus kennenzulernen.
Gestern hatten wir einen prophetischen Malworkshop; dieses Bild hat Edeltraud gemalt. Ihre Interpretation für das Bild war: „Alles, was in uns drinnen ist, soll raus kommen". Ich finde dieses Bild passt einfach zu meiner Predigt. Jesus liebt uns. Das verändert uns! Und wenn diese Liebe aus uns herauskommt, kann das einfach Leben verändern.
1. Korinther 13:1-3 (HFA)
Wenn ich in den unterschiedlichsten Sprachen der Welt, ja, sogar in der Sprache der Engel reden kann, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nur wie ein dröhnender Gong oder ein lärmendes Becken. Wenn ich in Gottes Auftrag prophetisch reden kann, alle Geheimnisse Gottes weiß, seine Gedanken erkennen kann und einen Glauben habe, der Berge versetzt, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nichts. Selbst wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenke und für meinen Glauben das Leben opfere, aber ich habe keine Liebe, dann nützt es mir gar nichts.
Was ganz wichtig ist; wenn wir Menschen lieben heißt das auch, dass wir sie ehren wollen. Wenn du z.B. in einem Restaurant essen bist und dann dort aufstehst und anfängst, das Evangelium zu verkünden, bin ich mir nicht wirklich sicher, ob das irgendjemanden im Restaurant ehrt. Die Gäste wollen in Ruhe essen, der Chef will Geld verdienen, es wäre eher unehrenhaft. Ich sage nicht, dass es das nicht gibt! Es kann sein, dass das dein Auftrag ist und dadurch ein ganzes Restaurant Jesus kennen lernt. Aber bitte, ehre die Menschen, frag zumindest vorher den Chef, ob du das machen darfst.
Ein Mensch darf nie zu einem Projekt werden!
Oft sind Menschen keine Christen, weil sie EINEN oder KEINEN Christen kennen gelernt haben.
Akzeptiere ein Nein.
Erschlage niemanden mit Bibelversen
Du musst niemanden überzeugen, dass du richtig liegst. Du brauchst mit keinem zu diskutieren. Oft kennen andere Leute die Bibel besser als du. Wir sollen sie ja nicht überzeugen, wir sollen die Menschen lieben.
Ich kenne ein paar Leute, die Gläubig wurden und wollten, dass ihr ganzes Umfeld Jesus in ihr Herz einlädt. Versteh mich nicht falsch, dass ist prinzipiell schon gut und super. Nur, ist es ganz oft so, gerade in der eigenen Familie, dass Druck ganz oft Gegendruck erzeugt. Vergiss nicht, so wie du und ich haben auch andere Leute einen freien Willen. Mein Gott ist fähig, dass er sich Menschen offenbart. Das hast du vermutlich schon einmal gehört: Dein Leben soll lauter sprechen als deine Worte. Also nicht falsch verstehen, du darfst und sollst auch was von Gott erzählen, aber überlass Jesus seinen Job. Frag ihn, was dran ist. Es könnte nämlich sein, dass deine Aufgabe vielleicht ist, einfach für deine Familie zu beten.
Es gibt verschiedene Arten zu evangelisieren:
Ich kenne jemanden, der eine Person für längere Zeit begleitet hat. Diese Person hat Jesus in ihr Herz eingeladen. Bei der Beerdigung durfte die Person dann noch kurz von Gott erzählen. Alle, die zum Begräbnis kamen, haben von einem Gott der Hoffnung gehört.
Immer wieder dürfen manche von uns bei Begräbnissen Lobpreis machen. Es ist zwar traurig, aber Gott gebraucht auch solche Momente, um sich zu verherrlichen. Dabei geht es nicht darum, etwas zu sagen, sondern nur darum, Gott anzubeten. Und auf einmal spüren Menschen seine Gegenwart und seinen tiefen Frieden.
Als wir in Mazedonien auf Missionseinsatz waren, haben wir erfahren, dass dort Leute von der Kirche immer wieder am Marktplatz predigen, dort sind immer ganz viele Menschen. Das erste, was sie dort machen, ist zu fragen: „Wer von euch ist krank?“ Dann wird gebetet, Jesus heilt. Das ist dort ein Türöffner. Viele Leute hören zu und bekehren sich.
Jan Erikson ist bekannt dafür, dass er in Gefängnissen evangelisiert. Da er selber einmal eingesperrt war, verstehen ihn die Leute dort sehr gut. Er hat einmal seine Frau mitgenommen. Beim Gefängnisbesuch hat Jan zu ihr gesagt: „Heute startest du". Sie war sichtlich nervös. Jan hat die Männer angesehen, die dort eingesperrt waren. Er wusste, dass sie nicht die besten Gedanken hatten. Diese Männer hatten schon einige Jahre keine Frau mehr gesehen. Also ziemlich alle wollten Sex mit ihr, hat er uns bei seinem Vortrag erzählt. Sie hatte keinen Gefängnishintergrund, war eher introvertiert, eine kleine, blonde, nette Frau. Dann hat Jan gesagt: „Sie hat das Mikrophon genommen, angefangen zu reden, und nach ca. 2 Minuten saßen da die Männer und ganz viele fingen an zu weinen. Die Gegenwart Gottes war auf einmal so stark spürbar."
Egal, wer du bist, was du kannst oder nicht kannst, das ist das schöne an Gott. Er kann uns, wenn wir es ihm erlauben, einfach einsetzen und durch uns wirken. Nicht ich muss etwas produzieren, sondern ich muss einfach zur Verfügung stehen. Den Rest macht Gott. Gott beruft nicht die Fähigen, sondern befähigt die Berufenen. Glaub mir, es ist unmöglich, dass du selber Herzen heilst!
Ich liebe es, kleine Holzherzen zu verteilen, ich habe immer welche eingesteckt. Manchmal sage ich einfach nur Danke zu Leuten, die ich treffe, manchmal ist es ein Türöffner, und ich kann ihnen sagen, dass Gott sie liebt.
Wir waren im Vapiano essen. Beim Eingang bekommt man eine Karte, wo man dann sein Essen drauf buchen kann. Wir gingen rein und die Frau, die mir eine Karte gab, sah nicht wirklich motiviert aus. Ich habe ihr ein Herz gegeben und mich bedankt, dass sie heute arbeitet und wir hier her kommen können. Sie strahlte im ganzen Gesicht. Als wir nach einer Stunde wieder gingen, hat sie sich noch einmal bedankt, und da konnte ich ihr sagen, dass Jesus sie liebt.
In unserer Region haben wir mit Gebetsspaziergängen angefangen, also einfach für die Region beten, das freisetzen, was Gott uns zeigt. Im Gebet die Menschen segnen.
Vergleich dich nicht mit anderen beim Evangelisieren! Was in Linz klappt, heißt nicht, dass das in deinem Ort genauso funktioniert. Du brauchst beim Evangelisieren nicht wie jemand anderer reden oder dich so zu verhalten. Gott hat dich mit einer einzigartigen Persönlichkeit geschaffen, die du dort, wo du bist, einsetzen darfst. Du darfst dich entspannen, du darfst du selbst sein. Erlaube Gott, durch dich zu fließen, wenn du mit Menschen in deinem Umfeld in Kontakt trittst.
Wir sind am Ende angelangt. Die Frage war: „Was bringt einen Floh dazu, wieder zu hüpfen?" Es ist Feuer! Wenn man ihnen Feuer unterm Hintern macht, dann fangen sie sofort wieder an, zu hüpfen - sie machen wieder das, wozu sie berufen sind.
Vielleicht geht es dir ähnlich wie einem Floh. Als Kind hast du dir oft den Kopf angestoßen, wenn du was Neues gewagt hast und versucht hast, an deine Grenzen zu gehen. Du hast vielleicht gelernt, dass wenn was schief ging, du abgelehnt wurdest. Du hast dadurch vielleicht angefangen zu glauben, dass du zu dumm, zu ungeschickt, zu unbeliebt oder zu unbegabt bist. Jemand hat dir einen Deckel aufgesetzt und du hast gedacht, nur dieser eine Weg ist richtig.
Ich glaube, Gott will dir Feuer unterm Hintern machen. Mit diesem Feuer will er das weg brennen, was nicht zu dir gehört. Wenn du sagst, du willst anfangen zu hüpfen, dann steh doch jetzt auf. Ich bete noch Josua 1:9 über uns aus:
Ich sage dir noch einmal. Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.




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