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Hosanna - Hilf uns!

  • Peter Köttritsch
  • vor 7 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Stellt euch mal Folgendes vor:

Du gehst die Straße entlang, alles ruhig, Vögel zwitschern, die Sonne scheint – und dann hörst du einen Schrei: „Hilfe! Hilfe!“ Du rennst hin, denkst schon, es ist ernst, vielleicht ein Unfall, ein Herzinfarkt – und dann siehst du die folgende Szene: Ein Mann kniet auf dem Boden, zittert, schaut verzweifelt auf sein Handy und sagt dann: „Mein Akku! Er ist bei 1 Prozent… Ich schaffe es nicht bis zur Steckdose!“


Und jetzt stell dir folgende Szene vor:

Eine Stadt ist in Aufruhr. Menschen strömen auf die Straßen. Sie reißen Zweige von den Bäumen, legen ihre Kleider auf den Weg. Kinder rufen, Erwachsene stimmen ein, eine ganze Menge schreit wie aus einem Mund: „Hilf uns!“

Auf Hebräisch damals: „Hôschiʿa-nā“ „Hosanna!“


Ich möchte diese Geschichte aus der Bibel, die der Grund für diesen Festtag, den Palmsonntag, ist, aus dem Matthäusevangelium mit euch lesen:


Matthäus 21,1-9 (NL)

1 Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und die Jünger durch das Städtchen Betfage am Ölberg. Jesus schickte zwei der Jünger voraus.

2 »Geht in das Dorf dort«, sagte er, »dort werdet ihr eine Eselin angebunden sehen und bei ihr ein Fohlen. Bindet die beiden los und bringt sie her.

3 Wenn jemand fragt, was ihr da tut, dann sagt nur: ›Der Herr braucht sie‹, und man wird sie euch mitgeben.«

4 Auf diese Weise wurde die Prophezeiung erfüllt:

5 »Sagt dem Volk Israel: ›Seht, euer König kommt zu euch. Er ist sanftmütig und reitet auf einem Esel – ja auf dem Fohlen eines Esels, dem Jungen eines Lasttieres.‹«

6 Die beiden Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

7 Sie brachten die Tiere zu ihm, warfen ihre Mäntel über das Fohlen, und er setzte sich darauf.

8 Viele Menschen breiteten ihre Mäntel vor Jesus auf der Straße aus. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und bestreuten den Weg damit.

9 Er befand sich in der Mitte des Zuges, und die Menge um ihn herum jubelte: »Gelobt sei Gott für den Sohn Davids! [wörtlich: Hosianna, das bedeutet: »Hilf doch«] Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt! Lobt Gott im höchsten Himmel!«


Spürt ihr die Erwartungshaltung, die in dieser Szene mitschwingt?

Hosanna: Das ist kein höflicher Applaus. Und schon gar kein religiöses Ritual. Das ist ein Schrei aus tiefstem Herzen.

Ein Schrei nach Rettung, gepaart mit einer konkreten Erwartung.

Und mitten in diese Situation hinein kommt Jesus – nicht auf einem königlichen Pferd, nicht als mächtiger Feldherr, sondern auf einem Esel.

Ein ungewöhnlicher König. Ein unerwarteter Retter.

Und genau darum geht es heute: So wie im Lied „Stille Nacht“: Jesus der Retter ist da.

Aber was bedeutet das eigentlich?

 

Die Menschen damals haben ganz konkrete Erwartungen und Vorstellungen gehabt:

  • Befreiung von den Römern

  • Politische Veränderung

  • Ein besseres Leben im Hier und Jetzt

Sie wollten einen Retter – mit einem ganz bestimmten Bild davon, wie dieser Retter aussehen sollte.


Und jetzt kommt Jesus… und passt nicht ganz in dieses Bild.

Er kommt nicht, um ein politisches System zu stürzen. Er kommt, um etwas viel Tieferes zu retten.

Jesus ist der Retter, den wir brauchen (selbst wenn wir ihn nicht erwarten)

Die Bibel sagt: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ (Lukas 19,10)

Das ist der Kern.

Jesus kommt nicht nur, um äußere Umstände zu verändern – sondern um Menschen zu retten.


Stell dir vor, du bist auf einem Schiff, das langsam sinkt.

Würdest du dich beschweren und sagen:

  • „Ich hätte gern bequemere Stühle.“

  • „Kann jemand die Musik ändern?“

  • „Das Essen ist nicht gut.“

Aber das eigentliche Problem ist: Das Schiff geht unter.

Und genau so ist es mit uns Menschen.

Wir kümmern uns oft um die Oberfläche:

  • Karriere

  • Beziehungen

  • Gesundheit

  • Sicherheit

Alles nicht verkehrt. Aber je mehr wir diesen Dingen nachjagen auf der Suche nach Sinn, Glück und Erfüllung, desto mehr merken wir, dass „etwas“ fehlt. Aber was ist dieses „Etwas“?


Die Bibel sagt: Unser eigentliches Problem ist unsere Trennung von Gott.

Und genau da setzt Jesus an. Genau aus diesem Grund ist Jesus in diese Welt gekommen.

Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben – und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“ (Epheser 2,8)


Jesus ist nicht einfach ein Helfer für ein besseres Leben. Er ist der Retter für unser ganzes Sein.


Was bedeutet es, dass Jesus mein persönlicher Retter ist?

Das klingt schön – aber was heißt das konkret?


a) Ich brauche Rettung

Das ist der schwierigste Punkt.

Niemand (zumindest kein Mann) hört gern: „Du brauchst Hilfe.“

Aber genau das ist der Anfang.

Wie ein Mensch, der im Wasser untergeht: Er wird erst gerettet, wenn er aufhört, selbst zu strampeln, und Hilfe annimmt.

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, betrügen wir uns selbst.“ (1. Johannes 1,8)

Jesus ist nicht für die gekommen, die alles im Griff haben – sondern für die, die merken: Ich schaffe es nicht allein.


b) Jesus rettet mich – ganz persönlich

Der Palmsonntag ist keine Massenveranstaltung ohne Beziehung.

Jesus reitet in die Stadt – aber er sieht den Einzelnen.

Stell dir vor: In dieser großen Menge ruft nur einer „Hosanna“ – Jesus hört genau diesen einen.

So ist er.

Ich bin der gute Hirte; ich kenne meine Schafe und meine Schafe kennen mich.“ (Johannes 10,14)

Jesus ist nicht nur „der Retter der Welt“. Er ist mein Retter.

Das bedeutet:

  • Er kennt meine Geschichte

  • Er kennt meine Schuld

  • Er kennt meine Angst

  • Und er sagt trotzdem: „Ich rette dich.“

 

c) Rettung verändert mein Leben

Wenn jemand wirklich gerettet wird, bleibt er nicht derselbe.

Stell dir vor, jemand wird aus einem brennenden Haus gerettet – er wird nicht einfach sagen: „Danke“ und wieder hineingehen.

Rettung verändert die Richtung.

Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Schöpfung.“ (2. Korinther 5,17)

Das bedeutet:

  • Neue Identität

  • Neue Hoffnung

  • Neue Perspektive

Noch nicht perfekt – aber verändert. Die neue Richtung stimmt.

 

Was bedeutet es, dass Jesus der Retter für alle Menschen ist?

Die Menschen damals dachten oft: „Unser Retter – für unser Volk.“

Aber Jesus ist größer.

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt…“ (Johannes 3,16). Ist „die Welt“ nicht böse? (Gott liebt nicht das Böse in der Welt, sehr wohl aber jeden Menschen, der in diesem „Weltsystem“ gefangen ist!)

Er liebt nicht nur ein Volk. Nicht nur eine Gruppe. Nicht nur die besonders Frommen. Die ganze Welt.


a) Niemand ist ausgeschlossen

Egal:

  • Vergangenheit

  • Fehler

  • Herkunft

  • Lebensgeschichte

Jesus kommt für alle.

Das ist wie bei einem Arzt in einer Notaufnahme: Er fragt nicht zuerst: „Hast du dich gesund ernährt?“ Er fragt: „Was fehlt dir?“


b) Rettung ist ein Angebot – keine Zwangsmaßnahme

Gott ist ein absoluter Gentleman. Er lässt dir immer den freien Willen. Gott ist ein Gott der Liebe. Jemanden zu lieben und gegen dessen Willen zu handeln schließt sich gegenseitig aus.

Die Menschen rufen „Hosanna“ – aber wenige Tage später rufen viele „Kreuzige ihn“.

Warum?

Weil Jesus nicht in ihr Bild passte.

Rettung wird angeboten – aber sie muss angenommen werden.


c) Die größte Rettung ist nicht äußerlich, sondern innerlich

Wir wünschen uns oft:

  • Frieden in der Welt

  • Gerechtigkeit

  • Heilung

Und das ist gut. Aber was ist das eigentliche Problem? Woher kommt Streit, Ungerechtigkeit, Feindschaft…?

Jesus beginnt dort, wo die Wurzel des Problems liegt: Er verändert das Herz.

Und von dort aus verändert sich alles andere.

Echten Frieden auf der Welt wird es erst geben, wenn Menschen Frieden in ihren Herzen gefunden haben.

Gerechtigkeit gibt es erst, wenn unser Herz von Gier und Neid befreit ist.

Und auch Heilung (innere, aber sehr oft auch äußere) kann passieren, wenn ich den „Heiler“ und „Retter“ an mein Herz ranlasse.

 

Was bedeutet das für uns als Gemeinde?

Jetzt wird es praktisch.

Wenn Jesus der Retter ist – was heißt das für uns?


a) Wir sind eine „Hosanna-Gemeinde“

Gemeinde ist kein Ort für perfekte Menschen. Sonst wäre ich der erste, der aus unserer Gemeinde austreten müsste!

Gemeinde ist ein Ort, wo Menschen sagen: „Herr, hilf uns!“

  • im Alltag

  • in der Familie

  • in Krisen

  • im Glauben

Eine gesunde Gemeinde lebt nicht davon, wie gut wir sind, sondern davon, wie gut unser Gott ist! Und wie sehr wir ihm erlauben, uns zu helfen!


b) Wir zeigen auf den Retter – nicht auf uns

Die Menschen damals haben nicht sich selbst gefeiert – sie haben Jesus zugejubelt.

Die Aufgabe der Gemeinde ist nicht:

  • sich selbst darzustellen

  • perfekt zu wirken

Sondern: auf Jesus hinzuweisen

Wie ein Wegweiser: Er zeigt nicht auf sich selbst – sondern auf das Ziel.

Hosanna und Jeschua haben die gleiche Wortwurzel. ER ist der Retter! Die griechische Wortwurzel für retten ist übrigens: „Sozo“

 

c) Wir tragen diese Rettungsbotschaft in uns

Stell dir vor, du findest in der Wüste Wasser.

Was würdest du tun?

Würdest du sagen: „Gut für mich“ – oder würdest du anderen davon erzählen?

Wie schön sind die Füße derer, die gute Nachricht bringen!“ (Römer 10,15)

Gemeinde ist nicht nur ein Ort zum Empfangen – sondern auch zum Weitergeben.

 

d) Wir leben aus der Rettung heraus

Das verändert unseren Alltag:

  • Wir leben nicht mehr aus Angst, sondern aus Hoffnung

  • nicht mehr aus Schuld, sondern aus Vergebung

  • nicht mehr aus Leistungsdruck, sondern aus Gnade

 

Stell dir vor:

Ein Kind fällt in einen tiefen Brunnen.

Es ruft: „Hilf mir!“

Ein Retter kommt, lässt ein Seil herunter, steigt selbst hinab und möchte das Kind herausholen.

Jetzt stell dir vor, das Kind sagt: „Danke… ich bleibe aber hier unten.“

Das wäre absurd.

Rettung bedeutet: herauskommen. neu leben. mitgehen.

 

Die Menschen damals haben gerufen: „Hosanna!“ – „Hilf uns!“

Und Jesus antwortete – nicht mit Worten, sondern mit seinem Leben.

Er ist diesen Weg weitergegangen – bis zum Kreuz. Bis zur Auferstehung. Bis zur vollständigen Rettung.


Die Frage heute ist nicht nur:

  • Wer ist Jesus?

Sondern:

Ist er dein Retter?

Vielleicht möchtest du heute gemeinsam mit jemanden vom Gebetsteam Jesus als deinen persönlichen Retter annehmen? Wenn vielleicht dein „Hosanna“ heute (so wie bei Bartimäus) lautet:

  • „Jesus, hilf mir…“

  • „Jesus, rette mich…“

  • „Jesus, ich brauche dich…“

Dann gilt:

Er hört dich. Er ist da. Er rettet.

 

Und wenn er bereits dein Retter ist, sei jemand, der aus dieser Rettungskraft heraus lebt. Sei jemand, der mit seinem ganzen Leben auf diesen wunderbaren König, der sanft auf einem Esel reitet, zeigt und sagt:

ER hat mich gerettet - er will auch dein Retter sein.

 

 

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