• Karin Staple

Wie ein Kind

Kinder! Ach ist das schön, wenn sie einfach hemmungslos herumtollen, alles das machen was wir noch gerne machen würden, nur tut man das irgend wann nicht mehr... Sie gehen einem manchmal irr auf den Nerv, das gehört natürlich auch dazu. Sie müssen noch lernen und werden geformt durch Erziehung, durch Gewohnheiten, durch Kultur und durch Erlebnisse...


Jesus liebt die Kinder. Er hat uns Erwachsenen gesagt, dass wir so werden sollen wie die Kinder. Was hat er da gemeint? Heißt das, dass ich einfach tue was ich will und zu jeder Zeit so richtig die Sau herauslassen kann? Ich denke nicht, dass Jesus das gemeint hat. Ich werde im Laufe der Predigt darauf eingehen.


Wir gehen jetzt in die Sommerpause. Meiner Erfahrung nach gibt es 2 Möglichkeiten, wie wir auf so eine Pause oder einen Urlaub reagieren werden. Entweder wir sind so erleichtert, dass alles ruht, dass wir endlich so sehr aus der Routine raus kommen, dass wir auch Gott auf ein Regal stellen und ihn so zu sagen in die Pause schicken. Das ist mir oft so gegangen und es hat mir nachher, als ich das bemerkt habe, so richtig weh und leid getan. Seitdem nehme ich bewusst Gott in meine Pause hinein. Und weißt du was? Dadurch komme ich viel mehr zur Ruhe, wenn er, der Friedefürst dabei ist. Ich gebe uns ein paar Gedanken mit in die Ruhepause.


Ich hab drüber nachgedacht, was es ist, das mich so richtig an Gott festhalten lässt, in Pausen, in guten Zeiten, und in schlechten Zeiten. Ich habe über die Jahre beobachtet, dass es Menschen gibt, die feurig und hingegeben an Jesus sind, manchmal viele Jahre lang, und auf einmal werden sie bitter und hart und alles, das mit Glauben und Jesus, scheint nur mehr Theorie, Gewohnheit zu sein.


Und ich verstehe schon, dass sich, je älter wir werden, desto mehr Enttäuschungen, Fehler, auch schlimme Erlebnisse ansammeln, die uns formen. Aber andere Menschen erleben manchmal mehr Leid und mehr Enttäuschung und bleiben weich, strahlen. Man ist gerne mit ihnen beisammen. Sie sprühen immer noch - oder sogar noch mehr - das Feuer, das ich mit Glauben und Jesus assoziiere.


Vor Kurzem ist Beni Johnson gestorben, sie ist die Frau von Bill Johnson in der Bethel Church. Eine Kirche, wo es üblich ist, dass Menschen von der ganzen Welt kommen und um Heilung beten lassen. Und jetzt hat Gott Bills Gebet und das Gebet so vieler nicht erhört. Er ist souverän, er ist Herr.


Bill hat kurz nach Benis Tod eine unglaublich gute Predigt gehalten und ich möchte da ein paar seiner Punkte auch einfließen lassen, weil ich finde, dass sie so extrem wichtig sind für uns alle.


Der Schlüssel, warum manche Menschen feurig bleiben und manche nicht, ist wahrscheinlich Hingabe. Wenn wir - jeder von uns! - unsere schmerzhaften Erfahrungen machen, dann haben wir immer die Wahl, ob wir uns zu Gott hinwenden oder von ihm weggehen. Wenn wir uns in schwierigen Zeiten zu ihm wenden, ihn trotz allem anbeten, dann ist das ein Lobopfer, wie wir das von Bronwin neulich gehört haben.


Das ist wirklich das, was ich tun muss in schwierigen Zeiten: Gott loben, denn er ist immer gut. Wenn ich aber jetzt in so einer schwierigen Zeit bin, und Gott loben anfange, aber die Hingabe fehlt, also das Herz ist nicht dabei, dann ist es einfach ein Geschäftsabschluss. Du gibst ihm etwas, weil du was zurück willst. Also einfach als Programm: mir geht es schlecht, ich lobe ihn, er macht alles wieder gut. Ich reduziere Gott zu einem Automaten.


Gott führt uns von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, von Glaube zu Glaube. Er gibt uns immer mehr und mehr. Das hört er nie auf! Wenn es in deinem Leben aufhört, dass du mehr bekommst, dann hast du selber das beendet, nicht er. Wenn er uns in seine Herrlichkeit geführt hat, dann gibt er uns mehr von seiner Herrlichkeit. Außer wir lassen uns durch Bitterkeit, durch Geschäftigkeit, durch Gleichgültigkeit, Oberflächlichkeit, oder was immer, ablenken von ihm, und ziehen andere Dinge und Aktivitäten vor, haben andere Gedanken. Gottes Plan ist, dass wir wie Jesus werden. Er hat nie vor gehabt, dass wir an einem Punkt in unserem Wachstum stehen bleiben, dass wir so eine Ebene erreichen, die unter seinem Plan ist.


Und Glaube und Wachstum entsteht nicht durch meine Bemühungen, so zu werden wie Jesus, sondern Glaube und Wachstum kommt immer durch Hingabe. Gott führt mich von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Wenn ich mich selber bemühe zu wachsen, ist das einfach Religiosität. Gott führt mich aber immer durch Beziehung mit ihm. Das Wachstum kommt durch mein Ja zu seiner Führung. Zu meinem Mitmachen mit seinen Plänen. Mit einem Wort: Gehorsam.


Es gibt da diese 3 berühmten Könige in Israel. Der erste ist König Saul. Es hat eigentlich bei ihm alles sehr gut angefangen. Er war schüchtern und wusste, dass er nichts ohne Gott kann. Diese kindhafte Unschuld, wo er gewusst hat, er braucht Gott, sonst kann er diesen Ruf zum König nicht ausführen, war eigentlich ziemlich richtig und gut. Er hat auch Israel in einer sehr schwierigen Zeit in große Siege geführt. Und dann endet seine Geschichte, wo er eine Zauberin fragt, was Gott möchte. Also wo hat er dazwischen sein Herz und seine Liebe für Gott verloren? Er ist eifersüchtig auf David. Eifersucht kommt von Angst. Und diese Angst zeigt eine Unsicherheit auf.


Das macht Gott oft. Er deckt Unsicherheit auf, also wo wir falsche Sicherheiten haben. Un-Sicherheit ist falsche Sicherheit aufgedeckt. Das macht Gott nicht um uns zu beschämen, sondern damit wir unsere Sicherheit in ihn setzen und nicht in was anderes.


David. Der Standard der Könige. Sogar noch nach Generationen wurden die Könige verglichen mit ihm. Er war so ein Vorbild! In seinen älteren Jahren entwickelte er ein Anspruchsdenken. In der Zeit, wo Könige in den Krieg zogen, war er bequem daheim, so wie es einem König zusteht zu entscheiden. Und in dem Moment, wo er nicht mehr dort war, wo Gott ihn hingestellt hatte, brachte ihn eine Versuchung zu Fall. Und obwohl er der Freund Gottes war, hat er Ehebruch und Mord begangen.


Und da ist Salomon. Sein Ja zu Gott war so extrem, dass er der einzige in der Bibel ist, zu dem Nationen gekommen sind, um einem Menschen zuzuhören, wenn er über Gott redet.


1. Könige 3/3: Salomo liebte den Herrn und befolgte alle Anweisungen seines Vaters David bis auf eine einzige: Auch er nutzte weiterhin diese Altäre auf den Hügeln für Opfergaben und Rauchopfer.


Salomon war fasziniert mit den umgebenden Völkern und wie sie auf den Hügeln ihre Götter angebetet haben. Er hat sie kopiert. Er hat schon zu seinem Gott gebetet. Aber Gott hat ja ganz klar festgelegt, wie er angebetet werden wollte. Und Salomon hat sich nicht dran gehalten, sondern hat die Art der umliegenden Völker kopiert, wie sie ihre Götter angebetet haben.


Wir denken uns manchmal: Ich tus ja für den Herrn! Also das Ergebnis heiligt die Mittel, so denken wir. Ich tus ja für den Herrn! Ich bete ja ihn an dabei! Aber je mehr wir unseren eigenen Willen, unsere eigene Vorstellung in Anbetung hinein lassen, desto weniger ist es Anbetung! Wenn meine eigene Vorstellung Anbetung bestimmt, bete ich meine Vorstellung an.


Bronwin hat es neulich in der Predigt auf den Punkt gebracht: Wenn ich ein bestimmtes Lied brauche, um Gott anzubeten, bin ich in Gefahr, das Lied anzubeten, nicht Gott. Gott hat eine gewisse Vorstellung, wie er angebetet werden möchte: In Wahrheit und im Geist. Das heißt, dass ich in der heutigen Zeit immer und überall anbeten kann, es muss nur in Wahrheit sein, also ohne manipulativ zu sein oder geheuchelt,...und im Geist, also im Hl. Geist, auf ihn konzentriert, von ihm geleitet. Salomon liebte die fremdartigen Gebräuche der umliegenden Völker.


1. Könige 11/1-2: König Salomo liebte viele ausländische Frauen. Außer der Tochter des Pharaos heiratete er noch Frauen aus Moab, Ammon, Edom, Sidon und aus dem Volk der Hetiter. 2 Dies waren die Völker, von denen der Herr seinem Volk ganz klar befohlen hatte: »Lasst euch nicht mit ihnen ein, denn sie würden euch dazu verführen, ihre Götter anzubeten.« Doch Salomo hatte eine Vorliebe für sie.


Hier waren viele Frauen (700 und auch noch Nebenfrauen), alle von Nachbarstaaten, die genau das taten, wovor Gott gewarnt hatte: sie brachten Salomon dazu, nicht mehr Gott alleine anzubeten. Das waren Frauen, die Dämonen anbeteten, ihnen ihre Kinder opferten, perverse Praktiken und Rituale zelebrierten, wir können davon ausgehen, dass sie dämonisiert waren. Und Salomon war fasziniert. Dieser kleine Anfang, dass er seinen eigenen Willen in Anbetung rein bringen wollte, wurde richtig groß im Alter, und brachte ihn zu Fall. Kompromisse. Ich denke da an SOZO und wie wichtig es ist, die Kleinigkeiten gleich zu Gott zu bringen und zuzulassen, dass er uns verändert!


v.9: Der Herr wurde zornig über Salomo, weil sein Herz sich vom Herrn, dem Gott Israels, abgewandt hatte, obwohl er ihm zweimal erschienen war.


2x ist er Salomon erschienen. Was für eine intime Beziehung! Seit meinem 5. Lebensjahr sehne ich mich danach, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Und er durfte das gleich 2x! Der Grund warum Gott zornig wurde über Salomon ist, dass er sein Herz abgewandt hatte, obwohl er ihm 2x erschienen war!


Wir müssen diesen Punkt unbedingt für uns verstehen. Wir beten die ganze Zeit, dass Gott uns mehr gibt, dass wir ihn sehen, dass sein Reich sich ausdehnt, dass wir seine Verheißungen erfüllt sehen, und das alles ist wirklich wichtig, es sind gute Gebete. Aber je mehr Gott uns erscheint, so zu sagen, je mehr er unser Herz besitzt, je größer seine Gegenwart, je größer die Manifestierungen in uns und um uns herum, desto größer ist unsere Verantwortung, unsere Beziehung zu ihm rein zu halten, ihn alleine anzubeten.


Der Grund, warum Jesus in Parabeln geredet hat, war, die Wahrheit zu verbergen vor denen, die noch nicht bereit waren, sie zu verstehen. Nur die, die hungrig genug waren, und unbedingt durchdringen wollten, die verstanden es. Warum? Weil nur die bereit waren, gehorsam zu sein bei dem was Gott damit sagen wollte.


Und so geht es vielen Menschen. Da ist jemand, der so ein brennendes Herz hat, so hingegeben ist...Die Jahre vergehen, auf einmal sprichst du mit ihm und es sind immer noch die selben Worte, vielleicht sogar Predigten, aber auf einmal merkst du, es fehlt was. Es ist diese unschuldige Liebe, diese kindhafte Liebe, diese kindhafte Hingabe, die erste Liebe.


Und oft ist es einfach eine Ablenkung, oder wenig Zeit mit Gott oder Verletzungen, Routine, was auch immer. Aber ich sage euch genau wie mir: wir sind nicht so weit gekommen, um in den letzten Meilen des Laufes noch so dumm zu sein und alles zu verlieren!


Und da gibt es 2 Seiten der gleichen Medaille: Markus 10/15: Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.


Oft glauben wir, dass da steht wir sollen so werden wie ein Kind. Aber da steht: wir können nur rein ins Königreich, wenn wir empfangen wie ein Kind!

Betonung ist auf Empfangen. Nicht selber tun, das funktioniert nicht. Mund aufmachen und Königreich trinken, das er uns gibt. Schwupps sind wir drinnen. Es geht hier nicht um kindisch sein!


Da ist so eine Unschuld der Kinder drinnen in dieser Aktion. Ohne Hintergedanken, voll im Vertrauen. Auf diese Weise. Kinder sehen sich als Abhängig. Nichts ist unmöglich für sie. Sie sind Superman. Abenteurer. Unschuldig!


Und die andere Seite: Offenbarung 2/4-5: Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, aus welcher Höhe du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!


Sprüche 4/23: Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben. (Hätte doch Salomon seinen eigenen Rat beherzigt!)


Die erste Liebe muss immer wieder gesucht, zurückbesucht werden. Jeder Zustand unseres Herzens, wie z.B. Trauer, Angst, Schuld, Ärger,... führt entweder zu Unglaube oder zu größerem Glauben, je nachdem, wie ich mich da entscheide. Und das ist der Punkt, auf den wir aufpassen müssen, wo wir unser Herz behüten müssen.


Interessant, dass da steht, dass wir die ersten Werke tun müssen, wenn wir die erste Liebe verloren haben! Jesus sagt nicht: bete mich 5 Stunden an,...geh fasten, verdopple deine Bibelstudienzeit,...dann werde ich dein Herz herrichten. Das würden wir manchmal jemandem raten, oder? Hier steht, dass wir das tun müssen, was wir damals getan haben in unserer tiefen kindhaften unschuldigen Liebe zu ihm.


Wenn du jetzt den Eindruck hast, das geht doch nicht, das ist ja unecht, das habe ich damals getan...Wurscht! Oder du sagst, du hast heute doch nicht mehr die Energie dazu,...Egal! Wenn es da steht, dann tus einfach! Gott wird schon das wahr machen, was er selber in seinem Wort sagt, oder?


Es ist also etwas, das zusammen gehört und das gerade in der Zeit, in der wir leben so immens wichtig ist: Empfangen wie ein Kind in unserer Beziehung mit Gott (unschuldig, es nicht besser wissen, mit allem Guten rechnen, ihm alles zutrauen und ohne Angst das Herz aufmachen) und gleichzeitig diese erste Liebe, diese Leidenschaft für Jesus wieder finden. Was hast du damals getan? Hast du Tag und Nacht an ihn gedacht? Hast du ihm gesagt, dass er alles für dich ist? Hast du ganze Kapitel in der Bibel verschlungen? Hast du dein Herz aufgemacht, dass er dich verändern darf?


So eine Haltung der ersten Liebe ist gemeint, dass wir wie Kinder empfangen. 2 Seiten einer Medaille. Und so wollen wir in diese Sommerpause gehen.


Hl. Geist, ich bitte dich, führe mich wieder an den Punkt, wo ich mein Herz auf Empfang stelle, wo du mich verändern darfst. Gib mir wieder Hunger nach Jesus! Hilf mir, wieder zur ersten Liebe zurück zu finden. Erinnere mich an die Taten damals und hilf mir, Jesus meinen König wieder zu lieben. Führe mich von einer Herrlichkeit zur nächsten. Bitte schenke mir Wachstum. Ich vertraue dir wie ein Kind. Ich empfange deine Heiligung wie ein Kind. Ohne Anspruch, ohne Vorbehalte. Führe und bewahre mein Herz in dieser Sommerpause, egal ob ich arbeiten muss oder Freizeit habe. Ich möchte dich sehen, mein Herr und Gott! Amen.

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