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  • Peter Köttritsch

Vollmacht (Markus 11)

Aktualisiert: 10. Juli 2023

AUDIO: Klicke hier, um dir diese Predigt anzuhören.


Chef zum Mitarbeiter: Ab sofort bekommen Sie mehr Verantwortung. Sie sind jetzt für alles verantwortlich, was in der Firma falsch läuft.


Übertragene Verantwortung nennt man „Vollmacht“. Über dieses Thema möchte ich heute sprechen.

Bsp.: Auto anmelden: Vollmacht = jemanden autorisieren, in meinem Namen zu handeln.


Geistliche Vollmacht = von Gott autorisiert sein, in seinem Namen seine Werke zu tun.

Wenn Jesus uns, seinen Jüngern, sagt, dass wir Jünger machen sollen, dass wir Kranken die Hände auflegen sollen und es dann besser wird mit ihnen usw., dann dürfen wir davon ausgehen, dass er uns bevollmächtigt hat für diese Dienste in seinem Namen.


Vollmacht = nicht lernbar. Sie wird übertragen.

Vollmacht = nichts, was ich nehmen kann (z.B. durch Gewalt, Schmeichelei, Leistung...)

Vollmacht bekomme ich wenn der, der mich bevollmächtigt, mir vertraut.


Bei geistlicher Vollmacht geht es nicht um unser Vertrauen zu Gott, sondern um Gottes Vertrauen zu uns.

Das ist schon ein riesiger Vertrauensvorschuss, den Gott uns da entgegenbringt! Schließlich kennt er uns. Aber er liebt und er vertraut uns trotzdem. Das ist bei genauerer Betrachtung überwältigend.


Jesus hat viele Taten der Liebe getan. Er hat Menschen geheilt, von bösen Geistern befreit und in Vollmacht gelehrt, wie es in den Evangelien immer wieder erwähnt wird.

Jedoch eine vollmächtige Tat Jesu passt auf den ersten Blick aber nicht in das Bild vom „lieben Herrn Jesus“. Als er die Händler gewaltsam aus dem Tempel vertrieben hat. Dieses Ereignis wird von allen vier Evangelisten berichtet.


Markus 11,15-18

15 Als sie wieder nach Jerusalem kamen, ging Jesus in den Tempel und fing an, die Händler und die Leute, die bei ihnen kauften, hinauszutreiben. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um 16 und ließ nicht zu, dass weitere Waren durch den Tempelhof getragen wurden.

17 Er fuhr sie an: »In der Schrift heißt es: ›Mein Haus soll ein Ort des Gebets für alle Völker sein‹, aber ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.«

18 Als die obersten Priester und die Schriftgelehrten hörten, was Jesus getan hatte, überlegten sie, wie sie Jesus umbringen könnten. Sie hatten jedoch Angst vor ihm, weil die Menschen von seiner Lehre so beeindruckt waren.


Das ganze 11. Kapitel im Markusevangelium dreht sich irgendwie um das Thema Vollmacht. Es beginnt mit dem Einzug Jesu auf einem Esel. Diese Geschichte haben wir am Palmsonntag gelesen. Jesus macht dort klar, dass seine Autorität und seine Vollmacht anders aussehen, als sich das viele seiner Anhänger von ihm gewünscht hätten.


Eingewoben in den Bericht der Tempelreinigung ist eine ungewöhnliche Geschichte, in der Jesus seinen Jüngern anhand eines verdorrten Feigenbaumes demonstriert, welche Dinge jedem möglich sind, der einen festen Glauben hat. Auch in dieser Lektion zeigt sich, so ganz nebenbei, Jesu Vollmacht.


Schließlich endet dieses Kapitel damit, dass die obersten Priester und die Schriftgelehrten, die, wie wir gerade gelesen haben, Angst vor Jesus hatten, ihn fragten, aus welcher Vollmacht heraus er all diese Taten tue?


Diese Frage ist auch für uns heute sehr spannend.

Wie wir schon gehört haben, ist Vollmacht verliehene Macht. Derjenige, der mich bevollmächtigt, gibt mir eine Vollmacht damit ich dann in seinem Sinne handle.

Auf die Frage, von wem er die Vollmacht habe so aufzutreten antwortete Jesus den obersten Priestern und Schriftgelehrten mit einer Gegenfrage.

Und er hat die beiden Antworten miteinander verknüpft.


Markus 11,29-30

29 »Ich sage euch, wer mir die Vollmacht dazu gegeben hat, wenn ihr mir eine einzige Frage beantwortet«, erwiderte Jesus.

30 »Geschah die Taufe des Johannes im Auftrag Gottes oder war es nur die Tat eines Menschen? Antwortet mir!«


Auf den ersten Blick scheint es so, als würde Jesus ihrer konkreten Anfrage ausweichen. Es gibt ja so Gegenfragen, die eine Art Stoßstangenfunktion haben. Sie dienen nur dazu, dass ich auf die an mich gestellte Frage nicht antworten muss.

Aber diese Gegenfrage von Jesus ist viel tiefgründiger. Er hält den Schriftgelehrten einen Spiegel vor Augen. In ihrer Antwort haben sie sich selber die Antwort auf ihre eigene Frage gegeben:


31 Sie besprachen sich miteinander. »Wenn wir sagen, sie geschah im Auftrag Gottes, wird er fragen, warum wir ihm nicht geglaubt haben.

32 Aber können wir es wagen zu sagen: ›Es war nur die Tat eines Menschen‹?« Denn sie hatten Angst vor dem Volk, weil es Johannes für einen Propheten hielt.

33 So antworteten sie schließlich: »Wir wissen es nicht.« Da entgegnete Jesus: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«


Ihre eigentliche Frage war also: Hat Gott dich geschickt? Bist du der, auf den wir schon so lange warten? Der Auserwählte? Der „Sohn Davids“? Der Messias?

Und die Antwort Jesu war: „Wenn ich es bin, würdet ihr mir nicht glauben!“ Und doch waren es gerade diese vollmächtigen Taten, die ihn als den Messias ausgewiesen haben. Jesus hat selber gesagt, dass er von sich aus nichts tun kann (Johannes 5,19). Er ist darauf angewiesen, dass er die Vollmacht von Gott übertragen bekommt. Ganz offensichtlich hat ihm der Vater diese Vollmacht übertragen. Das ist unbestritten. Das haben auch die obersten Priester und die Schriftgelehrten zur Kenntnis nehmen müssen.


Jesus hat zu uns, seinen Jüngern, aber auch gesagt, dass wir ohne ihn nichts tun können (Johannes 15,5).

So, wie er von seinem Vater abhängig war, so sind auch wir von Jesus abhängig. Aber wie ich schon am Anfang gesagt habe: Jesus vertraut dir. Er ist bereit, dieses „Risiko“ einzugehen und überträgt dir seine Vollmacht, wenn du ihm nachfolgst. Wir dürfen nicht nur, wir sollen sogar in seinem Namen und in seiner Kraft und Autorität handeln. Wir sind dazu berufen, seine Werke zu tun. Wow, welche Ehre!


Johannes 14,14

Was ihr mich also in meinem Namen bitten werdet, das werde ich tun.


Markus 16, 17-18:

Und diese Zeichen werden die begleiten, die glauben: Sie werden in meinem Namen Dämonen austreiben und sie werden neue Sprachen sprechen.

Sie werden Schlangen anfassen oder etwas Tödliches trinken können, und es wird ihnen nicht schaden. Sie werden Kranken die Hände auflegen und sie heilen.


Die einzige „Voraussetzung“ ist, dass wir das glauben und dann genau das tun, wofür uns Gott die Vollmacht bereits gegeben hat!


Was genau müssen wir in dem Zusammenhang mit der Vollmacht glauben?

Gott ist ein Gott der Autorität. Wir sind als sein Ebenbild geschaffen. Gott hat also auch uns als Wesen geschaffen, denen Autorität verliehen ist. Dazu müssen wir noch nicht einmal gläubig sein. Leider wurde diese natürliche Autorität von Menschen sehr oft falsch eingesetzt und missbraucht. Aber deswegen hat Gott diese verliehene Autorität nicht zurückgezogen.

Diese Autorität gilt nicht nur für den natürlichen Bereich (wir sollen über die Erde „herrschen“ im Sinne einer guten Verwalterschaft), sondern auch im geistlichen Bereich. Zumindest hier auf dieser Erde. (Über die ganze Erde (1. Mo 1,26)

Das heißt, vor dem Sündenfall war die von Gott eingesetzte Ordnung auf der Erde:

· Gott

· Mensch

· Alle anderen Wesen (auch Geistwesen)


Satan hat jedoch großes Interesse, ERSTER oder dann wenigstens wieder ZWEITER zu werden und den Menschen zu verdrängen; deshalb verführt er Adam und Eva.

Seit dem Sündenfall ist die Hierarchie auf dieser Welt:

· Gott

· Satan (Jesus selbst nennt ihn „Fürst dieser Welt“)

· Mensch

· Alle anderen Geschöpfe


Durch die Sünde haben wir die uns von Gott verliehen Autorität an Satan abgetreten. Er hat dadurch ein Recht bekommen, über diese Erde zu herrschen. Und wir wissen aus schmerzhafter Erfahrung, wie diese Herrschaft aussieht:

Er

· verführt zum Unglauben und Ungehorsam (1.Mose)

· verleumdet die Heiligen (z.B. Hiob Anfang)

· lügt (Johannes 8,44)

· zerstört, raubt, tötet (Johannes 10,10)

· lauert uns auf (1.Petrus 5,8)

· täuscht siehe (2.Korinther 11,14)…


Alles Leid, der Hass, Krieg, auch jede Krankheit und auch der Tod ist eine unmittelbare Folge dieses Abtretens unserer von Gott gegebenen Autorität an den Feind Gottes.

Wie sieht jetzt aber die Lösung aus? Sie besteht darin, dass Jesus den Himmel verlassen hat und ein Mensch wie wir wurde.

Er verzichtete auf göttliche Autorität.

Wurde schwacher MENSCH wie wir!!

Aber Er bekam VOLLMACHT durch seine Taufe und die damit einhergehende Erfüllung mit dem Heiligen Geist (Markus 1, 9-11)

Und durch seinen Gehorsam (Johannes 5,19 oder Philipper 2,8-11!)


Ich habe vorhin gesagt: Die einzige „Voraussetzung“ ist, dass wir das glauben. Die Vollmacht dafür hat Gott uns schon gegeben!


Auch wir brauchen es immer wieder, mit dem Heiligen Geist gefüllt zu werden (Gottes Kraft IN uns) und auch der Gehorsam spielt beim Glauben eine große Rolle. Gott kann in mir immer nur so weit wirken, wie ich bereit bin, das zu TUN, was mir zeigt, was ich tun soll. Daher wird Glaube auch oft richtigerweise mit Vertrauen übersetzt.


Wir Christen:

· befinden uns im Krieg! Wir haben einen realen Feind

· haben 2. Position durch das Kreuz zurück!!! Wir sind in der Zeit zwischen D-Day 6.Juni 1944 und dem VE-Day (Victory in Europe) 8.Mai 1945

· haben VOLLMACHT durch

1. Jesus selbst („in Jesu Namen“; in Seinem Blut)

2. Erfüllt sein mit dem Heiligem Geist

3. Gehorsam (in 1.Linie gegenüber Gottes Wort!!! Hier gilt: nicht Gefühl oder Denken über mich bestimmt Vollmacht, sondern das, was Gott sagt! Und 2. dann auch lernen für bestimmte Situationen, hören auf Eindrücke)


Vollmacht ist wie eine Kreditkarte, die auf den Namen von Jesus läuft, die aber wir benützen dürfen. „Belastet“ wird, wenn wir sie benützen, die „Bank des Himmels“.



Was heißt das jetzt konkret für uns?

Der Schlüssel bei Vollmacht ist das Wissen, wer wir sind = Identität

Proklamation: Ich bin ein Kind Gottes…


Gott hat immer GUTE Gedanken über mich, jubelt über mich, ist auf meiner Seite – selbst, wenn ich Fehler mache

Satan will uns genau das rauben – er will verhindern, dass wir unsre Identität finden

Adam hat alles verloren, aber Jesus hat alles wiedergewonnen – und ER lebt in mir!!! Er ist der Schöpfer und BEWAHRER dieser Welt!!!


Ich habe nicht nur Autorität über mich, über meinen Körper, meine Seele (Denken, Willen, Gefühle) und meinen Geist, sondern auch:

· als Vater über meine Familie, als Mutter über meine Kinder, als Patenonkel über meine Patenkinder usw.

· über meinen Besitz (Haus, Tiere etc.)

· über mein Erbe (materiell und geistlich)

· über meinen Dienst (Hauskreisleiter über Hauskreis, als Bereichsleiter, Pastor…)

· über meine Berufung, mir anvertraute Menschen (= verheißenes Land)

All diese Autorität habe ich sowieso. Die hat jeder Mensch. Aber die Vollmacht, die mir Gott gegeben hat, ist mir aus einem bestimmten Grund anvertraut: Damit ich meine Autorität in seinem Sinn einsetze.

Diese geistliche Vollmacht übersteigt meine natürliche Autorität bei weitem. Natürliche Autorität wird in den Grenzen dieser Welt ausgeübt. Geistliche Vollmacht greift auf die übernatürlichen Schätze des Himmels zurück.


Ich übe Vollmacht durch WORTE aus (wir sind Ebenbild des Schöpfers: „und Er sprach…. Und es wurde…“)

Und durch TUN! (= ANWENDEN, was ich höre und weiß!)

Ich kann davon ausgehen, dass die „Kreditkarte" immer "voll“ ist!


Je mehr ich in Jesus bin, mit Ihm Gemeinschaft habe, Ihm und Seinem Wort gehorsam bin, desto besser funktioniert mein „Zugangscode“. Desto mehr werde ich erleben, dass die mir von Gott gegebene Vollmacht dazu beiträgt, dass das Reich Jesu sichtbar wird, dass Menschen ihren von Gott bestimmten Platz finden und der Teufel seine Klappe halten muss.


Eigentlich ganz einfach, oder?


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