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  • Peter Köttritsch

Starker Glaube

Aktualisiert: 13. März 2023


Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Leute fast alles glauben, wenn man behauptet Wissenschaftler hätten es herausgefunden.


Auch wenn der Glaube/Vertrauen in die Wissenschaft zuletzt zurückgegangen ist, so ist es nach wie vor relativ hoch. Bei einer kürzlich durchgeführten Studie haben 70% der befragten Österreicher angegeben großes, oder eher starkes Vertrauen in die Wissenschaft zu haben, aber es haben immerhin auch 3% angegeben, sehr geringes Vertrauen der Wissenschaft entgegenbringen. https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oesterreicherinnen-vertrauen-eher-gesundem-menschenverstand-als-wissenschaft-131521381


Das Problem bei sehr vielen Studien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist aber, dass die Ergebnisse je nach Interesse sehr unterschiedlich interpretiert werden. Gerade bei Studien muss man sehr genau hinschauen, was da gefragt wurde, bzw. wer welches Interesse an welcher Aussage hat. Und letztlich ist es so, dass es auf sehr viele praktische Fragen, keine einfachen schwarz-weiß Antworten gibt. Sehr oft werden uns aber von Seiten der Politik, der Wirtschaft, oder der Medien sehr plakativ einfache Antworten auf die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit verkauft.


Z.B.: „E-Mobilität ist die Lösung der Zukunft.“ Es stimmt schon: Ein E- Auto stößt keine Abgase aus. Aber wo kommt der Strom dafür her? Und welche Rohstoffe braucht es um beispielsweise die Batterie herzustellen?


Spätestens die Corona Krise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass da sehr oft Aussage gegen Aussage gestanden ist. Die eine (nicht nur politische) Partei hat diesen Standpunkt vertreten, die andere genau das Gegenteil. Die meisten Medien haben behauptet, dass in der Impfung unser Heil liegt, andere Medien haben genau davor eindringlich gewarnt. Beide Seiten haben Experten, Wissenschaftler, Studien und Argumente aufgefahren.


Oder nehmen wir den möglicherweise bevorstehenden Blackout her: Auch da gibt es Wissenschaftler, die behaupten, dass es keine Frage mehr ist, ob ein Blackout kommt, sondern nur noch wann. Andere, die sich ebenfalls sehr gut mit dieser Materie auskennen behaupten, das sei alles nur Panikmache.

Ich kann nur sagen: Ich weiß es nicht. Ich bin zwar interessiert an technischen Dingen und kenne mich bei vielen Sachen auch aus, aber diese Frage kann ich nicht beantworten. Und die Argumente von beiden Seiten klingen für mich logisch und plausibel. Letztendlich muss ich eine Entscheidung treffen: Wem glaube ich mehr? Wem vertraue ich?


Wir merken schon: Die Frage: „Wem vertraue ich?“, hat sehr viel mit meinem alltäglichen Leben zu tun.


Eines der großen Themen, die die Bibel durchziehen ist das Thema „Glaube“. Dieses Wort wird in den meisten moderneren Übersetzungen zurecht mit Vertrauen übersetzt.

Es stimmt nämlich nicht, dass Glaube, so wie landläufig behauptet „Nix wissen“ heißt. Sondern echter Glaube weiß sehr wohl etwas. Nur dieses „Wissen“ bezieht sich auf etwas, das noch nicht da/sichtbar ist.


Echter Glaube ist laut Heb 11,1 das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.

In diesem Vers ist von einer Überzeugung und einem sich ganz sicher sein, ein „darauf Vertrauen“ die Rede.

Im Hebräerbrief wird eine ganze Liste von Glaubenshelden aufgezählt. Eine ganz wichtige Person fehlt mir in dieser Liste: Jesus!


Jesus war ein Mann voller Glauben. Der Mensch mit dem größten Glauben, der je auf dieser Erde gelebt hat. Natürlich ist Jesus Gott. Davon sind wir Christen überzeugt. Das glauben wir ganz fest.

Er war aber auch ganz Mensch, als er auf dieser Erde war. In Phil 2 wird er als jemand beschrieben, der auf seine göttlichen Rechte verzichtete und ein Mensch wie wir wurde.

Aber durch seinen Glauben, durch sein beständiges und sein unerschütterliches Vertrauen in seinen Vater im Himmel, konnte er als ganz normaler Mensch all die buchstäblich wunderbaren Dinge tun, von denen wir im NT lesen.


Er konnte auch dort noch auf Grund seines Glaubens handeln, wo andere, auch seine Jünger „angestanden“ sind.



Ich möchte mit euch im Mk weiterlesen. Vor zwei Wochen haben wir gelesen, wie Jesus mit seinen drei engsten Jüngern auf einem Berg war und sie dort eine himmlische Begegnung gehabt hatten. Als sie wieder im Tal angekommen waren, ist folgendes passiert:


Mk 9,14-29: (erzählen) Versuch es dir vorzustellen:

14 Am Fuße des Berges fanden sie eine große Menge vor, die sich um die übrigen Jünger versammelt hatte, während einige Schriftgelehrte ein Streitgespräch mit ihnen führten.

15 Die Menschen waren in großer Aufregung, als Jesus auf sie zukam. Dann liefen sie ihm entgegen, um ihn zu begrüßen.

16 »Worüber streitet ihr euch?«, fragte er.

17 Ein Mann aus der Menge ergriff das Wort und sagte: »Lehrer, ich habe meinen Sohn hergebracht, damit du ihn heilst. Er kann nicht sprechen, weil er von einem bösen Geist besessen ist, der ihn nicht reden lässt.

18 Immer wenn dieser böse Geist ihn packt, wirft er ihn gewaltsam zu Boden; er hat Schaum vor dem Mund, knirscht mit den Zähnen und wird ganz starr. Ich habe deine Jünger gebeten, den Dämon auszutreiben, aber sie konnten es nicht.«

19 Jesus sagte zu ihnen: »Ihr Ungläubigen! Wie lange muss ich noch bei euch sein, bis ihr endlich glaubt? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir.«

20 Sie brachten ihm das Kind. Als der böse Geist Jesus sah, schüttelte er den Jungen in heftigen Krämpfen. Er fiel zu Boden und krümmte und wälzte sich mit Schaum vor dem Mund.

21 »Wie lange geht das schon so?«, fragte Jesus den Vater des Jungen. Er antwortete: »Seit er ganz klein ist.

22 Der böse Geist wirft ihn oft ins Feuer oder ins Wasser, um ihn umzubringen. Hab Erbarmen mit uns und hilf uns. Tu etwas, wenn du kannst.«

23 »Was soll das heißen, ›Wenn ich kann‹?«, fragte Jesus. »Alles ist möglich für den, der glaubt.«

24 Der Vater rief: »Ich glaube! Aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!«

25 Als Jesus sah, dass die Menge der Zuschauer ständig größer wurde, bedrohte er den bösen Geist: »Du tauber und stummer Geist, ich befehle dir, fahre aus diesem Kind aus und kehre nie wieder zurück!«

26 Da schrie der Geist auf, packte den Jungen noch einmal, warf ihn hin und her und verließ ihn. Der Junge lag reglos da, sodass die Menge dachte, er sei tot.

27 Doch Jesus nahm die Hand des Jungen und half ihm aufzustehen, und er stand auf.

28 Als Jesus später mit seinen Jüngern allein im Haus war, fragten sie ihn: »Warum konnten wir diesen bösen Geist nicht austreiben?«

29 Jesus antwortete: »Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.«


Eine interessante und bewegende Geschichte. Und das Heilungswunder bildet „nur“ den Rahmen für eine universelle Wahrheit, die für uns heute genauso wichtig ist, wie für die Jünger damals. Es geht um das Thema Glauben.

Wir erleben Jesus hier wirklich ärgerlich, enttäuscht und auch traurig über den Unglauben. „Wie lange muss ich noch bei euch sein, bis ihr endlich glaubt? Wie lange muss ich euch noch ertragen?“ Das passt auf den ersten Blick so gar nicht zum „liebevollen“ Jesus. Hätte er das nicht „diplomatischer“ ausdrücken können?

Wobei Jesus sicher nicht nur den Unglauben der Jünger im speziellen anspricht, die eben nicht in der Lage waren, diesen Dämon auszutreiben, sondern den Unglauben der Menschen ganz allgemein im Sinn hat. Auch unseren Unglauben.


Die Aussage des Vaters dieses Buben spiegelt diese Spannung wider, die ich auch kenne: „Tu etwas, wenn du kannst!“ Wobei ich zu Jesus sicher nicht sagen würde: „Wenn du kannst.“ Ich weiß ja, dass er heilen und Wunder vollbringen kann. Da hab ich einen ganz festen glauben. Aber ob er es tun wird, da kommen dann ganz schnell Zweifel in mir auf. Und ich will jetzt gar nicht die ganzen Argumente durchgehen, warum Menschen, dann trotz Gebet doch nicht geheilt werden, warum Menschen vor ihrer Zeit sterben, warum Leid und Unglücke passieren usw. All das sind leider unsere Erfahrungen, die jeder von uns viel zu oft machen musste.


Ich möchte unseren Blick heute auf diesen Glauben lenken, den Jesus sich von uns wünscht. Bzw. auf das Gebet des Glaubens, von dem Jesus mit seinen Jüngern nachher gesprochen hat, nachdem sie ihn gefragt hatten, warum sie diesen Dämon nicht austreiben konnten.

»Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.«

In manchen späteren Handschriften steht durch Gebet und Fasten.

Aber was ist das für ein Gebet? Ich glaube jeder von uns hat schon einmal (oder mehrmals) die Erfahrung gemacht, dass ich voller vertrauen für jemanden bete, aber dann passiert (zumindest augenscheinlich) nichts. Und hier möchte ich, gemeinsam mit diesem verzweifelten Vater herausschreien: »Ich glaube! Aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!« Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Ja, ich glaube ganz fest, dass Gott gut ist. Und dass er das Beste für uns im Sinn hat. Dass sein Plan für mein Leben gut ist. Und dass für ihn nichts unmöglich ist.

Jesus bricht dieses „für Gott ist nichts unmöglich“ herunter auf unsere Ebene: »Alles ist möglich für den, der glaubt.« Jetzt frage ich dich: Glaubst du?

Glaube ich das, dass für mich als jemand der glaubt nichts unmöglich ist? Oder muss ich mir diese Aussage erst von einem Wissenschaftler bestätigen lassen, damit ich sagen kann: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass jemanden, der glaubt nichts unmöglich ist! 😊


Zu Glauben heißt, wie ich schon gesagt haben vertrauen. Zu glauben heißt aber auch vertraut sein mit demjenigen, dem eben alles möglich ist. Ihn wirklich zu kennen und daraus folgt, dass ich immer mehr die Welt, genauso wie meine Mitmenschen und überhaupt jede Situation mit seinen Augen und aus seinem Blickwinkel betrachte.

Das ist Glaube, so wie er in der Bibel gesehen wird. Gott wirklich zu kennen. Und aus dem Vertrauen heraus zu handeln.

Dann muss ich mich nämlich nicht mehr noch stärker anstrengen und noch fester glauben (als eigene Leistung), sondern dann lerne ich das zu sehen, was Gott tun wird. Gott ist ja nicht in unserem Raum und Zeit Gefüge eingesperrt und kann deshalb Dinge und Entwicklungen sowohl voraussehen, als auch beeinflussen.

Und natürlich bin ich dann selber auch wieder gefordert, dass ich das, was ich von Gott höre, sehe oder empfange auch umsetze. Bzw. das tu, was er von mir will. Da braucht es dann Mut (und Glaube) und Gehorsam.


Aber genau das ist die Art von Glaube, den Jesus uns vorgelebt hat. Und den er sich bei und für uns wünscht. Schließlich sind wir dazu berufen, seine Werke, ja sogar noch größere Werke als er zu tun.


Ein letzter Gedanke noch:

Ich werde nicht müde zu sagen, dass Liebe nicht primär ein Gefühl ist, sondern die Entscheidung zum Wohl meines Nächsten zu handeln.

Genauso hat gelebter Glaube auch viel mehr mit unserem Handeln zu tun, als mit dem, was wir empfinden.

Z.B.: Ich weiß nicht, ob in einer Woche ein Blackout kommt. Aber ich nehme die prophetischen Worte sehr wohl ernst und handle so, dass ich auf so ein Ereignis vorbereitet bin, wie wenn ich ganz sicher wäre, dass es tatsächlich eintritt. Mein Kopf sagt: Vielleicht. Aber meine „Hand“ sagt: „Ja! Ich bereite mich vor.“


In Jak 2 geht der Apostel auf diese Spannung zwischen Glauben und meinem Tun ein und kommt zu dem Schluss: »Ich kann deinen Glauben nicht sehen, wenn du keine guten Taten vollbringst; aber ich kann dir durch mein Handeln meinen Glauben zeigen.« (Jak 2,18) Und am Ende des Kapitels stellt er dann fest, dass der Glaube ohne Taten tot ist. (V 26)


Bist du bereit, dieses „Risiko“ des Glaubens in deinem Leben einzugehen? Bist du bereit, aus dem Glauben heraus zu handeln und alles was du tust davon bestimmen zu lassen, was Gott in dir und durch dich tun möchte?

Ich bin überzeugt davon, dass das der Grund war, warum Jesus diesen Buben heilen konnte. Er wusste: Alles ist möglich, dem der glaubt.

Glaubst du das auch?



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