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  • Sabine Köttritsch

Transitions - wichtige Zeiten im Leben


Ich zeige euch jetzt ein paar Fotos. Um welches Thema, denkt ihr, wird es heute gehen?


Übergänge gibt’s überall: Im Farbverlauf, in einer Geschichte – dazu braucht man passende Worte, habe ich gelesen; in den Bergen von einer Seite auf die andere – das sind die Pässe; über Bahngleise - die sind oft gesichert; über die Grenze zwischen Ländern – da wird kontrolliert - usw.


Besonders interessiert mich das Thema Veränderung, bzw. Übergänge, im Leben eines Menschen und in der Gemeinde. Es ist etwas, das jeden Menschen betrifft, und wo jeder seine ganz persönlichen Erfahrungen macht und schon gemacht hat. Je älter, desto mehr! 😊


Übergänge sind Zeiten, in denen etwas anders wird. Entweder habe ich mich dazu entschlossen, etwas zu verändern, oder es passiert etwas in meiner Umgebung, oder es ist ein natürlicher Prozess, wie z. B. der Übergang von der Kindheit zur Jugendzeit, vom Buben zum Mann, Eltern bzw. älter werden…


Man unterscheidet zwischen Übergang und Transition.


Ein Übergang ist das einfache Ereignis, welches stattfindet. Die Transition beschreibt die gesamte Übergangserfahrung mit den jeweiligen Auswirkungen und ist damit also viel komplexer als das bloße Ereignis des Übergangs.



Transitionen sind komplexe Lebensereignisse, wo Dinge aufhören und wir seelisch und körperlich damit fertig werden müssen. Das bedeutet, dass es zu relevanten und bedeutsamen Veränderungen im Leben des Menschen kommt.


Transitionen sind fester Bestandteil des menschlichen Lebens. Das bedeutet, dass sie bei jedem Menschen in einer Vielzahl auftreten.


Ein Beispiel für eine Transition ist der Übergang in den Kindergarten, der Wechsel vom Kindergarten in die Schule, oder der Start ins Berufsleben.


Durch Transitionen besteht die Möglichkeit, ein intensives Lernen anzuregen; es können bedeutsame Erfahrungen für die eigene Identitätsentwicklung gesammelt werden.


Es besteht aber auch die Gefahr, dass der Mensch mit den neuen Anforderungen und Gegebenheiten nicht gut zurechtkommt und es zu Anpassungsschwierigkeiten kommen kann. Transitionen stellen also wichtige Ereignisse im Leben eines Menschen dar, welche eine Chance, aber auch ein Risiko, für die Entwicklung bergen. Man sagt ja: Nicht das, was uns passiert, prägt uns, sondern wie wir darauf reagieren.



Je nachdem, welcher Typ du bist, verarbeitest du solche Phasen anders.


Im Jahr 2017 war für mich eine sehr große Veränderung, die ich nicht beeinflussen konnte. Alle drei Kinder verließen das Haus: Lukas zog in eine WG, Matthias ins Studentenheim und Julia ging für 6 Monate nach Australien und Neuseeland, um zu wovern.


Auf einen Schlag schrumpfte unsere Familie von einem 5-Personenhaushalt auf einen 2-Personenhaushalt. Zuerst passierte gar nichts. Wir halfen Ende August beim Siedeln und brachten Julia im September zum Flughafen. Dann war Schulanfang und es gab genug zu tun und die ganze Zeit ging es mir gut.

Plötzlich, Mitte Oktober, wurde mir ohne Grund total schlecht und ich übergab mich 2 Tage lang, bis nur noch Galle kam. Natürlich bat ich meine Trafotreffdamen, für mich um Heilung zu beten, weil ich dachte, ich hätte einen Virus eingefangen.

Meine Mama aber sagte: „Endlich, wir haben uns schon gewundert, wie du das alles einfach so wegsteckst.“ Und ich wusste, dass sie recht hatte. Mein Körper reagierte auf diese massive Veränderung auf seine Weise – in meinem Fall mit Erbrechen, denn ich bin ein Bauchtyp. 😊

Ein Kopftyp bekommt eventuell Kopfschmerzen und kann nächtelang nicht schlafen, weil so viele Gedanken im Kopf herumwandern.

Herztypen heulen womöglich diesen Schmerz hinaus oder sind schlecht gelaunt etc.


So etwas nennt man Transition – das ist der Prozess, den wir ganzheitlich auf allen Ebenen durchleben, wenn sich etwas in unserem Leben verändert. Und bis wir durch sind, kann es dauern…


Die Bibel ist voll von Geschichten, wo Menschen Übergänge erleben und wie sie ihre Transitionen bewältigen. Oft widmet sie sich mit vielen Kapiteln diesen Zeiten und mit nur wenig Versen, wenn dann z. B. die Berufung eines Menschen beginnt. Z. B. das ganze Buch Ruth ist so eine Geschichte. Die Veränderung in Ruths Leben ist, dass ihr Mann stirbt. Die Transition von Ruth ist: Sie muss verkraften, dass sie Witwe geworden ist und dass sie gemeinsam mit ihrer Schwägerin und ihrer Schwiegermutter ihre Heimat verlassen muss. Sie verliert fast alles, was bisher ihr Leben ausmachte. Als Frau alleine hat sie wenig Chancen, und das weiß sie. Ihr Ziel: das Überleben für ihre Schwiegermutter und sich selbst auf anständige Weise zu sichern. In drei von vier Kapiteln geht es um diese Zeit in ihrem Leben. Am Anfang des 4. Kapitel erfahren wir, dass sie heiratet und später, dass sie einen Sohn bekommen hat und Obed nannte – das bedeutet: „Diener des Herrn“. Und dieser ist der Großvater von König David und somit ein Vorfahre von Jesus. Und dann endet das Buch Ruth! Wir erfahren gar nicht mehr, ob sie noch Kinder hatte und wie ihr Leben verlief. Aber diese besondere Zeit in ihrem Leben findet große Aufmerksamkeit!


Von 5 Büchern Mose beschäftigen sich 2 – 5 mit dem Auszug aus Ägypten, dem Leben in der Wüste und dem Einüben, mit Gott als freies Volk zu leben! Die Transition ist: vom Sklaven ein freier Mensch zu werden, sich so zu verhalten und Verantwortung zu übernehmen – 4 Bücher lang!!! Eine ganze Generation hat diesen Prozess nicht geschafft und starb in der Wüste.

Erst die nächste Generation, die dort geboren worden war und die Sklaverei nicht mehr erlebte, durfte in das gelobte Land.


Transition – Übergang – Veränderung, so wie Gott sie will, nicht die Leute. Die wollten zurück nach Ägypten, in die vertraute Situation.


Anscheinend legt Gott Wert auf diese Zeiten und wir dürfen sie in unserem Tempo durchleben und verarbeiten. Wenn wir genau schauen, dann sind diese Zeiten im Leben der Glaubenshelden die, wo sie

  1. warten mussten,

  2. große innere Kämpfe und auch Ängste hatten und

  3. womöglich eine Lektion wiederholen mussten, damit sie für ihre Berufung reif wurden.


Aber eines ist bei allen gleich:

Nachher war nichts mehr wie vorher!


Wir als Gemeinde haben im Laufe der Zeit auch Entscheidungen getroffen, wo wir wussten, da wird sich jetzt etwas ändern. Und dieser Prozess ist oft am härtesten für jene, die von Anfang an dabei sind! Von einer kleinen Gruppe, die sich schnell zusammentelefoniert, um etwas auszumachen, und die in einem Wohnzimmer Platz hat, mit Kindergottesdienst im Kinderzimmer, hin zu einer Gemeinde mit fixen Räumen und einer komplexen Organisationsstruktur ist es ein Weg, vor allem für diese Menschen. Jemand, der jetzt dazukommt, kennt nichts anderes…


Dann haben wir uns dazu entschieden, zu lernen, wie man übernatürlich lebt. Wieder eine Übergangszeit, die jeder unterschiedlich schnell durchmacht. In meinem letzten Sozo bin ich draufgekommen, dass ich gar nicht übernatürlich leben will. Das hat mich gewundert, weil ich so gerne Zeichen und Wunder erleben will und mich seit den Anfängen danach ausstrecke. Wisst ihr, was der Grund war? Ganz ehrlich dachte ich, dass übernatürlich leben extrem anstrengend ist, weil ich die Lüge glaubte, dass ich es aus mir selbst heraus schaffen muss. Und das geht natürlich nicht. Wir haben diese Lüge gebrochen und seither ist es sehr entspannt…


Aber wenn eine ganze Gemeinde diesen Weg einschlägt, und das lernen möchte, dann bestimmt dieses Thema die Predigt, den Lobpreis, und wie wir mit Geld umgehen. Wir mussten lernen, wie man Gottes Stimme hört, damit wir Menschen, die wir nicht kennen, dienen können. So wie Andrea und Lydia erzählt haben: Sie gingen an einer Frau vorbei und plötzlich hatten sie den Eindruck „Gastritis“. Sie kamen mit ihr ins Gespräch und durften dann für sie beten.


Wir haben euch auch herausgefordert, euer Denken über euch selbst und über Gott von ihm verändern zu lassen, damit das übernatürliche Handeln dann stattfinden kann.


Eine ganze Gemeinde in geistlicher Transition – das hatten wir die letzten Jahre – und ich danke hier allen, die mit uns mitgegangen sind, denn wir haben viel von euch verlangt und

es ist wirklich nicht mehr viel so, wie es früher war.


Und jetzt steht die nächste Veränderung an: Wir werden übersiedeln!


Wieder eine Transition Zeit, die uns prägen und verändern und hoffentlich zusammenschweißen wird.

Wir wissen zwar noch nicht genau, wann und wohin, aber wir wissen, dass es geschehen wird. Gott ist gut, er hat es uns rechtzeitig gesagt, damit wir uns einstellen können.


Es warten neue Räume, die wir gestalten dürfen. Es kommen neue Menschen, denen wir dienen dürfen. Es werden Situationen sein, wo wir uns nerven werden und einander vergeben dürfen. Wir werden viel dazulernen und wieder verändert werden.



Jeder Übergang beginnt also mit einer Entscheidung. Die Gründe dafür können vielfältig sein – z. B. Unzufriedenheit mit der momentanen Situation oder ein einschneidendes Erlebnis, bzw. Ereignis, finden statt, wo man sich dann entscheiden muss, wie es weitergehen soll.


Und da können wir einiges von Rut lernen.


Ihre Schwiegermutter Naomi war mit Mann Elimelech und den Söhnen wegen einer Hungersnot von Israel nach Moab ausgewandert. Sie war mittlerweile verwitwet und hatte zwei Söhne, die verheiratet waren. Diese Söhne starben auch und Naomi entschied sich, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Eine der Schwiegertöchter, Orpa, wollte bei ihrem Volk, den Moabitern, bleiben.


Rut hingegen traf eine bemerkenswerte Entscheidung: Sie verließ ihr Volk die Moabiter und ihre Herkunftsfamilie.


Sie sagte: „Verlang nicht von mir, dass ich dich verlasse und umkehre. Wo du hingehst, dort will ich auch hingehen, und wo du lebst, da möchte ich auch leben. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.“


Sie entscheidet sich, mitzugehen und an Naomis Gott zu glauben.

  1. Sie hört auf das, was Naomi sagt. Diese kennt die Sitten in ihrem Land und weiß, wie sie vorgehen müssen, damit die Versorgung und der Schutz für die beiden alleinstehenden Frauen gesichert werden können. Mütter, bzw., Schwiegermütter repräsentieren den Heiligen Geist! Das heißt im übertragenen Sinn hört Rut auf den Heiligen Geist und dieser Gehorsam wird belohnt:

  2. Sie wird bemerkt (!), mit Nahrung versorgt und erhält Schutz durch eine Anordnung des Besitzers der Felder, auf denen sie Getreide sammelt. Er heißt Boas und steht für den himmlischen Vater.


Rut 2:8-12

Da sagte Boas zu Rut: »Hör zu, meine Tochter. Geh nicht auf die anderen Felder, um Getreide aufzusammeln, geh nicht weg von hier. Schließ dich den Frauen an, die auf meinem Feld arbeiten.

Achte darauf, auf welchem Teil des Feldes sie ernten, und folge ihnen. Ich habe den jungen Männern gesagt, dass sie dich nicht belästigen sollen. Und wenn du Durst bekommst, kannst du zu den Gefäßen gehen und von dem Wasser trinken, das sie aus dem Brunnen geschöpft haben.«

Rut warf sich ihm zu Füßen. »Warum bist du so freundlich zu mir?«, fragte sie. »Warum beachtest du mich, obwohl ich eine Ausländerin bin?«

»Man hat mir genau erzählt, was du nach dem Tod deines Mannes alles für deine Schwiegermutter getan hast«, antwortete Boas, »und dass du deinen Vater und deine Mutter und deine Heimat verlassen hast, um zu einem Volk auszuwandern, das du vorher nicht gekannt hast.

Der HERR, der Gott Israels, unter dessen Flügeln du Zuflucht gesucht hast, soll dir das vergelten und dich reich dafür belohnen.« 


  1. Sie bekommt Leben in Fülle mit Dingen, die damals wichtig für eine Frau waren: Einen neuen Ehemann und als erstes einen Sohn, den Naomi Obed = Diener des Herrn nannte.


Anhand dieser Geschichte sehen wir, wie eine gute und gelungene Übergangsphase, also Transition, aussehen kann!

  1. Gott vertrauen

  2. Hören auf den Heiligen Geist

  3. Nur das tun, was er sagt

  4. Das Ziel wird erreicht werden: Leben in Fülle und in der persönlichen Berufung, Segen für mich und dadurch auch für andere!


Dazu möchte ich den meiner Meinung nach größten Übergang aller Zeiten näher betrachten, damit wir ermutigt in die neuen Zeiten gehen können.

Dieser hat nicht besonders lange gedauert, hat aber die gesamte Weltgeschichte verändert: und zwar sind das die drei Tage von Karfreitag bis Ostersonntag.


Persönlich hat Jesus diesen Übergang nicht gebraucht, um sich „weiterzuentwickeln“. Nein, er durchlebt den Übergang vom Leben zum Tod, so wie es alle Menschen bis dahin durchgemacht haben. Nur, dass die Sünde der ganzen Welt (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) auf ihm liegt und ihn vom Vater trennt. Und wenn du vom Lebensspender getrennt bist, stirbst du.


Er stirbt daran am Karfreitag um die 3. Stunde. Und wer schon in Israel war, weiß, dass um 17 Uhr am Freitag der Shabbat beginnt – jener Tag, an dem alle von der Arbeit ruhen.


Während dieser 24 Stunden befand sich Jesus im Reich des Todes. Er war an einem Ort, wo er eigentlich absolut nicht hingehörte! Die Toten erfahren von ihm selbst, dass er ihr Retter ist. Am dritten Tag wird er verwandelt und deshalb kann der Tod ihn nicht mehr halten. D. h. er hat seit diesem Tag diese endgültige Macht nicht mehr. Es gibt tatsächlich jemand mächtigeren, als er es ist. Jesus steht vom Tod auf, wie es so schön heißt, und kommt zurück und erzählt dasselbe den Lebenden, bevor er in den Himmel zurückkehrt.

Und erst dann, als er zum Vater in den Himmel zurückkehrt, ist seine Mission beendet! Während dieser ganzen Zeit war er in Transition!


Und er hat es nur deshalb geschafft, weil er die gesamte Zeit

  • zu 100 % gewusst hat, wer er ist,

  • was sein Ziel ist und vor allem,

  • dass er sich zu 1000% auf den Vater verlassen kann.


Weißt du

  • zu 100 %, wer du bist?

  • was dein Ziel ist?

  • dass du dich zu 1000% auf den Vater verlassen kannst?


Diese Transition, der sich Jesus hier ausgesetzt hat, hat für alle Menschen die Chance auf das ewige Leben eröffnet. Voraussetzung: Du musst das glauben, dass das notwendig war.


Er hat einen Übergang für uns geschaffen, über den wir tatsächlich ins himmlische Reich gehen können. Dieser Übergang war bis zu diesem Tag für uns nicht existent.


Er musste sterben, damit die größte Veränderung aller Zeiten möglich wurde. Das hat im wahrsten Sinne Himmel und Erde erschüttert – es gab ja auch ein Erdbeben!


Diesen großen und einzigartigen Übergang in unserem Leben vom Tod zum ewigen Leben hat also Jesus statt und für uns gemeistert. Niemand sonst hätte das tun können, bzw. wird das können.


Wenn du das Bekenntnis dazu erneuern, oder es zum ersten Mal für dich annehmen möchtest, komm nach dem Gottesdienst zum Gebetsteam nach vorne. Sie helfen dir dabei.


Was können wir nun daraus für unser Leben und seine Übergangsphasen lernen?


  1. Es muss etwas aufhören, damit etwas Neues und womöglich Größeres/ Weiteres entstehen kann.

  2. Stelle dich dem, was „gestorben“ ist und

  3. Verkünde den kranken oder abgestorbenen Teilen deines Lebens oder deiner Beziehungen usw., dass Veränderung und völlige Erneuerung und Wiederherstellung möglich sind, weil Jesus den Tod besiegt hat.

  4. Geh den Weg fertig (in Psalm 23 Tal des Todes genannt) und du wirst am Ende dieser Strecke zum Positiven verändert sein!



Ich bete noch zum Abschluss:


Vater, ich danke dir, dass du in jeder Lebensphase von uns dabei bist. Ich danke dir, dass du das, was du in uns begonnen hast, zu dem besten Ende bringen willst.

Ich danke dir, dass es die Übergangszeiten sind, die uns dir näher bringen und den Glauben wachsen lassen.

Danke, dass du uns hilfst, dir immer mehr zu vertrauen.

Und ich segne jetzt jeden hier herinnen mit einem himmlischen Blick, der über die jetzige Situation hinausschaut und erkennen kann, wo es hingeht.

Ich setze über uns allen Hoffnung und Freude frei!

Amen.

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