• Karin Staple

Sein Eigentum

Aktualisiert: Juli 19

Wir schauen uns heute eine Stelle im AT an, die mir immer wieder sehr nahe geht, wenn ich sie lese und drüber nachdenke.


Diese erstaunliche Stelle steht im 2. Mose 19 und auch noch Teile von 20.


2 Monate nachdem die Israeliten aus Ägypten befreit worden waren, also 2 Monate nachdem sie alle diese Wunder und Beweise der Liebe und Allmacht Gottes erlebt hatten, sind sie in der Wüste, am Fuße des Berges Sinai angekommen.


Mose 19/3-6: Mose bestieg den Berg, um Gott zu begegnen. Der HERR rief ihm vom Berg aus zu: »Richte den Israeliten, den Nachkommen von Jakob, diese Botschaft von mir aus: 4 Ihr habt selbst gesehen, was ich mit den Ägyptern gemacht habe. Ich habe euch sicher hierher zu mir gebracht, wie ein Adler, der seine Jungen trägt. 5 Wenn ihr nun auf mich hört und euch an den Bund haltet, den ich mit euch schließen will, dann werdet ihr mir mehr bedeuten als alle anderen Völker. Mir gehört die ganze Welt, aber ihr seid in besonderer Weise mein Eigentum. 6 Ja, ihr sollt ein heiliges Volk sein, das allein mir gehört. Als königliche Priester sollt ihr mir dienen! Sag dies den Israeliten weiter!«

Als königliche Priester sollte das ganze Volk Gott dienen! Das war der Plan Gottes. Nicht dass das Volk Priester hatte, sondern dass das ganze Volk Gott als Priester dienen sollte!


7-11: Mose ging zurück, rief die Sippenoberhäupter des Volkes zusammen und erzählte ihnen, was der HERR ihm aufgetragen hatte. 8 Das ganze Volk Israel war sich einig: »Wir wollen alles tun, was der HERR befiehlt!« Mose überbrachte ihre Entscheidung dem HERRN. 9 Nachdem er berichtet hatte, was die Israeliten geantwortet hatten, sagte der HERR zu Mose: »Ich werde in einer dichten Wolke zu dir kommen und so mit dir sprechen, dass auch das Volk es hört. Es soll nie wieder einen Zweifel geben, dass du in meinem Auftrag redest. 10 Geh nun wieder zurück! Die Israeliten sollen sich heute und morgen darauf vorbereiten, mir zu begegnen. Sie sollen ihre Kleider waschen 11 und sich am dritten Tag bereithalten. Denn an diesem Tag werde ich vor aller Augen auf den Berg Sinai herabkommen.

So weit so gut. Das Volk ist berufen, es willigt ein, alle waschen ihre Kleider und reinigen sich, das ist alles klar. Das Volk will sich vorbereiten und Gott begegnen. Schauen wir weiter, was passiert…


12 Zieh eine Grenze rings um den Berg, und warne die Leute davor, sie zu überschreiten! Sie dürfen ihn nicht besteigen und sich auch nicht am Fuß des Berges aufhalten. Wer dem Berg zu nahe kommt, muss sterben

Gott ist gefährlich. Er ist allmächtig. Er ist heilig, das heißt anders, abseits von unseren Vorstellungen und Gewohnheiten. Wenn wir Gott begegnen, dann nur zu seinen Bedingungen!


16-20 Früh am Morgen des dritten Tages begann es, zu donnern und zu blitzen. Eine dichte Wolke umhüllte den Berg, und man hörte den lauten Klang eines Widderhorns. Die Israeliten im Lager zitterten vor Angst. 17 Mose führte sie aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuß des Berges auf. 18 Der Berg Sinai war in dichten Rauch gehüllt, denn der HERR war im Feuer herabgekommen. Rauch stieg auf wie aus einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte. 19 Das Horn ertönte immer lauter. Mose redete, und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme. 20 So kam der HERR herab auf den Gipfel des Berges Sinai. Von dort rief er Mose zu sich, und Mose stieg auf den Berg.

Sehr dramatisch. Vielleicht geht es dir auch manchmal so, aber ich wünsche mir manchmal, dass Gott so sichtbar erscheint. Dass er sich bemerkbar macht und wir ihn erkennen dürfen. Und manche Leute erzählen von Begegnungen mit ihm, die sie an den Rand des Todes gebracht haben, weil Gottes Kraft so stark ist. Eine Begegnung mit dem Allmächtigen Gott hat Folgen. Wir können nicht mehr so sein wir vorher. Wenn wir Gott begegnen, dann ist das herausfordernd. Dann müssen wir Farbe bekennen. Wir müssen etwas ändern in unserem Leben, in unseren Einstellungen. Das war bei den Israeliten auch so. Sie haben zugestimmt, königliche Priester für Gott zu sein und dann haben sie Gott erlebt. Schauen wir, wie es weiter geht.


Kap. 20/1-21 Dann redete Gott. Er sprach: 2 »Ich bin der HERR, dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit. 3 Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren! 4 Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgendetwas am Himmel, auf der Erde oder im Meer. 5 Wirf dich nicht vor solchen Götterfiguren nieder, bring ihnen keine Opfer dar! Denn ich bin der HERR, dein Gott. Ich dulde keinen neben mir! Wer mich verachtet, den werde ich bestrafen. Sogar seine Kinder, Enkel und Urenkel werden die Folgen spüren! 6 Doch denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig. Sie und ihre Nachkommen werden meine Liebe über Tausende von Generationen erfahren.


Dann gibt er dem Volk die Bedingungen, unter denen sie Priester sein können. Wir kennen alle die Erfordernisse, die 10 Gebote. Sie gehen weiter:


„Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen“ „Denke an den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist!“ „Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben, das ich, der HERR, dein Gott, dir gebe.“ „Du sollst nicht töten!“ „Du sollst nicht die Ehe brechen!“ „Du sollst nicht stehlen!“ „Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen!“ „Du sollst nicht begehren, was deinem Mitmenschen gehört“ (also nicht neidisch sein!)


Und dann steht in Vers 20: Als die Israeliten den Donner und den Klang des Horns hörten, als sie die Blitze und den rauchenden Berg sahen, zitterten sie vor Angst und zogen sich vom Fuß des Berges zurück. 19 Sie sagten zu Mose: »Rede nur du mit uns, wir wollen auf dich hören! Gott selbst aber soll nicht mehr zu uns sprechen, sonst sterben wir noch!« 20 Doch Mose beruhigte sie: »Habt keine Angst! Gott ist gekommen, um euch auf die Probe zu stellen. Er will, dass ihr Ehrfurcht vor ihm habt und keine Schuld auf euch ladet.« 21 Das Volk blieb in einiger Entfernung vom Berg stehen. Nur Mose näherte sich der dunklen Wolke, in der Gott war.


Was war der Unterschied zwischen Mose und dem Volk? Ich habe mich oft gefragt, warum die Menschen so anders reagiert haben als Mose. Sie haben sich vor Gott zurückgezogen, Mose ist geradewegs hingegangen.


War Mose tapfer und die anderen alle Hasenfüße? Ich glaube nicht. Die waren gerade aus Ägypten gekommen, gewohnt hart zu arbeiten. Sie waren sicher gut durchtrainiert, waren schwierige Situationen gewohnt. Sie waren gewohnt in Angst und Schrecken zu leben, hatten ständig Unterdrückung in ihrem Leben gehabt. Also tapfer waren sie sicher auch.


Ich glaube, dass der Unterschied darin lag, dass Mose Gott intimer kannte, also eine Beziehung mit ihm hatte, und das Volk nicht. Ich glaube, dass Mose in den 40 Jahren, wo er Schafe gehütet hatte, Gott kennengelernt hat. Er vertraute ihm. Er wusste, dass in Gott der sicherste Platz auf dieser Welt war. Das Volk hatte diese Erfahrung nicht gemacht. Ob das auch ein Grund war, dass sie nachher 40 Jahre in der Wüste verbringen mussten?


Ich denke, dass das Volk Angst vor Gott hatte. Das war ihre Erfahrung in der Sklaverei. Man musste Angst vor Autorität, vor Obrigkeit haben. Wogegen Mose hatte Ehrfurcht. Er wollte das dem Volk noch erklären, aber ich denke, die hatten keinen Referenzrahmen. Sie konnten sich aus ihrer Lebenserfahrung heraus nicht vorstellen, wie es das geben konnte, dass da jemand Mächtiger war, mit dem man zusammen sein konnte und es tat nicht weh. Jemand, der seine Macht nicht missbrauchte.


Die 40 Jahre in der Wüste, die das Volk dann verbringen musste, sollte ihnen lernen, dass Gott es gut mit ihnen meint und wie sich das anfühlt.


»Habt keine Angst! Gott ist gekommen, um euch auf die Probe zu stellen. Er will, dass ihr Ehrfurcht vor ihm habt und keine Schuld auf euch ladet.«


Das Volk hatte Angst vor der Strafe, die sie treffen würde, wenn sie die Gebote nicht einhalten würden. Doch Mose hatte es richtig gedeutet, was Gott wollte. Er kannte ihn. Gott wollte, dass sie Ehrfurcht vor ihm hätten, dass sie ihm glauben würden, wenn er ihnen sagte, dass gewisse Sachen wichtig sind, damit es ihnen gut gehen würde.



Das Volk hat die Strafe gesehen, Mose den Segen.


Ich finde, dass der Vers 19 einer der traurigsten in der Bibel ist: Sie sagten zu Mose: »Rede nur du mit uns, wir wollen auf dich hören! Gott selbst aber soll nicht mehr zu uns sprechen, sonst sterben wir noch!«


Jedes Mal, wenn ich diese Verse lese, kommen mir für Gott die Tränen. Wie muss ihm diese Entscheidung weh getan haben! Und trotzdem akzeptiert er ihre Entscheidung und liebt sie weiter.


Was hat das alles mit uns heute zu tun? Wir haben ja dieses Problem nicht. Wir haben Jesus, der alles für uns geregelt hat. Er ist uns nahe gekommen, hat uns gezeigt, wie der Vater ist, hat uns gezeigt, dass alles vergeben ist, wir können – wie wir das im SOZO so oft erleben – auf Papas Schoß sitzen, denn wir haben den Hl. Geist.


Ja! Das stimmt. Und ich lobe Gott dafür, dass das alles für uns gilt.


Aber ich möchte doch einen Schluss ziehen: Gott ändert sich nicht. Er ist der selbe gestern heute und immerdar, heißt es in der Bibel.


Wenn Gott damals verlangt hat, dass das Volk heilig sein soll wie er heilig ist, dann tut er das immer noch. Jesu Braut muss so heilig sein, dass sie zu ihm passt, da können wir ganz sicher sein! Ohne dass wir heilig sind, haben wir keinen intimen Zugang, denn das würde uns umbringen.


Heilig sein heißt, dass wir anders sind als die Welt in der wir leben. Dass wir in enger Verbindung mit Gott leben, dass wir ihm gehören in allem was wir tun! Dass wir erkauft sind von Jesus, sein Eigentum. Dass er bestimmt in unserem Leben. Dass wir ihn anbeten und nichts neben ihm anbeten.


Dass wir Zugang zu Gott haben, hat nicht zu tun mit „Schwamm drüber“! Es hat damit zu tun, dass Jesus einen hohen Preis für uns bezahlt hat und uns herausgerettet hat aus unserem Schlamassel, aus unserem ewigen Verderben. Die Antwort darauf ist, dass wir ihm gehören. Auf Gedeih und Verderb (so hat es bei den Rittern geheißen). Alles, alles, alles gehört ihm.


Das heißt für uns, dass wir uns von ihm verändern lassen. Transformation. Mein Biologieunterricht ist schon sehr lange her, aber sogar damals haben wir schon gelernt, dass eines der Zeichen von Lebendigsein Veränderung ist. Wenn keine Veränderung geschieht, dann ist man tot.


Ich habe Gott gefragt, was denn das alles für uns als Gemeinde ganz konkret heißt. Ich glaube, dass wir als Gemeinde vorort einen ganz speziellen Ruf haben. Ich denke, dass Jesus uns genau das fragt, was Gott damals die Israeliten gefragt hat: wollt ihr intim mit mir sein? Wollt ihr euch verändern lassen? Als ganze Gemeinde? Wenn wir alle miteinander da ja sagen möchten, dann hat das eine enorme Sprengkraft. Ich denke, dass das einer der Gründe sein könnte, dass wir solche Anfechtungen erfahren zur Zeit.


Lasst uns unseren Tag beginnen mit Liebesgedanken an Jesus und auch beenden. Lasst uns statt in die Glotze in sein Angesicht schauen und sehen, wie gut er ist! Lasst uns großzügig werden wie er, indem wir den Menschen um uns gestatten, dass sie anders sind wie wir! Lasst es uns zur Gewohnheit machen, dass wir mit dem Psalm 139/23-24 beten: Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; 24 und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg!


Das mit dem Heiligsein ist so eine Sache. Man kann sie ganz leicht verwechseln mit gesetzlich sein. Wenn ich das alles tue und mich bemühe, damit ich sicher bald heilig bin und dann ganz nahe zu Gott kommen kann, dann ist das gesetzlich.


Vorsicht, denn das ist die größte Falle! Wir können diese Veränderung nicht selber bewirken. Wir müssen uns verändern lassen. Durch den Hl. Geist in uns. Das was wir tun können ist nur, dass wir ihn bitten uns zu verändern und bereit sein, das umzusetzen, was er uns sagt. Es schadet aber nicht, immer wieder einmal kritisch zu prüfen, ob wir uns schon verändert haben.


In 1. Petrus 2/9 steht: Ihr aber seid ein von Gott auserwähltes Volk, seine königlichen Priester, ihr gehört ganz zu ihm und seid sein Eigentum. Deshalb sollt ihr die großen Taten Gottes verkünden, der euch aus der Finsternis befreit und in sein wunderbares Licht geführt hat.


Wir, das Volk Gottes, sind dazu bestimmt, unseren himmlischen Vater so intim zu kennen, dass wir uns nicht scheuen, in unserer Angst, in unserer Not, in unseren Problemen, in all unseren Belangen, auch in unseren Freuden, zu ihm zu laufen, in seine Arme, in seinen Schoß und ihn zu fürchten, im Sinne von Ehrfurcht.


Ehrfurcht heißt, dass wir uns bewusst sind, wer er ist, dass er über uns steht, dass wir ihn ehren müssen. Wir ehren Gott, indem wir ihn ernst nehmen. Er ist unsere erste Autorität in unserem Leben. Er ist nicht unser Wurschtel, unser Wichtelmännchen! Auch und gerade dann, wenn wir intim mit ihm sind.


Das wichtigste Gebot ist, Gott von ganzem Herzen und mit unserem ganzen Sein zu lieben. Wenn wir wirklich lieben, dann ist uns Gott so wichtig, dass wir ihn automatisch auch ehren und in dem Sinne auch fürchten.



Wenn du findest, du hast da noch Verbesserungsbedarf, dann wende dich doch an das Gebetsteam. Sie haben heute die Salbung, für uns zu beten. Rücke vor ihnen wieder alles zurecht, was vielleicht zu lax geworden ist. Das Gebetsteam wird nichts weiter erzählen! Wenn du spürst, dass du in irgend einem Punkt Handlungsbedarf hast, dann verschieb es nicht. Bekenne es dem Gebetsteam und erneuere deine Hingabe gleich nach dem GD. Du bist auch gerne zu einem SOZO eingeladen, wenn du auf etwas vor Gott genauer anschauen möchtest. Lasst uns als ganze Gemeinde von Gott erneuern, sein Volk sein, seine Braut sein!



Ich bete:


Jesus, unser König, du König der Könige! Danke, dass du uns möglich gemacht hast, dass wir in deinem Königreich Priester und Könige sein dürfen. Danke, dass du den Zugang zum allmächtigen Gott, unserem Papa, frei gemacht hast! Das ist so unbegreiflich. Wir gehören als Gemeinde, als deine Braut, dir alleine. Hl. Geist, bitte hilf uns, alle die kleinen Götter raus zu schmeißen, die wir noch anbeten! Hilf uns dabei, dass wir heilig werden wie unser himmlischer Vater heilig ist. Amen.

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