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Dem Heiligen Geist Raum geben

  • Bronwin Staple
  • 28. Juni
  • 13 Min. Lesezeit

Immer wieder wird mir bewusst, wie wichtig es ist, dass ich dem Heiligen Geist in meinem Leben mehr Raum gebe – allen Raum.

Immer wieder stellt sich die Frage in der Gemeinde: „Geben wir dem Heiligen Geist genug Raum?“.

Immer wieder beschäftigt uns als Gemeindeleitung: „Lassen wir dem Heiligen Geist genug Raum?“.

Eine sehr, sehr wichtige Frage. Allerdings, was heißt es überhaupt, dem Heiligen Geist Raum zu geben, und wie schaut das aus?


In gewissen Kreisen denken Leute: „Wenn eine Zeile eines Lieds mindestens sieben(undsiebzig) Mal wiederholt wurde, dann ist dem Heiligen Geist Raum gegeben worden.“ Was steckt da hinter diesem Denken? Manchmal sind wir in unseren Gedanken gefangen und brauchen eine Zeit, von unseren Problemen wegzuschauen und unseren Blick auf Gott zu richten, oder bis unser Herz anfängt, dem, was wir singen, zuzustimmen.


In gewissen Kreisen sagen Leute: „Wenn ich umfalle unter der Macht des Heiligen Geistes, dann ist ihm genug Raum gegeben worden.“ (oder andere physische Manifestationen). Was hat es mit dem auf sich? Ich gebe die Kontrolle ab über meinen Körper, vertraue meinen Körper dem Heiligen Geist an.


Manchmal sagen Leute: „Wenn ich in Sprachen rede, dann lasse ich dem Heiligen Geist genug Raum.“ Sehr biblisch – in der Apostelgeschichte war Sprachenrede immer wieder ein Zeichen vom Wirken des Heiligen Geistes.


Früher habe ich immer, wenn ich den Heiligen Geist stark spürte, zum (positiv-) Weinen angefangen. Das ist dann für mich zu einer Art Litmus-Test geworden: wenn ich in „christlichen Situationen“ zum Weinen angefangen habe, dann habe ich gewusst, der Heilige Geist ist präsent. An dem habe ich dann auch gemessen, ob das Anbetungsteam seinen Job gut macht, oder die Predigt passt. (Anm.: Weinen passt! Den Heiligen Geist in meine Gefühle lassen. Mich als Richter über das Anbetungsteam aufspielen nicht!!!)


Manche Leute fangen auch zum Lachen an unter der Führung vom Heiligen Geist – die Freude des Herrn!


Lauter super Sachen, und lauter Dinge, die der Heilige Geist macht. Wie wunderbar, sie zu erfahren. Nur – es sind lauter Sachen, die nur in kurzen Zeitspannen passieren. Stellt euch vor, ich bin beim Spar und falle um unter der Macht des Heiligen Geistes, oder rede auf einmal mit der Kassiererin in Sprachen. Oder weine in der Arbeit die ganze Zeit vor mich hin. Das würde nicht wirklich passen – aber wenn „dem Heiligen Geist Raum geben“ sich auf diese Dinge beschränkt, heißt das, dass ich ihm im Spar, in meiner Arbeit, auf der Geburtstagsfeier des Nachbarn, … keinen Raum geben darf?


Ab dem Zeitpunkt, an dem ich Jesus Christus mein Leben gebe, ihn in mein Herz einlade und ihn zum König – zum Alleinherrscher – meines Lebens mache, gibt es für mich keinen Unterschied mehr zwischen „Geistlichem“ und „Säkularem“.


Römer 12:1 (NLÜ)

Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll.


(ELB: „vernünftiger Gottesdienst“)


Mein ganzes Leben ist also ein Gottesdienst. Sonntag Morgen ist, wo wir uns versammeln, um gemeinsam Gott zu begegnen. SEHR wichtig!


Hebräer 10:25 (HfA)

Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben.


Aber mein ganzes Leben ist Gottesdienst, mein Ganzes Leben Anbetung. Oder sollte es zumindest sein ;)


Ich habe ja zuerst gesagt, früher war mein „innerer Test“, ob der Heilige Geist am Wirken ist, ob ich weine. Irgendwann hab ich auf einmal nicht mehr geweint in Situationen, wo das früher so gewesen wäre, und ich war eine Zeitlang wirklich verwirrt. Habe ich den Heiligen Geist vergrämt? Was ist los? Dann hat er mir gesagt, dass ich ihn so gespürt habe, weil er in den Zeiten in mir was geheilt hat, das durch Tränen „raus gekommen“ ist. Diese Sachen sind jetzt geheilt, jetzt brauch ich nicht mehr immer weinen, wenn ich ihn so total spüre. Manchmal weine ich, manchmal erlebe ich ihn ganz anders.



Frage in die Runde:

Wer ist der Heilige Geist, und welche „Funktionen“ hat er?


Ein paar Beispiele...

Tröster, Helfer, Lehrer, Fluss, Ermutiger, Geber guter Gaben, ...

Altest Testament oft Weisheit, Neues Testament oft Power

Geborgenheit

Taube (Symbol für Frieden - Shalom). Neulich habe ich wo gelesen: „Shalom beschreibt den ,Bereich, in den das Chaos keinen Zutritt hat', wobei unter Chaos Krankheit, Krieg, soziale Unruhen oder die Verletzung des Bundes zu verstehen sind.“ – Gott ist ein Gott der Ordnung (1. Korinther 14:33)


Grundsätzlich kann Gott nichts geben, was er nicht hat (z.B. Krankheit) – das heißt, die Frucht des Geistes zeigt uns auch, wer der Heilige Geist ist:


Galater 5:22-23a (NLÜ)

Wenn dagegen der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.



Wenn also all diese Dinge den Heiligen Geist beschreiben, dann „tauchen“ diese Sachen auch auf, wo ihm Raum gegeben wird. Von daher: über jeden Aspekt davon, dem Heiligen Geist Raum zu geben, zu sprechen, wäre wohl eine Predigtserie von einigen Jahren :P – aber ich hab mir einen fundamentalen Aspekt herausgesucht, der, glaube ich, allen anderen Aspekten zugrunde liegt:


Galater 5:25-26 (NLÜ)

Wenn wir jetzt durch den Heiligen Geist leben, dann sollten wir auch alle Bereiche unseres Lebens von ihm bestimmen lassen.

Lasst uns darauf achten, dass wir nicht stolz werden und uns gegenseitig verärgern oder beneiden.


In diesem Kapitel geht es um Freiheit – wahre Freiheit (Peter hat neulich super darüber gepredigt).


2. Korinther 3:17-18 (NLÜ)

Der Herr aber ist der Geist, und wo immer der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.

Von uns allen wurde der Schleier weggenommen, sodass wir die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen können. Und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln


„wo immer der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.“ - man könnte auch umgekehrt sagen, wo immer der Geist Herr ist, da ist Freiheit!


Übrigens: In einem Gleichnis in Matthäus 18 (21-35) macht Jesus klar, dass wir in einem Gefängnis sind (die größte Form der Unfreiheit!), wo immer wir Unvergebenheit in unserem Leben haben. Ein zentraler Aspekt davon, dem Heiligen Geist Raum zu geben, ist also Vergebung!


Galater 5:25 (NLÜ)

Wenn wir jetzt durch den Heiligen Geist leben, dann sollten wir auch alle Bereiche unseres Lebens von ihm bestimmen lassen.


Gehorsam. Dem Heiligen Geist Raum lassen heißt auf fundamentalster Ebene: „Heiliger Geist, du darfst alles tun, was du möchtest!“

„Heiliger Geist, du willst, dass ich unter deiner Kraft umfalle? Passt. Du willst, dass ich der Person, die mich zutiefst verletzt hat, vergebe, sie liebe, sie segne? Passt. Du willst, dass ich dich in Sprachen anbete? Mach ich. Du willst, dass ich dich damit anbete, dass ich meinen Nachbarn, der mich nervt, zum Essen einlade? Mach ich genauso.“


So, wie es in dem Lied heißt: „Wohin du gehst, will ich gehen, was du sagst, will ich sagen - und beten so wie du“ („Where you go I go“ – Brian Johnson)



Ich habe in meiner letzten Predigt die erste Hälfte der Geschichte von König Saul erzählt. Ein äußerlich großer, imposanter junger Mann, der innerlich von seiner Kleinheit überzeugt war. Der durch den Heiligen Geist völlig verändert und ausgerüstet worden war für seinen Dienst, und aber an seinem Minderwert festhielt. Und wie dieser Minderwert ihn letztendlich zu Fall brachte – weil durch diesen Minderwert konnte er Gott nicht gehorchen.


Ich schloss meine Predigt ab mit diesen Worten:

„Ich möchte uns eine ernsthafte Frage an Jesus mitgeben:


,Jesus Christus, bitte zeige mir, wo ich mich selber nicht so sehe, wie du mich siehst? & bitte ersetze das mit deinem Bild von mir.‘


Weil was ist die Antidote bei Minderwert?

  • Mich von Gott lieben zu lassen – bis seine Liebe mich so erfüllt, dass sie aus mir raus fließt.

  • Und: Gott immer und immer und immer wieder fragen, wie er mich sieht. Bis seine Wahrheit nicht nur tief in meinem Herzen steht, sondern in jeder meiner Zellen abgespeichert ist. Bis sich seine Wahrheit sogar auch in meinen Gefühlen wahr anfühlt. Bis ich mich selber so sehe, wie Gott mich sieht.“


Wie weiß ich, ob ich schon in meiner wahren Identität bin, ob ich mich so sehe, wie Jesus mich sieht? Z.B.:

  • Ich bin Gott schnell und ganz gehorsam – ohne „Klauseln“ (z.B. „du kannst alles mit mir machen – in diesem Rahmen, oder solange du diese und jene Bedingung erfüllst“).

  • Ich bin ein treuer Verwalter von allem, was ich bin und habe – also allem, was er mir gegeben hat.

  • Ich diene Gott und meinen Mitmenschen gut.

  • Es fällt mir leicht, mich unterzuordnen – ich kann auch den Menschen, die Gott in Autoritätspositionen über mich gestellt hat, gehorchen (außer, natürlich, sie wollen, dass ich sündige).


Dieser letzte Punkt ist vielleicht ein bisschen kontrovers. Ich habe vor 2 Wochen im Coaching mit Sabine darüber geredet, und sie hat den Gedanken mit mir geteilt, dass es sein kann, dass wir in Österreich da aufgrund unserer Geschichte eine Art Trauma haben, das noch in unserer DNA abgespeichert ist – das uns „in den Gliedern sitzt“.


Wenn ich jetzt diesen Vers aus Römer 13 vorlese, wie geht es dir dabei? Was für innere Gefühle kommen in dir hoch?


Römer 13:1-2 (SCH2000)

Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.

Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.


Oder Hebräer 13:17 (interessant – lauter Kapitel 13 :P)

Gehorcht den Leitern eurer Gemeinde und tut, was sie sagen. Es ist ihre Aufgabe, über eure Seelen zu wachen, und sie wissen, dass sie Gott Rechenschaft geben müssen. Achtet darauf, dass sie dies mit Freude und ohne Sorgen tun können, denn das wäre sonst für euch sicher nicht gut.


Wenn es dir geht, wie mir … ist da schon was Mulmiges dabei. Vielleicht ist das ein Thema, das wir wirklich kollektiv aufarbeiten können – zum Wohl unseres Landes und unserer Nachkommen. Vielleicht ist es auch ein Zeichen, dass wir noch nicht ganz fest in unserer Gott-gegebenen Identität stehen. Auf jeden Fall ist auch das ein Aspekt, in dem wir dem Heiligen Geist Raum geben können.


Interessant ist, dass das Wort, das in Hebräer 13:17 als „gehorcht“ übersetzt wird (πείθω „pei'-tho“), wörtlich heißt:

- von jmd. oder etw. überzeugt werden

- jmd. oder etw. Gehör geben

- gehorchen

- mit jmd. übereinstimmen

- sich von jmd. überreden lassen

Es schwingt mit: Zuversicht, Vertrauen, von Furcht und Zweifel befreien


Ich habe mal eine Geschichte gehört von einem Pastor, dessen Sohn immer wieder weinend von der Schule heim kam, weil ihn sein Lehrer schikanierte.

„Ich wurde geschimpft, dass ich laut war, obwohl es die Kinder hinter mir waren!“

„Wie hast du reagiert?“

„Ich hab gesagt, das war nicht ich! Das ist so unfair!!“

„In Römer 13 steht, dass jede Autorität von Gott eingesetzt wurde. Es steht dir also nicht zu, so mit deinem Lehrer zu reden. Geh morgen zu dem Lehrer und entschuldige dich.“


Den Müttern im Raum dreht es jetzt wahrscheinlich innerlich den Magen um … das wäre eventuell nicht der Rat, den die meisten Leute ihren Kindern geben würden, aber wenn ich die Bibel ernst nehme, muss ich Römer 13 auch ernst nehmen.


Der Sohn bat seinen Lehrer tatsächlich am nächsten Tag um Entschuldigung! Das Resultat? Der Lehrer wurde dem Kind so wohlgesonnen, dass er ihn sogar zum „Schüler des Jahres“ nominierte.

Im Endeffekt geht es bei so einer Geschichte auch darum, ob ich Jesus vertraue, bzw. zutraue, dass er sich um meine Sache kümmert. Dass er der gerechte Richter ist, dass er alles für mich zum Besten wendet. Und ich das nicht selber versuche zu machen.



Was anderes ist, wenn gehorchen sündigen heißen würde! Denn da sagt die Bibel:


Apostelgeschichte 5:29

Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.


Was heißt das für Hebräer 13:17?


Wenn ein Leiter, oder die Gemeindeleitung, in meiner Gemeinde eine Richtung vorgibt, und das zu tun wäre:

Option 1: Sünde

  • Dann darf ich es nicht tun. (Schon klärende Gespräche suchen usw., aber letztendlich Gott mehr gehorchen als Menschen)

Option 2: Nicht Sünde

  • Dann soll ich mich überzeugen lassen (πείθω „pei'-tho“)

  • Es NICHT zu tun ist laut Hebräer 13:17 Sünde.

  •  ...hier geht es natürlich nicht darum, wenn wer fragt, ob ich einen Kuchen mitnehmen kann, oder solche Sachen – da darf ich natürlich nein sagen!

Aber grundsätzlich steht in Hebräer 13:17 „Gehorcht den Leitern eurer Gemeinde und tut, was sie sagen.“ Auch das ist „dem Heiligen Geist Raum geben"!


König Saul hat sich wegen seinem Minderwert nicht unterordnen können. Nicht Gott, und nicht den Menschen, denen Gott Autorität über ihn gegeben hat (z.B. dem Propheten Samuel). Er hat so getan, als ob er eh gehorsam wäre! Aber er war es nicht wirklich. Sein Herz gehorchte nicht – im Sinne von πείθω - „pei'-tho“).


Im Gegensatz dazu lesen wir davon, wie König David sein Leben lebte.


1. Samuel 16:13

Und während David inmitten seiner Brüder stand, nahm Samuel das Öl, das er mitgebracht hatte, und goss es über Davids Kopf aus. Von diesem Tag an kam der Geist des HERRN über ihn und verließ ihn nicht mehr.


Ich habe mal die Frage gehört: Wenn auf deiner Schulter eine lebendige Taube sitzen würde (ein biblisches Bild für den Heiligen Geist) – wie würdest du dich bewegen? Wahrscheinlich behutsam… Ich denke, David hat so gelebt. Als er Ehebruch beging, war der Schrei seines Herzens: „Nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir!“ (siehe Psalm 51). Und auch „Schaffe in mir ein reines Herz“… Das war ihm wichtig! Sein Herzensschrei war nicht „Lass mich weiterhin König sein!“, nicht einmal „nimm deine Salbung nicht von mir!“, sondern „Nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir!“ und „Schaffe in mir ein reines Herz“.


Wie wirkte sich u.A. das auf sein Leben aus?


Wir lesen von einer Zeitspanne von über 10 Jahren, in der David in der Wildnis wohnte, gejagt von König Saul, der eifersüchtig war auf David, bzw. um seine eigene Krone bangte. In der Zeit hatte David zwei Gelegenheiten, Saul umzubringen. Seine Männer sagen sogar:


1. Samuel 24:5a

»Das ist die Gelegenheit, David!«, [...] »Der Herr hat doch versprochen, dir eines Tages deinen Feind auszuliefern. Jetzt kannst du mit ihm tun, was du willst!«


Klingt so gut, nach weisem Rat. „Der Herr hat doch versprochen!“ Scheinbare Weisheit.


Aber der Heilige Geist – der Geist der Weisheit – sitzt auf Davids Schulter, und so kann er dem scheinbar guten Rat widerstehen und sagen:


1. Samuel 24:7

»Der Herr bewahre mich davor, meinem König etwas anzutun, denn er ist vom Herrn selbst eingesetzt worden! Nein, niemals werde ich Saul töten, denn der Herr hat ihn zum König erwählt.«


David kann sich sogar in so einer Situation unterordnen! Später lesen wir auch von Begebenheiten, wo er sich Leuten wie dem Propheten Nathan unterordnet (obwohl David selber als oft-zitierter Prophet in der Bibel steht!)


Wir lesen auch davon, wie er seine Entscheidungen in den Wüstenzeiten traf: „David befragte den Herrn.“ (6x vor seiner Krönung, 3x danach: 1. Samuel 23:1-3, 1. Samuel 23:4-5, 1. Samuel 23:10-11, 1. Samuel 23:12-14, 1. Samuel 30:8-9, 2. Samuel 2:1-2, 2. Samuel 5:17-21, 2. Samuel 5:22-25, 2. Samuel 21:1)


Hier sehen wir, dass sich König David dem Heiligen Geist unterordnete. Ihm viel Raum in seinem Leben gab. Man könnte sagen, er lebte ganz nach dem Motto


Galater 5:25 (NLÜ)

Wenn wir jetzt durch den Heiligen Geist leben, dann sollten wir auch alle Bereiche unseres Lebens von ihm bestimmen lassen.



Das andere Gegenmittel bei Minderwert - der uns davon abhalten würde, dem Heiligen Geist in unseren Leben ganz Raum zu geben - ist:


Lieben lassen!


Gott spricht seit über einem Jahr sehr viel zu mir über den Sabbat. Seit Anfang des Kirchenjahres schau ich wirklich eigentlich relativ gut darauf – und dann ziehe ich zu meinem Geburtstag mein Geburtstagswort. Das ist jedes Jahr das, auf das ich mich am meisten freue! Und dann steht doch tatsächlich drinnen:


„Ich sehe Jesus vor einer Hängematte stehen mit ausgestreckter, einladender Hand.“ Mein erster Gedanke: Sabbat. „Gott, jetzt bemühe ich mich eh so, und dann ist es immer noch nicht genug! Was willst du noch von mir!?!“


Meine SOZO-Ohren blinken gleich Warnung: „Leistungsdenken! Leistungsdenken! Achtung! Achtung!“ Ja… das mal ausräumen… Dann darüber nachdenken: Was für Sachen passen denn, dass ich am Sabbat mache? OK, dann vielleicht doch nicht Predigt vorbereiten, obwohl das aber eh ganz viel Bibellesen und mit-Gott-Gemeinschaft-haben beinhaltet. Unkraut jäten auch nicht – aber Erdbeerpflücken schon, weil dabei kann man zur Ruhe kommen. Und schon klopft der Heilige Geist an meiner Schulter: „Regeln aufstellen? Wirklich?!“


Das Problem ist, Regeln sind so viel einfacher, als jedes Mal mit Jesus zu reden, wie er sich denn meinen Tag so vorstellt.


Dann bin ich in … nicht der Hängematte, aber dafür dem TPL-25-Jahrfeier Bee-Unique „du bist großartig“ Liegestuhl gesessen. Handy am Vorabend ausgeschaltet und bis am nächsten Tag nicht mehr ein.

„Heiliger Geist, soll ich Bibellesen?"

„Später."

„Buch über den Heiligen Geist lesen?"

„Jetzt nicht."

„Aber das ist doch ein gutes Buch?"

„Stimmt. Setz dich hin und sei ruhig ;)"


Ooooook... ... ... ... na, dann... ... ...

Ich schau nach links – die Sonne scheint durch ein paar Blaukrautblätter und highlightet die blauen Venen der Pflanze.

Daneben, am Felsbirnbaum, sitzen 2 kleine Vögel und unterhalten sich.

Daneben ein wunderschöner Ribiselbusch mit leuchtend roten Früchten.

Daneben die Wildrose mit ca. 1000 lila Blüten und das Summen der Bienen und Hummeln, die sich den Nektar gut schmecken lassen.

Daneben wird der Apfelbaum von der Sonne angeleuchtet.

Daneben leuchten die vielen, vielen rosa Blüten einer anderen Rose hinter dem Nussbaum hervor.


In dem Moment hab ich gewusst: Es gibt keinen Ort in der ganzen Welt, an dem es mir so gut gehen würde wie hier. Und Gott hat zu mir gesprochen über wer er ist! Schönheit! Versorger! Pure Liebe. Ich habe mich einfach so, SO sehr GELIEBT gefühlt. Geliebt GEWUSST!!, wie selten zuvor.


Mich von Gott lieben lassen. Wie oft gebe ich dem Heiligen Geist wirklich Raum dafür? (es muss übrigens nicht in genau dem Rahmen sein, den ich gerade beschrieben habe!!)


Einer der berühmtesten Jünger Jesu war sehr überzeugt von seiner Liebe zu Jesus. „Jesus, wenn alle anderen Jünger dich verlassen, ICH steh zu dir!“ (siehe Matthäus 26:33)


Ein anderer Jünger Jesu nennt sich selber „der Jünger, den Jesus liebte“ (siehe z.B. Johannes 13:23). Seine ganze Identität war darin, dass er von Jesus geliebt war. Er wusste, dass er wusste, dass er wusste, dass er der Geliebte Gottes war. Interessant, dass er in seinen Briefen auch die anderen Heiligen als „Geliebte“ ansprach. Wenn wir wissen, dass wir geliebt sind, können wir auch andere lieben (und Peter hat in seiner letzten Predigt gesagt, dass, wenn wir diese Liebe nicht weitergeben, wir Liebe nicht mehr empfangen können! Das habe ich extrem interessant gefunden).


Beide Jünger versagten in dem Moment von Jesu größter Not. Beide Jünger schliefen ein im Garten Gethsemane, beide Jünger liefen davon, als Jesus gefangen genommen wurde. Aber einer der zwei konnte die Scham davon überwinden – einer davon war dann bei der Kreuzigung als einziger der männlichen Jünger dabei. Welcher? Der Jünger, der wusste, dass Jesus ihn liebte.


Und da sind wir bei einer Ebene von „Heiligem Geist Raum geben“ angelangt, die noch unter der Grundfeste von „tun, was immer er sagt“ liegt – der diese Grundfeste untermauert und überhaupt erst ermöglicht. Die Liebe von Jesus.



„Heiliger Geist, wir tun Buße dafür, wo wir dir nicht genug Raum gegeben haben. Wir tun Buße dafür, wo wir versucht haben, für dich zu arbeiten, damit wir uns geliebt fühlen, anstatt uns einfach von dir lieben zu lassen, dir den Raum dafür zu geben. Es tut uns leid, wo wir dir vorschreiben wollten, wie du uns zu begegnen hast.“


Und wenn du das möchtest, dann bete mit mir:


„Heiliger Geist, hier ist mein ganzes Leben. Mein GANZES Leben. Ohne wenn und aber. Bitte fülle mich zum Überfließen mit deiner Liebe! Und ich gebe dir die Erlaubnis, mit mir zu machen, was immer du willst.“


Lied: Where you go, I go ( wörtlich„Wo immer du hingehst, will ich hin gehen")


Chorus

Wo du bist, will ich sein,

was du sagst, will ich sagen

und beten so wie du,

und beten so wie du.


Vers

Jesus tat nur das, was er dich tun sah,

hat nur das gesagt, was er von dir hörte.

Er ging keinen Schritt ohne deinen Rat,

folgte deinem Herz, wie dein Geist ihn führte.


Pre-Chorus

Ich will nicht mehr meine Wege gehen,

wenn jeder Schritt, den Jesus tat,

dir, Vater, folgte.

Ich will nicht von deiner Seite weichen,

denn du allein bist würdig,

und du allein bist gut.


Bridge

Wenn die Welt dich auch schnell vergisst,

wir vergessen nicht,

dass du für uns wirklich alles gabst,

dass du alles gabst.


Schluss

Wo du bist, will ich sein.


Arne Kopfermann, Brian Johnson, Jon Mohr

CCLI Lied #5697850

© 2008 Integrity's Hosanna! Music; Integrity's Praise! Music

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