top of page
  • Peter Köttritsch

Anbetung als Lebensstil 2

Aktualisiert: 28. Juni 2023


Heute werden wir uns genauer ansehen, was das konkret bedeutet. Noch ein bisschen tiefer in dieses Thema: Anbetung als Lebensstil eintauchen.


Jesus wurde am Anfang seines Dienstes in die Wüste geführt, und dort vom Teufel versucht. Unter anderem sagte der Teufel zu ihm: Du kannst alles haben, wenn du mich anbetest.

Wir kennen die Antwort Jesu: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen.


Meine allererste Bestimmung im Leben ist: Gott anbeten!

Höchste Priorität, Nr.1 Job...


Römer 12,1: „Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf... mit eurem ganzen Leben für Gott da zu sein. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt.

Ihm auf diese Weise zu dienen ist die angemessene Antwort auf seine Liebe.“ (Hoffnung für alle)


Anbetung ist die ganz normale, natürliche Art und Weise, wie ich auf die Liebe Gottes reagiere, wenn ich diese Liebe wirklich erfahren habe.

Er liebt uns zuerst, und wir antworten ihm mit Anbetung.

In jedem Fall liegt die Initiative bei Gott.

Gott geht immer den ersten Schritt.

Er erlöst, segnet, liebt, ruft ins Leben, schützt... zuerst.

Alle diese Dinge tut er von sich aus, und als eine Antwort darauf beten wir ihn an.


Das ist nicht neu, Menschen haben immer schon jemanden, oder zumindest etwas angebetet.

So wie auch jene Frau, der Jesus in Joh 4 begegnete. Sie war eine Samariterin. Die Samariter waren ein Mischvolk aus Juden und andern Völker, die unter den Assyrern dort angesiedelt wurden. Sie kannten und verehrten sowohl den Gott Israels, als auch alle möglichen Götter. Deshalb wurden sie unter den „reinen“ Juden als unrein betrachtet und gemieden.

Jesus setzte sich über diese Vorurteile hinweg und sprach mit dieser Frau. Nicht nur über das Wetter, sondern über wahre Anbetung.

Dort sagt Jesus auch diesen tiefen Satz über Anbetung, den wir uns schon letzte Woche angesehen haben: Joh 4, 24

Gott ist Geist; deshalb müssen die, die ihn anbeten wollen, ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.


Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten.

In Wahrheit und im Geist. Was bedeutet das genau?


In Wahrheit bedeutet zum Ersten ganz einfach, dass ich ein reines Herz brauche. Dass meine Anbetung nicht geheuchelt sein darf, sondern ich es ehrlich so meine, wie ich es sage. Wenn ich zum Beispiel sage: „Jesus, du bist mein Herr. Ich gebe dir mein ganzes Leben. Du darfst bestimmen. Ich überlasse dir das Steuer.“, aber mein Leben anders aussieht, dann ist das keine Anbetung.

Wenn das nur Lippenbekenntnisse sind, ohne dass ich es ehrlich meine, dann bin ich ein religiöser Heuchler. Aber kein Anbeter, so wie ihn sich der Vater im Himmel wünscht.


In Wahrheit anzubeten setzt auch voraus, dass ich mich traue, die Wahrheit in meinem Leben anzusehen. Jeder von uns hat dunkle Flecken. Jeder von uns tut, oder denkt Dinge, für die er sich schämen würde, wenn sie in ans Licht kämen.

Diese dunklen Flecken anzusehen fordert Mut. Und noch mehr Mut ist erforderlich, diese Dinge nicht nur anzusehen, sondern auszusprechen. Ich meine nicht in aller Öffentlichkeit, aber vor einem Menschen, dem ich vertraue. Vor einem Bruder oder einer Schwester, der oder die mir dabei hilft, das reinigende und heilende Licht, der Liebe Gottes auf diese Dinge scheinen zu lassen. Das ist der einzige Weg wie ich diese dunklen Flecken los werden, und zu einem wahren Anbeter werden kann.


Vor allem aber bedeutet in Wahrheit anzubeten, dass ich „die Wahrheit“ wirklich kenne. Jesus hat von sich gesagt: „Ich bin die Wahrheit“. Ohne ihn wirklich zu kennen werde ich auch den Vater niemals wirklich anbeten können. Er hat gesagt: Wer mich sieht, der sieht den Vater.


Wir sehen also: Wahrheit ist eine Person! Gerade im Johannesevangelium wird diese Person Jesus, diese Wahrheit mit sehr vielen Bilden und Vergleichen geradezu kontemplativ beschrieben. Es ist so ein Kreisen um diese Wahrheit, wo wie ich einen Diamanten von allen möglichen Seiten betrachten kann und er in allen möglichen Farben schillert. Man ist fasziniert vor dieser Vielfalt und kann sich gar nicht sattsehen. So wird die Wahrheit in Person von Jesus beschrieben.

Überhaupt dreht sich im Johannesevangelium sehr vieles um den Begriff Wahrheit.

Diese Frage „Was ist Wahrheit“ hat schon Pilatus an Jesus gestellt, als dieser sagte, dass er in die Welt gekommen sei, um die Wahrheit zu bezeugen.

Diese Frage des Pilatus zeugt deutlich die Beschränktheit der menschlichen Erkenntnis.

Was ist Wahrheit und was ist Wirklichkeit? Das ist nicht das Selbe!


Wahrheit ist etwas Absolutes, Unverrückbares, etwas, das für alle und zu allen Zeiten gilt. In unserer postmodernen Zeit, wird ja behauptet, dass es so etwas, wie eine absolute Wahrheit gar nicht gibt, sondern dass jeder an seine eigene Wahrheit glaubt, und das dann auch OK ist.


Wenn aber eine Wahrheit wahr ist, dann ist sie nicht nur für dich wahr, sondern auch für mich. Ob ich das wahrhaben will, oder nicht.


Etwas anderes als Wahrheit, genau betrachtet, ist „Wirklichkeit“. Die Wirklichkeit beschreibt das, was ich wahrnehme. In erster Linie nehme ich mit meinen Sinnesorganen wahr. Wahrnehmen bedeutet: Ich nehme es als Wahrheit an. Somit ist die ganze Sache subjektiv. Und in diesem Zusammenhang stimmt, dass jeder seine eigene Wirklichkeit hat.

Lass es mich mit einem Beispiel erklären: Wenn es draußen regnet, dann nehmen wir wahr, dass die Sonne nicht scheint. Das ist unsere Wirklichkeit. Die Wahrheit ist aber, dass die Sonne immer scheint, sogar in der Nacht. Nur halt gerade nicht auf uns. Egal, ob es bei uns regnet, oder schneit, die Sonne bleibt ein Himmelskörper, der unablässig seine Strahlen ins Weltall schickt. Die Wahrheit ist unendlich größer als unsere erlebte Wirklichkeit.


Dazu kommt, dass wir gelernt haben, dass diese für uns subjektiven Wirklichkeiten, die wir wahrnehmen, unterschiedliche Auswirkungen auf uns haben, oder ein bestimmtes Verhalten bei uns hervorruft.

Um das auch mit einem Beispiel zu verdeutlichen: Jeder Mensch mit gesunden Augen kann rotes Licht erkennen. Selbst ein Kleinkind, das Farben noch nicht benennen kann, kennt einen Unterschied zwischen rotem und beispielsweise weißem Licht. In Wahrheit ist rotes Licht nichts anderes als elektromagnetische Schwingung in einem bestimmten Frequenzbereich, das unsere Augen wahrnehmen und diesen Impuls an unser Gehirn weiterleiten.


Wir haben gelernt, unsere Wahrnehmungen so zu interpretieren, dass wir uns in unserer Welt zurechtfinden.

Wenn dieses rote Licht von einer Ampel ausgeht bedeutet das etwas anders für uns, als wenn es vor einer Bar leuchtet und noch einmal etwas anderes, wenn auf einer Bühne damit eine Stimmung „erzeugt“ wird.

Wir haben also gelernt, unsere Wahrnehmungen zu interpretieren. Aber decken sich unsere Wahrnehmungen tatsächlich mit der Wahrheit?


Die Wahrheit ist nicht immer das, was wir uns wünschen, aber eben wahr. Ob es uns passt, oder nicht.


Wenn wir Gott in Wahrheit und im Geist anbeten sollen, dann brauchen wir Erkenntnis über diese Wahrheit.

Dass die Sonne immer scheint, ist eine Erkenntnis, zu der die Menschen erst nach vielen Jahrhunderten gekommen sind. Bis zur Aufklärung glaubten die Menschen, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Und es brauchte viel Denkarbeit von sehr gescheiten Menschen, bis wir zu dem Erkenntnisstand über den Weltraum gekommen sind, den wir heute haben.

Als Menschen auf der Erde können wir nur sehr wenig über die Wahrheit Gottes erkennen. Wir können aus der Schöpfung schließen, dass da ein unglaublich kreativer Geist am Werk ist, der Freude an der Vielfalt hat. Und der die Kräfte der Natur in Balance hält.

Aber wie Gott wirklich ist, ob er ein guter Gott ist, oder ein ungerechter Despot, ob er sich aktiv für uns interessiert, oder sich zurücklehnt und die Schöpfung sich selbst überlässt, das können wir mit unserer Wahrnehmung nicht sagen.


Wir sind darauf angewiesen, dass uns jemand Informationen, am Besten aus erster Hand liefert. Die Bibel ist so eine Informationsborschüre über Gott. Gott selbst stellt sich darin vor als jemand, der die Menschen unendlich liebt und er buchstäblich alles dafür getan hat, um die Gemeinschaft zwischen ihm und uns wiederherzustellen.

In Jesus bekommt dieser Gott ein menschliches Gesicht.


Der Hebräerbrief beginnt mit den Worten:

1 In der Vergangenheit hat Gott immer wieder und auf vielfältige Weise durch die Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen.

2 Doch jetzt, in dieser letzten Zeit, sprach Gott durch seinen Sohn zu uns. Durch ihn schuf Gott Himmel und Erde, und ihn hat er auch zum Erben über alles eingesetzt.

3 In dem Sohn zeigt sich die göttliche Herrlichkeit seines Vaters, denn er ist ganz und gar Gottes Ebenbild. Sein Wort ist die Kraft, die das Weltall zusammenhält.


Das ist die Wahrheit, die Gott uns mitteilt.

Wie gesagt: Eine Wahrheit bleibt wahr, ob wir sie glauben, oder ablehnen. Die Wahrheit ist absolut. Es kann daher nur eine Wahrheit geben.


Letztendlich muss ich mir eine Offenbarung der Wahrheit schenken lassen. Ich kann jetzt diese Offenbarung annehmen, empfangen, oder auch ablehnen. Die Wahrheit bleibt deshalb aber trotzdem wahr.

Wenn ich diese Wahrheit annehme, dann werde ich sie selber immer mehr erkennen. Dann wird sie immer mehr zu meiner Wirklichkeit werden. Und die Erkenntnis dieser Wahrheit, wird mich frei machen. (Joh 8,32) Frei von den Lebenslügen, die bisher mein Leben bestimmt haben, frei aber auch um ihm zu begegnen, ihm zu dienen und ihn in Wahrheit anzubeten.


In Wahrheit anzubeten bedeutet, dass ich mich der Wahrheit Gottes aussetze, dass ich sie auf mich wirken lasse und es daher ganz konkrete Auswirkungen auf mein Leben gibt.



Was bedeutet dann im Geist anzubeten? Der Vater wünscht sich ja Anbeter, die ihn in Wahrheit und im Geist anbeten.


Wir Menschen haben einen Körper, eine Seele und einen Geist. Für viele Menschen sind die Seele und der Geist schwer auseinander zu halten. Beide sind ja unsichtbar und werden daher häufig verwechselt.

In unserer Seele sitzen unsere Gefühle, unser Wille und unser Verstand. Der Geist ist derjenige, der mit Gott kommuniziert. Wenn ein Mensch zum Glauben an Gott kommt, dann zieht der HG in den Geist dieses Menschen ein. Der HG ist sozusagen der „Übersetzer“ des Redens Gottes in uns und gleichzeitig hilft er uns so zu beten, dass diese Gebete beim Vater „ankommen“.


Röm 8,26: Der Heilige Geist hilft uns in unserer Schwäche. Denn wir wissen ja nicht einmal, worum oder wie wir beten sollen. Doch der Heilige Geist betet für uns mit einem Seufzen, das sich nicht in Worte fassen lässt.


Um den Vater in Wahrheit und im Geist anbeten zu können, brauchen wir also den HG. Und dieser HG ist allen verheißen, die an Jesus glauben. Die ihm ganz vertrauen, ihm nachfolgen und die ihn „zurück lieben“, weil sie erkannt haben, wie sehr sie geliebt sind.


Liebt ihn (Gott) von ganzem Herzen und mit ganzem Willen, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft.“ (Markus 12,30)


Zuerst wünscht Gott sich, dass wir ihn denkend lieben. Es heißt „mit ganzem Verstand“. Mit Köpfchen. Der Verstand ist ja Teil unserer Seele. Unsere Seele hat Bedürfnisse, die wir ernst nehmen müssen. Aber wenn wir der Seele erlauben, dass sie unser Leben steuert, dann werden wir zu Bedürfnis- oder sogar zu triebgesteuerten Menschen.

In den Psalmen heißt es immer wieder: „Meine Seele, lobe den Herrn!“

Mein Geist kann über meine Seele befehlen.

Wenn mein Geist über meine Seele herrscht und dieser Geist mit dem HG zusammenarbeitet, dann bin ich ein geistlich gesunder Mensch.


Zu Glauben bedeutet nicht, dass wir unseren Verstand an der Garderobe abgeben müssen. Ganz im Gegenteil. Es bedeutet, dass ich auch mit meinem Verstand dazu entschließe, diesen wunderbaren, liebenden Vater, an die erste Stelle meines Lebens zu setzen.

Die Entscheidung dazu müssen wir in unserem Geist treffen.

Gott möchte, dass wir ihn mit unserem Verstand kennen und lieben lernen.


Zweitens: Gott wünscht sich, dass wir ihn leidenschaftlich lieben. Es heißt: „mit ganzem Herzen“. Gott sagt: Liebe mich leidenschaftlich, weil ich dich leidenschaftlich liebe.

Lange Zeit war Leidenschaft geradezu verpönt in der westlichen Christenheit. In einer Kirche spricht man leise, zieht sich keusch an und auf gar keinen Fall darf ich irgendeine Art von Leidenschaft zeigen.

Bsp. von Nicky Gumbel: Eine Frau war ganz begeistert, von dem, was sie in einer Kirche erlebte… „Das kommt aber nicht von hier!“


König David war ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er tanzte vor seinem Gott so leidenschaftlich, dass sich seine Frau für ihn schämte. Tatsächlich war dieser Tanz nicht jugendfrei, aber als Davids Frau ihn daraufhin ansprach antwortete er: 2. Sam 6, 21f: Ich habe vor dem Herrn getanzt, … Ja, vor ihm will ich auch künftig tanzen.

Und ich bin sogar bereit, mich noch tiefer zu erniedrigen als diesmal und demütig von mir zu denken;

Davids Leben war gesegnet, das Leben seiner Frau nicht.

V 23 Michal aber, die Tochter Sauls, blieb ihr Leben lang kinderlos.


Und drittens: Gott möchte, dass wir ihn praktisch lieben. „Liebe mich mit all deiner Kraft“, mit all deinen Fähigkeiten.

Wenn unsere Liebe immer nur im Reich der Gefühle bleibt, dann ist es keine echte Liebe. Echter Liebe folgen immer liebevolle Taten. Wenn ich einen Menschen liebe, dann werde ich so handeln, dass diese Liebe bei ihm ankommt.

Wenn ich Gott liebe, dann zeigt sich das unter anderem dadurch, dass ich meine Glaubensgeschwister- und in weiterer Folge alle Menschen liebe.

1. Joh 4,20 Wenn jemand behauptet: »Ich liebe Gott«, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben.



Die Wahrheit ist, dass es drei Dinge im Universum gibt, die Gott nicht hat, solange du sie ihm nicht gibst – obwohl er das Universum selbst und auch dich darin geschaffen hat.

Deine Aufmerksamkeit,

Aufmerksamkeit bedeutet, Gott mit dem Verstand zu lieben.

Deine Zuneigung,

Zuneigung bedeutet, Gott mit dem Herzen zu lieben.


Und Gott hat nicht deine Gaben, solange du sie ihm nicht zur Verfügung stellst. Ihm seine Gaben zu geben bedeutet, Gott mit aller Kraft und mit allen Fähigkeiten zu lieben. Dabei können wir Gott nur geben, was er uns zuerst gegeben hat.


Er hat dir auch die Fähigkeit gegeben, anderen Menschen deine Aufmerksamkeit zu schenken, Zuneigung zu empfinden und auszudrücken. Du besitzt spezielle Gaben und Fähigkeiten, weil er dich begabt hat.


Wenn du diese Dinge nimmst, die du von Gott erhalten hast, und sie ihm zurückgibst, und dich dabei vom HG leiten lässt, dann bist du mitten drin in der wahren geistlichen Anbetung.

Dann wird dieser Lebensstil der Anbetung Gottes immer mehr in deinem Leben zur gelebten Realität.

Und das ist das Allerbeste, was dir und allen Menschen, mit denen du zu tun hast passieren kann.



18 Ansichten

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen

Mit Lobpreis voran

bottom of page