Weihnachten - Das Fest der Familie!?!
- Peter Köttritsch
- 14. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025
Ein Papa resümiert: "Ich weiß jetzt, warum Weihnachten in meiner Kindheit so schön war. Ich musste die Geschenke nicht bezahlen!"
Weihnachten wird häufig das Fest der Familie genannt. Und tatsächlich: Kaum ein anderes Fest rückt unsere Beziehungen, unsere Herkunft, unser Miteinander so sehr ins Zentrum wie dieses.
Und gleichzeitig ist es das Fest, an dem viele Familien spüren: „Oje … so perfekt wie die Familien in der Werbung sind wir nicht.“
Es wird selten so schlimm gestritten in Familien, wie zu Weihnachten.
Und wisst ihr was? Wenn eure Familie beim Weihnachtsfest nicht dem Klischee von „Wir haben uns alle so lieb und wir tanzen in totaler Harmonie um den Christbaum“ entspricht, dann ist das völlig okay. Denn Gott wurde nicht in eine perfekte Familie hineingeboren. Maria und Josef waren jung, arm, überfordert, auf der Flucht – und gerade deshalb geeignet.
Gott sucht keine perfekten Familien, sondern verfügbare Familien.
Weil: Während viele Menschen rund um uns mit Idealbildern von perfekten Familien bombardiert werden, ruft Gott uns zu etwas Tieferem, Echtem, Tragfähigem. Weihnachten erinnert uns daran, dass Gott selbst in eine Familie hineingeboren wurde — nicht in eine perfekte, sondern in eine hingegebene.
Heute möchte ich mit euch anschauen, was eine gesunde christliche Familie auszeichnet und wie wir Schritte dorthin gehen können.
1. Gott denkt in Familien
Schon am Anfang der Bibel sehen wir: Familie ist keine menschliche Idee, sondern Gottes Erfindung. Er setzte die Familie als kleinste lebendige Zelle der Gesellschaft ein und als Ort, an dem geistliches Leben wachsen soll.
Darum heißt es schon bei den 10 Geboten: „Ehre Vater und Mutter … damit es dir gut geht und du lange auf dieser Erde lebst.“ (s.a. Epheser 6,2f)
Gott segnet Familien — nicht perfekte Familien, sondern solche, die sich nach ihm ausstrecken.
Gerade Weihnachten zeigt uns, wie sehr Familie im Herzen Gottes ist!
Wenn wir jetzt einmal Maria und Josef als Vorbild hernehmen, sehen wir an ihnen Werte, die für uns wichtig sind:
Gehorsam gegenüber Gott, auch wenn Umstände schwierig sind (Ankündigung der Geburt für Maria)
Treue zueinander, selbst in Unsicherheit (Josef steht zu Maria trotz der Schwangerschaft)
Schutz und Fürsorge, auch wenn sie selbst wenig hatten.
Und mitten darin: Jesus im Zentrum.
Eine christliche Familie wird nicht dadurch „christlich“, dass sie eine Bibel im Regal hat, oder ab und zu in die Kirche geht, sondern dadurch, dass Jesus Platz im Alltag, in Gesprächen, Entscheidungen und Beziehungen bekommt.
Eine Mutter hat einmal gesagt: „Unsere Kinder sind wie die Küche nach dem Kekse backen: überall Spuren.“ Genauso ist es auch, wenn wir Jesus überall mit hinein nehmen. Auch er wird dann seine Spuren hinterlassen.
Gott beginnt seine große Heilsgeschichte nicht mit einem König, nicht mit einem Helden, nicht mit einem genialen Strategen – sondern mit einer Familie.
Gottes Ordnung für Familie – nicht als Last, sondern als Segen
Die Bibel zeichnet eine Ordnung, die heute herausfordernd klingt, aber tiefen Frieden bringt, wenn wir sie aus Gottes Herz heraus verstehen:
Stell dir einen Familienbus vor:
Jesus sitzt am Steuer.
Der Mann sitzt auf dem Beifahrersitz – aber er ist aktiver Beifahrer. Er denkt mit, behält den Überblick, schützt...
Die Frau sitzt nicht hinten, sondern neben ihm, als Partnerin, Beraterin, Teamplayerin.
Die Kinder sitzen hinten – und ja, manchmal streiten sie dort um die Fensterplätze.
Eine Familie fährt sicher, wenn alle ihren Platz kennen, aber Jesus der Fahrer bleibt.
Christus ist das Haupt des Mannes (1 Korinther 11,3)
Wir ordnen uns einander unter (Epheser 5,21)
Der Mann ist das Haupt der Frau (Epheser 5,23)
Die Frau ordnet sich unter (Epheser 5,24)
Der Mann liebt seine Frau wie Christus die Gemeinde (Epheser 5,25)
Kinder sollen gehorchen (Eph 6,1). Auch Jesus musste das lernen! (Lukas 2,51)
Eltern sollen Kinder nicht reizen, sondern liebevoll erziehen (Epheser 6,4)
Diese Ordnung ist nicht ein Machtgefüge, sondern ein Liebesgefüge.
Wo Christus das Haupt des Mannes ist, wird Leiterschaft zum Dienst. Wo Unterordnung aus Liebe erfolgt, entsteht Sicherheit. Wo Eltern nach biblischen Maßstäben erziehen, erleben Kinder Geborgenheit und Orientierung. Das ist die beste Voraussetzung, damit sie zu starken, reifen und gesunden Erwachsenen werden können. Wo Kinder sich von ihren Eltern geliebt wissen, werden sie auch bereit sein, Gehorsam zu lernen.
Die geistliche Verantwortung der Eltern
Eltern „besitzen“ nicht ihre Kinder, sondern sie sind ihnen von Gott anvertraut bekommen.
Eltern sollen den Kindern helfen, ihr göttliches Potential zu entfalten. Es geht nicht darum, perfekte kleine Christen zu formen, sondern Kinder auf eine Reise mitzunehmen, die zu Reife in Christus führt.
„Bring dein Kind schon in jungen Jahren auf den richtigen Weg, dann hält es sich auch im Alter daran.“ (Sprüche 22,6)
Was heißt das praktisch?
Redet in der Familie über Jesus. Ihr Eltern seid die allererste Quelle für eure Kinder, damit sie Jesus kennenlernen.
Redet gemeinsam mit euren Kindern mit Jesus. Er ist sowieso da und Kinder haben kein Problem damit, dass sie ihn nicht sehen.
Kurze Gebete vor dem Schlafen, spontane Gebete bei Problemen. Ich bin meinen Eltern dafür sehr dankbar.
Zeigt Vergebung, wenn ihr Fehler macht.
Eine Mutter oder ein Vater, der sich entschuldigt, ist ein stärkeres Zeugnis als ein fehlerloser Elternteil.
Schafft geistliche Gewohnheiten: Gottes Wort im Alltag, Dankbarkeit, Segen.
Die besondere Rolle des Vaters
Das Thema geistlicher Vaterschaft geht weit über die natürliche Rolle hinaus, aber ich möchte sie heute im Kontext der natürlichen Familie anschauen: Der Vater leitet, indem er Vorbild, Priester und Lehrer ist.
In unserer Zeit, die von einer „vaterloser Gesellschaft“ geprägt ist, ist dies wichtiger denn je.
Ein Mann erzählt:
„Ich wusste, dass ich als Vater ein geistlicher Leiter sein sollte. Aber ich wusste nicht, wie. Also hab ich einfach begonnen, jeden Tag für meine Familie zu beten – leise, im Auto zur Arbeit. Nach drei Wochen fragte meine Frau plötzlich: ‚Irgendwas hat sich bei dir verändert.‘“
Ein Vater, der sich geistlich einbringt:
gibt seiner Familie Stabilität
schützt seine Familie
lebt vor, wie man mit Gott lebt
gibt Identität weiter
bringt geistliche Richtung hinein
Das ist nicht Druck, sondern eine Einladung.
Die besondere Rolle der Mutter
Wenn wir über Familie sprechen, dann dürfen wir eines nie vergessen: Mütter sind oft die stillen Heldinnen des Alltags.
Viele von euch kennen das: Die Mutter steht oft als Erste auf und geht als Letzte schlafen. Sie weiß, wo die verschwundene Socke ist, wann das nächste Referat fällig ist, welche Emotionen in welchem Kind gerade kochen – und sie spürt die Atmosphäre des Hauses wie ein Seismograph.
Ein Mann sagte einmal schmunzelnd: „Ich bin das Familienoberhaupt… aber meine Frau ist der Familienmotor.“
Mütter tragen emotional, geistlich und praktisch enorm viel.
Auch in der Bibel sehen wir starke Mütter:
Hanna, die im Gebet ihren Sohn Samuel Gott anvertraute
Maria, die Jesus großzog mit Mut, Vertrauen und Hingabe
Lois und Eunike, die Timotheus den Glauben einpflanzten
Gott arbeitet durch Mütter oft auf eine Weise, die still, sanft und unscheinbar beginnt – aber gewaltige Früchte trägt.
3. Eine christliche Familie entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Gegenwart
Wenn wir unsere Kinder nicht prägen, tun es andere: Schule, Medien, Freunde, Internet. Kinder brauchen besondere Fürbitte und geistliche Aufmerksamkeit von ihren Eltern.
Eine christliche Familie entsteht durch:
Zeit miteinander (Familienzeit ist wichtiger als Dienst und Gemeinde!)
Offene und ehrliche Gespräche
Liebevolle Grenzen
Gemeinsames Lachen (Humor ist der Superkleber in Beziehungen)
Ehrlichkeit in Schwachheit
Gemeinsame Ausrichtung auf Jesus
Weihnachten als Chance
Wie gesagt:
Gott hat Jesus in eine unperfekte, einfache, unscheinbare Familie hineingeboren.
Warum? Damit wir wissen: Er kommt genau dort hinein, wo wir ihn einlassen.
Dieses Weihnachten kann ein Neuanfang sein:
Ein neues Gebet miteinander
Ein Schritt aufeinander zu
Eine Entschuldigung, oder sogar eine Versöhnung
Ein Gespräch, das lange überfällig war
Ein neuer Fokus auf Jesus
Eine gesunde christliche Familie ist kein Produkt unserer eigenen Stärke, sondern eine Frucht von Gottes Gnade. Und sie beginnt nicht im Wohnzimmer, wo der Christbaum steht, sondern im Herzen — dort, wo Jesus König wird.
Darum können wir Weihnachten zum Anlass nehmen und neu sagen:
„Jesus, du bist in diese Welt gekommen, komm auch in meine Welt. Du bist in eine irdische Familie hinein geboren worden, sei jetzt auch das Zentrum unserer Familie.“
Und dann dürfen wir erleben, wie er heilt, ordnet, stärkt und aufrichtet, und uns als ganze Familie ihm ähnlicher macht — Schritt für Schritt.




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