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Upgrade Prophetische Gaben

Aktualisiert: Mai 6

Polizeinotruf.


„Oh, hallo, bin ich bei der Polizei?“


„Nein. Ich bin bei der Polizei. Sie sind irgendwo da draußen und telefonieren.“



Wenn wir Gemeinde sind, sind wir das nur wenn wir hier drinnen sind? Oder sind wir auch Gemeinde, wenn du „irgendwo da draußen“ bist?


Die Kirche im Sinn von „Gemeinde Jesu“ ist kein Gebäude, aber auch keine Institution und kein Programm. Es sind immer Menschen. Menschen die sich regelmäßig treffen. Das ist wichtig. Aber diese Menschen hören nicht auf „Kirche“ zu sein, wenn sie „irgendwo da draußen“ sind.


Diese Woche haben wir bei „Kingdom Come“ für einige die da waren, prophetische Worte gesammelt. Es ging unter anderem darum, wie sie Jesus und sein Reich an ihrem Arbeitsplatz bestmöglich repräsentieren können. Anders ausgedrückt: Wie sie „da draußen“ Kirche sein können.



Um unseren Dienst überhaupt tun zu können, hat uns der HG mit geistlichen Gaben ausgestattet. Im Jänner haben wir ja wieder einmal ein Gabenseminar gehabt. Wie ihr vielleicht noch wisst, sind geistliche Gabe besondere Fähigkeiten, die der Heilige Geist uns Gläubigen schenkt. Diese Gaben sind zum Aufbau des Reiches Gottes gegeben.



Was heißt das aber jetzt: „Zum Aufbau des Reiches Gottes“? Zunächst denkt man da an den internen Aufbau. Dass Dienste entstehen, die wir brauchen, damit „der Laden hier läuft“. Kinderdienst, Lobpreis, Gebet usw. Das ist gut und wichtig, aber bei weitem noch nicht die ganze Sache.


Das Reich Gottes aufzubauen hat auch sehr viel damit zu tun, dass es Menschen erreicht, die noch nicht dazu gehören. Dass es wächst.


Wenn geistliche Gaben jetzt zum Aufbau des Reiches Gottes dienen, dann ist dieser „Außenaspekt“ sicherlich mit eingeschlossen.



Wie können diese Gaben aber bestmöglich nach Außen hin eingesetzt werden? Eignen sich alle Gaben gleich gut dafür, oder gibt es da Unterschiede?



Ein Kapitel, das sich exemplarisch mit dieser Frage auseinandersetzt ist 1. Kor 14. Das Kapitel davor ist ja das berühmte Hohelied er Liebe im NT, das auf mindestens jeder zweiten Hochzeit verlesen wird. Tatsächlich geht es bei diesem Liebeskapitel aber nicht vorrangig um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern in erster Linie darum, wie wir die Gaben in Liebe einsetzen können und sollen.


Das 14. Kap beginnt mit den Worten: Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber darum, dass ihr prophetisch redet!


NL: Die Liebe soll euer höchstes Ziel sein. Aber bemüht euch auch um die besonderen Gaben, die der Geist zuteilt, vor allem um die Gabe der Prophetie.



Obwohl es keine falschen und richtigen geistlichen Gaben gibt, keine schlechteren, oder besseren und keine „wichtigen und unwichtigen“, so ermutigt uns Paulus doch, dass wir uns nach einer speziellen Gaben ganz besonders ausstrecken sollen: Prophetie. Es ist übrigens die einzige Geistesgabe, für die Paulus, oder auch ein anderer Schreiber des NT ganz besonders „Werbung“ macht.



Wir haben in unserem Wertepapier festgehalten, dass wir in den prophetischen Gaben leben wollen. Hier steht bewusst die Mehrzahl, weil diese prophetischen Gaben recht unterschiedlich aussehen können. Das geht vom Äußern eines vielleicht vagen Eindrucks, über Worte der Erkenntnis, Träume, Bilder und Visionen, bis zu ganz konkreten Botschaften, die jemand im Auftrag Gottes weitergibt.



Ich freue mich, dass vieles von diesem prophetischen Lebensstil, bei einigen von uns schon zum Alltag gehört. Also nicht nur, wenn wir, wie zum Beispiel bei Kingdom Come, konkret hinhören.



Das war in der Kirchengeschichte leider nicht immer so.


Am Anfang, in den Gemeinden des ersten Jahrhunderts waren Propheten und prophetische Handlungen selbstverständlicher Teil des Glaubenslebens. In der Apg und auch in den Briefen lesen wir ganz natürlich von Propheten und prophetischen Aussagen verschiedenster Menschen. Allerdings gab es dann bald auch in diesem Bereich ungesunde Entwicklungen und ein „Über das Ziel hinausschießen“.



Bereits im 2. Jahrhundert kam es in der frühen Kirche zu mancherlei Verweltlichung. Faule Kompromisse mit der Welt wurden geschlossen und moralische Standards wurden mehr und mehr aufgeweicht.


Das wiederum führte ab dem Jahr 160 zu einer neuen prophetischen Bewegung, die sich gegen den Sittenverfall stellte: Dem Montanismus.


Viele Christen waren begeistert, weil die Montanisten und auch andere Bewegungen, wieder radikal Jesus nachfolgen wollten.


Leider bewahrheitete sich auch in diesem Fall der Spruch: Was der Teufel nicht bremsen kann, das schiebt er an.



Der Gründer dieser Bewegung Montanus prophezeite das Ende der Welt und rief zu einem heiligen Leben auf: Dieses heilige Leben bestand aus einer strenge Askese: verschärftes Fasten mit Schlafentzug, die Auflösung der Ehe bzw. Verbot von Sex überhaupt und die Bereitschaft zum Martyrium, welches als direkter Weg zu Gott ersehnt wurde. (Wie bei Selbstmordattentätern im Islam) Teilweise verbrannten sich Anhänger dieser Bewegung selbst.



Genauso traurig und vor allem folgenschwer war aber auch die Reaktion der Großkirche (zu dieser Zeit gab es ja nur eine) auf diese Bewegung: Weil sie eben starke prophetische Züge hatte wurde das Wesen der Prophetie und das Wirken des Heiligen Geistes neu „definiert“: Es wurde festgehalten, dass der Heilige Geist nicht in Einzelgestalten wirke, sondern der apostolischen Kirche als Institution gegeben sei. Die Kirche als ganzes sieht sich seither als prophetische Stimme (was teilweise ja richtig ist). Aber deshalb die prophetischen Gaben dem einzelnen Gläubigen wegzunehmen, war sicher nicht im Sinne Jesu. Da hat man buchstäblich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.


Leider hat dieses Empfinden unser Christliches Denken bis heute geprägt. Wir sehen vielfach die Meinung: „Ich als einzelnes Individuum kann ja Gottes Stimme gar nicht (richtig) hören.“



Und natürlich gab es quer durch die Geschichte bis heute immer wieder solche vermeintlich prophetischen Stimmen, die meist auch das Ende der Welt vorhergesagt haben und auf diese Weise viele Anhänger um sich scharen konnten: Zeugen Jehovas, Mormonen usw.


Aber nur weil es Falschgeld gibt, wird das echte Geld trotzdem nicht abgeschafft.



Glücklicherweise lässt sich der HG nicht davon abhalten, zu denen zu sprechen, die ein offenes Ohr für ihn haben.


Es ist zwar auch unter den Freikirchen nicht alles vom HG was ihm unterstellt wird. Aber die Bibel gibt uns noch dazu ein sehr wichtiges Instrument in die Hand um eventuellen Missbrauch entgegen zu wirken:


1.Thess 5,19-21


19 Unterdrückt nicht das Wirken des Heiligen Geistes.


20 Verachtet nicht die Weisungen, die er euch gibt.


21 Prüft aber alles, und nehmt nur an, was gut ist.




Die 4 Phasen (der Weg) einer Prophetie.


Offenbarung: Meist klar


Gott redet durch: Wort, Bild, Bibelwort, Gefühl, Traum, Vision, Eindruck, Sprachengebet (Auslegung), Tat (Hosea), Besuch von Engeln (Schiffbrüchiger Paulus in Apg 27) …



Auslegung: Erster großer Stolperstein


Kommunikation = nicht das Gesagte, sondern das Gehörte!


Seelisches (Gemütszustand, Tagesverfassung…) und


Persönliches (Mein Verhältnis zum Herrn und zum „Adressat“) können mit unter ganz schön laut mitreden!


Prophetische Eindrücke kommen oft in Form von Bildern. Bestes Beispiel dafür ist das Buch der Offenbarung. Da gibt es immer wieder verschiedenste Deutungen. Das Wort Gottes, aber auch das Reden Gottes zu uns ist lebendig. Jedes Gespräch lebt von der Beziehung. Je besser die Beziehung desto klarer die Kommunikation.



Eine gute Gottesbeziehung ist also Voraussetzung, aber wir brauchen auch die Weisheit Gottes (Josef, Daniel…) und auch Übung um das Reden Gottes besser verstehen zu können.


Übung bekommen wir aber nur durch Praxis. Dabei brauchen wir keine Angst vor Fehlern haben!



Prüfung: Sehr wichtiger Teil!


1.Kor 14,29


29 Auch von denen, die prophetische Weisungen verkünden können, sollen nur zwei oder drei sprechen. Die andern, die diese Fähigkeit haben, sollen das Gesagte beurteilen.


1.Thess 5,19-21


19 Unterdrückt nicht das Wirken des Heiligen Geistes.


20 Verachtet nicht die Weisungen, die er euch gibt.


21 Prüft aber alles, und nehmt nur an, was gut ist.



Prüfkriterien:


* Widerspricht es nicht biblischen Aussagen?


* Fördert es Liebe, Glaube, Hoffnung…


* Baut das gesagte auf (auch wenn Ermahnung)?


Bei Sünde: Mt18,15ff: 4 Augen → 2-3 Zeugen → Gemeinde


Nie Verdammen, sondern auf den Weg zurückhelfen!


Eine Prophetie ist kein Orakel und hat nichts mit Wahrsagerei zu tun, sondern das Reden Gottes zu einem Menschen, oder in eine konkrete Situation!



Anwendung:


Im AT war es so, dass wenn der Prophet für ein ganzes Volk hatte, dann ging er in der Regel zum König und dieser war dann verantwortlich, dass das Gesagte umgesetzt wird.


Das gilt auch für die Gemeinde: Der/die Leiter (GL) ist verantwortlich für die Umsetzung von dem, was der Prophet sagt, nicht der Prophet selbst!


Wenn du in einer öffentlichen Veranstaltung (z.B.: Gottesdienst) ein prophetisches Wort erhältst, dann geh zuerst zum Pastor, oder ein GL Mitglied, das dann entscheidet, ob das Wort jetzt passt, oder nicht.


HK mehr Freiheit, aber wenn der Leiter sagt „Jetzt nicht“…



Die meisten prophetischen Botschaften betreffen aber ohnehin nicht die ganze Gemeinde, sondern Einzelne. Wenn du für jemanden ein prophetisches Wort hast, dann ist es deine Aufgabe, dieser Person, diese Botschaft weiterzugeben. Und zwar möglichst genau so, wie du sie empfangen hast. Möglichst ohne dabei selber diese Botschaft zu interpretieren.


Die Person, der du dieses Wort, oder dieses Bild weitergegeben hast kann dann dieses Wort annehmen, oder auch ablehnen. Das ist dann dessen Entscheidung, nicht deine.



Es kann aber sehr gut sein, dass wenn du eine prophetische Botschaft an jemanden weitergibst, der Gott noch nicht so gut kennt, dieser plötzlich vom HG wachgerüttelt wird und durch das Wort, das du ihm weitergegeben hast, letztendlich zum Glauben an den lebendigen Gott findet. Ich höre und lese immer wieder von Zeugnissen, wie Menschen dadurch, dass Christen ihnen eine Botschaft von Gott weitergaben, neugierig wurden auf den Gott, der so persönlich anspricht. Dass er nicht nur irgendwo auf einer Wolke sitzt und der Menschheit aus der Distanz dabei zusieht, wie sie sich selber zu Grunde richtet.



Und plötzlich steigt in diesen Menschen das Verlangen, diesen persönlichen Gott auch selber persönlich kennen zu lernen. Ganz einfach, weil ein Christ sich getraut hat und zu dieser Person z.B. gesagt hat: „Du ich glaube an Jesus und ich habe den Eindruck, dass er dir sagen will, dass er sich um dein krankes Kind kümmern wird.“



Wie gesagt, ich freue mich darüber, dass die prophetischen Gaben in unserer Gemeinde schon sehr fleißig eingesetzt werden. Auch und gerade außerhalb unserer Versammlungen. Wenn wir jetzt auch in diesem Bereich ein Upgrade vom Heiligen Geist erfahren, dann heißt das für mich, dass er noch konkreter zu uns reden wird, aber auch, dass er von uns erwartet, dass wir unsere Menschenfurcht weiter abbauen können und noch viel mehr prophetische Worte an die Menschen weitergeben, denen Gott Hilfe, Trost, Ermutigung, Heilung und/oder Wegweisung zusprechen will.



Das ist ein Hauptgrund, warum der Heilige Geist uns prophetische Gaben gibt. Sie unterstützen den Bau des Reiches Gottes enorm.


Ich glaube fest daran, dass unsere Gemeinde dafür im ganzen Mühlviertel und darüber hinaus bekannt sein wird, dass wir Gottes Sprachrohr sind. Und dass wenn immer Menschen auf der Suche nach dem lebendigen Gott sind, dass diese Menschen zu uns kommen.



So wie man in Israel im AT wusste, an welchen Orten die „Seher“, wie sie auch genannt wurden, zu finden waren und die Menschen dorthin gegangen sind um sich von Gott Rat und Wegweisung zu holen. Egal, ob das Samuel, Elia, oder einer der Schriftpropheten waren. So sehe ich unsere Gemeinde in unserer Region.



Prüfe für dich, ob du bereit bist, dich von Gott als seine Stimme verwenden zu lassen. Und wenn du für dich ein „Ja“ dazu gefunden hast, dann streck dich mit aller geistlicher Kraft nach den prophetischen Gaben aus. Das ist keine Anmaßung, ganz im Gegenteil! Die Bibel fordert uns, wie wir anfangs gelesen haben, dazu heraus und ermutigt uns dabei.


Falls du noch nicht dabei warst, besuche den prophetischen Workshop und vor allem trainiere deine prophetischen Gaben, indem du sie einsetzt. Wir von der GL begleiten und unterstützen dich gerne auf deinem Weg.



Kor 14,3: Wer eine prophetische Botschaft von Gott empfängt, kann sie an andere Menschen weitergeben. (Nicht nur an andere Christen!)

Er hilft ihnen,


er tröstet


und ermutigt sie.


Zu helfen, zu trösten und zu ermutigen gehören zu unseren Kernkompetenzen und daher sind sie eines der zentralsten Aufgaben die wir haben als Gemeinde.

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