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  • Peter Köttritsch

Fruchtbarkeit

Aktualisiert: 13. Mai



Welcher Schmetterling ist grün? Ein unreifer Zitronenfalter! 😊


Heute ist ja Muttertag. Vielleicht fragst du dich: Was haben Mütter mit Zitronen zu tun? Das gemeinsame Stichwort heißt Frucht, bzw. Fruchtbarkeit. Wenn eine Frau im biologischen Sinn fruchtbar ist, dann ist das Ergebnis, dass sie Mutter wird.

Fruchtbarkeit bezieht sich natürlich nicht nur auf das, dass leibliche Nachkommen geboren werden, aber diese natürliche Fruchtbarkeit ist sehr grundlegend und daher wichtig für unser Menschsein.


Das Natürliche ist in vielen Bereichen auch ein Vorbild für das geistliche Leben. In seinen Gleichnissen hat Jesus sehr oft Bilder aus der Natur hergenommen, um geistliche Wahrheiten und Zusammenhänge zu erklären. Z.B. im Gleichnis vom „vierfachen Ackerfeld“, also davon, dass ein Samenkorn auf unterschiedliche „Böden“ fallen kann. Das Ziel des Aussäens ist ja bekanntlich, dass möglichst viel Frucht aus diesem ausgesäten Getreide hervorgeht.

In einem anderen Gleichnis spricht Jesus von 30-60 - ja sogar 100-fachem Ertrag. (50-70 Körner pro Ähre sind in der heutigen Landwirtschaft normal)


Aber zunächst zurück zur menschlichen, biologischen Fruchtbarkeit. In Österreich liegt die Geburtenrate pro Frau bei 1,48 (Stand 2021) und ist seit Jahren rückläufig. Die Geburtenrate weltweit beträgt laut den neuesten verfügbaren Daten durchschnittlich 2,27 Geburten pro Frau im Jahr 2021. Im Jahr 1950 lag die Geburtenrate weltweit noch bei rund 4,8 Kindern pro Frau.


In so ziemlich allen wohlhabenden Industrieländern liegt die Geburtenrate pro Frau bei weit unter 2. Diese wäre nötig, um den Bevölkerungsstand ohne Zuzug stabil zu halten. Diese Entwicklung hat viele Gründe: Medizinische (Umweltgifte), aber vor allem gesellschaftspolitische. Einen wesentlichen Grund sehe ich darin, dass wir heute im Wesentlichen Sexualität von Fruchtbarkeit getrennt sehen. Versteht mich nicht falsch: Gott hat uns die Sexualität nicht ausschließlich zur Fortpflanzung geschenkt. Die römisch-katholische Kirche vertritt immer noch die Position, dass Sexualität ausschließlich der Fortpflanzung dienen soll. Deshalb lehnt sie jede Form der Verhütung ab. Ich weiß nicht, wie die orthodoxen Kirchen zu dieser Frage stehen.

Als protestantische Kirchen (zu denen wir uns zählen) sehen wir das so, dass Sexualität ein ganz besonderes Geschenk Gottes ist, mit dem sich Mann und Frau in besonderer Weise beschenken können, selbst wenn keine Kinder dabei gezeugt werden. Aber natürlich sehen wir Sexualität und Fruchtbarkeit nicht völlig getrennt voneinander.


Wir glauben, dass körperliche Liebe ein heiliger Akt ist und wir dabei jedes Mal unseren Ehebund erneuern. Deshalb ist die Ehe, also der lebenslange Treuebund, den sich ein Mann und eine Frau geben, der einzig richtige Ort, in dem wir unsere, von Gott geschenkte Sexualität, ausleben dürfen und sollen. Natürlich auch, aber nicht nur zum Zweck, dass dabei neues Leben entsteht.


In unseren westlichen Gesellschaften haben wir, wie gesagt, Sexualität von diesem Treuebund und von unserer Fruchtbarkeit losgelöst. Was übrig bleibt ist schnelle Triebbefriedigung, die bestenfalls ein Schatten von dem darstellt, was Gott uns schenken möchte.


Die Folge dieser Haltung ist dann leider, dass Sex zur Ware verkommt (Prostitution und Pornoindustrie sind ein Milliardengeschäft), und sehr viele Lügen darüber geglaubt werden. Zum Beispiel, dass die Bibel leibfeindlich wäre und Gott uns keinen Spaß gönnen würde. Genau das Gegenteil davon ist wahr.

Gott hat den Sex erfunden und er möchte, dass wir ein absolut erfülltes Liebesleben haben. Aber dieses gibt es eben nicht in ständig wechselnden, unverbindlichen Partnerschaften, sondern allein in einer, von Vertrauen, Wertschätzung und Liebe geprägten, Beziehung.

Dieser wichtige Rahmen einer gesunden und stabilen Ehe ist auch der ideale Ort, in den Kinder hinein geboren werden können.


Weil dieser Rahmen verloren gegangen ist, gibt es leider auch sehr viele ungewollte Schwangerschaften. Sehr viele dieser ungewollten Schwangerschaften enden in einer Abtreibungsklinik.


Es tut mir jedes Mal weh, wenn ich sehe, dass Menschen für jede Art der Einschränkung von Abtreibungen auf die Straße gehen. Sehr oft ist dann auf Plakaten zu lesen. „Mein Körper gehört mir.“ Dieser Satz hat nur soweit seine Berechtigung, dass niemand anderer meinem Körper Schaden zufügen darf. So gesehen gilt dieser Grundsatz auch für die Ungeborenen, die aber leider noch keine Schilder mit diesem Slogan in eine Kamera halten können.


Die persönliche Freiheit des Einzelnen hört bekanntlich dort auf, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt, begrenzt, oder verhindert wird. Für mich ist das Recht auf Leben immer noch viel mehr wert, als das Recht auf uneingeschränktes Ausleben meiner Sexualität.


Es geht bei dieser Frage nicht darum, Frauen zu kriminalisieren, schon gar nicht, wenn sie sich in einer Notlage befinden. Und ich will jetzt gar nicht auf medizinische, oder soziale Indikationen eingehen. Das sind ganz spezielle ethische Fragen. Aber selbst da finde ich es tragisch, dass sehr viele Kinder abgetrieben werden, weil „etwas sein könnte“.


Gerade in einer Gesellschaft, in der Verhütung absolut kein Tabuthema und praktisch immer verfügbar ist, verstehe ich nicht, warum, abgesehen von ein paar wenigen christlichen Organisationen wie „fair-ändern“, kaum Stimmen zu hören sind, die sich für weniger Abtreibungen einsetzen.

Und dass Stimmen, die seriöse Aufklärungsarbeit betreiben, was bei einer Abtreibung auch mit der Mutter passiert, so radikal zum Schweigen gebracht werden.


In Österreich gibt es keine offizielle Abtreibungsstatistik! Warum nicht? Es gibt Statistiken darüber, wie viel unsere Kühe furzen.

Geschätzt sind es zwischen 30.000 und 60.000 Abtreibungen im Jahr. 2012 wurden in Österreich 78.952 Lebendgeborene statistisch erfasst. Die Abtreibungsquote liegt in Österreich daher bei rund 27% bis 43% (der gesamt möglich Lebendgeborenen), in Deutschland bei rund 23%. [Quelle: https://www.parlament.gv.at/dokument/XXV/I/216/fnameorig_355873.html]


Im Alten Testament wird beschrieben, dass die Nachbarvölker der Israeliten ihre Kinder dem Götzen Moloch geopfert haben. Unvorstellbar für uns. Aber wo liegt bei genauer Betrachtung da der Unterschied zu den vielen Kindern, die nicht leben dürfen, weil halt der Urlaub schon geplant ist, oder die Wohnung, oder das Auto, sonst zu klein werden würde?


Das ist das Ergebnis, wenn der Fürst dieser Welt, und nicht König Jesus, regieren darf.

Daher möchte ich meine restliche Predigt darauf verwenden, darauf zu schauen, was Gott zum Thema Fruchtbarkeit zu sagen hat.


Das Allererste, das Gott zum Menschen nach dessen Schöpfung gesagt hat, war: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz.“ (1. Mose 1,28)

Fruchtbarkeit ist also für uns keine Option. So wie: „Wenn ich meine Ziele einmal erreicht habe, die Karriereleiter hinaufgeklettert bin, genug Geld habe, das Haus fertig ist…, dann vielleicht noch so zum drüberstreuen meines perfekten Lebensplans, ein Kind.“


Ich habe vor kurzem einen jungen Mann (Mitte 20) gefragt, ob er Kinder haben möchte. Seine Antwort war: „Nein, kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin ja selber noch nicht erwachsen…“

Ich habe auch schon des Öfteren die Aussage gehört, dass unsere Welt so schlecht sei, dass man es einem Kind nicht antun könne, da hinein geboren zu werden. Solche Sätze hört man aber nicht von jungen Menschen, die in einem Slum in Afrika, Indien, oder wo auch immer leben, sondern in unseren Ländern, die von Wohlstand überquellen.

Es geht uns so gut wie noch keiner Generation vor uns.


Zurück zum Gebot, fruchtbar zu sein: Natürlich gibt es unterschiedlichste Begrenzungen, die diesem Gebot entgegenwirken. Ohne den richtigen Partner, oder wenn einer der beiden aus welchen Gründen auch immer unfruchtbar ist, geht es nicht.


Das Tröstliche ist, dass Gott dieses Gebot, fruchtbar zu sein und die Erde zu bevölkern, nicht nur einem- und auch nicht generell jedem einzelnen Menschen gegeben hat, sondern uns allen miteinander.

Wenn Gott dieses Gebot nur Adam und Eva gegeben hätte, wäre vor allem Eva damit ziemlich überfordert gewesen. Sie allein hätte unmöglich alle Menschen, die die Erde füllen sollen, zur Welt bringen können.


Fruchtbar zu sein ist aber nicht nur ein Gebot, sondern gleichzeitig auch eine Verheißung, die Gott uns gibt.

Er ist ein Gott der Generationen. Er hat immer eine langfristige Perspektive. Er nennt sich z.B. im Alten Testament: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er hat Abraham eine ganz konkrete Verheißung gegeben: "Deine Nachkommen werden so zahlreich wie der Sand am Meer und die Sterne am Himmel sein." Was davon hat Abraham selbst sehen dürfen? Ganz lange Zeit: Nichts! Dann nur einen Sohn. Erst in der dritten Generation nach Abraham begann die Verheißung Gottes nach Fruchtbarkeit zur irdischen Realität zu werden. Aus den 12 Söhnen Jakobs wurden dann die 12 Stämme Israels.


Wie so oft hat das, was im Alten Testament im Natürlichen passiert, eine geistliche Entsprechung im Neuen Testament, bzw. für uns heute.

Wie gesagt: Eva hätte niemals selber so viele Kinder gebären können, dass diese Kinder die ganze Erde bevölkert hätten. Es war nicht ihre Fruchtbarkeit alleine, sondern die ihrer Kinder und Kindeskinder, die nach und nach dafür gesorgt haben, dass heute ca. 8 Mrd. Menschen diesen Globus bewohnen.


Jesus hat auch viel über Fruchtbarkeit gesagt, und er hat uns ebenfalls einen globalen Auftrag gegeben: Matthäus 28,19: Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden!

Kann ein einzelner Christ das bewerkstelligen? Unmöglich! Kann eine Gemeinde das tun? Nein. Können alle Gemeinden gemeinsam dieses Ziel erreichen? Auch nicht sofort.

In Österreich gibt es ca. 300 freikirchliche Gemeinden. Bei einer Bevölkerung von etwa 9 Mio. ergibt das 30.000 Menschen, die jede dieser Gemeinden erreichen müsste. Ich will damit nicht sagen, dass Freikirchen die einzig richtigen sind. Ich freue mich über alle Kirchen und Gemeinschaften, die lebendige Jünger Jesu hervorbringen. Aber selbst dann bleibt das Verhältnis zwischen Menschen, die Jesus noch nicht persönlich kennen und den lebendigen Gemeinden sehr hoch.

Ich bin davon überzeugt, dass Fruchtbarkeit im Reich Gottes so aussieht, dass wir „Kinder“ zeugen, die Kinder zeugen, die wiederum Kinder zeugen. Genauer gesagt, dass wir Menschen zu Jüngern Jesu machen, die ihrerseits wieder „Jünger machende“ Jünger Jesu machen.


2. Timotheus 2,2: Was du von mir gehört hast, das sollst du auch weitergeben an Menschen, die vertrauenswürdig und fähig sind, andere zu lehren.


Und wenn wir das Ganze auf einer anderen Ebene betrachten: Wir brauchen gesunde Gemeinden, die gesunde Gemeinden gründen, die wiederum weitere gesunde Gemeinden gründen.

So sieht göttliche Fruchtbarkeit aus. Sie addiert nicht, sie multipliziert sich. In manchen englischen Bibelübersetzungen steht in 1. Mose 1,28: Be fruitful and multiply.

Von einem Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird und stirbt, kommen 50-60 neue Körner. Wenn man die 50 wieder aussäht, erhält man bei der nächsten Ernte 2.500. und drei Generationen später sind es über 300 Mio. Körner.


Jesus erzählt eine ganze Reihe von Gleichnissen, in denen es um Fruchtbarkeit geht. Weniger um biologische Fruchtbarkeit, sondern darum, dass wir berufen sind, viel geistliche Frucht zu bringen.


Johannes 15:

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner.

2 Er schneidet jede Rebe ab, die keine Frucht bringt, und beschneidet auch die Reben, die bereits Früchte tragen, damit sie noch mehr Frucht bringen.

3 Ihr seid schon durch die Botschaft, die ich euch gegeben habe, beschnitten.

4 Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Denn eine Rebe kann keine Frucht tragen, wenn sie vom Weinstock abgetrennt wird, und auch ihr könnt nicht, wenn ihr von mir getrennt seid, Frucht hervorbringen.

5 Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

6 Wer nicht in mir bleibt, wird fortgeworfen wie eine nutzlose Rebe und verdorrt. Solche Reben werden auf einen Haufen geworfen und verbrannt.

7 Doch wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch gewährt werden!

8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und meine Jünger werdet.


Selbst, wenn er uns beschneidet, wenn er uns Dinge nimmt, die uns an unserer geistlichen Berufung hindern, dann nur, damit wir frei sind, das zu tun, wozu Gott uns bestimmt hat. Dann werden wir ganz von selbst viel gute Frucht bringen.


Mit dieser guten Frucht meine ich nicht nur die Frucht, die der Heilige Geist in unserem Leben hervorbringt, indem er unseren Charakter formt: Galater 5,22f: Liebe, Freude, Geduld…, sondern ganz besonders, dass wir Dinge tun, die er in uns bewirkt. Großartige Dinge, wie Menschen helfen, sie heilen, die Gute Nachricht weitersagen, kleine und große Dienste ins Leben rufen, Kleingruppen und Gemeinden gründen, verschiedenste Bewegungen ins Leben rufen und vor allem, Menschen zu Jüngern Jesu machen, die wiederum Jünger machende Jünger hervorbringen.

Das ist es, wozu uns Gott berufen hat.

Das ist es, zu dem Jesus und gesandt hat.

Das ist es, für das der Heilige Geist uns befähigt hat.

Das bedeutet für uns: Fruchtbar sein.


Und das schöne und entspannte bei alledem ist: Wir müssen es nicht aus eigener Kraft und Anstrengung machen.

Jesus sagt in einem Gleichnis in Markus 4:

28 Ganz von selbst lässt die Erde die Frucht aufgehen: Zuerst kommt der Halm, dann die Ähre und schließlich als Frucht die Körner.

29 Sobald aus der Saat das reife Getreide geworden ist, lässt der Bauer es abmähen, denn die Erntezeit ist da.


Die Ernte ist der Lohn, wenn wir fruchtbar sind.

Die Erntezeit ist jetzt.



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