• Peter Köttritsch

Der Heilige Geist

Aktualisiert: 9. Juni

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Ein junger Mann berichtet: „Ich liebe ein Mädchen und habe ihr einen Heiratsantrag gemacht. Aber ich muss bis zur Hochzeit noch ein wenig warten. Sie hat nämlich gesagt, dass ich der Letzte bin, den sie heiraten wird…“


Auf etwas warten zu müssen ist gerade für uns heute sehr schwer geworden. Wir leben ja in einer Instand Gesellschaft. Wenn ich 30 Sekunden vor einer roten Ampel warten muss, kommt mir das schon wie eine Ewigkeit vor.


Heute feiern wir das Pfingstfest. Wir erinnern uns bei diesem Fest an die Ausgießung des Heiligen Geistes. Auf diesen Heiligen Geist musste das Volk Gottes lange Zeit warten. Dieses Ereignis wurde schon Jahrhunderte zuvor von sehr vielen Propheten angekündigt. Aber erst nachdem Jesus in diese Welt kam, gekreuzigt wurde, auferstanden ist und in den Himmel zurückkehrte war es so weit.

Sogar eines der letzten Worte Jesu an seine Jünger war: (Apg 1,4-5)

"Wartet, bis die Zusage des Vaters in Erfüllung geht, die ihr von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, aber ihr werdet schon bald – in ein paar Tagen – mit dem Heiligen Geist getauft werden."

Diesen Zusatz „in ein paar Tagen“ hat Jesus vermutlich deshalb dazu gesagt, damit die Jünger nicht glauben, dass es noch eine gefühlte Ewigkeit dauern wird, bis diese Verheißung Gottes, auf die sie als Volk, wie gesagt seit Jahrhunderten warten mussten, in Erfüllung geht.


Laut kirchlichem Kalender liegen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gerade 10 Tage. Wie genau diese 10 Tage historisch stimmen, wissen wir nicht. Es waren aber bestimmt weniger als 50 Tage. Das ist nämlich genau jene Zeit, die zwischen dem jüdischen Passafest (Pessach), an dem Jesus starb und auferstand und dem jüdischen Pfingstfest (Schawuot) liegt.

Das Schawuot ist ein Erntedankfest im Frühling, weil da in Israel mit der Weizenernte begonnen wird. Anders als bei unserem Erntedankfest, wird im Judentum gleich die Erstlingsfrucht als Dankopfer dargebracht.


Auch die Ausgießung des HG hat sehr viel mit der Ernte im geistlichen Bereich zu tun. Etwa 3000 Menschen kamen allein an diesem Tag zum lebendigen Glauben an Jesus und viele weitere folgten.


Die gute Nachricht für uns heute ist, dass das Warten auf den Heiligen Geist vorbei ist. Er ist da. Er wurde nicht nur damals, vor etwas 2000 Jahren ausgegossen, er ist bis heute ein Geschenk des Vaters an alle, die ihr Leben Jesus ganz anvertrauen.


Was macht der HG in uns und durch uns? Wie erlebt ihr ihn? Darüber möchten wir heute, in einer „Typisch Heiliger Geist“ Zeit ausführlich austauschen. Zuvor möchte ich ein paar wenige Beobachtungen aus der Apostelgeschichte zu diesem Thema mit euch teilen:


Apg 2

1 Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle, die zu Jesus gehörten, wieder beieinander.

2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten.

3 Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ.

4 So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab.


Wenn der HG dich berührt, hat das Auswirkungen. Diese Auswirkungen sind nicht nur für dich alleine zu erleben, sondern werden sehr wohl auch von anderen Personen in deinem Umfeld wahrgenommen. Das ist zwar nicht immer so dramatisch wie in Apg 2, sondern kann ganz unterschiedlich aussehen. Aber in jedem Fall hinterlässt so eine Berührung mit dem HG ihre Spuren. Diese Spuren sind für dich sowohl unmittelbar erlebbar, dass du beispielsweise emotional betroffen bist, als auch langfristig zu merken. Der Heilige Geist bewirkt eine Veränderung in deinem Leben. (Geistliche Gaben und Frucht des Geistes)


All das passiert zum Lob Gottes und zu Auferbauung. Die Jünger, von denen wir gerade gelesen haben, haben ja nicht irgendetwas in einer, ihnen bis dahin unbekannten Sprache von sich gegeben, sondern die Zuhörer, die ihre jeweilige Sprache wiedererkannten berichteten: (V11) Wir sind Juden oder Anhänger des jüdischen Glaubens, [aus verschiedensten Gegenden]. Doch jeder von uns hört diese Menschen in seiner eigenen Sprache von Gottes großen Taten reden!


Wie wir wissen, waren die Jünger nach diesem Ereignis nicht mehr die Gleichen. Vor Pfingsten behaupteten Petrus & Co mit Jesus sterben zu wollen, wenn es sein müsse. Als aber Jesus festgenommen wurde, flohen alle, weil sie plötzlich Angst um ihr Leben bekamen.


Nach Pfingsten treten sie in einer Freimütigkeit für ihren Glauben ein, der ihres Gleichen sucht. Und obwohl führende Männer der jungen Gemeinde, wie Stephanus und Jakobus tatsächlich hingerichtet wurden, Petrus und Johannes ins Gefängnis mussten und auch ausgepeitscht wurden, bzw. die ganze Gemeinde sehr bald verfolgt wurde, hinderte es die Gläubigen nicht daran, immer und überall von Jesus zu reden. Diese Freimütigkeit hat ohne Zweifel der HG in ihnen bewirkt.



Eine zweite Beobachtung:

In Apg 6 lesen wir, dass es innerhalb der Gemeinde zu Problemen und Streitereien kam. Auch Menschen, die den HG haben, bleiben Menschen. Umso wichtiger war und ist es, dass wir unseren menschlichen Unzulänglichkeiten geistlich (also im Sinne und mit Hilfe des Heiligen Geistes) begegnen.


Damals hat die noch junge Gemeinde in Jerusalem fähige Menschen gesucht, die „vom Heiligen Geist erfüllt“ waren und hat dann diese als Diakone eingesetzt. (Apg 6,3+5)

Es waren also nicht nur die Tätigkeiten der Apostel (Predigen und lehren, Wunder vollbringen, leiten usw.) „geistlich“, sondern auch ganz alltägliche Dinge, wie essen verteilen.

Ob etwas geistlich ist, oder nicht, hängt also weniger davon ab was ich tue, sondern wie. Ob ich es im Sinne und mit Hilfe des Heiligen Geistes mache, oder aus eigener Kraft. Wenn ich dem Heiligen Geist in meinem Alltag den Raum gebe, der ihm zusteht (Nr.1 in all meinen Handlungen und Entscheidungen), dann wird dabei sehr viel gute Frucht entstehen. Diese Frucht ist vielleicht nicht immer spektakulär sein, in dem Sinn, dass sich gleich viele Menschen bekehren, oder Wunder passieren, aber diese Frucht ist ganz gewiss auf Lange Sicht gesehen das Beste, was allen Beteiligten (einschließlich mir selber) passieren kann.


Eine letzte Beobachtung:

(Es gibt sehr viel mehr über den HG in der Apg zu entdecken – Such danach!)

Apg 13 beginnt mit den Worten:

1 In der Gemeinde von Antiochia gab es mehrere Propheten und Lehrer: […].

2 Als diese Männer während einer Zeit des Fastens gemeinsam beteten, sprach der Heilige Geist zu ihnen: »Gebt Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!«

3 Da fasteten und beteten sie weiter, legten Barnabas und Saulus die Hände auf und sandten sie zum Missionsdienst aus.

Sie erlebten ganz außergewöhnliche Dinge auf dieser Missionsreise. Lahme wurden geheilt, geistliche Kämpfe gewonnen, viele Menschen kamen zum Glauben und eine Reihe von Gemeinden wurde gegründet. Warum? Weil sie vom Heiligen Geist höchst persönlich auf diese Reise gesandt worden sind. Sie gingen dorthin, wo der HG sie haben wollte.

Später, auf der zweiten Missionsreise lesen wir: Apg 16, 6-9

6 Danach reisten Paulus und Silas durch das Gebiet von Phrygien und Galatien, weil der Heilige Geist ihnen untersagt hatte, in die Provinz Asien zu gehen.

7 Als sie dann ins Grenzgebiet von Mysien gelangten, wollten sie weiter in die Provinz Bithynien, doch auch das ließ der Heilige Geist nicht zu.

8 Also zogen sie durch Mysien in die Stadt Troas.

9 In der folgenden Nacht hatte Paulus eine Vision. Er sah einen Mann aus Mazedonien im Norden Griechenlands, der ihn bat: »Komm herüber und hilf uns.«


Gott lag Europa also damals schon ganz besonders am Herzen.

Wie genau der HG zu Paulus und seinen Begleitern gesprochen hat, wissen wir nicht. Wir lesen nur von der nächtlichen Vision, die Paulus hatte. Tatsache ist aber, dass Gott einen Plan hat. Nicht nur für die Apostel damals, sondern auch für uns heute. Die Aufgabe des HG ist es, uns in Gottes Pläne einzuweihen. Nicht nur den großen „Ratschluss“ Gottes über das Weltgeschehen, auch heruntergebrochen zu Gottes Pläne für dein persönliches Leben.


Wenn dir der Heilige Geist dir mitteilt, was er mit und durch dich tun möchte, dann wäre es dumm, das nicht in die Tat umzusetzen.

10 Da beschlossen wir, sofort nach Mazedonien abzureisen. Wir waren sicher, dass Gott uns rief, auch dort seine Botschaft zu verkünden.


Manchmal redet der HG so deutlich, dass man ihn eigentlich nicht überhören kann. (Vision, die Paulus hatte)

Meistens redet er aber eher leise. Ich muss mich ihm bewusst zuwenden, zur Ruhe kommen und ihm zuhören wollen. Aber wann immer wir eine Frage haben, ein Anliegen, oder Hilfe bei einer Entscheidung brauchen: Er redet immer gerne zu uns und er ist stets bereit uns bei Entscheidungen zu helfen.


Der HG ist der große Praktiker, der uns dabei hilft, Jesus immer ähnlicher zu werden, dessen Begegnungen Spuren in unserem Leben hinterlassen, der uns zu geistlichen Menschen macht und er uns im Leben führt.

Wie erlebst du ihn ganz praktisch?

Was hast du mit ihm erlebt?

Lass uns alle daran teilhaben!

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