• Karin Staple

Abendmahl

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Wir sind vergessliche Menschen. Die einen mehr als die anderen. Ich gehöre zu den „mehr“. Ich vergesse manchmal meinen eigenen Geburtstag und – zu Martins Erleichterung – unseren Hochzeitstag. Sicher auch, weil in meiner Herkunftsfamilie nicht wirklich gefeiert wurde. In Martins auch nicht (glücklicherweise, denn das würde viel Konfliktpotential bergen!) und unsere Kinder legen auch keinen besonderen Wert drauf, das haben wir ihnen leider gelernt. Ihr seht, wie sich das weiter vererbt.


Doch Gott ist ein Gott des Feierns. Er möchte, dass wir innehalten und dankbar auf das schauen, was er uns gibt und wie sehr er uns liebt. Das tut er nicht aus narzisstischen Gründen, sondern damit wir nicht vergessen, wer er ist und wer darum wir sind.


Das Abendmahl ist eine dieser Zeiten der Erinnerung, des Feierns. Wir erinnern uns, dass wir Menschen Gott so wichtig sind, dass er uns zu seinen Kindern macht. Und das nicht einfach durch ein Papier, einen Vertrag, der widerrufen werden kann oder gebrochen, sondern durch seinen eigenen Leib, durch sein eigenes Blut. Das AM erinnert uns daran, dass wir so wichtig für Gott sind, dass er sich selber uns geschenkt hat, damit wir uns ihm schenken können in einem Blutsbund. Wir sind dadurch Gottes Erben.


Das ist wirklich ein Grund zum Feiern, oder? Als Jesus gelitten hat und gestorben ist, berichtet uns die Bibel, dass er sein ganzes Leiden als gering angesehen hat wegen dem Preis, der vor ihm lag. Weißt du, wer der Preis ist, den er gesehen hat? Du! Während des Leidens hat er dich vor sich gesehen und gesagt: „das Leiden ist nichts, denn ich kann in Ewigkeit mit Peter, mit Hans, mit Elfi, mit Dina, mit Erika (sogar 2Erikas)... beisammen sein.


Wir alle wissen, wie sehr Jesus gelitten hat. Der Kreuzestod, der Tod eines Verbrechers, hat ihm alles gekostet. Mitten in dem physischen Leiden hat er auch noch die ganze Schuld der Welt getragen. Immer wenn ich die Worte lese oder höre: „Vater, warum hast du mich verlassen?“ spüre ich diese Agonie, diesen furchtbaren Todesschmerz des Sohnes, der nie die Abwesenheit seines Vaters gekannt hat. Das ist nicht vorstellbar. Wenn du manchmal den Eindruck hast, dass Gott nicht sehr nahe ist, dann ist das nichts gegen einen Tod ohne die Nähe Gottes, besonders wenn man vorher nie ohne seine Nähe war. Gott musste sich von seinem eigenen Sohn abwenden, weil dieser deine und meine Gottesferne und Rebellion getragen hat. Unfassbar.


Und trotzdem erachtet Jesus das als einen geringen Einsatz für den Lohn – dich und mich – den er dafür bekommen hat. So ist unser Gott. Ich habe ein paar Gedanken, ganz unvollständig, gesammelt, wie wir das AM sehen können.


1. Zur Erinnerung (haben wir schon besprochen)

2. Ist kräftig und kontrovers


Johannes 6/53-58 »Will dieser Mensch uns etwa seinen Leib zu essen geben?«, fragten sie. 53 Darauf erwiderte Jesus: »Ja, ich versichere euch: Wenn ihr den Leib des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Nur wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ihn werde ich am letzten Tag auferwecken. 55 Denn mein Leib ist die wahre Nahrung und mein Blut der Leben spendende Trank. 56 Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57 Ich lebe durch die Kraft Gottes, des lebendigen Vaters, der mich gesandt hat. Ebenso wird jeder, der meinen Leib isst, durch mich leben. 58 Nun wisst ihr, was ich mit dem Brot meine, das vom Himmel zu euch herabgekommen ist! Eure Vorfahren haben zwar auch in der Wüste Brot vom Himmel gegessen, aber sie sind trotzdem gestorben. Doch wer dieses Brot isst, wird für immer leben.«


Wenn ich Abendmahl feiere, tue ich das als Prophetischen Akt. Etwas, was ich physisch tue, was in der geistlichen Welt etwas Prophetisches bewirkt. Ein Statement in der unsichtbaren Welt also. Ich nehme das Brot und den Wein und esse Jesu Leib und trinke sein Blut. Und ich denke dabei an alle möglichen Situationen, spreche in diese Situationen Jesu Sieg hinein.


Dieser Gedanke, dass wir wirklich Jesu Leib und Blut essen (im Glauben als Prophetischen Akt) war immer sehr anstößig. Die Christen wurden oft deswegen verfolgt, weil man sie beschuldigt hat, Kannibalen zu sein. Auch diese Verse im Johannes waren abstoßend für die Menschen. Eine harte Rede. Wenn wir weiter lesen sagt Jesus: Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geist und bringen das Leben. Also der Hl. Geist sagt uns das und darum bringt das AM Leben, wenn wir es geistlich deklarieren.


Diese Aussage Jesu hat aber bewirkt, dass viele Jünger nicht mehr mit ihm konnten. So viele gingen weg, dass Jesus die 12 gefragt hat, ob sie nicht auch lieber gehen wollen. Und dann hat Petrus auf diese Frage Jesu geantwortet: „Herr, zu wem sollten wir denn gehen? Nur deine Worte schenken das ewige Leben.“ Petrus hat hier die Kraft erkannt, die aus allem kommt, was Jesus sagt und tut. Die Kraft des Hl. Geistes.


3. In der Fürbitte


Epheser 6/18: Hört nie auf zu beten und zu bitten! Lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten. Bleibt wach und bereit. Bittet Gott inständig für alle Christen.


Fürbitte, ein Auftrag an uns alle. Wenn wir miteinander das AM feiern, erinnern wir uns an diesen Auftrag und bitten für andere. Wir brechen Jesu Leib über unsere kranken Freunde und leeren Jesu Blut über unsere unbekehrten Familienmitglieder und Freunde. Also bitte nur deklarieren, nicht physisch. Das würden sie nicht verstehen! J Denn jedes Mal wenn wir AM feiern,


„verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt.“ 1. Korinther 11/26


4. Als Waffe


Kolosser 1/19-22: Denn Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in ihm zu wohnen 20 und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss. 21 Auch ihr wusstet früher nicht, was es bedeutet, mit Gott zu leben; ihr wart seine Feinde durch alles Böse, das ihr gedacht und getan habt. 22 Doch indem Christus Mensch wurde und am Kreuz starb, hat Gott euch mit sich selbst versöhnt. Jetzt gehören wir zu Gott und stehen befreit von aller Sünde und Schuld vor ihm da.


Wir sind in einem Krieg. Auch wenn der Feind schon besiegt ist, sträubt sich Satan, sein Territorium einfach so herzugeben. Er will noch möglichst viel mit sich ins Verderben ziehen. Er will unsere Gedanken, unsere Gesundheit, unseren Frieden, unsere Autorität von Gott weglenken.


Wenn ich das AM in einem Augenblick oder einer Phase nehme, wo es mir nicht gut geht in einem Bereich, dann bin ich im geistlichen Kampf und berufe mich nicht auf mich selber sondern auf den Sieg Jesu. Ich deklariere Jesu Sieg. Ich denke, dass der Feind genau versteht, was ich damit meine! Er wird irgend wann mit seinem Angriff aufhören, denke ich.


5. Der Bund


Im 3. Mose 17 steht: Weil im Blut das Leben ist, darum werdet ihr durch das Blut mit mir, dem Herrn, versöhnt.


Wenn wir das AM nehmen, dann denken wir daran, dass Gott einen Bund mit uns geschlossen hat. Nicht wie in dieser Stelle im AT, wo das Ritual immer wiederholt werden musste, um mit Gott versöhnt zu sein, sondern einmal und für immer.


Matth. 26/26-28: Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot und segnete, brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst, dies ist mein Leib! 27 Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen ⟨den⟩ und sprach: Trinkt alle daraus! 28 Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.


Jesus hat einen Blutsbund mit uns geschlossen. In der antiken Zeit war ein Bund, der mit Blut geschlossen wurde, der festeste Bund, den es gab. Eine lebenslange unbrechbare Hingabe an den anderen. Es war undenkbar, so einen Bund zu brechen.


Und so einen Bund hat Gott mit all denen geschlossen, die Jesus Christus (also nicht irgend ein Jesus, sondern der Christus, der Messias, der Sohn Gottes) als ihren Herrn in ihrem Leben anerkennen und anbeten.


Die Auswirkungen eines solchen Lebens lesen wir in 1. Korinther 3/21-23: So rühme sich nun niemand irgendwelcher Menschen; denn alles gehört euch: 22 Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas oder die Welt, das Leben oder der Tod, das Gegenwärtige oder das Zukünftige — alles gehört euch; 23 ihr aber gehört Christus an, Christus aber gehört Gott an.


Gott hat uns alles geschenkt, wenn wir ihm gehören. Bei ihm sind wir sicher. Bei ihm und durch seinen Bund sind wir nicht angreifbar. Und im AM halten wir diesen Bund jedes mal dem Feind vor die Augen. Ich finde das sehr befriedigend.


In Römer 8/2 steht: Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich[1] frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.


Das heißt, dass ich jetzt einem anderen Gesetz angehöre. Dem Gesetz, das im Himmel gilt. Das Gesetz des Geistes. Es gibt in dem Gesetz des Geistes keine Sünde und auch keinen Tod. Dadurch ist in diesem Gesetz alle Freiheit und aller Frieden. Angst existiert in diesem Gesetz nicht. Der Hl. Geist sagt uns, was für uns am besten ist, was wir tun sollen, damit wir nicht sündigen, er gibt uns seinen Frieden ins Herz, in dem wir keine Angst haben brauchen, weil alles was geschieht immer das Beste für uns ist!


Das ist das Gesetz der Liebe Gottes. Jesus ist nicht nur für unsere Ewigkeit gestorben, sondern damit wir hier und jetzt in diesem Gesetz des Geistes leben können.


Wir Staples haben uns in dieser Zeit angewöhnt, fast jeden Tag das AM zu feiern. Ganz kurz. Wir erinnern uns und auch die unsichtbare Welt an unseren Bund mit dem König. Wir bitten den Hl. Geist, dass er uns sagt, woran wir besonders denken sollen, für wen besonders heute diese Erinnerung gilt. Tut sehr gut. Kann ich nur empfehlen!


6. Frei von Sünde, Krankheit und Kummer


Jesu Leib ist für uns gebrochen. In Jesaja 53/4-5 lesen wir: Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte. 5 Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt.


Was heißt das? Wir erinnern uns beim AM auch daran, dass Jesus bereits alle unsere physischen Leiden getragen hat. Das Königreich muss auch in diesem Bereich durchdringen. Jesus Christus hat bereits unsere Krankheiten am Kreuz selber getragen. Eigentlich warum sollten wir sie noch einmal tragen?


Jesus hat unsere Krankheiten, unsere Schmerzen unsere Übertretungen, all unsere gegen Gott gerichtete Taten – Gedanken – Vorhaben – Worte, unsere Strafe, alles getragen, damit wir Frieden mit Gott haben. Dieser Friede ist wertvoll, teuer. Schätzen wir ihn genug? Gehen wir mit unseren Sorgen zu Jesus und werfen sie auf ihn, wie er es uns sagt? Er sorgt für uns. Ich fordere uns alle miteinander auf, das ernst zu nehmen. Jesus ernst zu nehmen. An seinen Frieden zu denken, mit dem übernatürlichen Frieden zu rechnen. Das ist nicht das selbe als wenn wir einfach so tun, als ob wir keine Probleme hätten!


Lasst uns jedes Mal, wenn wir AM feiern, totale Gesundheit über unsere Körper deklarieren. Wenn wir das Brot nehmen, erklären wir, dass Jesus der Heiler ist und dass das, was Jesus am Kreuz tat, alles verändert hat. Es gibt Menschen, die in Krankheit jeden Tag oder sogar mehrmals am Tag das AM nehmen, um sich selber und auch die unsichtbare Welt zu erinnern, dass ihnen Jesus Heilung erkauft hat.


7. Jesus, unser tägliches Brot


Jesus sagt, dass er das Brot des Lebens ist. Er ist das, was wir zum Leben brauchen. Er hat gerade bevor er das gesagt hat, für 5000 und mehr Nahrung verteilt, indem er 5 Brote und 2 Fische vermehrt hat. Wir werden nicht mehr hungern, wenn wir dieses Brot essen. Unser Überleben hängt an ihm. Er ist unser Brot des Lebens. Er gibt uns Hoffnung, Leben, Versorgung und Heilung. Beim AM sagt Jesus, als er das Brot bricht: „Dies ist mein Leib“.


Das AM ist kein „goldenes Ticket“ oder irgend ein Hokuspokus. Sondern da ist Kraft im Erinnern, was er für uns getan hat! Unsere Beziehung zu Gott ist kraftvoll und echt. Wir bekennen durch diesen Prophetischen Akt, was Gott für uns ist und dass er in uns ist. Wir richten uns neu aus auf ihn, mit unserer Seele, unserem Körper und unserem Geist. Er ist wie unsere tägliche Nahrung, das Brot des Lebens.


8. Der Friede des Himmels


Philipper 4/7: und der Friede Gottes, der allen Verstand[4] übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.


Durch das AM richten wir unsere Augen wieder auf Jesus. Wir denken drüber nach, wie gut unser Vater im Himmel ist. Dass er immer treu ist, dass er uns in das gelobte Land (das mit Ruhe übersetzt werden kann) geführt hat, das wir jetzt besitzen!


Wir denken darüber nach, dass er immer größer ist als alle unsere Probleme. Wir schauen dadurch von uns selber weg, von allen Verunsicherungen, von allen Lügen, die wir über uns selber glauben, und richten unseren Blick auf den Christus. Wir sind wertvoll für Gott. Er hat uns das nicht nur gesagt, sondern auch demonstriert. Wird er uns im Stich lassen? Niemals! Wenn wir das Brot essen und den Wein trinken, deklarieren wir immer wieder, dass Jesus lebt und wiederkommen wird und dass wir mit ihm leben.


Ich habe schon oft erzählt, dass wir in einer Phase unseres Lebens punkto Frieden sehr herausgefordert waren. Wir hatten alle unsere Kunden verloren und alles Geld war weg. Kein Einkommen, nur Schulden. In der Zeit hatten wir alles in Fülle. Ich weiß nicht wie, aber wir hatten immer das Feinste zum Essen, es wurde nichts kaputt, wir hatten übernatürliche Ladungen von Elektrogeräten, die eigentlich kaputt waren. Es war immer genug Geld in der Geldtasche und wir wurden zu einem der luxuriösesten und schönsten Urlaube eingeladen.


Wir hatten damals Gott gefragt, was wir arbeiten sollen, um ein Einkommen zu bekommen. Er hat uns gesagt, dass wir eine Ruhe geben sollen und den Frieden genießen. Das ist uns damals sehr schwer gefallen. Aber rückblickend gesehen, denke ich, dass Gott uns gelehrt hat, dass wir uns auf ihn verlassen können. Auch in solchen Situationen in seinem Frieden sein, das ist es, was wir brauchen.


Leider hatten wir damals noch nicht so viel über das AM gewusst. Heute würden wir sicher jeden Tag auf diese Weise deklarieren und uns an den Frieden Gottes erinnern.


9. Wir feiern das Abendmahl


Luk 22/19-20: Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!


Wir erklären, dass Jesus, der Christus durch seinen zerbrochenen Leib alle unsere Krankheiten getragen hat. Daher danken wir dir, unser König, für unsere Gesundheit und dass alles, was krank ist, keine Berechtigung in uns hat und unseren Körper verlassen muss, im Namen Jesu Christi, der in uns lebt.


20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl[7] und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.


Danke Jesus, du bist der Christus! Danke, dass du uns freigekauft hast, dass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind, die sterben müssen, sondern dass wir in Ewigkeit mit dir leben dürfen. Du bist gut! Danke für deine Gemeinschaft und für die Kindschaft mit unserem himmlischen Papa!


Wir erklären in der sichtbaren und unsichtbaren Welt, dass Jesus, der Christus, unser König, einen unwiderruflichen Bund mit uns geschlossen hat, der uns in seine Kraft und seinen Frieden führt. Danke, König Jesus! Amen.

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