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Wenn Geld dein Herz bekommt

Peter Köttritsch
vor 2 Tagen
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 10 Stunden


Ein Anleger fragt seinen Anlageberater: "Ist jetzt wirklich all mein Geld weg?"

"Aber nein, das ist doch nicht weg. Es gehört jetzt nur jemand anderem!"

 

Liebe Freunde, ich möchte heute mit einer vielleicht etwas provokanten Frage beginnen:

Wie viel Geld wäre genug?

Nicht für die anderen. Für dich.

Stell dir vor: Du kommst heute nach Hause und jemand würde dir sagen:

„Du bekommst ab morgen jeden Monat 10.000 Euro zusätzlich. Einfach so. Steuerfrei. Du musst nichts dafür tun.“

Ich vermute, die meisten von uns würden sagen:

„Halleluja! Gott sei Dank!“

Und wenn derselbe Mensch nach einem Jahr wiederkommt und sagt:

„Ich habe eine gute Nachricht. Es sind nicht mehr 10.000 Euro im Monat. Es sind jetzt 20.000.“, würden wir wahrscheinlich auch nicht sagen: „Nein danke. Ich hab eigentlich schon genug.“

Und wenn es 50.000 wären?

100.000?

Eine Million?


Gibt es überhaupt eine Zahl, bei der wir sagen: Jetzt habe ich genug?


Geld hat eine besondere Eigenschaft:

Wenn du wenig hast, denkst du: „Wenn ich nur etwas mehr hätte, wäre vieles leichter.“

Wenn du etwas mehr hast: „Wenn ich nur noch ein bisschen mehr hätte, könnte ich entspannter leben.“

Wenn du viel hast: „Jetzt muss ich natürlich aufpassen, dass ich meinen Lebensstandard halten kann.“

Und plötzlich arbeitet man nicht mehr dafür, dass man besser lebt.

Du findest dich plötzlich in einem goldenen Käfig aus Verpflichtungen wieder, die du dir meist selber auferlegst.

Und irgendwann stellen wir, wenn wir ehrlich sind, etwas Seltsames fest:

Wir glauben, Dinge zu besitzen – aber in Wahrheit besitzen die Dinge uns.


Ich habe mir diese Woche den Lebensbericht von Andreas Schutti auf dem Podcast von gottkennen.at angehört. https://www.youtube.com/watch?v=8xT3fvUDv04

Er hat es scheinbar „geschafft gehabt“. Er hat sich aus einfachsten Verhältnissen empor gearbeitet und führte ein Leben wie ein Star. Tolle Autos, Partys, ein riesiges Haus, Geld wie Heu, dazu noch begehrter High Society Gast. Aber je mehr er besaß, je mehr Erfolg er hatte, je mehr er Frauen eroberte, je mehr er sich leisten konnte, desto weniger war er glücklich.



Es wird behauptet: „Geld und Macht machen uns korrupt!“ Aber stimmt das so pauschal?

Geld ist nicht böse – aber Geld kann unser Herz bekommen.

Die Bibel sagt erstaunlich viel über Geld.

Und Jesus spricht noch mehr darüber.

Jesus spricht sogar häufiger über Geld als über Gebet!

Warum? Weil Jesus wusste:

Geld ist nicht nur eine wirtschaftliche Angelegenheit. Geld ist eine Herzensangelegenheit.


Es geht beim Geld nämlich nie nur um Euro und Cent.

Geld steht für Sicherheit.

Geld steht für Freiheit.

Geld steht für Anerkennung.

Geld steht für Macht.

Geld steht für Möglichkeiten.


Und manchmal steht Geld sogar für Identität.

„Ich bin erfolgreich, weil ich mir das leisten kann.“

„Ich bin jemand, weil ich dieses Auto fahre.“

„Ich habe es geschafft, weil ich dieses Haus habe.“


Und genau hier beginnt die Sache geistlich interessant zu werden.

Jesus sagt in Matthäus 6,24 sinngemäß:

Ihr könnt nicht Gott dienen und gleichzeitig dem Mammon.

Jesus sagt nicht:

„Ihr dürft kein Geld besitzen.“

Er sagt:

Ihr könnt nicht zwei Herren haben.

Das Problem ist also nicht zuerst:

Wie viel Geld hast du?

Die viel wichtigere Frage ist:

Wie viel Macht hat dein Geld über dich?

 

Warum macht Geld nicht glücklich?

Wir leben in einer Gesellschaft, die uns ständig eine Botschaft vermittelt:

Wenn du mehr hast, wirst du glücklicher.

Ein neues Auto.

Eine größere Wohnung.

Der nächste Urlaub.

Das neue Handy.

Das bessere Einkommen.

Der schönere Garten.

Das größere Haus.


Und natürlich ist nichts davon an sich schlecht.

Ich fahre auch lieber mit einem guten Auto als mit einem Auto, bei dem ich beim Start bete: „Herr, bitte lass es heute noch einmal anspringen.“

Besitz ist nicht Sünde.

Schönheit ist nicht Sünde.

Komfort ist nicht Sünde.

Ein gutes Essen ist nicht Sünde.

Ein schönes Haus ist nicht Sünde.

Die Frage ist:

Was erwarten wir von diesen Dingen?


Denn irgendwann erwarten wir von materiellen Dingen etwas, das sie niemals geben können: Sinn.


Der reiche Kornbauer

Jesus erzählt in Lukas 12 eine Geschichte.

Ein Mann besitzt so viel, dass seine Scheunen nicht mehr ausreichen. Und er sagt: „Was soll ich tun? Ich habe gar keinen Platz mehr für meine Ernte.“ Dann kommt sein genialer Plan: „Ich reiße meine alten Scheunen ab und baue größere.“ Und dann sagt er zu sich: „Jetzt habe ich genug. Jetzt kann ich mich zurücklehnen. Jetzt kann ich das Leben genießen.“

Und genau an dieser Stelle sagt Jesus: Du Narr! Noch in dieser Nacht wirst du sterben.


Das ist eine harte Geschichte.

Aber Jesus will nicht sagen:

„Der Mann war böse, weil er reich war.“

Das steht da nicht.

Sein Problem war:

Er hatte genug für sein Leben – aber nichts für seine Seele.

Er hatte volle Scheunen. Aber ein leeres Herz.

Er hatte Vorräte. Aber keinen Sinn.

Er hatte Zukunftspläne. Aber keine Ewigkeitsperspektive.

Und Jesus stellt anschließend die entscheidende Frage:

„Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?“

Das ist die Frage, die jeder Mensch irgendwann beantworten muss.

Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen.


Im Buch Prediger im Alten Testament befasst sich Salomo sehr philosophisch mit der Frage: Warum versuche ich reich zu werden? Er war bereits sehr reich. „Es ist alles eitel und haschen nach Wind.“

Besitz kann uns fesseln

Fast jeder Mensch denkt sich: „Ich könnte jederzeit aufhören.“

Aber dann müssen sie feststellen: Ich kann doch nicht.

Ein bestimmtes Auto muss es sein.

Eine bestimmte Wohnung.

Ein bestimmter Lebensstandard.

Ein bestimmter Urlaub.

Ein bestimmter Kleidungsstil.

Ein bestimmter Status.

Und plötzlich ist aus einem Geschenk eine Verpflichtung geworden.


Wenn du ein Haus hast, musst du es erhalten.

Du kaufst ein größeres Auto.

Dann musst du mehr arbeiten.

Du kaufst Dinge auf Kredit.

Dann gehört dir der Gegenstand – aber deine Arbeitskraft gehört für Jahre der Bank.

Und manchmal sieht Freiheit von außen aus wie Wohlstand.

Aber innen ist es Gefangenschaft.

 

Jesus und der reiche junge Mann

In Markus 10 kommt ein junger Mann zu Jesus.

Er hat alles.

Er hat Geld.

Er ist moralisch.

Er ist religiös.

Und er fragt Jesus:

„Was muss ich tun, um ewiges Leben zu bekommen?“

Jesus schaut ihn an.

Und dann sagt er:

„Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen.“

Warum sagt Jesus das?

Weil Jesus plötzlich beschlossen hätte, dass alle Christen arm sein müssen?

Nein.

Jesus diagnostiziert das Herz dieses Mannes.

Und der Mann geht traurig weg.

Warum?

Weil er viele Güter hatte.

Am Ende zeigt sich:

Seine Güter hatten ihn.

Das ist der Punkt.

Jesus wollte nicht seinen Besitz.

Jesus wollte sein Herz.

 

Der Wunsch nach Reichtum kann uns versklaven

Paulus schreibt in 1. Timotheus 6,9–10 sinngemäß:

Menschen, die unbedingt reich werden wollen, geraten in Versuchungen und Fallen.

Und dann kommt dieser berühmte Satz:

„Die Liebe zum Geld ist eine Wurzel, aus der allerlei Böses wächst.“

Beachte: Paulus sagt nicht:

„Geld ist die Wurzel allen Bösen.“

Sondern: Die Liebe zum Geld!


Geld kann ein hervorragendes Werkzeug sein.

Aber ein schrecklicher Herr.

Mit Geld kann ich Menschen helfen.

Ich kann Mission unterstützen.

Ich kann Armen helfen.

Ich kann Mitarbeiter bezahlen.

Ich kann eine Gemeinde sponsern.

Ich kann Kindern Bildung ermöglichen.

Ich kann jemandem in einer Krise helfen.


Geld kann unglaublich viel Gutes bewirken.

Aber wenn Geld mein Herz bekommt, verändert sich alles.

Dann frage ich nicht mehr: „Was kann ich geben?“

Sondern: „Was kann ich bekommen?“

Nicht mehr: „Wem kann ich helfen?“

Sondern: „Was bringt mir das?“

Nicht mehr: „Was möchte Gott damit tun?“

Sondern: „Wie kann ich möglichst viel davon behalten?“


Reichtum und die Entdeckung: „Das war es nicht“

Es ist bemerkenswert, wie viele Menschen, die materiell sehr erfolgreich geworden sind, irgendwann feststellen, dass Geld allein nicht das liefert, was sie sich davon versprochen haben.

Nicht jeder formuliert das öffentlich.

Aber selbst Menschen, die Gott noch nicht kennen, aber über enorme Möglichkeiten verfügen, fangen irgendwann an, ihr Geld in soziale Projekte, Bildung, medizinische Forschung oder humanitäre Hilfe zu investieren.

Warum?

Weil irgendwann die Frage kommt: „Und jetzt?“

Du hast das Haus. Und jetzt?

Du hast das Auto. Und jetzt?

Du hast viel Geld am Konto. Und jetzt?

Du hast den Urlaub gemacht. Und jetzt?

Du hast erreicht, wovon du geträumt hast.

Und plötzlich sitzt du am Ziel und merkst:

Das Ziel war gar nicht dort.


Das ist eine der größten Täuschungen des materiellen Lebens. Wir glauben: „Wenn ich dort angekommen bin, werde ich glücklich.“

Selbst wenn wir alle unsere menschlichen Ziele erreicht haben, stellen wir fest:

Wir sind immer noch nicht angekommen.

Uns plagen dieselben Ängste.

Wir haben die gleichen Fragen.

Wir leben mit derselben Sehnsucht nach Bedeutung.

Die Sehnsucht nach Liebe ist nicht kleiner, sondern größer geworden.

Uns treibt die Sehnsucht nach Gott.

 

Was macht wirklich glücklich?

Jesus sagt in Matthäus 6,33:

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.“

Jesus sagt nicht:

„Trachtet zuerst nach dem Geld.“

Er sagt: Setzt Gott an die erste Stelle.

Warum?

Weil nur Gott etwas in uns erfüllen kann, was Geld niemals kann.

Geld kann dir ein Bett kaufen.

Aber keinen Schlaf.

Geld kann dir ein Haus kaufen.

Aber kein Zuhause.

Geld kann dir Unterhaltung kaufen.

Aber keine Freude.

Geld kann dir Kontakte ermöglichen.

Aber keine echten Freunde.

Geld kann dir medizinische Versorgung ermöglichen.

Aber kein ewiges Leben.

Geld kann dir einen Platz im Flugzeug kaufen.

Aber nicht die Richtung deines Lebens bestimmen.

Geld kann viele Dinge kaufen.

Aber das Wichtigste im Leben sind keine Dinge.

 

Gott möchte dein Herz formen

Deshalb ist die Frage nicht:

„Wie bekomme ich möglichst wenig Interesse an Geld?“

Die Frage ist:

„Wie kann Gott mein Herz in diesem Bereich verändern?“

David betet in Psalm 139:

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.“

Das ist ein gutes Gebet, gerade beim Thema Geld.

„Gott, zeig mir, wo Geld mich beherrscht.“

„Zeig mir, wo ich meinen Wert aus Besitz ziehe.“

„Zeig mir, wo ich Angst habe, loszulassen.“

„Zeig mir, wo ich anderen etwas nicht gönne.“

„Zeig mir, wo ich immer mehr haben möchte.“

„Zeig mir, wo ich mich mit anderen vergleiche.“


Denn das größte Problem ist nicht, was wir haben, oder nicht haben. Es ist unser Vergleich.

Wir schauen auf jemanden und denken: „Warum hat der das und ich nicht?“

Und plötzlich ist das eigene Leben nicht mehr gut genug.

Dieser Hang zum Vergleichen hört nicht auf, egal wie viel du hast.

Ich habe vor kurzem einen jungen Mann getroffen, der in Monaco lebt. Es gibt Menschen in Monaco, die mit ihrer 30Meter Yacht dort im Hafen liegen und sich darüber ärgern, dass neben ihnen eine 40Meter Yacht liegt.

Zufriedenheit ist ein geistliches Geheimnis

Paulus schreibt in Philipper 4,13:

„Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“ Diese Aussage steht im Zusammenhang mit der Fähigkeit, nicht den Besitz, oder Umstände, über mich bestimmen zu lassen.

 

„Ich habe gelernt, mit wenig auszukommen und auch mit viel.“ (Vers 12)

Das ist stark. Paulus sagt nicht: „Ich brauche nichts.“

Er sagt: „Ich habe gelernt, zufrieden zu sein.“

Das ist etwas anderes.


Zufriedenheit bedeutet nicht:

„Ich darf mir nichts wünschen.“ Oder: „Ich muss meine Ansprüche zurückstellen.“

Zufriedenheit bedeutet:

„Mein Glück hängt nicht davon ab, ob ich diesen Wunsch bekomme.“

Das ist Freiheit.


Eine entscheidende Frage ist nicht: Was habe ich (nicht)?

Sondern: Was hat mich?

Was besitzt mich?

Was bestimmt meine Gedanken?

Was macht mir Angst, wenn ich es verlieren könnte?

Worüber denke ich ständig nach?

Was verteidige ich?

Was kann ich nicht loslassen?

Denn dort finden wir oft unseren eigentlichen Schatz.

Jesus sagt:

„Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“


Nicht: „Wo dein Herz ist, da ist dein Schatz.“

Sondern:

Wo dein Schatz ist, dort wandert dein Herz hin.


Das bedeutet:

Was wir wertschätzen, beeinflusst unser Herz.

Was wir anhäufen, beeinflusst unser Herz.

Was wir ständig schützen, beeinflusst unser Herz.

Und deshalb will Jesus selber der Schatz in unserem Herzen sein.

Er möchte nicht unser Leben kleiner machen, oder beschränken.

Er möchte unser Herz frei machen.


Die christliche Antwort auf Geld ist deshalb nicht:

„Geld ist schlecht.“

Aber auch nicht:

„Reichtum ist automatisch Gottes Segen.“

Die biblische Antwort lautet:

Gott ist Herr.


Mein Geld gehört letztlich ihm.

Mein Haus gehört ihm.

Meine Fähigkeiten gehören ihm.

Meine Zeit gehört ihm.

Meine Möglichkeiten gehören ihm.

Und wenn ich das verstehe, verändert sich meine Frage.

Dann frage ich nicht mehr:

„Wie viel kann ich für mich bekommen?“

Sondern: „Gott, was möchtest du mit dem machen, was du mir anvertraut hast?“

Das ist der Beginn eines freien Lebens.

  

Liebe Freunde, unser Leben ist so viel mehr als Geld und Besitz.

Wenn du wenig besitzt, dann sagt Gott nicht:

„Du bist weniger wert.“

Wenn du viel besitzt, dann sagt Gott nicht:

„Du bist deshalb ein schlechter Mensch.“

Gott sagt:

„Gib mir dein Herz.“


Und wenn Gott dein Herz bekommt, bekommt Geld seinen richtigen Platz. Nicht sofort und automatisch, aber wenn ich es ernst meine, dann immer mehr.

Dann können wir besitzen, ohne besessen zu sein.

Wir können genießen, ohne abhängig zu werden.

Wir können sparen, ohne unser Vertrauen auf Geld zu setzen.

Wir können arbeiten, ohne unseren Wert aus Leistung zu beziehen.

Wir können reich sein, ohne unser Herz an Reichtum zu verlieren.

Und wir können wenig haben, ohne unsere Hoffnung zu verlieren.

Denn unser Leben hängt nicht daran, was wir besitzen.

Unser Leben hängt daran, wem wir gehören.


Und Jesus sagt in Matthäus 6,33:

Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.

Danach stecken wir uns aus.

Nicht nach irdischem Besitz.

Sondern nach der Erkenntnis:

Ich habe in Christus bereits das Wertvollste, was es gibt. Wenn wir ihn haben, haben wir einen Schatz im Himmel, der weder von Motten noch Rost zerfressen wird, und den uns niemand rauben kann.

 

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