Freiheit!
Aktualisiert: 28. Sept.
Witz: Wie nennt man einen Bauern, der sein Studium abgeschlossen hat? Ackerdemiker!
Bei uns im Mühlviertel gibt es Gott sei Dank noch viele Bauern, auch wenn sie es in einer globalen Welt immer schwerer haben.
Zuerst, ein ganz kleiner Blick in die Geschichte:
Im Mittelalter war es für die Bauern damals ungleich schwerer. Nicht nur die körperliche Arbeit. Ein Grund für die späteren Bauernunruhen, Ende des 16 Jh. war, dass die Bauern unfrei waren.
Es gab verschiedene Formen der Abhängigkeit gegenüber den jeweiligen Herren: Sie reichten vom Pachtverhältnis über Hörigkeit bis zur Leibeigenschaft.
1594 begann der sogenannte Zweite Oberösterreichische Bauernaufstand im Umfeld des Mühlviertels und breitete sich von dort weiter aus. Die Bauern wehrten sich unter anderem gegen Abgaben, Robotleistungen und Eingriffe der Grundherren in ihre überlieferten Rechte. (Quelle: Forum OÖ Geschichte)
Gleichzeitig spielte eine Schrift von Martin Luther eine große Rolle. Es war die Zeit, in der sich die Reformation in Mitteleuropa stark ausgebreitet hat. 80-90% der Bevölkerung in OÖ hingen den reformatorischen Lehren an. Nicht nur der von Luther, sondern auch von Zwingli (Reformiert) und es gab auch Täufergemeinden. (Freikirchen)
Eine Schrift von Martin Luther fiel bei den Bauern auf ganz besonders „fruchtbaren Boden“: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (1520)
Im Kern geht es darin um die scheinbare Spannung zwischen christlicher Freiheit und christlichem Dienst am Nächsten.
Luther fasst seine Gedanken in einem berühmten Satzpaar zusammen:
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan.“ „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Das klingt zunächst widersprüchlich. Für Luther gehören aber beide Aussagen untrennbar zusammen.
Als Christ bin ich vor Gott völlig frei, weil ich meine Annahme und Gerechtigkeit allein von Christus empfangen habe – und gerade diese Freiheit macht mich frei, aus Liebe für andere zu leben und ihnen zu dienen.
Die Bauern damals haben für sich den ersten Satz („Ein Christenmensch ist niemandem untertan") zur Parole erhoben, um sich gegen die über sie eingesetzten Herren zur Wehr zu setzen.
Ich möchte heute über unsere christliche Freiheit sprechen.
Freiheit ist ein hohes Gut. Sie wurde teuer erkauft. Dass wir heute in einem freien Land leben, und uns hier zum Gottesdienst versammeln können, war (und ist in vielen Ländern) keine Selbstverständlichkeit.
Aber christliche Freiheit geht viel tiefer und hat viel weitreichendere Auswirkung, als die freie Glaubensausübung.
Eine weit verbreitete Definition von Freiheit lautet:
Freiheit ist, wenn man endlich tun kann, was man will.
Das klingt doch gut, oder?
Und besonders Männer lieben diese Definition.
Du kommst nach Hause.
Deine Frau sagt: „Schatz, könntest du bitte den Müll rausbringen?“
Und du sagst: „Natürlich könnte ich. Ich bin ein freier Mensch.“
Du gehst zum Kühlschrank, machst ihn auf und sagst: „Und jetzt entscheide ich völlig frei, was ich esse.“
Du nimmst die Wurst.
Deine Frau fragt: „Wolltest du nicht abnehmen?“
Du: „Ich bin frei!“, und setzt dich mit deiner XXL Wurstsemmel vor den Fernseher.
Du willst gerade hineinbeißen, da hörst du deine Frau sagen: „Du könntest heute Abend auch einmal den Geschirrspüler ausräumen.“
Du antwortest: „Moment! Ich bin frei! Ich muss das nicht tun!“
Und dann kommt der entscheidende Moment.
Sie sagt drauf: „OK, dann kannst du ja auch frei entscheiden, ob du heute Nacht auf der Couch schlafen möchtest.“
Freiheit braucht offensichtlich etwas mehr Differenzierung.
Aber genau da liegt ein Problem unserer Zeit.
Wir haben Freiheit häufig so definiert:
„Niemand hat mir etwas zu sagen.“
„Ich mache, was ich will.“
„Mein Leben gehört mir.“
„Ich entscheide selbst.“
„Da redet mir keiner hinein.“
Aber ist das die Freiheit, von der die Bibel spricht?
In der Bibel kommst das Stichwort „frei“ über 200x vor.
Paulus sagt:
„Christus hat uns zur Freiheit befreit! Bleibt deshalb dabei und lasst euch nicht wieder unter ein Joch der Sklaverei zwingen!“ (Galater 5,1; NLB)
Wow!
Christus hat uns zur Freiheit befreit.
Das Christentum ist also keine Religion, die Menschen kleiner machen soll.
Jesus ist nicht gekommen, um dir dein Leben wegzunehmen.
Er ist gekommen, um dir dein Leben zurückzugeben.
Aber jetzt müssen wir verstehen:
Was meint Jesus eigentlich mit Freiheit?
Denn christliche Freiheit bedeutet nicht: „Ich kann machen, was ich will.“
Und sie bedeutet auch nicht: „Niemand darf mir etwas sagen.“
Christliche Freiheit ist viel größer.
Jesus befreit dich nicht einfach von Grenzen.
Er befreit dich für dein eigentliches Leben.
Und genau darüber möchte ich heute sprechen.
1. FREI VON
Jesus befreit mich von dem, was mich beherrscht
Paulus schreibt in 1. Korinther 6,12:
„Ihr könnt von mir aus sagen: ‚Mir ist alles erlaubt!‘ Aber nicht alles ist gut für euch. Und selbst wenn ich alles tun dürfte, würde ich mich niemals von irgendetwas beherrschen lassen.“ (1. Korinther 6,12; NLB)
Das ist ein genialer Satz.
Paulus sagt: „Mir ist alles erlaubt – aber nicht alles ist gut.“
Das bedeutet: Nicht alles, was ich tun kann, ist gut für mich.
Und: Nicht alles, was ich tun darf, macht mich freier.
Das ist ein ganz entscheidender Unterschied.
Stell dir vor, jemand sagt:
„Ich bin völlig frei. Ich kann jeden Abend bis zwei Uhr früh aufbleiben.“
Ja.
Kannst du.
Aber bist du deshalb frei?
Wenn dein Wecker um sechs Uhr klingelt und du völlig fertig bist, merkst du: Meine Freiheit hatte Konsequenzen.
Oder jemand sagt: „Ich kann essen, was ich will.“
Natürlich.
Aber irgendwann sagt dein Körper:
„Interessant, dass du das Freiheit nennst.“
Oder: „Ich kann mein Geld ausgeben, wie ich will.“
Ja.
Aber wenn am Ende des Monats die Rechnungen kommen, merkst du:
Man kann etwas tun und sich dadurch gleichzeitig in eine neue Unfreiheit hineinmanövrieren.
Das ist geistlich genauso.
Ich kann jeden Impuls ausleben.
Ich kann jedem Menschen zurückreden.
Ich kann mich mit Pornografie beschäftigen.
Ich kann jedem Zorn nachgeben.
Ich kann ständig über andere Menschen schlecht reden.
Ich kann mich von meiner Bitterkeit bestimmen lassen.
Ich kann sagen: „So bin ich halt, das ist mein Leben!“
Aber dann muss ich mir auch die Frage gefallen lassen:
Besitze ich diese Dinge – oder besitzen sie mich?
Denn wahre Freiheit bedeutet nicht: „Ich kann alles tun.“
Wenn ich etwas nicht lassen kann, das mich zerstört, dann bin ich nicht wirklich frei.
Wahre Freiheit bedeutet viel mehr: „Ich muss nicht alles tun, was ich tun könnte.“
Paulus sagt: „Ich werde mich von nichts beherrschen lassen.“
Das ist Freiheit.
Nicht: „Ich kann alles tun.“
Sondern: „Nichts außer Jesus hat das Recht, mich zu beherrschen.“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Jesus befreit uns von inneren Herren
Vielleicht ist dein größtes Problem nicht das, was du tust.
Sondern das, was dich antreibt.
Angst.
Anerkennung.
Kontrolle.
Geld.
Sexualität.
Wut.
Bitterkeit.
Perfektionismus.
Die Meinung anderer.
Leistungsdenken.
Die Angst, nicht zu genügen…
Jesus sagt zu dir: „Das muss nicht dein Herr sein.“
Du musst nicht mehr von deiner Angst regiert werden.
Du musst nicht mehr von deiner Vergangenheit regiert werden.
Du musst nicht mehr von deiner Scham regiert werden.
Du musst nicht mehr von der Meinung anderer Menschen regiert werden.
Du musst nicht mehr von deinen Impulsen regiert werden.
Warum?
Weil du einen neuen Herrn hast.
Jesus.
Jesus sagt:
„Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32; NLB)
Und ein paar Verse später:
„Wenn euch der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8,36; NLB)
Beachte: Jesus sagt nicht:
„Wenn ihr euch selbst verwirklicht, werdet ihr frei.“
Er sagt: „Wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei.“
Freiheit beginnt also nicht damit, dass ich endlich alles bekomme, was ich will.
Freiheit beginnt damit, dass ich erkenne: Wer bin ich?
Und: Wem gehöre ich?
Deine IDENTITÄT in JESUS ist die Grundlage deiner FREIHEIT
Du bist nicht mehr: „der Gescheiterte“.
Nicht: „die mit der schwierigen Vergangenheit“.
Nicht: „der, der nie genug ist“.
Nicht: „die, die immer alles falsch macht“.
Wenn du zu Christus gehörst, bist du Kind Gottes.
Und wenn ich weiß: „Ich bin Gottes geliebtes Kind“,
dann muss ich nicht mehr überall nach Bestätigung suchen.
Dann muss ich nicht mehr jeden Konflikt gewinnen.
Dann muss ich nicht mehr beweisen, dass ich wichtig bin.
Dann kann ich sogar zugeben: „Ich habe mich geirrt.“
Warum? Weil mein Wert nicht davon abhängt, immer Recht zu haben.
Das ist Freiheit!
2. FREI ZU
Jesus befreit mich dazu, das zu tun, wozu ich geschaffen bin
Denn wenn Jesus mich befreit hat, stellt sich die Frage:
Wofür bin ich frei?
Galater 5,13 sagt:
„Ihr seid zur Freiheit berufen, liebe Freunde! Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Vorwand, um eure selbstsüchtigen Wünsche auszuleben. Dient vielmehr einander in Liebe.“ (Galater 5,13; NLB)
Das ist revolutionär.
Paulus sagt: Ihr seid frei – also dient!
Normalerweise denken wir: Freiheit = niemandem dienen müssen.
Paulus sagt: Freiheit = freiwillig dienen können.
„Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Sklave oder Sohn?
Ein Sklave arbeitet, weil er muss.
Ein Sohn kann arbeiten, weil er liebt.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Wenn du denkst: „Ich muss Gott dienen, damit er mich liebt“, dann bist du religiös.
Wenn du denkst: „Gott liebt mich – deshalb möchte ich ihm dienen“, dann lebst du aus Gnade.
Das verändert alles.
Ich bete nicht, damit Gott mich liebt.
Ich bete, weil er mich liebt.
Ich gebe nicht, damit Gott mich segnet.
Ich gebe, weil ich bereits gesegnet bin.
Ich diene nicht, damit Gott mich annimmt.
Ich diene, weil ich angenommen bin.
Ich lese nicht die Bibel, damit Gott zufrieden ist.
Ich lese die Bibel, weil ich meinen Vater kennenlernen möchte.
Das ist Freiheit.
Freiheit bedeutet nicht Selbstverwirklichung
Unsere Gesellschaft sagt: „Finde dich selbst!“
Jesus sagt: „Folge mir.“
Unsere Gesellschaft sagt: „Mach, was dich glücklich macht.“
Jesus sagt: „Liebe deinen Nächsten.“
Unsere Gesellschaft sagt: „Schau auf dich.“
Jesus sagt: „Diene anderen.“
Und das Verrückte ist:
Wenn wir Jesus folgen, finden wir genau das Leben, nach dem wir eigentlich gesucht haben.
Denn wir wurden nicht für Selbstbezogenheit geschaffen.
Wir wurden für Beziehung geschaffen.
Für Beziehung zu Gott.
Für Beziehung zu Menschen.
Für Liebe.
Für Berufung.
Für Frucht.
Für das Reich Gottes.
1. Korinther 10,23
Noch einmal sagt Paulus:
„Alles ist erlaubt – aber nicht alles ist gut für euch. Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.“ (1. Korinther 10,23; NLB)
Das ist ein hervorragender Filter für unser Leben.
Nicht nur: „Darf ich das?“
Sondern: „Baut es (mich und andere) auf?“
Nicht: „Kann ich das tun?“
Sondern: „Bringt mich das näher zu Jesus?“
Nicht: „Ist das verboten?“
Sondern: „Hilft es mir, der Mensch zu werden, den Gott aus mir machen möchte?“
Ein praktischer Freiheitstest
Du kannst bei fast jeder Entscheidung vier Fragen stellen:
1. Macht mich das freier oder abhängiger?
2. Bringt mich das näher zu Jesus oder weiter von ihm weg?
3. Baut es mich und andere auf?
4. Kann ich das tun, ohne dass es mich beherrscht?
Und manchmal ist die Antwort:
„Ja, ich darf das – aber für mich ist es gerade nicht gut.“
Das ist geistliche Reife.
Jetzt kommen wir zum dritten Punkt.
Vielleicht ist das der Punkt, den wir am schwersten akzeptieren.
3. FREI MITEINANDER
Christliche Freiheit bedeutet nicht Unabhängigkeit.
Du bist nicht dafür geschaffen, allein zu leben.
Du brauchst Menschen.
Und Menschen brauchen dich.
Paulus beschreibt die Gemeinde als Leib Christi.
Ein Auge kann nicht sagen: „Ich brauche den Rest des Körpers nicht.“
Ein Fuß kann nicht sagen: „Ich bin völlig unabhängig.“
Und ein Christ kann nicht sagen: „Ich brauche keine Gemeinde.“
Freiheit braucht Beziehung
Unter dem Pseudonym „Freiheit“ verbirgt sich gern die Haltung:
„Ich möchte mich niemandem gegenüber verantworten müssen.“
Und das kann gefährlich werden.
Denn wenn niemand in mein Leben sprechen darf, kann auch niemand meine blinden Flecken ansprechen.
Nur ein echter Freund kann dir sagen:
„Ich glaube, du bist gerade bitter geworden.“
Oder: „Ich glaube, du reagierst gerade aus deiner Verletzung.“
Oder: „Du ziehst dich immer mehr zurück.“
Oder: „Du brauchst Hilfe.“
Das ist vielleicht unangenehm.
Aber es ist ein Weg in echte Freiheit.
Das gilt auch für geistliche Leitung.
Vorweg: Gesunde Leitung ist nicht Kontrolle!
JESUS ist der Herr der Gemeinde!
Nicht der Pastor.
Nicht die GL.
Nicht ein Bereichsleiter.
Jesus ist der Herr.
Gesunde Leitung bedeutet deshalb nicht:
„Ich bestimme über dich und dein Leben.“
Sondern:
Gesunde Leitung bedeutet: „Ich helfe dir, Jesus nachzufolgen.“
Ein guter geistlicher Leiter möchte nicht, dass Menschen von ihm abhängig werden.
Er möchte, dass Menschen reif und mündig in Christus werden.
Das bedeutet nicht blinden Gehorsam!
Gesunde geistliche Leitung darf niemals Manipulation, Kontrolle oder Machtmissbrauch bedeuten.
Ein Leiter darf nicht sagen: „Du musst das tun, weil ich es sage.“
Gesunde Leitung führt Menschen zu Jesus, nicht zu sich selbst.
Sie hilft Menschen, geistlich reif zu werden.
Sie schützt.
Sie korrigiert.
Sie ermutigt.
Sie hilft, Entscheidungen im Licht von Gottes Wort zu prüfen.
Und manchmal sagt ein guter Leiter:
„Ich glaube, dass du hier gerade eine falsche Richtung einschlägst.“
Deshalb darf die Leitung Fragen stellen.
Sie darf korrigieren.
Sie darf ermutigen – und ermahnen.
Sie darf Grenzen setzen, wenn Menschen oder die Gemeinde geschützt werden müssen.
Sie darf sagen: „Ich glaube nicht, dass das eine gute Entscheidung ist.“
Wenn meine spontane Reaktion im Herzen ist: „Du hast mir überhaupt nichts zu sagen!“, dann darf ich im Bereich „Ordnet euch einander unter“ noch ein wenig wachsen.
Ich kann nämlich auf eine „Ermahn-mutigung“ auch so reagieren:
„Danke. Ich werde darüber beten. Ich werde darüber nachdenken. Und ich werde Gottes Wort dazu prüfen.“
Das ist Freiheit. In diese Freiheit möchten wir als Leitung die ganze Gemeinde führen.
Denn Freiheit und Unterordnung gehören zusammen.
Hebräer 13,17 sagt:
„Hört auf eure Gemeindeleiter und folgt ihren Anweisungen, denn sie wachen über euch und tragen Verantwortung für euch.“ (HFA)
Manchmal führt der Heilige Geist dich nicht nur durch eine Bibelstelle oder einen inneren Eindruck.
Oft benutzt er einen Menschen.
Manchmal einen Freund.
Manchmal einen Ehepartner.
Manchmal einen Pastor.
Manchmal einen älteren Christen.
Manchmal sogar jemanden, der dir gerade nicht besonders sympathisch ist.
Und wenn Gott durch diesen Menschen zu dir spricht, ist die Frage:
Bin ich frei genug, es zu hören?
Paulus schreibt:
„Der Herr ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17; NLB)
Wo der Heilige Geist wirkt, entsteht Freiheit.
Der Heilige Geist macht uns nicht egoistischer.
Er macht uns liebevoller.
Er macht uns nicht unabhängiger.
Er macht uns beziehungsfähiger.
Er macht uns nicht rebellischer.
Er macht uns Jesus ähnlicher.
Er macht uns nicht verantwortungsloser.
Er macht uns reifer.
Er macht uns nicht härter.
Er macht uns barmherziger.
Der Heilige Geist führt uns nicht in:
„Ich mache, was ich will.“
Er führt uns in:
„Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“
Und genau darin liegt Freiheit.
JESUS IST NICHT GEGEN DEINE FREIHEIT
Jesus ist der größte Freund deiner Freiheit.
Denn er weiß: Sünde verspricht Freiheit und produziert Sklaverei.
Jesus bietet dir einen anderen Weg.
„Du musst deiner Wut nicht folgen.“
„Du musst deiner Angst nicht folgen.“
„Du musst deiner Begierde nicht folgen.“
„Du musst der Meinung anderer nicht folgen.“
„Du musst deinem Ego nicht folgen.“
Du kannst mir folgen.
Und wenn Jesus dein Herr wird, verlierst du nicht dein Leben.
Du findest es.
Freiheit bedeutet: Ich kann mich freiwillig binden
Das ist vielleicht das Überraschendste an christlicher Freiheit.
Ein freier Mensch kann sich freiwillig binden.
Ich entscheide mich dafür, meinem Ehepartner treu zu sein.
Nicht, weil ich keine anderen Möglichkeiten hätte.
Sondern weil ich liebe.
Ich entscheide mich dafür, meine Kinder zu versorgen.
Nicht, weil ich dazu ständig gezwungen werden muss.
Sondern weil ich sie liebe.
Ich entscheide mich dafür, sonntags in die Gemeinde zu gehen.
Nicht, weil Gott irgendwo eine Anwesenheitsliste führt.
Sondern weil ich Jesus liebe und seine Familie brauche.
Ich entscheide mich dafür, zu geben.
Ich entscheide mich dafür, zu dienen.
Ich entscheide mich dafür, zu vergeben.
Ich entscheide mich dafür, meine Zeit mit Gott zu verbringen.
Ich entscheide mich dafür, meine Gedanken zu schützen.
Ich entscheide mich dafür, meinen Körper zu ehren.
Freiheit bedeutet nicht, dass ich keine Grenzen habe.
Freiheit bedeutet, dass ich die richtigen Grenzen freiwillig annehme.
Ein Fallschirm ist eine Einschränkung – und gleichzeitig Freiheit
Stell dir einen Fallschirmspringer vor.
Ist der Fallschirm eine Einschränkung seiner Freiheit?
Technisch gesehen: Ja.
Der Fallschirm begrenzt seine Bewegungen.
Er kann nicht einfach machen, was er will.
Aber niemand würde sagen:
„Dieser Fallschirm nimmt ihm seine Freiheit.“
Im Gegenteil.
Der Fallschirm ermöglicht ihm überhaupt erst, frei zu springen.
Das ist ein starkes Bild für Gottes Gebote.
Gottes Wahrheit ist nicht dazu da, unser Leben klein zu machen.
Sie schützt das Leben, das Gott uns geben möchte.
Wenn Gott sagt:
„Vergib“, dann nimmt er mir nicht meine Freiheit.
Er befreit mich von der Gefangenschaft der Bitterkeit.
Wenn Gott sagt: „Sei treu“,
dann schränkt er nicht meine Freiheit ein.
Er schützt mich vor den Zerstörungen der Untreue.
Wenn Gott sagt: „Rede die Wahrheit“,
dann verpasst er mir keinen Maulkorb.
Er befreit mich von einem Leben voller Lügen und Masken.
Wenn Gott sagt: „Liebe“,
dann nimmt er mir nicht meine Freiheit.
Er führt mich in die Freiheit, für die ich geschaffen wurde.
Drei Fragen zum Mitnehmen
Liebe Freunde, ich möchte dir heute drei Fragen mitgeben.
1. WOVON möchte Jesus mich befreien?
Was hat zu viel Macht über mich?
Was beherrscht meine Gedanken?
Was bestimmt meine Entscheidungen?
Was kann ich scheinbar nicht loslassen?
Wo sagt Jesus: „Ich möchte dich frei machen.“
2. WOFÜR hat Jesus mich befreit?
Vielleicht hat Jesus dich frei gemacht,
um zu vergeben.
Um zu lieben.
Um zu dienen.
Um großzügig zu sein.
Um Verantwortung zu übernehmen.
Um zu beten.
Um Menschen zu ermutigen.
Um für andere zu beten.
Um deine Berufung zu leben.
Um mutig zu sein.
Um deine Geschichte zu erzählen.
Um jemandem zu helfen, der gerade selbst nicht weiterkommt.
Freiheit ist nicht das Ende der Geschichte.
Freiheit ist der Anfang deiner Berufung.
3. WEM erlaube ich, in mein Leben hineinzusprechen?
Hast du Menschen, die dir die Wahrheit sagen dürfen?
Hast du Freunde, die dich korrigieren dürfen?
Gibt es geistliche Leiter, denen du vertraust?
Gibt es Menschen, die dir sagen dürfen:
„Ich glaube, hier stimmt etwas nicht“?
Wenn niemand das darf, bist du vielleicht nicht so frei, wie du denkst.
Denn echte Freiheit sagt:
„Ich brauche niemanden, der mich kontrolliert – aber ich bin dankbar für Menschen, die mir helfen, Jesus ähnlicher zu werden.“
Jesus sagt: „Wenn euch der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.“
Nicht: „Wenn ihr alles tun könnt, was ihr wollt.“
Nicht: „Wenn niemand euch etwas zu sagen hat.“
Nicht: „Wenn ihr völlig unabhängig seid.“
Sondern: „Wenn der Sohn euch frei macht.“
Das ist christliche Freiheit.
Ich bin frei von der Notwendigkeit, mich selbst zu rechtfertigen.
Ich bin frei von der Macht meiner Vergangenheit.
Ich bin frei von der Herrschaft der Sünde.
Ich bin frei von der Meinung anderer.
Ich bin frei von der Angst, zu kurz zu kommen.
Und deshalb bin ich frei:
zu lieben.
zu vergeben.
zu dienen.
zu geben.
zu gehorchen.
zu vertrauen.
zu empfangen.
zu wachsen.
zu hören.
zu lernen.
mich korrigieren zu lassen.
Verantwortung zu übernehmen.
Und schließlich: Ich bin frei, Jesus ähnlicher zu werden.
Galater 5,13 sagt:
„Ihr seid zur Freiheit berufen, liebe Freunde! … Dient vielmehr einander in Liebe.“
Das ist die Freiheit des Königreiches Gottes:
Ich muss mich nicht mehr selbst retten.
Deshalb kann ich helfen, dass andere gerettet werden.
Ich muss meinen Wert nicht mehr beweisen.
Deshalb kann ich andere aufbauen.
Ich muss nicht mehr um Anerkennung kämpfen.
Deshalb kann ich anderen Anerkennung geben.
Ich muss nicht mehr alles kontrollieren.
Deshalb kann ich vertrauen.
Ich muss nicht mehr unabhängig sein.
Deshalb kann ich Gemeinschaft leben.
Und: Ich muss nicht mehr tun, was ich will.
Denn ich habe etwas viel Größeres gefunden:
Ich darf tun, wozu ich geschaffen wurde.
Und dort – genau dort – beginnt echte Freiheit.
„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“




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