• Sabine Köttritsch

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen Joh. 6, 37 b

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Unsere Motivation, warum wir zu Jesus kommen

Lasst uns heute eine kleine Zeitreise nach Israel zur Zeit Jesu unternehmen. Wir befinden uns in Galiläa und Jesus ist schon das 3. Jahr unterwegs und dient den Menschen. Seine Jünger kamen gerade eben von einer Dienstreise zurück, auf der sie Dämonen austrieben, Kranke heilten und das Evangelium predigten. Sie sind müde und wollen mit Jesus das Erlebte besprechen, was man sich gut vorstellen kann. Jesus gönnt ihnen Ruhe und sie verschwinden im Boot von Kapernaum aus ans nordöstliche Ufer des Sees Genezareth. Die Leute bemerken das, folgen ihnen und werden auf dem Weg hinüber immer mehr – ein richtiger Hype bzw. Flashmob… 😉 Landweg sind das ca. 14 km.

Was dann folgt ist ein Tag Lehre für diese vielen Menschen und die Speisung der 5000 Männer und ungefähr noch einmal so vielen Frauen und Kinder, also ca. 10000 Menschen. Jesus gab ihnen so viel wie sie auch wollten. Da war also nix abgezählt oder abgemessen… Die Leute bekamen großzügig zu essen, ich würde sagen, sie waren bummvoll! Danach zieht sich Jesus auf den Berg zurück, die Jünger fahren mit dem Boot über den See und kommen ca. 5 km weit, da kommt ihnen Jesus auf dem Wasser nach und schreckt sie mal kurz…

Am nächsten Tag warten die Leute an der selben Stelle auf Jesus und die Jünger, aber da ist niemand. Ich weiß jetzt nicht, wo sie übernachtet haben – ev. zuhause und sie kamen wieder, oder gleich an Ort und Stelle – auf jeden Fall machen sie sich auf den Weg und weil Jesus des öfteren auch in Kapernaum anzutreffen war, haben sie ihn dort zuerst gesucht. Rein ins Boot, 6 km über den See gerudert, und yeah – Jesus gefunden. DAS WAR IM VERGLEICH ZU HEUTE MÜHSAM!!! Heute erkundigst du dich schnell über whatsapp , ob jemand Jesus gesehen hat, kriegst flott eine Antwort, springst ins Auto und bist nach spätestens einer halben Stunde da. Aber diese Leute nicht. Rudere einmal 6 km über einen See in so einem Boot bzw. geh zu Fuß 14 km – das dauert! Wenn du schnell bist, bist in 3 Stunden da. Und wisst ihr, die hatten keine besonders frommen Wünsche. Es war ein Hype – es hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, was da los war – Heilungen, viel zu essen, … die Leute wollten dabei sein, natürlich auch gesund und satt werden. Das waren keine hohen geistlichen Ziele sondern eigentlich total niedere Motive, oder? Das war so, wie wenn über snapchat etc. Videos verbreitet werden – „das musst du gesehen haben!“ und schon öffnet man die Nachricht … Diese Dynamik wird es geben, solange es Menschen gibt. Neugier, Sensationslust, wirkliches Interesse, Sehnsucht und alle anderen möglichen Antriebe, warum man wo mit- oder hingeht.

Und als sie Jesus gefunden haben, fragen sie ihn: „Rabbi, wann bist du hierher gekommen?“ Das finde ich so spannend, dass ihnen nichts anderes einfällt, als zuerst einmal das wissen zu wollen.

Wann bist du gekommen? Wir haben dich nicht gehen sehen, obwohl wir den ganzen Weg hergelaufen sind und auch die auf dem Wasser haben nicht gesehen, wie du mit dem Boot gefahren bist und doch bist du schon da… Haben wir womöglich etwas verpasst, sind wir zu spät? Diese Gedanken könnten hinter dieser banalen Frage stecken. Aber welche Motivation treibt die Leute zu dieser Frage?

Wir erfahren es im nächsten Vers, denn Jesus beantwortet die Frage, wann er gekommen ist, gar nicht, sondern geht sofort auf die Motivation ein:

„Ich weiß, weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht weil ihr verstanden hättet, was diese Wunder bedeuten!“

Das ist jetzt aber schon hart, oder? Ich meine, die hatten in der Früh schon Minimum 14 km in den Beinen bzw. 5 – 6 Ruderkm in den Armen, wahrscheinlich noch kein Frühstück, und dann so eine Antwort! Die haben sich echt angestrengt, um Jesus zu finden, das war doch kein Klacks, oder, und dann so eine Antwort: Es geht euch nur um euren Bauch…

Aber: Waren oder sind wir anders? Welche Motive hast du, wenn du zu Jesus kommst und etwas von ihm willst? Geht es um Anerkennung? Tust du viel Gutes um ihm zu gefallen und um dann etwas von ihm zu bekommen? Wanderst du sinnbildlich auch so weit wie die Leute damals? Strengst du dich an?

Oder: wie bist du, wenn du dann müde oder hungrig oder beides bist? Was ist dein erstes Bedürfnis, wenn du in einer misslichen Lage bist?

Ich war schon einmal körperlich so müde, dass ich nur noch heulen hätte können. Eine Freundin wurde auf einen Schlag so grantig und unausstehlich, weil sie Hunger hatte. Öfter habe ich schon erlebt, wie ein Chef total aggressiv reagierte, als er überfordert war. Usw. usf. Ihr habt da sicher auch Erfahrungen, gell!

In so einem Moment ist es einen ziemlich egal, wie geistlich oder übernatürlich etwas ist – man will entweder nur noch schlafen, oder etwas zu essen oder seine Ruhe. Man möchte, dass die Situation aufhört.

Und das spricht Jesus hier an. Ein bisschen anders übersetzt könnte man also sagen: „Ihr sucht mich, weil ich ein Grundbedürfnis gestillt habe und euch war das Wunder der Vermehrung egal! In Wirklichkeit habt ihr gar nicht erkannt, mit wem ihr es zu tun habt.“

Das müsst ihr euch mal vorstellen – Hauptsache satt. …

Aber Jesus sind die Menschen so wichtig und es entsteht ein Gespräch, wo Jesus ihnen erklärt, was sie wirklich zum Leben brauchen:

27 „Bemüht euch doch nicht nur um das vergängliche Brot, das ihr zum täglichen Leben braucht! Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die bis ins ewige Leben reicht. Diese wird der Menschensohn euch geben. Denn Gott, der Vater, hat ihn als seinen Gesandten bestätigt und ihm die Macht dazu verliehen.«

28 Da fragten sie ihn: »Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?« Das finde ich so genial: Jesus ist nicht enttäuscht darüber, dass wir so fokussiert auf die Grundbedürfnisse sind, sondern nimmt das als Ausgangspunkt, um uns tiefer in das wahre Leben zu führen.

Und dann geschieht etwas Interessantes: Die Leute erkennen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Möglichkeit des ewigen Lebens und dem Willen des himmlischen Vaters. Sie tauchen in eine völlig neue Dimension ein.

Jesu Antwort ist klar: „Der Wille Gottes ist, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“

Was die Leute dann sagen, ist kaum zu glauben: „Wenn du willst, dass wir an dich glauben, dann zeige uns ein Wunder. … Was wirst du für uns tun? Immerhin haben unsere Vorfahren auf ihrer Wüstenwanderung Manna gegessen. In der Schrift heißt es: Mose gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.“

Sie waren einen Tag vorher doch Teil eines riesigen Wunders – der Brotvermehrung, und dann trauen sie sich glatt, so eine Forderung zu stellen!

Und wisst ihr was, das ist zutiefst menschlich. Wir verlassen uns lieber auf das, was wir schon kennen. Das mit dem Manna war Teil der Geschichte der Juden und jährlich beim Passahfest wurden sie an den Auszug aus Ägypten erinnert.

Sie kannten die Schrift und bezogen sich darauf und haben nicht bemerkt, dass der Geber des Mannas vor ihnen stand.

Womöglich haben einige das Wunder der Brotvermehrung gar nicht mitbekommen, weil sie so beschäftigt waren, sich ihren Teil aus dem Korb zu nehmen und dann zu essen und sie haben gar nicht näher nachgedacht, wie das überhaupt gehen kann, dass die Körbe nie nachgefüllt werden mussten.

Da passiert etwas und das ist so groß, dass man lieber nicht näher drüber nachdenken will, weil es nicht zu fassen ist. Es kommt überraschend und man konnte sich nicht vorher darauf einstellen. Dann bricht man es auf den Teil herunter, der einem nützt – in diesem Fall, dass man satt wird. Versteht ihr, was ich meine?

Und Jesus sprengt aber all diese Rahmen – er ist so viel größer als unser Groß.. Also, sie hätten jetzt gerne so ein Mannawunder, aber Jesus sagt:

„Das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. … Ich bin vom Himmel herabgekommen, um den Willen Gottes zu tun, der mich gesandt hat, und nicht um zu tun, was ich selbst will.“


Der Wille des Vaters

Was ist denn eigentlich der Wille des Vaters?

In unserer Bibelstelle gibt es 2 verschiedene Adressaten:

1. Was will der Vater von uns Menschen?

Wir sollen an Jesus glauben, dann erhalten wir das ewige Leben.

Das geht aber nur durch göttliche Gnade. Der Mensch aus sich heraus kann Gott nicht erkennen – er hat einen Schleier vor den Augen. Aber wenn Gott durch Jesus, damals in persona oder heutzutage durch Menschen, die ihn kennen, jemandem begegnet, dann ist das die Gelegenheit, ihn kennen zu lernen und ihm zu glauben.


2. Was der Vater von Jesus will finden wir in Vers 37, 39 + 40:

37 Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Dort wo Jesus hinkommt, entsteht Bewegung unter den Menschen und in der unsichtbaren Welt. Damals wie heute! Jesus ist am Kommen und wir befinden uns mitten in den Geburtswehen des Reiches Gottes. Die kommen in Wellen daher wie bei einer normalen Geburt und die natürliche Welt wird davon erschüttert. Es ist, wie wenn ein Schwungtuch von allen Seiten geschüttelt wird und alles, was drauf liegt, fängt zu hüpfen an. Die Wassermassen des Menschenmeeres wogen hin und her in alle möglichen Richtungen und von den Kräften, die im Moment wirken, wird alles bewegt und verschoben und wer nicht auf festem Grund steht, verliert den Boden unter den Füßen. Wir sehen, dass auch die Systeme der Welt ins Wanken geraten, auf die wir uns so lange verlassen haben. Alles, was erschüttert werden kann, wird momentan erschüttert, denn wir stehen vor einer Erweckung.

Bei der Gemeindefreizeit 2016 haben wir einen kurzen Film über das Volvo Ocean Race angeschaut, wo diese Segelboote bei ärgsten Bedingungen um die Welt segeln. Ich hab gewusst, das gilt für uns, hatte aber keine Ahnung, wie das genau ausschauen wird. Jetzt sind wir mitten drin im Sturm und unsere Aufgabe ist nicht, den Sturm zu stillen – das können wir gar nicht, denn er wird verursacht durch die Geburtswehen! Unsere Aufgabe ist es, keine Angst zu haben. Unsere Aufgabe ist es, auf unserem Posten zu bleiben und uns nicht durch alle möglichen Funksprüche von außen ablenken zu lassen. Unsere Aufgabe ist es, die Schiffbrüchigen aufzunehmen und zu Jesus zu bringen.

39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage.

40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.

In den genaueren Übersetzungen steht hier ALLES und nicht ALLE. Ich denke, das bedeutet, dass es nicht nur um Menschen geht, sondern um alles, das tot ist und neues Leben und Wiederherstellung braucht. Ich stelle mir das so vor, dass der Vater ganze Akten von Anliegen auf den Schreibtisch von Jesus legt: z. B. das Gleichgewicht in der Natur, Gerechtigkeit auf der Welt, Meere voller Plastik, Konflikte und Gewalt, usw. Alles kommt zu Jesus, denn er hat am Kreuz dafür gebüßt und er wird die Dinge zu neuem Leben auferwecken.

So schreibt Paulus im Brief an die Kolosser: Ja, alles ist durch ihn geschaffen und vollendet sich schließlich in ihm.

Bei uns Menschen ist es ein bisschen anders. Wir können uns frei entscheiden, ob wir das Büro von Jesus betreten wollen oder nicht. Aber wenn jemand dem Impuls des heiligen Geistes in seinem Herzen oder in seinem Geist folgt, und zu Jesus kommt und ihm vertraut, der darf dableiben und wird von Jesus nicht vor die Tür gesetzt. Nein, sondern Jesus selbst ist die Tür ins himmlische Reich.

Er wird diese Person sicher nicht verlieren, denn er macht das, was sein Vater will und der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Wer einmal bei Jesus ist, ist am sichersten Platz, den es gibt. Selbst wenn du dich einmal zu weit von der Herde entfernen solltest, geht er dich suchen, weil er weiß, wie wichtig du deinem himmlischen Papa bist. Jesus verliert dich nicht!

Wenn dir heute klar geworden bist, dass du vor dieser Tür stehst und bei Jesus das ewige Leben haben willst, dann komm nach dem Gottesdienst nach vorne zum Gebetsteam. Sie helfen dir kompetent weiter! 😊

Echter Hunger

Der himmlische Vater schickt dich zu Jesus und der beschäftigt sich mit dir, weil sein Vater das will. Keine Frage ist ihm zu dumm oder unwichtig. Erinnere dich: Die Leute damals wollten zuerst einmal wissen, seit wann er denn schon da ist…

Er sieht deinen wirklichen Hunger hinter deinen Fragen oder vordergründigen Forderungen z. B. nach einem Wunder oder dass eine unangenehme Situation jetzt sofort aufhören soll.

In dem Dialog zwischen Jesus und dir lernst du ihn immer besser kennen, weil er sich dir offenbart. Du wirst dabei lernen, dass bei ihm das wahre Leben ist und sogar jetzt auf dieser Welt schon totgeglaubte Dinge wie z. B. verfahrene Situationen oder schlechte Beziehungen zum Guten verändert werden. Du wirst zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wer Jesus wirklich ist und wer du bist!

Ziel/ Wahrheit

Der Wille des Vaters ist, dass du in Ewigkeit lebst! Er vertraut dich seinem Sohn an, dem er alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben hat. Dieser lehnt dich nicht ab, sondern passt auf dich auf und verliert dich nicht und beschützt dich in diesen herausfordernden Zeiten. Du gehörst zu einer großen wundervollen Familie.

Da passen die Worte der Ermutigung für 2022 von Capris genau dazu:

Der Herr ruft uns „Komm ins Boot“, steig ein mit vollem Vertrauen. Ihr seid willkommen, meine Söhne und Töchter, um mit Ihm in seiner Gegenwart zu sein.

Weicht nicht ab von seiner Gegenwart oder Seinem Blick, auf deinem Lebensweg und in deinem Dienst!

Nicht nur deshalb, weil Er fähig ist, die Stürme zu stillen!

Aber, auch, wenn sich die Stürme nicht beruhigen und viele Erschütterungen in unsere Gesellschaft während der kommenden Tage oder Monate kommen, verspricht Er uns und unsere Familien zu bewahren, so wie Er es mit dem Volk Israel in Goshen tat:


„Aber an diesem Tag werde ich anders handeln mit dem Land Goshen, wo mein Volk lebt. Keine Schwärme von Fliegen werden dort sein, sodass du erkennst, dass ich, der Herr, in diesem Land bin. Ich werde einen Unterschied machen zwischen meinem Volk und deinem Volk.“ 2.

Mose 8,18


Er verspricht – egal, wie viele Stürme uns auf unserem Weg begegnen - wir werden geschützt und sicher sein an Seiner Seite.

„Seid guten Mutes, meine Söhne und Töchter, denn ich habe die Welt für euch überwunden.“

Inmitten aller Ereignisse werden wir die Freude des Herrn behalten und erreichen, was Er für unsere Leben und für unsere Berufungen bestimmt hat.

„Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt.“ (Johannes 16,33a)

AMEN


Wir schauen uns jetzt noch den Poetry Slam Offene Türen zur Jahreslosung an:

https://www.youtube.com/watch?v=TYojXJtcOpM


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