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  • Martin Tlustos

Es geht nicht um mich

Aktualisiert: 19. Juni 2023

Klicke HIER, um dir diese Predigt zum Thema "Liebe, Dopamin, und leben zwischen Individualismus und Gruppenorientiertheit" anzuhören.


Einleitung: Handysucht und seine Folgen

Es geht nicht nur um die Handysucht, sondern um die ständige Verfügbarkeit von Ablenkung und Vergnügung. Dadurch verändert sich in unserem Gehirn der Dopaminhaushalt.


Wozu das langfristig führt: wir wollen ständig unterhalten werden, wir gewöhnen uns an die ständige Verfügbarkeit von Dingen. Das wiederum führt dazu, dass unsere Ansprüche ständig nach oben klettern, wir werden tendenziell schwieriger zufriedenzustellen, undankbarer, reizbarer, rechthaberischer, etc.

Weil ich ständig meine Bedürfnisse bzw. das, was ich dafür halte, befriedigen kann, bekomme ich das Gefühl, ein Recht darauf zu haben, befriedigt zu werden. Ich, meiner, mich und mir, Herr segne doch uns vier! Entitlement, Karen etc.


Und weil es so leicht ist, unsere Bedürfnisse befriedigen, bzw. den billigen Ersatz dafür zu bekommen, werden wir immer unwilliger, Aufwand zu treiben. Nichts darf mehr etwas kosten. Die Disziplin lässt immer mehr nach. In extremen Fällen kann das zu einer ausgewachsenen Sucht werden, die die Lebensfähigkeit beeinträchtigt. Aber auch in den unauffälligen Fällen hat es Auswirkungen darauf, wie und wie gut Gemeinden funktionieren.


Ich weiß nicht, ob es eine Antwort gibt darauf, und wie die Antwort heißen müsste. Aber dass Individualismus und Konsumdenken unsere Gemeinden sehr stark unter Druck setzt, ist glaub ich offensichtlich. Die Art, wie manche Geschwister während der Coronakrise miteinander umgegangen sind, ist eine der Auswirkungen davon, und das Herumspringen zwischen Gemeinden und manche Gemeindespaltungen auch.


2. Timotheus 3: Du musst wissen, dass die Zeit vor dem Ende schlimme Phasen haben wird. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, großtuerisch und eingebildet. Sie werden Gott lästern, ihren Eltern nicht gehorchen und vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Sie sind undankbar, lieblos und unversöhnlich. Sie werden ihre Mitmenschen verleumden und sich hemmungslos ausleben. Sie sind gewalttätig und hassen das Gute. Zu jedem Verrat bereit, werden sie leichtsinnig und vom Hochmut verblendet sein. Ihr Vergnügen lieben sie mehr als Gott. Sie geben sich zwar einen frommen Anschein, aber von der Kraft wahrer Gottesfurcht wollen sie nichts wissen. Von selchen Menschen halte dich fern!


Wenn dir auch schon aufgefallen ist, dass die Leute immer sturer und extremer werden und immer schwerer von der Wahrheit zu überzeugen sind – dann könnte es sein, dass du das eigentlich Problem bist, und immer sturer und extremer denkst, und gar nicht mitkriegst, wie du allen anderen auf den Nerv gehst!


In den Sprüchen gibt es den Gegensatz zwischen dem Weisen und dem Törichten. Der Weise ist lern- und korrekturbereit, während der Törichte glaubt, alles schon zu wissen, und sich nichts mehr sagen lässt (außer dem, was er hören will).


Universe 25 Experiment mit Mäusen (1968 – 1973)

Joseph Unwin, „Sex and Culture“: Anthropologe. 1895–1936.

1934 Studie mit 86 Kulturen, in denen es einen Zusammenhang zwischen sexueller Freizügigkeit und kulturellem Niedergang gibt.


Nach seiner Studie dauert es nach gesellschaftlich anerkannter sexueller Freizügigkeit noch drei Generationen (ca. 100 Jahre) bis zum gesellschaftlichen Kollaps bzw. bis die Region von einer anderen, stärkeren, Kultur übernommen wird. Nach diesem Buch wären wir ungefähr sechzig Jahre im Kulturverfall (68er Revolution bis heute), und die Auswirkungen wären schon recht deutlich zu spüren – weg von einer blühenden Kultur hin zu einer Kultur, wo sich jeder nur noch um seine eigenen unmittelbaren Bedürfnisse

kümmert, und wo Wissenschaft, sozialer Zusammenhalt und Künste etc. verfallen.


Laut dem Autor ist dieser Prozess unumkehrbar. In jeder Kultur, in der dieses Phänomen (Freizügigkeit) aufgetreten ist, war innerhalb von drei Generationen der Kulturverfall so ausgeprägt, dass sie von einer anderen Kultur übernommen/erobert/aufgesaugt wurde.


Individualismus vs. Gemeinschaft vs. Gottes Ordnungen. Wer oder was bestimmt, wie wir leben (sollen)?

Wie gehen wir in der Gemeinde damit um? Können wir da einen Gegenentwurf setzen, und wie sieht der aus?


Sind wir in der Endzeit? Oder „nur“ vor einem Verfall des Westens und evtl. in einigen Jahrzehnten kompletter Umkrempelung der Zustände? Sind wir noch zu retten?


Kurz gesagt: ich weiß es nicht. Was dafür spricht, ist, dass diese Dinge und Entwicklungen mit rasanter Geschwindigkeit und das erste Mal weltweit auftreten. Was dagegen spricht, ist, dass wir Ähnliches schon oft gesagt haben, und bis jetzt immer falsch gelegen sind.


Ob unsere Kultur „gerettet“ werden kann, weiß ich auch nicht. Vielleicht sind wir schon in dem Stadium, wo es keine Rückkehr mehr gibt. Vielleicht ist es auch ein Hin- und Herschwingen zwischen den Extremen Individualismus und Gruppendenken. Zur Zeit sind wir in Europa in einer Phase des extremen Individualismus, der auf Dauer kultur-erodierend wirkt und sich eventuell selbst zerstört. Wer weiß (die Geschichte spricht allerdings dagegen).


Was wir aber wissen können, ist folgendes:


Römer 12, 2: Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt!


Wenn kulturelle „Auferstehung“ möglich ist, dann nur, wenn wir uns von dieser unglaublichen Dekadenz und Vergnügungssucht lossagen hin zu einem sinnorientierten und selbstverleugnendem Leben. Nur um Missverständnisse zu vermeiden: hier geht’s nicht um den Gegensatz zwischen Freiheit und Diktatur, oder Gleichheit und Hierarchie oder so. Es geht um den Gegensatz zwischen dem Fokus auf das eigene Leben vs. der Hingabe an etwas Größeres, zwischen Kurzsichtigkeit und Vision.


Es geht auch (in den Gemeinden) nicht darum, wer recht hat, und wer nicht, wer die richtige Theologie oder Praxis hat und wer nicht, sondern darum, ob Gott verherrlicht wird in dem, wie wir miteinander umgehen.


Was ist die Lösung?

Die Lösung ist die Er-Lösung: wenn wir die unglaubliche Schönheit und Größe und Liebe und Treue und Weisheit Gottes erfahren, erkennen, umfasst und verändert werden davon, wer Gott ist.


Wir können nur dann von unserer Sucht nach uns selbst frei werden, wenn wir von einer größeren „Sucht“ getrieben werden. Und diese größere „Sucht“, dieses Größere ist Gott. Wer er ist, wie er ist, was er getan hat, was er in Jesu getan hat. Nebengedanke: das Größere ist nicht, was ich mit ihm erlebt habe oder erleben kann.


Johannes 1, 6-8: Da trat ein Mensch auf. Er war von Gott gesandt und hieß Johannes. Er kam, um als Zeuge auf das Licht hinzuweisen. Alle sollten durch ihn daran glauben. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur darauf hinweisen.


Bist du ein „Hinweiser“? Geht es in deinem Leben um dich, oder um Gott?


Matthäus 10:39: Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer sein Leben aber meinetwegen verliert, der wird es finden.


Man kann nicht zwei Herren dienen, entweder Gott oder dem Mammon. Und mit Mammon ist nicht nur Geld gemeint, sondern auch das, was mit Geld und Wohlstand kommt: Vergnügen, Ablenkung etc.


Das Gleichnis vom Sämann: das dritte Feld sind die, die prinzipiell glauben. Doch dann gewinnen die Sorgen ihres Alltags, die Verlockungen des Reichtums und andere Begierden die Oberhand und ersticken das Wort. Es bleibt ohne Frucht.


Matthäus 6:33: Euch soll es zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird er euch alles Übrige dazugeben.


Wir sind für Gottes Ehre geschaffen

Gott hat uns für zwei Dinge geschaffen: Dass wir in ihm, in Seiner Gemeinschaft leben und uns an ihm erfreuen, und 2. dass er dadurch, wie er in unserem Leben wirkt, verherrlicht wird. Der Vater will den Sohn verherrlichen, der Sohn den Vater.


Kolosser 1:15: Gott hat alles durch Christus und für ihn geschaffen.


Es geht um IHN!

Es geht um Jesus

Die ganze Bibel redet von Jesus:

Jesus ist der wahre und bessere Adam, der die Prüfung im Garten bestanden hat und dessen Gehorsam uns zugerechnet wird.

Jesus ist der wahre und bessere Abel, der zwar unschuldig erschlagen wurde, dessen Blut aber jetzt nicht nach unserer Verurteilung, sondern nach Freispruch schreit.

Jesus ist der wahre und bessere Abraham, der dem Ruf Gottes folgte, alles Bequeme und Vertraute zu verlassen und in die Leere hinauszugehen, ohne zu wissen, wohin er ging, um ein neues Volk Gottes zu schaffen.

Jesus ist der wahre und bessere Isaak, der nicht nur von seinem Vater auf dem Berg als Opfer ausgewählt wurde, sondern der wirklich für uns geopfert wurde. Und wenn Gott zu Abraham sagte: "Jetzt weiß ich, dass du mich liebst, weil du mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du liebst, nicht vorenthalten hast", dann können wir jetzt darauf schauen, wie Gott seinen Sohn auf den Berg brachte und ihn opferte, und sagen: "Jetzt wissen wir, dass du uns liebst, weil du uns deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du liebst, nicht vorenthalten hast."

Jesus ist der wahre und bessere Jakob, der gerungen und den Schlag der Gerechtigkeit eingesteckt hat, den wir verdient haben, sodass wir, wie Jakob, nur die Wunden der Gnade empfangen, um uns aufzuwecken und zu disziplinieren.

Jesus ist der wahre und bessere Josef, der zur Rechten des Königs denen vergibt, die ihn verraten und verkauft haben, und der seine neue Macht einsetzt, um sie zu retten.

Jesus ist der wahre und bessere Mose, der sich zwischen das Volk und den Herrn stellt und einen neuen Bund vermittelt.


Jesus ist der wahre und bessere Felsen des Mose, der, mit dem Stab der Gerechtigkeit Gottes geschlagen, uns nun in der Wüste Wasser gibt.

Jesus ist der wahre und bessere Hiob, der wirklich unschuldig leidet und dann für seine dummen Freunde eintritt und sie rettet.

Jesus ist der wahre und bessere David, dessen Sieg zum Sieg seines Volkes wird, obwohl es selbst nie einen Stein gehoben hat, um ihn zu erringen.

Jesus ist die wahre und bessere Esther, die nicht nur riskierte, einen irdischen Palast zu verlassen, sondern den endgültigen und himmlischen verlassen hat, die nicht nur ihr Leben riskierte, sondern ihr Leben gab, um ihr Volk zu retten.

Jesus ist der wahre und bessere Jona, der in den Sturm hinausgeworfen wurde, damit wir hineingebracht werden können.

Jesus ist das wahre Passahlamm, unschuldig, vollkommen, hilflos, geschlachtet, damit der Todesengel an uns vorübergeht. Er ist der wahre Tempel, der wahre Prophet, der wahre Priester, der wahre König, das wahre Opfer, das wahre Lamm, das wahre Licht, das wahre Brot.

In der Bibel geht es wirklich nicht um dich, sondern um ihn."

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