Typisch Gott. Ein Teil des GD, den ich liebe. Wer liebt nicht auch die Geschichten und Taten von Gott, seine Kraft und Herrlichkeit, wenn sie so richtig sichtbar werden?

Neulich haben wir bei der GL Klausur über das geredet und uns ehrlich gefragt, wie das bei uns selber ausschaut. Ich habe mich wirklich über mich selber gewundert, dass ich schon im Kopf selbstverständlich daran glaube, dass Gott Wunder tut in meinem Leben. Auch im Herzen – aber vielleicht noch nicht so ganz?… Interessant, wie oft der Kopf dem Herzen davoneilt.

In Offenbarung 19 lesen wir über den Jubel, wenn die Hure Babylon, also die feindlichen Mächte, untergehen. Wir lesen da, dass es eine Stimme gab, eine Stimme wie eine große Schar, wie Wasser, wie Donner – die Stimme der Braut, die sich vorbereitet, weil ihr Bräutigam die Herrschaft angetreten hat. Da ist viel die Rede von fröhlich sein, ihm die Ehre geben, uns freuen, weil wir, die Braut, in Seide gekleidet sind, glänzend und rein. Die Seide ist das gerechte Tun der Braut, können wir hier lesen.

Diese Vision war so überwältigend schön, dass Johannes niederfiel und den anbeten wollte, der ihm das gezeigt hat. Der war aber nur ein Geschöpf, darum lesen wir in Vers 10:

Offenbarung 19,10: Und ich fiel nieder zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.

Das ist ein Vers, der sehr gerne und oft zitiert wird, der aber etwas schwer zu verstehen ist. Wir haben das Zeugnis Jesu, welches der Geist der Weissagung oder der Prophetie ist. Was heißt das?

Gott ist ein Gott der Gegenwart Zukunft und Vergangenheit. Er steht über der Zeit. Er sieht das Ende vom Anfang. Er weiß schon, wie etwas ausgehen wird. Was er einmal tun kann, kann er immer tun. Was er einmal getan hat, ist eine Prophetie, dass er es wieder tun will und wird. Jedes Mal, wenn Gott etwas tut, ist das ein Präzedenzfall. Jedes Mal, wenn wir Gott etwas tun sehen oder davon hören, wissen wir, dass er es wieder tun möchte und wird, dass er so etwas tut. Wir erinnern uns daran.

Im Hebräischen wird das Wort Zeugnis oder auch Erinnern mit dem assoziiert, dass Gott es noch einmal macht. Als Gott sich an Samson „erinnerte“ (wie es da heißt), nachdem er seine Stärke verloren hatte, war Gott nicht vergesslich gewesen und dann – ach ja, es gibt ja den Samson, hat er sich an ihn erinnert, und da war der Samson wieder stark. Nein, das Wort Erinnern oder Zeugnis (das hat Gott getan) heißt im Hebräischen, dass er es wieder oder noch einmal macht.

Charles Spurgeon, der berühmte britische Pastor, Theologe und Evangelist im 19. Jhd. hat gesagt (übersetzt): „Wenn Menschen davon hören, was Gott früher getan hat, dann ist oft das was sie sagen: naja, das war vor einer langen Zeit. Ich dachte, dass das Gott ist, der das getan hat? Hat sich Gott verändert? Er ist der selbe heute und gestern und in Ewigkeit. Das ist der Beweis, dass das, was Gott einmal getan hat, er wieder tun kann. Ich werde ein bisschen weiter gehen: Ich sage, was er einmal getan hat, will er sogar wieder tun. Alles was Gott tut, kann als ein Präzedenzfall betrachtet werden.“

Psalm 78/3+4: Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

Wir haben ein Wertesystem für die Worte, die Gott gesagt und geschrieben hat und das ist das Zeugnis, die Erinnerung an Gottes Taten, an das, wie er ist.

Aber warum ist es wichtig, dass wir proklamieren, dass wir erzählen, wie Gott ist, was er getan hat, und dadurch prophezeien was er wieder tun wird?

v.7: damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und seine Gebote befolgten…

Wenn ich Zeugnisse lese oder höre ist meine instinktive Reaktion: ich kann Gott vertrauen. Er bewirkt Wunder. Er hat einen Ausweg aus meiner Situation. Das ist seine Art! Er tut es dauernd! Ich weiß nicht wie, ich weiß nicht was, aber ich weiß, dass mein Gott eine Lösung hat.

Vor ein paar Jahren hatten wir unseren Garten umgebaut, mit einem Gewächshaus und einem Erdkeller, alles war viel Arbeit gewesen. Kaum war alles fertig, hatten wir im Gewächshaus Schnecken. Die von der destruktiven Art, nicht die niedlichen mit einem Häuschen. Und diese Schnecken fühlten sich sehr wohl da drinnen. Es war kuschelig warm und es gab viel zum Fressen.

Gift kam nicht in Frage in einem regenerativen Garten, wo ich auch suchte, es gab anscheinend keine sehr gute und nachhaltige Lösung. Wir hatten damals TT (die Sabine, Erika und ich). Ich weiß noch, dass ich alle verblüffte, als ich vorgeschlagen habe, wir sollten da rauf gehen zum Gewächshaus und beten. Naja, die beiden hatten ja schon mitgekriegt, dass ich mindestens genau so verrückt war wie sie, aber damals war das doch noch etwas ungewöhnlich. Wir waren noch nicht so weit, dass wir so was gewöhnt waren. Aber sie machten mit. Wir beteten um Gesundheit der Pflanzen und dass die Schnecken im Namen Jesu aus dem Gewächshaus verschwinden müssen!

Kaum zu glauben (damals hatten wir noch keinen Referenzrahmen), aber seitdem kam regelmäßig eine Amsel hinein, die immer wieder Unordnung machte. Aber seitdem sind auch keine Schnecken mehr drinnen oder zumindest nicht mehr lange! Gott versorgt auch die Amseln großzügig!

Als wir dann im ersten Winter Schimmel im Erdkeller hatten und uns viele sagten, dass das eben so ist bei Erdkeller, die sind ganz oft so und da gibt es keine Lösung. Schlecht gebaut… Haben wir uns dran erinnert und Martin und ich haben gebetet und den Schimmel hinaus geschmissen in Jesu Namen. Gleich drauf hat uns Gott eine Idee gegeben. Wir haben viel mehr Ziegel rein gelegt, die die Feuchtigkeit regulieren, und wieder mit Kalk ausgemalt. Seitdem hatten wir keinen Schimmel mehr.

Das und Ähnliches hat dazu beigetragen, dass wir uns jetzt gleich erinnern und beten, denn wenn Gott das damals gemacht hat, dann wird er das sicherlich wieder machen!

Im 5. Mose lesen wir darüber, dass Zeugnis und Mut zu gehorchen miteinander verbunden sind. Wenn ich sehe, was Gott getan hat, dann habe ich auch den Mut, das zu tun, was er will, denn er kann alles, er schickt mich, daher ist er die Kraft, nicht ich.

Und ich brauche Mut, um Gott zu gehorchen. Manchmal ist es ganz unsinnig für mein kleines Gehirn, was Gott so von mir verlangt. Ich kann es nicht begreifen. In der Bibel steht, dass seine Pläne und Gedanken so viel höher sind als meine, das heißt, dass ich es oft nicht kapiere. Also brauche ich Mut, Gott zu gehorchen. Ich brauche Mut, dass ich einfach weiß, dass er immer gut ist, und dass er allmächtig ist. Dass ich daher das, was ich mir selber denke, los lassen kann, ihm vertrauen und das tun, was er sagt.

Als Martin und ich in der Situation waren, dass Gott uns das Geschäft unter unseren Füßen so zu sagen weggezogen hatte, brauchten wir Mut, um zu vertrauen, dass Gott für uns sorgen würde. Den hatten wir damals nicht. Wir wussten es theoretisch. Wir kannten diese Aussage, dass Papa für seine Kinder sorgt. Und doch waren unsere Gedanken die ganze Zeit damit beschäftigt, wie wir am besten wieder dazu kommen würden, dass wir versorgt wären. Natürlich haben wir Gott um Führung gefragt, und dann das getan, was uns richtig vorgekommen ist. Und das war sicher nicht falsch.

Aber als uns Gott so richtig ins Eck geführt hatte, wo wir nichts mehr zu eigenen Versorgung machen konnten, da hat er uns dann herausgefordert, uns wirklich von ihm versorgen zu lassen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir dachte, dass das jetzt die Möglichkeit ist, die tollen Geschichten zu erleben, die wir immer nur in Büchern oder in der Bibel gelesen hatten. War trotzdem sehr furchterregend! Wir brauchten echten Mut! Nur dass wir eh keine andere Wahl hatten.

Wir haben es in der Zeit gar nicht so bewusst bemerkt, aber als die Zeit vorbei war, wussten wir, dass es keine natürliche Erklärung dafür gibt, warum unsere Gefriertruhe immer voll war, egal, wieviel ich heraus genommen hatte. Oder dass ich immer genug Geld in der Geldtasche hatte. Ich bin mit Zahlen auf Kriegsfuß, aber sogar ich musste bemerken, dass es das eigentlich auf die Dauer nicht gibt. Was kaputt war und wir wirklich brauchten oder gerne wollten, funktionierte einfach so, ohne Erklärung. Wir konnten in der Zeit auf Urlaub fahren, und zwar 2 keine gewöhnlichen Urlaube, es fehlte uns an nichts!

Gott hat uns in der Zeit gelernt, dass er uns versorgt. Ich denke, das nächste Mal wird es uns viel leichter fallen, wir werden durch das Zeugnis mutig geworden sein.

Und nicht nur das: Wir können jetzt jemandem, der in einer ähnlichen Situation ist, mit Überzeugung sagen: Du, Gott hat uns versorgt, er wird das auch bei dir machen, weil er ist so! Du kannst den Weg mit ihm getrost und mutig gehen.

…damit diese (die Kinder) auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und seine Gebote befolgten…haben wir gelesen. Vertrauen ist eine Entscheidung. Und – wie wir in dem Wort lesen, eine Entscheidung nicht nur für mich sondern auch für die Generationen nach mir. Ich mache es vor, ebne den Weg für meine Nachkommen.

In Vers 7-10 steht: dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung / und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt, wie die Söhne Ephraim, wohl gerüstete Bogenschützen, abfielen zur Zeit des Streits; sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln.

Besonders V. 9-10 zeigt, was ist, wenn man das nicht macht. Wenn wir das Zeugnis vernachlässigen, sehen wir weniger Wunder. Wir erwarten sie dann auch nicht, dadurch reden wir weniger darüber. Das ist ein Kreis nach unten.

Es wird da erzählt von den Söhnen Ephraims, die waren trainierte Krieger, hatten alle Ausrüstung, waren kampfbereit, aber als es darauf ankam, dass sie kämpfen sollten, dass sie ihre Begabung, ihre Berufung einsetzen sollten, fehlte ihnen der Mut. Sie zogen sich aus dem Kampf zurück. So ist es auch mit uns. Wenn wir ausgerüstet sind – wir kennen das Wort Gottes, wir sind trainiert – wir beten und predigen,… wir ziehen in die Schlacht – wir kommen in Situationen, wo wir angefochten sind, doch dann können wir tief drinnen nicht vertrauen, uns fehlt der Mut.

Alle Zeugnisse und Erzählungen von den Taten Gottes sind ein Zeichen von Gottes Arbeit durch sehr imperfekte Menschen. Wir können überall schauen, Gott sucht immer die Menschen, die vielleicht sogar wissen, dass sie das alles nicht können. Darum sucht er gerade sie aus. Da ist Hoffnung für dich und für mich!

Er arbeitet im Unmöglichen. Ich bin da irgendwo auf der Reise, du wahrscheinlich auch. Er schickt mich in eine Aufgabe und ich weiß, ich kann es eigentlich nicht. Das war bei mir im Leben immer wieder der Fall. Aber dadurch kommt Gott zur Geltung. Er hat doch immer wieder etwas aus meinem Handeln gemacht, erstaunlicher Weise.

Mir hat öfter jemand gesagt, dass ich ein Pionier bin. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass Gott nur durch die anderen wirkt. Kennst du das?… Als ich das einmal in meiner Familie geäußert habe, haben mir meine Kinder gesagt, dass Gott schon immer durch mich gewirkt hat in der Vergangenheit. Ich war immer noch nicht recht überzeugt davon, aber dann haben mir zu meinem 60. Geburtstag so viele Menschen Zeugnisse in ein Album geschrieben, dass ich nur so staunen konnte. Ah ja, das stimmt. Da hat Gott gewirkt. Und da – ach ja, das hatte ich schon vergessen.

Und das ist der andere Grund, warum wir die Zeugnisse von Gottes Wirken hoch achten sollen, damit wir nicht der Stimme des Feindes glauben, die uns beständig ins Ohr flüstert: „Oh ja, die anderen schon, aber du? Glaubst du wirklich, dass Gott mit dir was anfangen kann?“

Im Markusevangelium lesen wir im 8. Kapitel die Begebenheit, als Jesus für etwa 4000 Menschen Brot vermehrte. Gleich danach steht in den Versen 16-21: Und sie überlegten hin und her, weil sie kein Brot hatten. Und er merkte das und sprach zu ihnen: Was bekümmert ihr euch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht, und begreift ihr noch nicht? Habt ihr ein erstarrtes Herz in euch? Habt ihr Augen und seht nicht und habt Ohren und hört nicht? Und denkt ihr nicht daran: Als ich die fünf Brote brach für die fünftausend, wie viele Körbe voll Brocken habt ihr da aufgesammelt? Sie sagten: Zwölf. Und als ich die sieben brach für die viertausend, wie viele Körbe voll Brocken habt ihr da aufgesammelt? Und sie sagten: Sieben. Und er sprach zu ihnen: Begreift ihr denn noch nicht?

Und genau so geht es mir auch oft. Ich erlebe ein Wunder oder ich bekomme eines erzählt, oder ich lese eines in der Bibel. Und kurz danach habe ich in einer ähnlichen Situation Angst oder bin ratlos, wie ich da tun soll.

Und Gott fragt mich: kannst du sehen? Nein, in dem Moment nicht wirklich… Kannst du vielleicht hören? Jaaa – ein wenig. Ich glaube, ich kann etwas hören, aber nicht so gut. Kannst du dich erinnern? Ja! Erinnern kann ich mich. Das hat Gott einmal gemacht. Gott hatte eine Antwort. Warum sollte er in meiner Situation keine haben? Ja, Herr! Jetzt verstehe ich was du meinst. So wie damals.

Gott ist so liebevoll. Er versteht, wenn wir ihn nicht so gut wahrnehmen können. Aber wenn wir uns erinnern können, z.B. was Gott getan hat, egal wann, dann ist das für ihn OK. Und die Erinnerung kann etwas sein, was ich erlebt habe, oder was mir jemand erzählt hat, oder was in der Bibel steht, weil – wir wissen ja: Gott tut es wieder! Und wenn er es bei jemandem gemacht hat, ganz sicher wird er es auch bei mir machen!

Unser Abba im Himmel, wir danken dir, dass du uns hinein nimmst und wir schon jetzt als deine Kinder mit Jesus übernatürlich leben. Hl. Geist, wir erlauben dir, dass du uns daran erinnerst, und dass du uns auch daran erinnerst, dass wir deine übernatürliche Lösungen haben können, und dass du uns gerne und in Fülle, großzügig versorgst und umsorgst! Danke unser König Jesus, dass du uns Zugang zu dieser Liebe verschafft hast. Wir beten dich alleine an! Amen.