Welches Wort brüllt ein Lehrer am lautesten? „Ruhe!“.

 

Bei meinen Schülern muss ich das Gott sei Dank nur ganz selten brüllen. Als unsere Kinder noch klein waren, wurde es mir manchmal schon zu laut. Grundsätzlich liebe ich immer mehr die Ruhe. (Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen 😊)

 

Ruhe hat aber nicht nur mit der Abwesenheit von akustischem Lärm zu tun. Wenn ich Ruhe im Herzen habe, dann bin ich ein ausgeglichener Mensch und das führt dann dazu, dass mich nicht so schnell etwas „aus der Ruhe bringt“.

Also Ruhe kann auch das Gegenteil von zu viel Bewegung und Hektik sein.

Nächstes Wochenende beginnt ja der Advent, die vermeintlich ruhigste Zeit des Jahres, die aber in Wahrheit die Zeit des größten Trubels geworden ist.

Die Einkaufsstraßen sind übervoll. Aus tausenden Lautsprechen bimmelt dir Weihnachtsmusik entgegen. Die Werbeblöcke in Radio und Fernsehen werden lauter und länger. Da noch eine Weihnachtsfeier, dort noch schnell etwas besorgen. Je näher der 24. Dez kommt, desto größer wird die Hektik.

 

Es scheint so, als wäre die Zeit an sich ein Feind der Ruhe, weil sie selten in genügendem Maß vorhanden ist. Bezeichnender Weise wird das Teil einer mechanischen Uhr, das wie ein Pendel gleichmäßig hin und herschwingt „Unruh“ genannt.

Ein himmlisches Merkmal ist, dass es dort keinen Raum und keine Zeit mehr geben wird.

 

Aber hier auf Erden ist da noch diese innere Unruhe, die unsere Herzen quält, weil wir dieses, oder jenes nicht erreicht haben, weil verschiedenste Sorgen uns bedrücken, oder weil der Stress ganz allgemein uns wieder einmal eingeholt hat.

 

Wo finden wir wirklich diese Ruhe?

Oder wie kommen wir zur Ruhe?

Nämlich diese wirkliche Ruhe, nach der sich jeder Mensch immer wieder einmal sehnt und die wir brauchen um Lebensqualität zu haben?

 

Jesus hat gesagt: Mt 11,28

Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.

Und er führt dann weiter aus: V29f

Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben.

Das Joch, das ich euch auflege, ist leicht, und was ich von euch verlange, ist nicht schwer zu erfüllen.

 

Ein sehr tröstliches und ermutigendes Wort Jesu.

Er sagt aber nicht: Kommt zu mir und ihr werdet alle Lasten los sein, oder ihr werdet keine Probleme mehr haben.

 

Er spricht von einem Tauschhandel, den er uns anbietet: Er trägt unsere Lasten, wenn wir im Gegenzug die Dinge tragen, die er uns aufgibt. Jesus spricht sehr wohl von einem Joch, das er uns auferlegt. Aber dieses Joch ist leicht, im Unterschied zu den Dingen, die wir uns selbst auferlegt haben, oder die andere uns immer wieder auferlegen. Aber, wie gesagt: Es ist nicht die Rede davon, dass wir gar nichts mehr tragen müssen. Diesen Tauschhandel mit Jesus eingehen bedeutet nicht, dass ich mich in den Whirlpool lege uns nur noch entspanne.

 

Er ermutigt uns, dass wir uns seiner Leitung anvertrauen, wie es hier in dieser Übersetzung heißt. (Hfa) „Nehmt mein Joch auf euch!“, heißt es genau übersetzt. Das ist eine aktive Handlung, die wir selbst tun müssen. Jesus zwingt uns nicht sein Joch auf. Wir haben immer die Freiheit es abzulehnen. Aber das heißt dann, dass wir den Tauschhandel, den Jesus uns anbietet ablehnen und folglich unser selbstgewähltes Joch weiterhin selbst tragen müssen. Dieses schwere Joch, das du hoffentlich erfolgreich wieder einmal zu Jesu Füßen abgelegt hast an diesem Wochenende.

 

Das leichte Joch, das Jesus für uns bereit hält hat einen Namen: „Nachfolge“.

Jesus kennen und immer mehr vertrauen. Ihn in alle Bereiche meines Lebens aktiv mit einzubeziehen. Hinter ihm hergehen, mich von ihm prägen lassen, qualitativ wertvolle Zeit mir ihm verbringen. Dem HG Raum in meinem Herzen lassen, sodass er mich prägen und formen kann. Dass ich Jesus ähnlicher werde, an meinen Charakterdefiziten arbeite und viel Frucht bringe.

Das ganze Paket. Das interessante ist, dass im Reich Gottes vieles genau andersrum ist, wie im Reich dieser Welt. Normalerweise ist es so, dass je mehr ich mir auflade, desto schwerer wird es.

Bei Jesus ist es aber so, dass je mehr ich mir von diesem Nachfolge Joch auflade, desto leichter wird es!

Ja, es bleibt ein Joch. Aber eines unter dessen Last ich nicht zusammenbrechen werde.

 

Dann wird meine Seele – dann werde ich zur Ruhe kommen. Eine Ruhe zu dem wir Menschen, seit Anbeginn der Schöpfung bestimmt sind.

 

Wir Menschen sind als Ebenbild Gottes geschaffen. Gott ist unendlich kreativ und er liebt es, sinnbildlich aus Dreck Gold zu machen.

Am Anfang der Bibel heißt es, dass Gott uns Menschen aus dem Staub der Erde formte.

Gen 2,7: Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.

Wir sind Staub. Alles, was wir an Nahrung zu uns nehmen, stammt direkt, oder zumindest indirekt vom Ackerboden. Und doch ist der Mensch mehr, als eine Ansammlung verschiedener Bodenbestandteile.

Aus dem Dreck der Erde, macht Gott Gold, solche Goldschätze wie euch! Durch seinen Lebensatem (Geist) wurden wir zu lebendigen Wesen, mehr noch, wir sind sein Ebenbild. In vielen Bereichen spiegeln wir die Schönheit, Weisheit, Stärke, aber auch die Kreativität und Schaffenskraft unseres Schöpfers wider. Wir Menschen lieben es etwas zu bauen, zu kreieren und zu gestalten.

 

Die Erschaffung des Menschen war der Höhepunkt (Krone der Schöpfung), aber noch nicht der letzte Akt der Schöpfungsgeschichte.

 

Gen 2,2: Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte von seiner Arbeit aus.

3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig, weil es der Tag war, an dem er sich von seiner Schöpfungsarbeit ausruhte.

 

Auch darin sind wir Gottes Ebenbild: Wir brauchen Ruhe. Wenn Gott sie braucht, um wieviel mehr dann wir.

Er gönnt uns die Ruhe, damit wir wieder gestärkt werden, auftanken und uns neu ausrichten können.

 

Er bietet uns an, in seine Ruhe zu kommen. In die Ruhe Gottes zu kommen ist eine Verheißung, die Gott bereits im AT macht und in Heb 4 noch einmal bekräftigt.

In die Ruhe Gottes zu kommen bedeutet, diesen „Shalom“, diesen tiefen inneren Frieden zu finden. Zu entdecken, dass ich nicht das bin, was ich leiste, sondern ich zu allererst ein geliebtes Kind Gottes bin. Gott freut sich über mich und mit mir. Er liebt es, mit uns einfach zusammen zu sein, miteinander zu reden, oder manchmal einfach nur nebeneinander zu gehen. Wir dürfen tief im inneren ganz neu erfahren, was es bedeutet, dass Gott da ist.

 

Mehr noch: Zur Ruhe kommen, feiern und in Gottes Gegenwart kommen (Gottesdienst) sind ein Vorgeschmack auf den Himmel.

Deshalb ist der Godi auch keine Sonntagspflicht, der man als braver Christ halt nachkommt, sondern immer wieder neu eine Gelegenheit in Gottes Nähe und in seine Ruhe zu kommen um von ihm verändert, erneuert und gestärkt zu werden. Dir entgeht etwas, wenn du nicht da bist.

 

Genau das meint Jesus mit diesem Joch, das er uns auferlegen will, im Tausch gegen all den anderen Ballast, den wir sonst mit uns herumtragen.

 

Liedtext von Andrea Adams Frey:

In deiner Gegenwart kommt mein Herz zur Ruhe

In deiner Gegenwart erfahr ich neuen Sinn

In deiner Gegenwart zählt nicht mehr was ich tue

In deiner Gegenwart gilt nur noch was ich bin.

 

Ich bin dein, du bist mein,

ich in dir, du in mir

und du sprichst zu mir die Worte, die so guttun:

Willkommen im Land der Ruhe

 

In deiner Gegenwart entspannt sich meine Seele

In deiner Gegenwart vergesse ich die Zeit

In deiner Gegenwart verblassen meine Sorgen

In deiner Gegenwart beginnt die Ewigkeit

 

Ich bin dein du bist mein,

ich in dir, du in mir

und du sprichst zu mir die Worte, die so guttun:

Willkommen im Land der Ruhe

 

Bist du schon angekommen im Land der Ruhe?

Oder jagst noch dem Glück, dem Erfolg, der Liebe, der Anerkennung, dem Geld, oder was auch immer hinterher?

 

Trägst du dein eigenes Joch, oder willst du den Tauschhandel mit Jesus eingehen? Deine Lasten gegen seine Lasten?

Das Angebot von Jesus gilt heute für dich.

 

Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.