Wer hier hat schon jemals ein Wort von Gott, eine Prophetie oder ein Versprechen bekommen, das sich noch nicht erfüllt hat?

Hesekiel 12:21-22

Der Herr sprach zu mir: „Sterblicher Mensch, welche Redensart geht da bei euch in Israel um? Ihr sagt: ‚Die Zeit vergeht, aber die Visionen der Propheten erfüllen sich nie!’“

Meistens wundere ich mich über die Israeliten im Alten Testament …aber manchmal reden sie mir so richtig aus dem Herzen…

Das Thema „auf Gott warten“ ist nicht eines, mit dem ich mir besonders leicht tue.

Aber die gute Nachricht für alle von uns, die darauf warten, dass Gott ein Wort erfüllt, ist, dass wir uns biblisch gesehen in guter Gesellschaft befinden. Fast alle der großen Glaubensväter mussten auf das eine oder andere warten – und manchmal kommt es mir so vor, als hätten die mit den größten Berufungen manchmal am längsten warten müssen.

Die Bibel wimmelt richtig von Beispielen an „Wartenden“ … von vielen kann man sich was abschauen; manche haben es nicht so gut gemeistert. Alle aufzuzählen würde den Rahmen total sprengen. Ich werde also nur von ein paar der berühmteren Leute kurz erzählen.

 

Abraham

Abraham ist einer der Glaubensväter schlechthin. Er wird im Römerbrief von Paulus als jemand angeführt, der einen ganz vorbildlichen Glauben hatte. In Römer 4:18-22 heißt es:

Gott hatte Abraham versprochen: »Deine Nachkommen werden wie die Sterne am Himmel sein – unzählbar.« Und obwohl alles hoffnungslos schien, gab Abraham die Hoffnung nicht auf, sondern glaubte diesen Worten. So wurde er zum Stammvater vieler Völker.

Abraham war damals fast 100 Jahre alt und konnte keine Kinder mehr zeugen. Auch seine Frau Sara war nach menschlichem Ermessen viel zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Doch obwohl Abraham sich dessen bewusst war, wurde er in seinem Glauben nicht erschüttert. Er zweifelte nicht, sondern vertraute Gottes Zusage. Ja, sein Glaube wurde nur noch stärker. Er gab Gott die Ehre, fest davon überzeugt, dass Gott sein Versprechen erfüllen würde. Deshalb fand er Gottes Anerkennung.

Ich finde es so super, dass das Gottes Version der Geschehnisse ist! & interessant, dass Abraham nicht dadurch Gottes Anerkennung fand, dass er Gott ohne Wenn und Aber gehorchte und sein Land verließ…

Weil wenn wir die Geschichte noch einmal in „Originalausführung“ in 1. Mose durchlesen, schaut das Ganze ein bisschen anders aus:

Mit 75 Jahren bekam Abraham die Verheißung, „Vater von Nationen“ zu werden, & diese Verheißung lesen wir dann noch 3 Mal in den folgenden Kapiteln. Bei den ersten 2 Malen steht nichts Näheres dabei; bei der 3 Wiederholung gab’s dann mehr Diskussion zwischen Abram und Gott, mit dem Fazit in 1. Mose 15:6

Abram nahm dieses Versprechen ernst. Er glaubte dem Herrn, und so fand er Gottes Anerkennung.

Und daran hat er sich auch gehalten und hat kein bisschen jemals wieder gezweifelt… Na, Scherz!

Ca 10 Jahre, nachdem Abram seine Verheißung zum 1. Mal bekam, beschloss seine Frau (& er willigte ein), dass es am besten wäre, Sachen in die eigene Hand zu nehmen. Daraus resultierten Streit, Hochmut, Eifersucht, Demütigung und ein Sohn, der aber nicht der Sohn des Versprechens war. Die Konsequenzen dieser Entscheidung haben sich durch die Geschichte Israels bemerkbar gemacht. Mohammed führte seine Herkunft auf Abraham über den Erstgeborenen Ismael zurück.

Ich kann mir aber schon vorstellen, wie die Überlegungen waren. Vielleicht haben sie so gedacht: die Verheißung hat ja nicht ganz spezifisch geheißen, dass Abraham mit Sarah einen Sohn bekommen wird. Ein Kind mit der Sklavin Hagar ist also durchaus nach Gottes Plan. Vielleicht waren sie müde und wollten einfach nicht mehr länger warten. Vielleicht wollten sie Gott ein bisschen unter die Arme greifen, weil er es ja offensichtlich nicht ganz geschafft hat… Wer weiß!

Mit 99 Jahren führt Abram noch einmal ein längeres Gespräch mit Gott über sein Versprechen, wo durchschimmert, dass er nicht mehr so ganz an das Versprechen glaubt:

1. Mose 17:17

Da warf Abraham sich erneut zu Boden – aber im Stillen lachte er in sich hinein. Er dachte: „Wie kann ich mit 100 Jahren noch einen Sohn zeugen? Und Sara ist schon 90, wie kann sie da noch Mutter werden?“

Im nächsten Kapitel:

1. Mose 18:10b-12

Sara stand hinter ihnen im Zelteingang und lauschte. Sie lachte heimlich. Denn Abraham und sie waren beide hochbetagt, und Sara konnte gar keine Kinder mehr bekommen. Darum dachte sie: „Ich bin alt und verbraucht, und meinem Mann geht es genauso. Wir werden uns wohl nie mehr über ein Kind freuen können. Nein, die Zeiten sind längst vorbei!“

13-15

Da sagte der Herr zu Abraham: „Warum lacht Sara? Warum zweifelt sie an meinen Worten, dass sie noch ein Kind bekommen wird? Für mich ist nichts unmöglich! Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu euch – dann wird Sara einen Sohn haben.“ Sara fürchtete sich und log: „Ich habe nicht gelacht!“ Aber Gott erwiderte ihr: „Doch, du hast gelacht!“

Die Antwort finde ich super – ich kann mich so damit identifizieren! „Gott, das hast du total falsch verstanden!“

25 Jahre, nachdem Gott es ihm zum 1. Mal angekündigt hatte, erfüllte Gott sein Versprechen (oder halt den 1. Schritt davon) & Isaak wurde geboren.

 

Josef

Josef ist auch ein super Beispiel! Josef hatte einen Traum, der hieß, dass seine Brüder sich einmal vor ihm verbeugen werden … und in größter Weisheit und Demut beschloss Josef, seinen Brüdern das sofort gründlichst zu erzählen…

Die Träume – also sein Versprechen – bekam er mit 17 Jahren. Und die gingen dann sofort in Erfüllung. …Scherz! Dann ging sofort alles Schlag auf Schlag schief und er endete als Sklave in Ägypten. Allerdings blieb er trotzdem in dieser Zeit Gott treu.

1. Mose 39: 2-6

Der Herr half Josef, so dass ihm alles glückte, was er unternahm. […] Potifar merkte bald, dass der Herr auf seiner Seite stand und ihm großen Erfolg schenkte. Deshalb bevorzugte er ihn vor allen anderen Sklaven und machte ihn zu seinem persönlichen Diener. Er setzte Josef zum Hausverwalter ein und vertraute ihm seinen ganzen Besitz an.

Also alles auf bestem Weg – und dann kam gleich der nächste „Beweis“ dafür, dass Josef sich verhört (verträumt) haben musste. Er wurde ins Gefängnis geworfen – und zwar, weil er sich ehrenhaft und loyal verhalten hatte! Wenn ich mich in die Situation versetze – das ist so unendlich unfair!!

Ich kann mir so richtig vorstellen, wie der Feind geflüstert hat „Jo, mei, Josef. Hat Gott das wirklich gesagt? Schau dich doch um – es gibt sowieso keine Hoffnung mehr, und die Träume, von denen du glaubst, dass sie von Gott waren… *schüttelt Kopf* …“ Weiß nicht, ob sonst wer diese Stimme schon jemals gehört hat…?

Aber Josef blieb in allem Treu! In jeder Situation. Egal wie demütigend, wie unfair, wie sehr es nicht seine Schuld war, oder wie sehr ihm Gott was anderes gesagt hatte.

1. Mose 39:21-22

Der Herr hielt weiterhin zu Josef. Er stand ihm bei und sorgte dafür, dass der Gefängnisverwalter ihm wohlgesinnt war. Josef wurde bald darauf von ihm zum Aufseher über die Gefangenen ernannt; er war nun verantwortlich für alles, was im Gefängnis geschah.

Dann kam ein Hoffnungsschimmer! Er deutete 2 Träume, und einer davon bedeutete für den Mundschenk das Folgende:

1. Mose 40:13-14

In drei Tagen wird der Pharao dich aus dem Gefängnis herausholen und wieder in dein Amt einsetzen. […] Aber denk an mich, wenn es dir wieder gut geht! Erzähl dem Pharao von mir und bitte ihn, mich hier herauszuholen!

3 Tage später erfüllt sich das. (Vers 23:) Doch der Mundschenk dachte nicht mehr an Josef, er vergaß ihn einfach.

Dann vergehen noch 2 Jahre! Inzwischen ist Josef schon sehr alt (also 30 Jahre alt). Da deutet er einen Traum für den Pharao und wird zum Stellvertreter des Pharaos über ganz Ägypten gemacht. 9 Jahre später, also insgesamt 22 Jahre, nachdem Josef seine Träume hatte, erfüllten sie sich, als Josefs Brüder nach Ägypten reisten, um in der Hungersnot Getreide zu kaufen.

 

Saul

Saul ist dagegen ein leicht abschreckendes Beispiel. Weil er nicht warten konnte – bzw. sich von der Ungeduld anderer beeinflussen ließ, entzog ihm Gott die Königsherrschaft. …Menschenfurcht…

1. Samuel 13:8-10a; 13-14

Samuel hatte Saul befohlen, eine Woche auf ihn zu warten. Doch als Samuel nach einer Woche immer noch nicht in Gilgal erschienen war, verlor Saul die Geduld, denn seine Leute begannen schon davonzulaufen. Er ließ die Tiere für das Brand- und das Friedensopfer holen und brachte selbst das Opfer dar.

Kaum war er fertig, da kam Samuel.

Vers 13 „Das war sehr dumm von dir!“, erwiderte Samuel. „Du hast dem Befehl des Herrn, deines Gottes, nicht gehorcht. Er wollte dir und deinen Nachkommen für alle Zeiten die Königsherrschaft über Israel geben. Du aber hast sie durch dein voreiliges Handeln verspielt. Der Herr hat schon einen Nachfolger ausgesucht und ihn dazu bestimmt, das Volk zu regieren.“

 

David

Dieser nächste König war David. Der Mann nach Gottes Herzen. Einer der bedeutendsten Könige in der Geschichte Israels. Er wurde noch zu Sauls Lebzeiten zum König gesalbt (er war da ca 15 Jahre alt) und wich nie ab von diesem Versprechen. Viele Jahre lang musste er vor Saul flüchten, weil der eifersüchtig auf David war. Einige Male hatte er die Gelegenheit, Saul umzubringen. Seine Männer sagten ihm:

1. Samuel 24:5a

„Das ist die Gelegenheit, David!“, flüsterten einige von ihnen ihrem Anführer zu. „Der Herr hat doch versprochen, dir eines Tages deinen Feind auszuliefern. Jetzt kannst du mit ihm tun, was du willst!“

Klingt so gut, nach weisem Rat. „Der Herr hat doch versprochen!“; Gott hatte David ja schon zum König gesalbt! Dann wäre diese ewige Warterei vorbei gewesen. David reagierte aber anders und sagte:

1. Samuel 24:7

„Der Herr bewahre mich davor, meinem König etwas anzutun, denn er ist vom Herrn selbst eingesetzt worden! Nein, niemals werde ich Saul töten, denn der Herr hat ihn zum König erwählt.“

Naja. Vielleicht hat David das Abenteuer geliebt. Vielleicht ist ihm das Warten leicht gefallen?

Ganz ehrlich … seine Psalmen klingen eher nicht danach! Die Anfänge von vielen von Davids Psalmen klingen oft wie mein innerer Dialog mit Gott: Phrasen wie „wie lange noch?“ und „Herr, greif ein!“ oder „Herr, Hilf!“ und „Herr, ich kann nicht mehr!“, „ich bin verzweifelt und völlig am Ende!“ kommen ziemlich oft vor!

Aber wo ich so viel von David lernen kann, ist, wie er die meisten genau solcher Psalmen dann beendet. Mit „Den Herrn will ich loben, denn er sorgt für mein Recht.“ Oder „ Der Herr ist König für immer und ewig!“, „Der Herr ist zuverlässig und gerecht“, „Ich aber vertraue auf deine Liebe und juble darüber, dass du mich retten wirst. Mit meinem Lied will ich dich loben, denn du hast mir Gutes getan.“, oder „An der Zusage des Herrn gibt es nichts zu deuten. Sie ist eindeutig und klar, echt wie reines Silber. Du, Herr, hältst, was du versprichst.“

Egal, wie seine Umstände ausschauten, er hielt an Gottes Zusagen fest. Er wusste, wer er war; er wusste, zu was Gott ihn bestimmt hatte. Und egal, ob alle Zeichen in seiner Umgebung in die andere Richtung zeigten, er wartete auf Gott und auf Gottes Timing.

& Gott erfüllte ihm tatsächlich die Versprechen: mit 30 Jahren wurde er zum König gekrönt, und ca 400 Jahre nach seinem Tod wurde ein Kind aus Davids Linie geboren, der die Königsherrschaft für alle Zeiten übernahm. Also – Jesus!

 

Jesus

& Jesus selber hatte auch seine Wartezeiten… Obwohl er Gott war (ist), hat er trotzdem warten müssen, bis er seinen Dienst mit 30 Jahren begann – & dann mit 33 seine Bestimmung erfüllte, als er für uns starb und 3 Tage später auferstand! Ich denke immer „ja, aber für Jesus war das leicht – er war ja Gott!“ aber im Hebräer Brief steht:

Hebräer 4:15

Er gehört nicht zu denen, die unsere Schwächen nicht verstehen und zu keinem Mitleiden fähig sind. Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir.

 

Wie ich diese Bibelgeschichten durchging, fielen mir ein paar rote Fäden auf, die sich durch die Geschichten zogen:

Identität

Gott hat die Zeiten des Wartens benützt, Charakter zu bauen. In diesen Zeiten wurden Stolz gebrochen und Charaktereigenschaften wie Stärke, Durchhaltevermögen und Empathie sind gewachsen – wo Leute das auch zuließen!

Die Leute, die wussten, wozu Gott sie bestimmt hatte – also, die gefestigt waren (oder wurden) in ihrer Identität, konnten den dornigen Weg gehen. Durch die schwierigen Zeiten lernten diese Leute, sich ganz auf Gott zu verlassen. (à)

Vertrauen

Auch, wenn alle Zeichen darauf hindeuteten, dass das Wort falsch gehört wurde, vertrauten viele dieser Bibel-Leute trotzdem darauf, dass Gott seine Versprechen erfüllen würde. Andererseits hat sich bei manchen, wie z.B. bei Abraham, gezeigt, dass es Konsequenzen gibt, wenn man Gott nicht vertraut und die Sache in die eigene Hand nimmt.

–Bild– Bei mir schaut das mit dem Vertrauen manchmal eher so aus… (Gott sagt „Ich habe einen Plan für dein Leben“; links ist der Hl. Geist, rechts ist meine Reaktion)

Manchmal will ich’s gar nicht versuchen, weil ich Angst vor Enttäuschung habe. Manchmal ist es einfacher, mir gar keine Hoffnung zu machen, als vielleicht enttäuscht zu werden. In der Welt heißt es sprichwörtlich „Mach dir da einmal keine Hoffnungen“. Aber bei Gott ist das Gegenteil der Fall: Er fordert uns auf, uns Hoffnungen zu machen!

Wendy Backlund, eine Pastorin aus Bethel, sagt in einem ihrer Bücher zu dem Thema: „Gott sagte mir, dass ich entweder ein Hoffnungs-erfülltes Leben mit ein paar Enttäuschungen leben kann, oder ein hoffnungsloses Leben, das sicher (oder ungefährlich) ist.“

 

Die andere Frage zum Thema Vertrauen ist: „Will Gott wirklich das Beste für mich?“ – und/oder „Kann er das dann auch wirklich für mich umsetzen?“. Und das ist wahrscheinlich die fundamentalste und wichtigste Frage – und die, zu der ich immer wieder zurück komme.

Weil wenn er nicht das Beste für mich will, dann ist alles, worauf ich warten muss, reine Schikane. Er will mir also etwas Vorenthalten – vielleicht für immer, vielleicht ganz willkürlich, oder vielleicht, bis ich ihm beweisen kann, dass ich dessen würdig bin.

Aber wenn ich wirklich glaube, dass Gott das Beste für mich will, und auch die Macht hat, das zu bewirken, dann muss ich auch glauben, dass meine Situation jetzt das Allerbeste ist für mich! Also, dass es in jedem Augenblick meines Lebens keinen besseren Ort gibt für mich und keine besseren Umstände. Schluck!!!

Jeder Augenblick unseres Lebens ist Vorbereitung, und sogar das, was der Feind uns zum Bösen gedenkt, verwendet Gott zu unserem Heil: Römer 8:28 Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, aber auch wirklich alles zu seinem Heil.

In Matthäus 11:28-29 sagt Jesus:

Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um.

 

Aber wie kann ich zu diesem Vertrauen gelangen? Ich glaube, da sind 2 Fragen wichtig:

1. „Auf was schaue ich?“

Jedes Mal, wenn ich über etwas nachdenke, werden Verbindungen zwischen Neuronen im Hirn gestärkt. Besonders stark gestärkt werden sie, wenn tiefe Emotionen damit verbunden sind.

Bildlich kann man sich das so vorstellen: Jedes Mal, wenn ich mich furchtbar über etwas bei Gott aufrege und darüber nachdenke, dass Gott mir sein Versprechen immer noch nicht erfüllt hat, ist das, wie wenn ich durch ein Feld gehe. Wenn ich oft genug den gleichen Weg gehe (also gleiche Gedanken denke), wird daraus schon bald ein richtig gut ausgegangener Weg. & irgendwann besteht dann sogar ein Wegrecht. Wenn ich dann irgendwie an das Thema denke, gehen meine Gedanken automatisch diesen schön ausgegangenen Weg, den man ja schon von der Weite sieht, und den ich gewöhnt bin.

Wenn ich aber jedes Mal, wenn ich an mein Versprechen denke, Gott dafür danke, dass er es erfüllen wird, und mit ihm darüber träume, wie er dadurch die Welt verändern wird, und meine Emotionen sich darüber freuen, dann wird schon bald ein gut ausgangener Weg – mit Wegrecht – wo anders entstehen. Der erste Weg wird mit der Zeit dann wieder mit Gras und Bäumen bewachsen werden und irgendwann nur mehr schwer zu finden sein.

2. „Auf wen höre ich?“

Der Teufel sagt gerne „Hat Gott das wirklich gesagt?“. Leute fragen manchmal „Wie soll denn das überhaupt gehen? Du hast ja gar nicht die richtige Ausbildung?! Oder genug Geld“. Oder sie versuchen hilfreich zu sein und fangen mit allen möglichen Vorschlägen an, wie man Gott dabei helfen könnte, sein Versprechen zu erfüllen.

Aber bei Gott müssen wir einfach tun, was er sagt, wann er es sagt – und nichts tun, wenn er nichts sagt! Weil er uns auch im „Nichtstun“ vorbereitet. Das nimmt den Druck!

In Psalm 32:8 heißt es: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten. Alles, was wir machen müssen ist also, so genau in seine Augen zu schauen, dass wir seine Augenzeichen sehen und ihnen folgen können.

 

Also… ganz praktisch… wie kann ich wirklich „gut“ auf Gottes Verheißung warten?

  1. Beten.

Strategisch beten für das Verheißene. Wer die Gabe der Zungenrede hat: in Zungen beten, wenn man selber völlig verzweifelt ist. Mit anderen beten / für andere beten, die vielleicht auch im Versprechen involviert sein werden, und auch für andere nötige Ressourcen / beten in der Vorbereitung / beten um Klarheit, warum die Zeit noch nicht da ist / beten um Geduld (so nach dem Motto „gib mir Geduld – aber beeile dich dabei!“)

  1. Mit Gott träumen.

Ich möchte uns alle herausfordern, uns diese Woche bewusst Zeit zu nehmen, mit Gott zu träumen – auch, wenn es sich riskant anfühlt, die Enttäuschung zu wagen. Setz dich in seinen Schoß und schau ihm in die Augen und lass dir erneut von ihm sagen, worum es geht. Wie toll es wird. Warum es wert sein wird, gewartet zu haben. Male mit ihm ein Bild in deinen Gedanken (oder in echt – wenn du das kannst!) und wage es, mit ihm so richtig zu träumen.

  1. Gehe die Schritte, die Gott dir zeigt.

Nur diese Schritte. Aber schon diese Schritte! Ich habe neulich direkt lachen müssen, wie ich Jeremiah gelesen habe. Da ist viel Triestes im Buch Jeremia, aber ich habe mich schon auf Kapitel 29 gefreut, besonders auf die Verse 11 & 12. Die sind so schön! Das sind Verse, an die man sich klammern kann. Er kennt die Pläne, die er für uns hat. Er gibt uns Frieden, Zukunft und Hoffnung. Er wird unserer jetzigen Situation ein Ende machen, uns befreien und ein Zuhause geben. Er wird sich von uns finden lassen und uns erhören, wenn wir zu ihm beten.

Aber ich habe lachen müssen, weil die Verse davor sind: Baut euch Häuser und wohnt darin! Legt Gärten an und ernährt euch von ihren Früchten! Heiratet und zeugt Kinder! […] Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch wegführen ließ, und betet für sie. Wenn es ihr gut geht, wird es auch euch gut gehen. (Jeremiah 29:5-7)

Also ganz praktisch: lebe nicht für die „Zeit des Versprechens“; stell dich auf die Langzeit ein und genieße dein „Jetzt“ in vollen Zügen. Es soll dir auch im Warten gut gehen!

 

Gott gab mir vor einer Zeit ein Bild – da stand ich auf einem Berg und wartete darauf, dass Gott mir das Signal zum Sprung in mein Versprechen gibt. Während ich wartete, wurde aus jeder schwierigen Situation eine Feder; aus jeder Frustration, jeder Träne, aber auch aus jedem wunderbaren Schritt mit Gott und all dem Lachen. Gott stand hinter mir und bastelte mir Flügel aus all den Federn.

  1. Wenn die Zeit richtig ist, dann breite die Flügel aus und vertraue darauf, dass Gott den richtigen Zeitpunkt gewählt hat, und dich genau richtig vorbereitet hat (auch, wenn es vielleicht aus menschlicher Sicht nicht so ausschaut), und …spring…!

 

Ich habe heute angefangen mit Hesekiel 12:21+22 & möchte mit den darauffolgenden Versen (23b, 25 + 28b) abschließen:

Sag ihnen: Die Zeit ist gekommen, in der sich all die Visionen erfüllen! Denn ich, der Herr, rede zu euch; und was ich verkünde, das trifft ein! Es lässt nicht mehr lange auf sich warten. Noch zu euren Lebzeiten […] werden sich alle meine Voraussagen erfüllen. Darauf gebe ich, Gott, der Herr, mein Wort!

Was ich voraussage, lässt nicht mehr lange auf sich warten! Was ich verkünde, das trifft ein! Mein Wort gilt!

Bei ihm ist nichts unmöglich, und er hält, was er verspricht.

 

Kevin wird Musik für uns einschalten, & ich möchte uns einladen, in dieser Zeit ganz konkret über ein Versprechen Gottes zu meditieren. Ruf dir vielleicht eine „aussichtslose“ Situation ins Gedächtnis, und schau jetzt in dieser Zeit in Gottes Augen, hol seine Perspektive und träume mit ihm.