Beim ersten Date sagt er: „Du bist wunderschön!“

„Leider kann ich dieses Kompliment nicht zurückgeben“, meint sie darauf.

Er: „Dann mach’s doch wie ich: Lüge einfach.“

 

Bei Awakening Europe hat Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg über die Schönheit gesprochen und darüber, dass Schönheit Gottes Kreativität repräsentiert. Er hat sich intensiv mit diesem Thema befasst. Vor zwei Wochen wäre die zweite Schön-Konferenz geplant gewesen. Diese musste aber auf Grund der Corona Bestimmungen abgesagt werden.

Aber ich möchte euch ein paar Eindrücke von der ersten Schön Konferenz vor zwei Jahren weitergeben:

https://www.youtube.com/watch?v=NxFd2ObrHzw

https://www.youtube.com/watch?v=NHFm1HZxGSY

 

Schönheit fasziniert uns. Auch wenn das, was wir als Schön betrachten bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache ist und Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Der Geschmack kann sich im Laufe des Lebens auch ändern. In meiner Jugendzeit habe ich viel Heavy Metal gehört. „Je lauter, desto schön!“ Heute empfinde ich Ö3 meist schon als zu anstrengend. 😊

 

Für die Einen gelten Magermodels als Schönheiten, für die Anderen können Frauen nicht genug Rundungen haben.

Ein Schüttbild von Herman Nitsch ist für manche vollendete Kunst, für andere hingegen abstoßend.

 

Aber es gibt doch Dinge, die für alle Menschen schön sind. Ein Sonnenuntergang am Meer, die Farbenpracht bunter Blätter im Herbst, oder ein tiefverschneiter Berghang…

 

Immer dann, wenn unser Schöpfer seine Kreativität aufblitzen lässt, fasziniert uns das. Wir kommen gar nicht mehr raus aus dem Staunen.

Gottes Kreativität ist so wie sein ganzes Wesen verschwenderisch. Schauen wir beispielsweise den primären Zweck einer Blume an. Wenn ich die Aufgabe bekommen hätte etwas zu „bauen“, das Insekten und auch Kühen als Nahrung dient, dann hätte ich mir vielleicht eine Art von Blumen ausgedacht. Und dann ganz viele Kopien derselben gemacht. Vielleicht hätte ich nach dem 1000en Exemplar noch etwas verbessert, aber spätestens dann hätte ich mir gedacht: Es funktioniert, also lassen wir es so. Nicht so bei Gott. Er hat nicht nur eine, nicht 10, oder 100 Blumensorten gemacht, sondern ca.250.000 verschiedene. Und jede Blume, auch wenn sie von der Art her gleich sind, ist einzigartig. Es gibt nicht einmal ein Blatt, dass einfach nur eine Kopie eines anderen Blatts ist. Jedes Haar auf deinem Kopf ist gezählt. Selbst jede Schneeflocke, die vom Himmel fällt ist ein Original.

 

Bei so viel Kreativität kann man einfach nur ins Staunen und ins Schwärmen kommen.

Im Lied Poiema heißt es:

Ich kenne Künstler, die ich wirklich bewunder,
doch auf keinem ihrer Bilder
geht die Sonne bunter unter als in Wirklichkeit.

Du bist der größte Künstler von allen
hängst Planeten auf wie Bilder, Poiema,
und nennst mich dein Meisterstück.
Aus deiner Hand bin ich.

 

Dieser Gedanke ist schon faszinierend. Dass der kreativste Künstler aller Zeiten, mich sein Meisterstück nennt. Und noch weiter: Dass er seine Kreativität nicht für sich behalten hat. Er hat sie an uns weitergegeben. Auch wir Menschen sind kreativ, weil dieser göttliche Funke in uns weiterlebt. Selbst wenn wir Gottes Liebesangebot ablehnen, oder er für uns gar nicht existiert, so bleibt doch diese Fähigkeit kreativ zu sein in uns.

Um wieviel mehr können wir dann als seine Kinder seine Kreativität, seine Schöpferkraft und seine Liebe zum Detail wiedergeben und in dieser Vielfalt leben.

 

Heute biegen wir in die Zielgerade ein in unserer Predigtserie über das Upgrade unserer Identitätswerte.

Wir haben schon vom Upgrade in den Bereichen Dankbarkeit, Echtheit und Pioniergeist. gehört. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir die Botschaft der Hoffnung in die Gesellschaft tragen.

Wir erleben ein Upgrade in den prophetischen Gaben und letzte Woche hat uns Marc das Wesen einer apostolischen Gemeinde vor Augen geführt. Auch das „apostolische Gemeinde sein“, indem wir in der Gesellschaft kultur- und atmosphärenverändernd wirken, bzw. mit unseren Diensten Gemeinden fördern und neue gründen, gehört zu unserer Identität als TPL. Auch darin erleben wir ein Upgrade.

Ein wesentlicher Wert ist für uns schließlich, dass wir „Kreativität leben, weil unser Abba kreativ ist“.

Und auch darin werden wir ein Upgrade erfahren. Davon bin ich überzeugt.

 

Aber Kreativität fällt nicht einfach vom Himmel. Sie ist, wie so vieles andere mit Arbeit und Hingabe verbunden.

Vielleicht hast du jetzt jemanden vor Augen, der „sehr kreativ“ ist. Vielleicht ein Künstler, ein Designer, oder auch jemand, dem immer neue Blödheiten einfallen. Auch darin kann man kreativ sein. 😊 Aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass es kreativen Menschen leicht fällt immer so gute Ideen, oder Lösungsansätze zu haben.

Kreativität beschränkt sich nämlich nicht nur auf den künstlerischen Bereich. Auch um beispielsweise technische Herausforderungen zu lösen, braucht es Kreativität. Das ist übrigens ein wesentlicher Schritt, den wir Maschinen und Robotern voraushaben. Auch wenn im Bereich der künstlichen Intelligenz viel geforscht wird und es schon manche Durchbrüche gibt. Aber wirklich kreativ sein, sich etwas vorstellen zu können, was es noch gar nicht gibt, das ist eine besondere menschliche Fähigkeit.

 

Aber selbst besonders kreativen Menschen, ist diese Begabung nicht einfach in den Schoß gefallen. So wir ein besonders begabter Musiker trotz- oder besser gesagt auf Grund seiner Begabung viel üben muss, so ist es auch mit der Kreativität. Es braucht nebst der Begabung auch die richtige Einstellung und das passende Umfeld, damit ein Mensch kreativ sein kann.

Es gibt unzählige Studien darüber, dass beispielsweise Menschen, die sich in hohen Räumen befinden, kreativer denken können, als Menschen, in denen die Decke nieder ist. Oder dass Leute in einem Raum der blau gestrichen ist kreativer Probleme lösen, als andere, die in einem Raum sind, dessen Wände rot sind.

Interessanterweise sind wir bei schlechter Beleuchtung kreativer als wenn es ganz hell ist. Wenn dir also das nächste Mal nichts einfällt, schalte einfach das Licht aus!

 

4 Wahrheiten über Kreativität:

  1. Jeder Mensch ist kreativ.

Diese Eigenschaft ist nicht nur ein paar wenigen Auserwählten vorbehalten. Unterschiedlich sind nur die Bereiche, in denen wir kreativ sind. In der Regel sind es die Bereiche, die uns besonders interessieren.

Wenn du Blumen, und/oder schöne Räume liebst, dann bist du wahrscheinlich darin kreativ Räume so zu gestalten, dass sich jeder der diesen Raum betritt, gleich wohl fühlt.

Wenn du technisch interessiert bist, wird es dir Spaß machen in diesen Bereichen kreative Lösungen zu finden. (Bsp.: Bau meines „Veli“)

Wenn du im musikalischen Bereich kreativ bist, wirst du wahrscheinlich Jazz lieben. Einen Akkord einmal anders zu spielen…

 

Um in einem Bereich kreativer zu werden, muss ich mich einfach mit diesem Bereich befassen. Je mehr sich mein Gehirn beispielsweise mit Musik auseinandersetzt, desto kreativer wird auch meine Musik sein.

In der Regel besteht Kreativität nicht darin, etwas ganz Neues zu schaffen, sondern bekanntes in einer neuen Weise zusammen zu setzen. Bsp.: „Jesus in my house“ als Reggae.

 

Gerade in diesem Bereich gilt das Wort Jesu: Dein Glaube hat dir geholfen. Wenn du glaubst, dass du kreativ bist, wirst du es auch sein!

 

  1. Kreativität ist eine Grenzüberschreitung

Ein Kind lernt intuitiv wo seine Grenzen sind. Wo der Körper aufhört. Was dieser Körper aushält und was ich ihm besser nicht mehr zumute.

Bsp.: Über wie viele Stufen kann ich springen, ohne mich zu verletzen?

In der Schule lernen wir was physikalisch möglich ist und was nicht: Das sind Grenzen.

Oder in unserem Verhalten: Was kann ich zu jemandem sagen, ohne ihn zu verletzen? usw.

All diese „Grenzerfahrungen“ speichert unser Gehirn ab und wir lernen uns innerhalb dieser Grenzen zu bewegen. Das ist für uns selber, aber auch für unser Zusammenleben enorm wichtig.

Aber das führt automatisch dazu, dass wir normalerweise auch innerhalb dieser Grenzen denken.

Wenn wir kreativ sein wollen, müssen wir die Grenze des denkbar möglichen überschreiten. Das ist eine Herausforderung. Der Theologe Klaus Vollmer hat einmal gesagt: „Es ist leichter ein neues Haus zu bauen, als einen neuen Gedanken zu denken.“

Die Gute Nachricht ist: Ganz viele Mühlviertler haben bewiesen, dass es möglich ist, ein neues Haus zu bauen. Also muss es auch möglich sein, neue Gedanken zu denken.

 

Ihr kennt vermutlich den Spruch:

„Alle sagten: Das geht nicht.

Dann kam Einer der wusste das nicht, und machte es einfach!“

 

In der Kreativität gibt es keine Grenzen. Alles ist möglich. Dieses Denken ohne Grenzen ist wichtig, wenn wir kreativ sein wollen.

 

  1. Kinder sind „natürlich“ kreativ.

Die Aufforderung, so zu werden, wie die Kinder, gilt ganz besonders auch wenn wir unsere Kreativität steigern wollen. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Denken von Kindern noch nicht so „begrenzt“ ist, wie von uns „Verwachsenen“. Ihre Phantasie kann sich noch ungehindert in ihren Köpfen ausbreiten.

 

Kinder sind aber auch deshalb kreativ, weil sie neugierig sind. Eine gesunde Neugier, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen und alles zu hinterfragen, ist ganz wichtig, wenn wir auf neue Gedanken kommen wollen.

Eines der anstrengendsten Phasen in der Kindererziehung ist die „Warum“ Phase. (ca. 3.-5. Lebensjahr)

Warum stinken Fische, wenn sie doch immer baden?

Warum muss man ein Rundschreiben in ein eckiges Kuvert stecken?

Warum hat Noah das Gelsen Pärchen nicht einfach erschlagen?

 

Die beste Antwort, die du einem Kind in dieser Phase geben kannst, ist eine Gegenfrage: Was denkst du, warum der Igel so viele Stacheln hat?

Das regt den Nachdenkprozess bei Kindern stark an und fördert ihre Eigenständigkeit.

 

Natürlich gibt es Dinge, die ein Kind, oder auch einen anderen Erwachsenen nichts angehen. Neugierde kann auch übertrieben sein. Aber eine „gesunde Neugierde“ sollten wir uns erhalten. Es fördert unsere Kreativität.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Neugierde und Begeisterungsfähigkeit. Je mehr wir von einer Sache begeistert sind, desto größer sind auch unsere kreativen Fähigkeiten in diesem Bereich.

 

  1. Kreativität braucht Freiraum.

Um kreativ sein zu können brauchst du einen freien Kopf.

Kennst du das: Du sollst dir schnell was ausdenken, was du heute kochen sollst, aber dir fällt nichts gescheites ein.

Unter Zeitdruck, ist es fast unmöglich kreativ zu sein.

Das gleiche gilt, wenn irgendein Problem in der Luft hängt. Wenn du gerade Streit mit jemandem gehabt hast. Dann fällt es ganz schwer, dich auf eine Sache zu konzentrieren, oder gar etwas Neues zu denken.

Genauso sind auch Perfektionismus oder Verbissenheit absolute Kreativitätshindernisse.

Fokussiert auf eine Sache zu bleiben ist wichtig, weil sich Kreativität in der Regel in einem Prozess abspielt und sich entwickeln muss. Ich muss an einer Sache dranbleiben können und es ist wichtig, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, aber wenn ich Druck verspüre und das gewünschte Ergebnis mich förmlich erdrückt, weil ich Ergebnisse liefern muss, dann kann ich den Weg dorthin meist nicht finden.

 

Alle großen Künstler legen immer wieder bewusst Pausen ein um dann wieder neues schaffen zu können.

Man spricht in diesem Zusammenhang von Muße, die nötig ist um kreativ sein zu können. Muße ist aber so ziemlich das genaue Gegenteil von Stress.

Selbst für Gott war der Sabbat wichtig, nach seiner Zeit des Schaffens. Schaffen (Kreieren) hat ja nicht nur dem Wort nach viel mit Kreativität zu tun!

 

 

Wenn unser Schöpfer (Kreator), der gleichzeitig unser himmlischer Papa ist, seine Schöpfungskraft auf uns übertragen hat, dann ist kreativ sein ein zutiefst christliches Verhalten. Und daher zurecht Teil unseres Werte Katalogs.

„Wir leben Kreativität, weil unser Abba kreativ ist!“

 

Diese Kreativität, die wie wir gehört haben jeder von uns besitzt, zu leben, ist darüber hinaus eine sehr erfüllende Aufgabe. Selbst wenn sie mit Anstrengung, und der Überwindung von Grenzen zu tun hat.

Aber jeder, der die Ergebnisse seines kreativen Handelns erntet, der weiß, dass sich diese Anstrengung gelohnt hat.

Genauso wie Gott am Ende der Schöpfung sagen konnte:

  1. Mo 1,31: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Genauso freut er sich mit uns, wenn wir in seinem Namen und ihm zur Ehre unsere Kreativität einsetzen.

Es ist sehr gut!