Eine lustige Werbung zum Thema Upgrade zum Einstieg:

https://www.youtube.com/watch?v=QVDpbTiv8po

 

Upgrade gibt es beispielsweise bei der Eisenbahn, beim Autokauf, im Hotel, oder bei der Software (Bsp.: Jo bei Zoom)

 

Ein Upgrade ist so etwas ähnliches, wie Gnade bei Gott. Es ist ein unverdientes Geschenk.

Sabine hat kürzlich den Eindruck gehabt, dass wir als Gemeinde bei Gott jetzt ein Upgrade bekommen haben. Ich denke, dass wir dadurch einen wesentlichen Schritt näher zu unserem Ziel und zur Umsetzung unserer Vision gekommen sind.

 

In der momentanen Situation klingt das jedoch fast paradox: Zuerst die Hoffnung, dass wir uns in zwei Wochen wieder beim Wöhrer treffen können, dann die Ernüchterung, dass die geforderten Begleitmaßnahmen diese Hoffnung für uns wieder zunichte gemacht haben. Wo bleibt da das Upgrade?

 

Aber oft ist es so, dass wenn uns etwas fehlt, dann kann das dazu beitragen, dass unser Blick wieder auf das Wesentliche geführt wird. Und es ist tatsächlich so, dass nicht nur viele Menschen, die sich über Gott wenig Gedanken in der Vergangenheit gemacht haben, jetzt Zeit haben, nach dem zu fragen was wirklich zählt.

 

Auch für uns, ist diese außergewöhnliche Zeit eine Einladung, genauer hinzusehen, was uns als Gemeinde ausmacht, und was vielleicht gut gemeintes und durchaus schönes Beiwerk ist. Aber eben nicht wirklich entscheidend.

Ich glaube, wir sind uns einig, dass Kirche, so wie sie von Jesus eingesetzt wurde, kein Gebäude und keine Institution ist.

Sie ist aber auch kein Gottesdienst, auch wenn dieses Treffen sicher gut, wichtig für uns und ich denke auch gottgewollt ist. Aber wir hören nicht auf Gemeinde Jesu zu sein, wenn es eine Zeitlang nur virtuelle, oder sogar gar keine Gottesdienste gibt.

Wir haben letzte Woche von einigen Ländern gehört, in denen sich Christen gar nicht öffentlich treffen können. Trotzdem wachsen diese Gemeinden und tun das, wozu Jesus sie und auch uns berufen hat: Die Gute Nachricht weiterzugeben, die Werke Jesu zu tun und Hoffnung für eine verlorene Welt zu sein.

 

Es ist schon interessant, dass gerade die verfolgten Christen eine Hoffnung verbreiten, die Menschen verblüfft, dass sie Hilfe in unmöglichen Situationen erfahren (Zeichen und Wunder) und eine übernatürliche Freude, trotz des ihnen zugefügten Leids ausstrahlen.

Wir Christen, egal ob wir Verfolgung erleiden, oder uns in Freiheit treffen dürfen, kennen eben einen gewissen Jesus. Dieser Jesus ist der Grund unserer Freude und unserer Hoffnung, ganz egal, wieviel Schmerz, Leid, Druck, Verfolgung, oder Krisen uns umgeben.

Natürlich ist es nicht so, dass wir abgehoben von der Welt sind und uns das alles nicht berühren würde. Wenn jemand krank ist, leiden wir mit, wenn jemand aufgrund der Einschränkungen seinen Job verloren hat, ist uns das nicht egal, wenn unsere Brüder und Schwestern verfolgt werden, treibt uns das ins Gebet. Aber wir wissen, dass diese Krisen, dieses Leid und diese Verfolgungen nicht die letzten Worte sind, die gesprochen werden. Jesus hat das letzte Wort. Er ist der Sieger und er wird am Ende der Zeit alle zur Verantwortung ziehen die anderen Leid angetan haben.

Seien es Menschen, oder auch Mächte und Gewalten, Dämonen, der Tod, oder der Teufel. Jesus ist der Herr und er wird als gerechter Richter seine Gerechtigkeit wieder herstellen.

 

Und er ist jetzt schon bei den Seinen. Er ist unsere Zuversicht und Hoffnung. Er ist der, der uns Kraft und Freude schenkt! Und eben ein Upgrade.

 

Die Gemeinde Jesu, das ist kein Gottesdienst, es sind Menschen. Ganz besondere Menschen. Ganz besonders in dem Sinn, dass sie zum Dienst zugerüstet sind und im Namen Jesu, an allen Orten, wo sie gerade sind, Bedürfnisse anderer im Namen Jesu stillen.

Es sind aber auf der anderen Seite ganz gewöhnliche Menschen, Männer und Frauen, wie du und ich. Keine Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten. Aber doch Menschen, die sich von Jesus formen und in seinen Dienst stellen lassen.

Wenn wir von Jesus jetzt ein Upgrade bekommen haben, dann heißt das für mich, dass er uns jetzt ihm ähnlicher macht. Dass er uns weiter und noch konkreter nach seinen Vorstellungen formen wird und wir noch besser befähigt und ausgerüstet werden, ihm zu dienen.

 

Wir haben in der GL ein Papier ausgearbeitet, dass unsere Identität als Nachfolger Jesu in unserer Gemeinde TPL beschreibt. Wir haben darin festgehalten, dass wir eine Kultur der Ehre- und eine Veränderungsbereitschaft leben, die Wachstum freisetzt.

 

Ich möchte heute und in den nächsten Gottesdiensten, etwas mehr in die Tiefe, der in diesem Papier festgehaltenen Werte gehen. Ich denke es ist wichtig für uns, klar vor Augen zu haben, wie dieses Upgrade ganz konkret für dich persönlich, und dann in weiterer Folge für uns als Gemeinde aussieht.

 

 

Ein Wert, der für uns Nachfolger Jesu absolut zentral ist, ist Dankbarkeit. Und zwar nicht nur, so wie wir es unseren Kindern beibringen, dass sie artig „Danke“ sagen müssen, wenn sie ein Zuckerl bekommen.

Dankbarkeit ist eine Herzenshaltung.

 

In einem Lied von Albert Frey das wir gerne im HK singen heißt es:

Du füllst mich mit Dankbarkeit, du machst meine Seele weit,

Vater im Himmel alles verdank ich dir

Du füllst mich mit Dankbarkeit, schenkst mir meine Lebenszeit

Vater im Himmel für alles dank ich dir

In den Strophen geht es dann darum, dankbar zu sein, für all das Gute und Schöne, aber auch dankbar zu bleiben über Gottes Güte, selbst wenn das Leben etwas nimmt und Sicherheiten wanken.

 

Dieter Hildebrandt (dt. Kabarettist, 1927-2013):

„Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen,

sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.“

 

Danken schützt vor Wanken und loben zieht nach oben.

Wir werden heute zwar zu kritischen Menschen erzogen. Alles muss man hinterfragen und das hat auch bis zu einem gewissen Maß seine Berechtigung. Es gibt leider sehr viele Dinge und leider auch sehr viele Menschen auf dieser Welt, denen man nicht vertrauen kann.

Bsp.: Spammails

Aber wenn ich immer nur kritisch bin, bleibt mein Blick auf negative Dinge fixiert. Ich kann mich dann gar nicht mehr über schöne Dinge freuen, weil ich sofort einen Hintergedanken vermute.

Versuche einmal jemanden auf der Straße € 10,- zu schenken. Die wenigsten werden dein Geschenk annehmen, statt sich zu freuen.

 

Jesus tat und tut bis heute Dinge, für die wir alle ihm dankbar sein können.

In Lk 17 finden wir eine Geschichte, in der er 10 Aussätzige heilte:

11 Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.

12 Als er in ein Dorf ging, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in gehörigem Abstand stehen 13 und riefen laut: »Jesus! Herr! Hab Erbarmen mit uns!«

14 Jesus sah sie und befahl ihnen: »Geht zu den Priestern und lasst euch eure Heilung bestätigen!« Und als sie unterwegs waren, wurden sie tatsächlich gesund.

15 Einer aus der Gruppe kam zurück, als er es merkte. Laut pries er Gott, 16 warf sich vor Jesus nieder, das Gesicht zur Erde, und dankte ihm. Und das war ein Samariter.

17 Jesus sagte: »Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind dann die anderen neun? 18 Ist keiner zurückgekommen, um Gott die Ehre zu erweisen, nur dieser Fremde hier?«

19 Dann sagte er zu dem Mann: »Steh auf und geh nach Hause, dein Vertrauen hat dich gerettet.«

 

Nur einer der 10 konnte das Geschenk, das Jesus ihm machte dankbar annehmen. Wir wissen nicht, was mit anderen geschah. Bestimmt haben sie sich über ihre Heilung gefreut. Aber ihr Leben haben sie offensichtlich nicht geändert. Sie haben ihrem Retter nicht gedankt.

 

Ich denke, dass die Menschen heute auch nicht anders sind, als sie vor 2000 Jahren waren.

 

Sehr wohl ist es aber so, dass wir als Jünger Jesu einen Unterschied machen sollen und machen können. Nicht aus Pflichtgefühl gegenüber Jesus heraus, sondern, weil er uns prägt und wir ihm dadurch ähnlicher werden. Er selbst war ein absolut dankbarer Mensch.

Ihr kennt sicher die Begebenheiten als er einmal 4000 und einmal 5000 Menschen satt machte. Jedes Mal nahm er das, was er von anderen bekommen hatte, (z.B. 5 Brote und 2 Fische) dankte dafür und gab sie schließlich weiter. Alle wurden satt.

Ein ähnliches Muster sehen wir auch beim letzten Abendmahl. Auch da nahm er Brot und Wein, dankte dafür und gab sie weiter.

 

Und eine weitere sehr bekannte Begebenheit möchte ich euch vor Augen führen: Die Auferweckung des Lazarus aus Joh 11, 41-43

Da nahmen sie den Stein weg. Jesus blickte zum Himmel auf und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst.

Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

 

Jesus tut hier etwas, das auf den ersten Blick ungewöhnlich ist: Er bedankt sich bevor das eintritt wofür er sich bedankt.

Dieses dankbare Empfangen ist ein Schlüssel für das Gebet. Indem ich den Dank ausspreche, noch bevor ich das erhalte, wofür ich bitte, drücke ich die absolute Zuversicht aus, dass Gott mein Gebet auch erhören wird.

Ich spreche Gott mein volles Vertrauen aus und über dieses Vertrauen freut sich der Vater im Himmel.

 

Auf diese Weise können wir unser Herz zur Dankbarkeit trainieren, bzw. wird der HG diese Bereitschaft meines Herzens dazu verwenden, dass ich immer dankbarer werde. So passiert dieses Upgrade!

 

Dankbarkeit lässt mich automatisch auf die guten und positiven Dinge des Lebens schauen. Das hat nichts mit wegschauen von den Problemen (Vogel-Strauß-Politik) oder mit einer naiven, einfältigen Weltsicht zu tun, sondern damit, dass ich entscheiden kann, womit ich mein Herz (mein Innerstes) füttere.

 

Eph 5,20:

Dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

 

Wenn man diesen Vers ernst nimmt, dann ist der schon eine Herausforderung. Natürlich gibt es vieles, wofür wir Dankbar sein können. Dass Gott uns versorgt, dass er unsere Gebete hört, dass er für uns da ist, dass er uns hilft und uns segnet. Wir können ihm gar nicht genug dafür danken, dass er uns so unendlich liebt, obwohl wir das nicht verdient haben. All unser Dank reicht niemals aus, das zu beschreiben, was Jesus am Kreuz für uns getan hat. Ihm verdanken wir unser Leben im umfassendsten Sinn des Wortes.

Trotzdem kommen wir immer wieder in Situationen, in denen uns nicht nach Dank zumute ist. Sollen wir Gott auch für die negativen Dinge danken, die uns widerfahren? Sollen wir ihm danken, wenn jemand krank wird, oder einen Unfall hat? Müssen wir ihm für eine nicht bestandene Prüfung danken oder dafür, dass uns jemand verletzt hat?

 

Manchmal hilft es nicht, unsere Probleme weg zu schieben und die Gedanken einfach stur auf etwas Positives zu richten.

Genauso wenig ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass es anderen noch schlechter geht als mir.

 

Es gibt Schicksalsschläge, die mich zutiefst treffen und mich bis ins Innerste erschüttern. Soll ich dafür dankbar sein?

 

Dankt Gott zu jeder Zeit für alles?

Ich denke, es geht nicht darum, für die schlechten Dinge an sich dankbar zu sein, es ist auch nicht Gott, der mir diese negativen Dinge schickt, aber ich kann im Vertrauen auf Gott sehr wohl dafür dankbar sein, dass er aus diesen schlimmen Dingen etwas Gutes machen kann.

Ich glaube nicht, dass uns Gott Krankheiten schickt, damit wir etwas daraus lernen, aber er lässt Krankheiten durchaus zu damit wir die Möglichkeit haben im Vertrauen zu ihm zu wachsen. Wenn ich einen sehr anstrengenden Kollegen habe, dann hat Gott diesen Menschen nicht so gemacht, damit ich Geduld lerne, aber trotzdem kann ich mit Gottes Hilfe durch diesen Kollegen lernen geduldiger, nachsichtiger oder verständnisvoller zu werden. Hört ihr den Unterschied heraus?

 

Jak 1,17 Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen.

 

Und deshalb ist es Gott so wichtig, dass wir als seine Kinder lernen in Allem ihm zu vertrauen und dankbar zu sein.

Wenn wir Gott danken, dann richten wir unseren Blick weg von unseren Sorgen und Problemen, hin zu dem, der die Lösung für alle unsere Sorgen ist. Dadurch verschwinden die Probleme zwar nicht, aber unsere Sicht darauf wird eine andere. Das verändert unser Herz und mach es dankbar.

 

 

Der englische Philosoph Francis Bacon hat einmal gesagt:

„Nicht die Glücklichen sind dankbar,

es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

 

So gesehen ist es ein absolutes Upgrade, ein totaler Gewinn für uns selber und für andere, wenn wir Gott erlauben, dass er unser Herz mit Dankbarkeit füllt.