1. Mose 4:3-5
Eines Tages nahm Kain etwas von dem Ertrag seines Feldes und brachte es dem HERRN als Opfer dar. Auch Abel wählte eine Gabe für Gott aus: Er schlachtete einige von den ersten Lämmern seiner Herde und opferte die besten Fleischstücke mitsamt dem Fett daran. Der HERR blickte freundlich auf Abel und nahm sein Opfer an, Kain und seinem Opfer hingegen schenkte er keine Beachtung.

Das hat mich früher immer irritiert. Beide haben ihm ein Opfer gebracht, aber er hatte so seinen Liebling, scheint es… Sollte Gott nicht froh sein, wenn ich dran denke und ihm was opfere? Ist Gott wählerisch? Muss es ein Fleisch sein?

Eine Geschichte:
Markus ist am Sonntag in die Kirche gegangen und hat „denen“ etwas gespendet. Ein bisschen was von seinem Einkommen, denn „die“ brauchen was und schließlich muss man das als Christ. Er hat sich gut gefühlt, dass er auch an Gott denkt und hat damit gerechnet, dass Gott ihn belohnen wird.
Fritz liebt Gott. Er wartet schon die ganze Woche, dass endlich der Sonntag kommt, wo sich alle treffen und er die Möglichkeit hat, von sich etwas zu geben. Er weiß, dass alles was er hatte, von Gott ist. Also geht er am Sonntag mit einer überfließenden Freude im Herzen in den GD. Er möchte Gott das beste geben. Das beste, was er ihm geben kann, ist seine Zeit. Er freut sich, dass er die Vaterliebe spüren wird, dass er in seine Nähe kommen darf. Er sagt zu allen Terminen für den Tag nein.
Und er will etwas Besonderes mitbringen. Er hat gewartet, dass sein Einkommen auf dem Konto ist, es ist ja Anfang des Monats. Es wird zwar knapp, sein Gehalt, aber er weiß in seinem Herzen, dass Gott ihn versorgen wird. Darum wählt er das Beste, das Erste aus. Noch hat er nichts gekauft von dem neuen Geld. Erst soll der Herr seinen Teil davon bekommen. Als Dankeschön im Voraus für die Versorgung im Monat, das angefangen hat.
Und das, obwohl er selber erst seinen Gehalt im Nachhinein (also für die bereits geleistete Arbeit) bekam. Sein Dienstgeber hatte nicht so ein Vertrauen in ihn, als er in die Versorgung seines geliebten Gottes.

Was hat Gott gefreut? Wer hat Gott vertraut?

Hebr. 11:4
Durch den Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Gott nahm Abels Opfer an, um zu zeigen, dass er in seinen Augen gerecht gesprochen war.

Es geht bei dieser Predigt auch um Geld. Nicht nur, aber schon auch! Geld ist wichtig. Oft ist es zu wichtig. Dann, um das herunterzuspielen, tut man so, als ob es nicht wichtig wäre.

Ich glaube, dass es eine Gabe an Gott gibt, die Gott nicht freut. Die Gabe, die aus der Pflicht heraus gegeben wird. Die vorrechnet, und nicht von Herzen kommt.

Es hat mit unserer Herzenshaltung zu tun.

Wir Österreicher reden nicht gerne von Geld. Wir sind eines der reichsten Länder der Erde. Aber wenn du mit einem Österreicher redest, kommt es dir fast immer so vor, als ob er gerade vor dem Abhausen wäre.

Martin und ich gehen gerne wandern in unserem schönen Mühlviertel. Ganz oft kommen wir an makellosen Häusern vorbei, in denen offensichtlich sehr fleißige Menschen wohnen. Oft kommen wir mit ihnen ins Gespräch und es ist uns noch selten vorgekommen, dass die Menschen nicht furchtbar jammern. Die Ernte geht schief und der Wald und so weiter. Ja, da haben wir wieder den Eindruck: das Mühlviertel ist eine der ärmsten Gegenden des armen Landes Österreich. Wenn wir uns umschauen und die frisch renovierten Häuser und die mehreren großen Traktoren sehen, lässt uns das auf einmal aufhorchen. Was ist da los?

Tun die Leute so, als ob sie arm wären? Ich glaube, dass es wirklich in uns Österreichern drinnen ist, dass wir uns arm fühlen. Oder dass wir glauben, dass es sich nicht gehört, wenn man nicht arm ist.

Besonders in unserer Region. Das steinige Land. Mühsal. Der kleine Mann. Wir sind ja die Abgelegenen, die, die niemand kennt, die vergessen werden, die Armen. Das ist, glaube ich, ein Armutsdenken, das aus einem Waisenkindgeist kommt, also eine Geisteshaltung, die nicht wirklich damit rechnet, dass wir Kinder des allerhöchsten Gottes sind, sondern Waisenkinder, die auf der Straße leben und keiner kümmert sich um sie.

Geschichtliche Gründe,… Aber: was ist, wenn Gott uns sagt, dass er uns das Leben in Fülle gibt, dass wir Erben des Himmels sind, dass wir Kinder des allmächtigen Gottes sind, dass er uns wohlgesonnen ist und uns lieb hat?

Letzte Woche hatten wir Besuch aus der Schweiz. Kurt Häfeli aus der FCG Aarau, unser SOZO CH+Ö Leiter. Wir haben so geredet über den SOZO-Dienst und ob wir das Geld haben werden, dass wir als Team zum SOZO Summit fahren können und solche Dinge.

2 Dinge haben sich bei mir außer der Großzügigkeit seiner Gemeinde besonders eingeprägt: Er hat gesagt, dass wenn Gott etwas bestellt, dass er dann auch bezahlt. So was Logisches!

Das Andere war, dass er so ganz spontan die Häuser in St. Martin bewundert hat. Dass er gemeint hat, dass bei ihnen in der Schweiz die Häuser nicht so schön und gepflegt sind. Das Mühlviertel hat ihm sehr gut gefallen.

Mich hat an mir selber etwas gewundert und gestört: gleichzeitig war ich stolz darauf, dass ja wirklich alles so ordentlich und schön bei uns ist. Und gleichzeitig hatte ich das Bedürfnis, klar zu machen, dass wir trotzdem eine kleine Gemeinde sind und trotzdem nicht die Finanzen haben, dass der Schein trügt,…

Könnte es sein, dass sich bei mir ein klein wenig von dem destruktiven Armutsdenken befindet? Möchtest du mit mir gemeinsam herausfinden, ob so was in uns ist?

Lasst uns, wer möchte, miteinander Gott fragen:

  • Jesus, glaube ich eine Lüge über dich oder über deine Versorgung?
  • Ich bitte dich um Verzeihung! In Jesu Namen breche ich die Lüge…
  • Jesus, was ist die Wahrheit? Wirst du mich versorgen?
  • Jesus, was heißt das für mich, wenn du mir ein Leben in Fülle geben willst?
  • Ich entschließe mich, dir in allen Bereichen, einschließlich in dem der Finanzen zu vertrauen. Ich gebe dir die Erlaubnis, mir ein Leben in Fülle zu geben!

In der Geschichte von Kain und Abel steht, dass Abel von den ersten der Lämmer gegeben hat. Das Prinzip der Erstlingsgabe kommt immer wieder in der Bibel vor.

Sprüche 3:9
Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens

1. Kor. 15:20
Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Unser Vater im Himmel hat sich an seinen eigenen Grundsatz gehalten: er hat uns seinen ersten Sohn gegeben. Den, den er geliebt hat. Das Kostbarste hat er uns geschenkt, damit wir Menschen, die wir ihm dieses Opfer wert sind, nicht sterben müssen. Und den hat er auch auferweckt als Ersten unter den Menschen.

Ich denke da an den Garten Gethsemane, wo Jesus gebetet hat, dass der Vater den Kelch des Leidens vorüber gehen lassen soll, wo er Blut geschwitzt hat. Ich denke, dass die ganze Schöpfung, der ganze Himmel den Atem angehalten hat in dem Augenblick. Wird er, der ganz Mensch war, den göttlichen Weg fertig gehen?

Und als er am Kreuz hing und rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Glaubst du, dass das nur eine Rhetorik war? Ich glaube, dass sich in dem Moment der Vater von seinem Sohn abgewendet hatte, weil der so beladen mit unserer Schuld war. Er war so unheilig, wie er nur sein konnte, mit der Schuld der ganzen Welt um seinem Hals.
In dem Moment war jeder Mord, der jemals geschehen war, jede Hinterlist, jedes Wort, das hinterrücks gesprochen worden war, jede Gier, jede Manipulation, jede Missachtung der Schöpfung, jede Ungeduld, jedes Mal, wenn irgend ein Mensch unabhängig von Gott, seinem Schöpfer irgend etwas gedacht, getan, gesagt hat, all das lag… auf ihm.

Weißt du, so ist unser König. Er ist die Erstlingsgabe von Gott an uns.

Wollen wir ihn nicht auch ehren mit unserer Erstlingsgabe, mit dem Ersten und Besten, das wir haben, in allen Bereichen: mit unserer ersten Zeit, nicht erst der Zeit am Abend, dem Anhängsel, wenn wir schon müde sind? Mit unserer Liebe, unserer Bereitschaft, für einen seiner geliebten Menschen aus der Komfortzone herauszutreten, um vielleicht für ihn um Heilung zu beten? Mit unseren geistlichen und auch körperlichen Gaben, und auch mit unserem Geld – so wie es in dem Vers in den Sprüchen heißt?

In der Bibel wurde bereits bei Abraham das erste Mal erwähnt, dass die Gabe an Gott 10% sein soll. An einer anderen Stelle heißt es, dass wir diese 10% in das Warenhaus, in die Getreidespeicher geben sollen. Das ist die Gemeinde. Der Ort, wo wir unsere Nahrung her bekommen. Wo unser geistliches Leben beheimatet ist.

In Maleachi 3:6-12 steht:
»Nein, ich habe mich nicht geändert«, sagt der Herr, »aber ihr habt euch auch nicht geändert. Ihr seid immer noch die echten Söhne eures Stammvaters Jakob! Wie alle eure Vorfahren habt ihr mir nicht gehorcht und meine Gebote nicht befolgt. Kehrt um zu mir, dann will auch ich zu euch umkehren und euch helfen, ich, der Herr, der Herrscher der Welt. Ihr fragt: ›Wovon sollen wir denn umkehren?‹ Nun, ist es in Ordnung, dass der Mensch Gott beraubt? Ihr aber beraubt mich und fragt auch noch: ›Wo haben wir dich beraubt?‹ Ihr habt mir den Zehnten von euren Ernteerträgen und den Priesteranteil der Opfer nicht ordnungsgemäß übergeben. Ein Fluch liegt auf euch, weil das ganze Volk mich betrügt. Bringt den zehnten Teil eurer Erträge unverkürzt zu meinem Tempel, damit meine Priester nicht Hunger leiden. Habt keine Sorge, dass ihr dann selber in Not kommt! Stellt mich auf die Probe«, sagt der Herr, der Herrscher der Welt, »macht den Versuch, ob ich dann nicht die Fenster des Himmels öffne und euch mit Segen überschütte! Ich werde auch die Schädlinge von euren Feldern und Weinbergen fern halten, damit sie die Ernte nicht verderben. Das sage ich, der Herrscher der Welt! Dann werden euch alle Völker glücklich preisen, weil ihr in einem so fruchtbaren Land wohnt.«

Das ist eine Art Abmachung, ein Franchising-Vertrag, den wir Christen mit Gott Vater haben: 10/90: Es gehört ihm alles. Er gibt uns aber 90%, die wir für uns verwenden dürfen, so wie wir das wollen. Die ersten 10% aber von dem, was er uns gibt, gehören ihm, der Ortsgemeinde, seiner Vertretung hier auf der Welt. Dafür passt er auf, dass die Ernte, das Einkommen stimmt, dass nichts verdirbt und alles im Überfluss da ist.

Er sagt: wenn du deinen Teil erledigst, dann kannst du mich sogar prüfen, ob ich dich nicht segnen werde!
Wenn du das nicht tust, bestiehlst du Gott, steht in der Bibel.

Das ist der Deal: Willst du gesegnet werden? Oder willst du dich trauen, Gott zu bestehlen?
Das ist ein „No-brainer“.

Wäre es nicht interessant, einmal zu versuchen, Gott in seiner Großzügigkeit nachzukommen? Ihn zu prüfen, so wie er selber uns das erlaubt? Was wäre, wenn du ihm ganz treu den Zehnten, und zwar sofort nachdem du das Geld erhalten hast, am besten mit einem Abbucher, in seine Gemeinde ablieferst und schaust, ob er wirklich seinen Teil erfüllt, nämlich dass du nicht zu wenig haben wirst in dem Monat, sondern deine Ernte so ist, dass die anderen dich glücklich preisen.

Was wäre sogar, wenn du darüber hinaus etwas spenden würdest, das ist dann das Opfer von dem die Rede ist in der Stelle (das Opfer ist dann das, was wir an andere als die Gemeinde zahlen dürfen, an Bedürftige, Werke, Missionare,…) und schaust, was passiert. Wird er sein Wort halten und die Himmelsfenster öffnen und dich segnen?

Was ist, wenn er das wirklich tut und du auf einmal besser da stehst, als deine Nachbarn, weil du so gesegnet bist? Hast du dir schon einmal überlegt, wie das wäre, wenn deine Verwandten und Freunde und Nachbarn sagen würden: Wie machst du das bloß! Was du angreifst, wird was! Und du sagst: ich gebe Gott und gebe Gott, und gebe Gott, und er gibt mir ständig mehr zurück als ich ihm gebe, ich kann ihn nicht übertrumpfen!

Wäre das nicht eine „envy evangelism“ („Evangelisation aus Neid“)? Die würden sicher sagen: Das will ich auch!

In der Zeit, wo wir finanzielle Schwierigkeiten hatten und es wirklich knapp war, hatten wir einige Zeit kein Einkommen mehr. Wir hätten keinen Zehnten mehr zahlen brauchen. Aber wir haben uns entschlossen, das trotzdem zu tun und alle unsere Verpflichtungen, unsere Opfer, die wir von vorher noch hatten, haben wir aufrecht lassen. Wir wollten Gott ehren.
Weißt du was: Wir haben diese ganze Zeit gegessen und das gekauft, was wir brauchten. Die Geräte sind nicht kaputt geworden. Bei einigen war es sogar so, dass sie technisch gesehen nicht mehr funktionieren konnten und sie haben trotzdem funktioniert. Ich habe täglich Essen aus der Truhe genommen und es ist nicht weniger geworden. Wir wissen bis heute nicht wie. Wir staunen bis heute über diese Zeit. Gott war treu. Wir hatten alles in der Zeit, nicht mickrig sondern in bester Bioqualität. Er hat uns versorgt.

Ich glaube, er mag es, wenn wir es wagen, auf ihn zu schauen und zu sagen: ich nehme dich beim Wort. Und ich werde sehen, ob du deines halten wirst, wenn ich meines halte. Das erfordert Vertrauen. Willst du dich einlassen?

Glaube wird so geschrieben: R I S I K O

Papa Gott:
Ich will dir vertrauen, dass du mich so sehr liebst , dass du mir alles gibst, was ich brauche und zwar in der ganzen göttlichen Fülle. Ich brauche mehr von deinem Frieden, mehr von deiner Gegenwart, mehr von deiner Nähe, von deiner Freude.
Ich lasse meine Ängste los und werde dich nicht mehr punkto Finanzen bestehlen. Bitte verzeih mir.
Hl.Geist, bitte mach mich großzügig in allen Dingen und auch im finanziellen Bereich. Hilf mir dabei! Lehre mich!
Und Jesus, bitte erreiche du die Menschen um mich herum durch meine Großzügigkeit und weil du mich segnen wirst. Bring sie zum Staunen und Suchen!
Danke, Papa Gott!

Amen.