Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Warum sind Blondinenwitze so kurz?
Damit sie auch wir Männer verstehen!

Den Kampf der Geschlechter gibt es nicht er seit der Feminismus die Emanzipation der Frau fordert, ich vermute, diesen „Kampf“ gibt es seit es Geschlechter gibt. Unser Geschlecht ist ein elementarer Bestandteil unserer Identität. Das jeweils andere Geschlecht verstehen wir nur sehr schwer und fühlen uns von ihm/ihr oft nicht verstanden. Gleichzeitig üben Frauen für Männer und Männer für Frauen eine gerade magische Anziehungskraft aus. Dieser Themenkomplex rund um „männlich und weiblich“ füllt Bücher, ist Gesprächsstoff in vielen Gesprächsrunden, Stammtischen und Schlafzimmern und prägt unser ganzes Leben.
Auch wenn wir über unseren Glauben nachdenken, kommen wir um dieses Thema nicht herum.

Feministische Theologinnen behaupten frech: Als Gott den Mann schuf übte sie nur.
In dem Bestseller „Die Hütte“ wird der, den wir als „Gott Vater“ kennen, als Mutter dargestellt. Das war für manche Christen zu revolutionär, deshalb stellten sie dieses Buch an den Pranger.
In Tirol hat ein Willkommensschild mit der Aufschrift „Grüß Göttin“ für viel Aufregung gesorgt.

Ist Gott jetzt ein Mann, oder eine Frau? Was würdest du sagen?

Eine für mich stimmige Antwort habe ich in 1. Mo 1,27 gefunden:
Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, … als Mann und Frau [wörtlich männlich und weiblich] schuf er sie.

Das wichtigste Wort in diesem Vers ist das kleine Wort „und“. Er schuf uns nach seinem Ebenbild männlich und weiblich. Nicht Männer alleine und auch nicht Frauen alleine spiegeln die Ebenbildlichkeit Gottes wieder, sondern in der Ergänzung wird das Gesicht Gottes sichtbar.

Bei vielen Hochzeiten wird erwähnt, dass beispielsweise der Bräutigam seine verlorene Hälfte gefunden hat und er jetzt mit ihr wieder ein Ganzes wird. Tatsächlich ist die Ehe nicht nur eine Erfindung Gottes, sondern ein auf Liebe gegründeter Bund, den zwei so unterschiedliche Menschen wie ein Mann und eine Frau bei einer Ehe eingehen. In diesem so spannenden Bund wird Gottes Reich sichtbar. Deshalb ist eine Ehe nach biblischem Vorbild auch nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich.

Jesus war zweifelsohne ein Mann, aber das hebräische Wort für den Heiligen Geist „ruach“ ist weiblich. Wir müssten also eigentlich von der „Heiligen Geistin“ sprechen. Diese Heilige Geistin, ich bleibe jetzt einmal bewusst bei der weiblichen Form ist in der ganzen Bibel zu finden, vom 1. Mose bis zur Offenbarung.
Kann es sein, dass der, den wir als Gott Vater kennen, gleichzeitig auch Gott Mutter ist?
In der Röm. Kath. Kirche wurde Maria, die Mutter Jesu zur „Mutter Gottes“ hochstilisiert um diesem weiblichen Aspekt Gottes nachzukommen. Aber wenn wir genauer in die Bibel schauen, dann entdecken wir, dass wir keine menschliche Frau zur Göttin machen müssen, sondern dass Gott selber männlich und weiblich – Vater und Mutter gleichzeitig ist.

Einer Tradition, die in manchen Freikirchen Einzug gehalten hat, nämlich am Jahresanfang über die so genannte „Jahreslosung“ zu predigen, schließe ich mich an.
Die Jahreslosung für 2016 finden wir in Jes 66,13 und lautet:
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Es gibt auch ein Lied zu diesem Text

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Ich möchte mit euch den Bibeltext mit den Versen davor und danach lesen, weil dadurch dessen Aussage auch für uns noch konkreter wird:

Jes 66,10-14 (NL)
Freut euch mit Jerusalem! Jubelt alle in der Stadt, die ihr liebt. Singt alle voller Freude mit ihr, die ihr um sie getrauert habt.
11 Dann werdet auch ihr euch an ihrer tröstenden Brust satt trinken können und euch an ihrer herrlichen Mutterbrust erfreuen.
12 Denn so spricht der Herr: »Schaut, ich werde den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen Fluss nach Jerusalem fließen lassen. Ihre Kinder werden saugen, sie werden auf den Armen getragen und auf den Knien liebkost werden.
13 Ich selbst werde euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. In Jerusalem sollt ihr getröstet werden.«
14 Ihr werdet es zu sehen bekommen und euer Herz wird sich freuen. Eure Körper werden grünen wie Gras! So macht sich die Hand des Herrn an seinen Dienern bemerkbar – aber seine Feinde lässt er seinen Zorn spüren.

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Diese Zeilen sind weit mehr als ein paar erbauliche Worte, von denen wir so viele in der Bibel finden. Es sind konkrete Zusagen für Menschen, die sich in einer besonderen- ich möchte sagen in einer besonders schwierigen und trostlosen Situation befinden. Jerusalem, die Stadt, die das politische, gesellschaftliche und religiöse Zentrum des Königreiches Israel war, war zerstört. Krieg und Elend, Hunger und Tod prägte das Leben der Menschen aus Jerusalem. Die meisten Israeliten mussten fern der Heimat leben. Sie waren nicht einmal Flüchtlinge, schlimmer noch: Sie waren Vertriebene.
Gerade diesen Menschen spricht Gott durch den Propheten Jesaja Trost zu. Dieser Trost Gottes besteht aber nicht nur aus gut gemeinten netten Worten: „Kopf hoch, es wird schon wieder irgendwie werden.“ Er gibt ihnen ganz konkrete Zusagen: V14: Ihr werdet es zu sehen bekommen und euer Herz wird sich freuen.
Er schenkt ihnen nicht nur eine Vision, eine Perspektive, eine Hoffnung an der sie sich wieder aufrappeln können. Wir wissen, dass Gott zu seinem Wort steht und dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt. Bereits diese Generation, denen Jesaja dieses Wort sagte, durfte tatsächlich erleben, dass sie nach Jerusalem zurückkehren konnte. Der Tempel und später wieder die Stadtmauern von Jerusalem wurden durch das übernatürliche Eingreifen Gottes und auch durch das Handeln von Menschen, die Gott vertraut haben wieder aufgebaut.
Der Wiederaufbau dieser besonderen Stadt begann damit, dass Gott sein Volk tröstete.

Wann brauchen wir Trost?
Wenn ich diesen Bibeltext lese, dann denke ich an blutige Knie oder aufgeschürfte Handballen nach einem Sturz als Radfahranfänger. Wohin bist du gelaufen, wenn du als kleines Kind gestürzt bist? Vermutlich auf den Schoß und in die Arme deiner Mutter. Dort wird der Schmerz auf wundersame Weise gelindert. Dort bekomme ich die Kraft den verbleibenden Schmerz auszuhalten und auch die Zuversicht, dass alles wieder gut werden wird.
Unser Leben läuft nicht ohne Verletzungen ab. Weder für ein Kind, das Laufen, oder Rad fahren lernt, noch für uns Erwachsene, die wir von Nachbarn beleidigt, von einem Unglück verfolgt, vom Chef gekündigt, von Krankheit betroffen oder vom Ehepartner enttäuscht werden.
Unser Leben läuft nicht ohne Verletzungen ab. Nicht im körperlichen, und schon gar nicht im seelischen Bereich.
Gott sagt zu dir: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Und dieser Trost Gottes ist mehr als ein paar nette Worte. Er ist der, auf dessen Schoß und in dessen Arme wir bei jeder Art von Verletzung laufen können. Er ist immer da für dich!
Dieser Trost lässt dich wieder aufstehen. Ich fahre heute gerne mit dem Fahrrad, trotz der vielen, zum Teil heftigen Stürze, die ich hatte, trotz der bluten Knie und der bis heute sichtbaren Narben. Der Trost, den mir meine Mutter spendete, gab mir Kraft wieder auf das Fahrrad zu steigen und weiter zu lernen.

Paulus schreibt in 2. Kor 1:
3 Gepriesen sei Gott, der Vater von Jesus Christus, unserem Herrn. Er ist der Ursprung aller Barmherzigkeit und der Gott, der uns tröstet.
4 In allen Schwierigkeiten tröstet er uns, damit wir andere trösten können. Wenn andere Menschen in Schwierigkeiten geraten, können wir ihnen den gleichen Trost spenden, wie Gott ihn uns geschenkt hat.
5 Ihr dürft darauf vertrauen: Je mehr wir für Christus leiden, desto mehr lässt uns Gott durch Christus Trost zuteilwerden.
6 Wenn wir also von Kummer und Sorgen niedergedrückt sind, so ist es zu eurem Besten und zu eurer Rettung! Denn Gott spricht uns Mut zu, damit wir euch ermutigen können. Dann könnt ihr geduldig das Gleiche ertragen, das auch wir durchmachen.
7 Denn wir sind sicher, dass ihr zwar leiden müsst, aber auch von Gott getröstet werdet.

Natürlich ist es keine schöne Perspektive zu wissen, dass Schwierigkeiten, Leid, Krankheit, ja auch der Tod jeden von uns trifft. Diese Dinge sind unausweichlich. Aber es ist nicht so, dass Gott uns diese Dinge schickt, damit er uns dann wieder trösten kann. Alle diese negativen Dinge haben ihren Ursprung darin, dass wir Menschen uns gegen Gott aufgelehnt haben und so tun, als würden wir unser Leben auch ganz gut ohne ihn meistern können.
Gott ist gut. Er bewahrt und zwar nicht vor Problemen, aber er hilft und tröstet uns, wenn wir Schwierigkeiten haben. Er gibt uns neue Kraft, Hilfe und eine neue Perspektive mit der wir voller Vertrauen und Hoffnung leben können.

Im AT wurde das Kommen eines Messias angekündigt. Diesem Messias wurden viele „Namen“ gegeben, die ausdrücken, wofür dieser Messias steht: Friedefürst, starker Held, Wunderbarer Ratgeber… (Jes 9,5)
Zur Zeit der Geburt Jesu lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Von ihm heißt es: Er wartete auf den „Trost Israels“. (Lk 2,25) Ein weiterer Name für den erwarteten Messias. Diesen Trost Israels erkannte er in Jesus.
Jesus spendete in seinem Leben unzähligen Menschen Trost, indem er sie heilte, ihnen Sinn in ihrem Leben gab, oder beispielsweise den einzigen Sohn einer Witwe vom Tod auferweckte.
Von Jesus selber wird der Heilige Geist, (oder auch die Heilige Geistin) als „Der Tröster“ vorgestellt (Joh 14,26). Der Tröster, der heute unter uns ist, auch wenn wir ihn nicht sehen. Aber wir wissen: Er ist da!

Es gibt auch den so genannten „falschen Trost“. Das sind die Dinge, die mir zwar Trost versprechen, aber mich letztendlich nicht weiter bringen. Ein klassisches Beispiel dafür ist Alkohol. Für den Moment kann ich vielleicht meine Sorgen vergessen, wenn ich eine gewisse Menge trinke, aber am Nächsten Morgen sind die Probleme nicht kleiner geworden. Ganz im Gegenteil: Dann kommt ein Kater und über kurz oder lang noch ein weiteres Problem, nämlich ein Alkoholproblem dazu. Menschen die Alkoholkrank sind, trinken ja nicht in erster Linie, weil es ihnen so gut schmeckt, sondern weil sie Trost suchen.
Wenn der Heilige Geist, so wie Jesus es sagt der Tröster schlechthin ist, dann ist jeder andere Trost, den ich mir suche ein schlechterer, oder gar ein falscher Trost.

Ein letzter Gedanke:
Zu wem bist du gelaufen, als du als kleines Kind Trost gesucht hast? Zu der Mutter deines Freundes, oder zu deiner Mutter? Natürlich zu deiner eigenen, weil du sie am besten kanntest. Du hattest und hast hoffentlich noch immer eine gute Beziehung zu ihr. Diese Beziehung hat bereits vor deiner Geburt begonnen. Sie ist die allerwichtigste Beziehung im Leben eines Kleinkindes. Die Beziehungen zu anderen Menschen, auch zu anderen Müttern entstehen später erst.

Es heißt im Text der Jahreslosung: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Nicht wie einen irgendeine Mutter tröstet.
Das heißt, dass wenn ich will, dass Gott mich wie meine Mutter tröstet, dann muss Gott meine Mutter werden. Dann brauche ich eine Beziehung zu ihm/ihr. Gott will dein Vater und deine Mutter gleichzeitig sein und er/sie kann es auch. Er ist Vater und Mutter allen Lebens.
Und bei ihm/ihr finden wir wirklichen Trost.