Predigt am 19. 3. 2017

Ich starte heute mit einem Thema, dass mir schon lange auf dem Herzen liegt und dass sich in drei Teile aufgliedern lässt. Es hat sich so ergeben, dass ich Gott gefragt hab, ob ich wieder einmal predigen soll und wenn ja was. Die Antwort kam prompt:

Die Trilogie von Gut und Böse

Anfänglich kam mir das schon reichlich viel vor – drei Teile zu so einem Thema. Aber es entpuppte sich. Ich denke, es ist sehr aktuell und kann uns helfen, unser Denken und Handeln zu überprüfen, Geschehnisse richtig einzuordnen, und weiter zu Jesus hin zu reifen.

Also starten wir heute mal mit dem 1. Teil und da geht es um einen uralten Konflikt.

Wenn wir die gesamte Bibel zunächst einmal im Überblick betrachten, dann  berichtet sie ganz grob gesehen über zwei Abstammungslinien und deren Spannungsfeld. Es beginnt im Paradies, geht auf der Erde weiter und endet wieder im Himmel. Die Hauptakteure gehören immer einer der beiden Abstammungslinien an und die Frucht ihres Lebens ist entweder Verwüstung und Tod oder Leben in Fülle.

Man könnte also meinen, bei diesem Konflikt geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse. Immerhin wünschen wir es uns im tiefsten Inneren, dass das Gute siegen möge, dass die gute Linie weiterbesteht und glücklich ist. Filme, die auf dieser Grundlage basieren, befriedigen uns, besonders wenn das Gute siegt. Trotzdem ist es nicht so! Es ist nicht der Kampf zwischen Gut und Böse, um den es in der Bibel geht sondern zwischen „Fleisch“ und „Geist“. Und warum das so ist, darum geht es heute.

Das 1. Buch Mose berichtet über zwei Bäume, die im Paradies standen und die den Lauf der Geschichte Gottes mit den Menschen geprägt haben.

Gen. 2, 9 In der Mitte des Gartens standen zwei Bäume: der Baum, dessen Frucht Leben schenkt, und der Baum, der Gut und Böse erkennen lässt.

 

In der Bibel wird der Baum auch als Symbol für eine Abstammung verwendet und wir kennen den Begriff des Stammbaumes auch in unseren Breiten.

Stammbaum bedeutet: das sind meine Wurzeln, von da komme ich, diese Menschen gehören zu meiner Familie. Es gibt in jeder Familie gutes und schlechtes Familienerbe und auch Familiengeheimnisse.

 

 

Was sind das aber nun für zwei Abstammungslinien, die da in Genesis beschrieben werden?

 

Gott sagt in Vers 16 + 17:  Dann schärfte er ihm ein: „Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, 17 nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben!“

Die beiden Bäume stehen in der Mitte des Gartens – sie sind also sehr wichtig.

 

Jesus weist die Jünger in Lukas 6, 43 darauf hin, dass ein guter Baum keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten Früchte bringen kann.

Etwas anderes ist nicht möglich.  Und so ist es natürlich auch mit den beiden Bäumen im Paradies.

Heißt das nun, dass Gott ins Paradies etwas Schlechtes gepflanzt hat? Nein, das heißt es nicht, sondern, dass der Mensch die Frucht dieses Baumes nicht verträgt. Sie ist für ihn giftig, und darum muss er sterben. Weil Gott das nicht möchte, warnt er ihn noch. Er sagt nicht, wenn du mir nicht folgst, dann werde ich dich töten! Er warnt ihn, dass das Essen dieser Frucht ihm nicht bekommen wird.

Wir kennen die Geschichte und wie es weiter geht. Adam und Eva essen die Frucht des Baumes der Erkenntnis zwischen Gut und Böse und müssen nun die tödliche Frucht davon an alle Nachkommen weitergeben, denn jeder Baum bringt nur Frucht seiner Art hervor.

 

Somit  geht es um konsumierte Früchte, dadurch eingepflanzte Samen und dass wir ernten müssen, was gesät wurde.

 

Als erstes führt der Baum der Erkenntnis zu Ich-Bezogenheit. Nicht mehr der Herr steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Er lenkt den Blick weg von Gott unserem Schöpfer, hin auf uns selbst und unsere Möglichkeiten und was wir alles schaffen können. Er ist ein Bild für das Gesetz. Wir wissen nun, was gut und böse ist und müssen danach handeln. Schaffen wir es nicht, werden wir verurteilt, schaffen wir es schon, werden wir selbstgerecht und freuen uns, wie gut wir wieder sind.  Aber der Herr sagte, dass wir sterben müssen, wenn wir die Frucht des Baumes essen –
d. h. auch wenn wir erkennen was gut ist und danach handeln. Das Gute kann uns nämlich nicht vom Bösen in uns erlösen, weil es vom gleichen Baum stammt.   

Paulus bezeichnet es im 2. Kor. 3, 7 + 9: „…als Dienst, der zum Tod führt“ und als „Dienst, der zur Verurteilung führt“.

Oft hält uns das Gute effektiver davon ab, Jesus wirklich kennenzulernen als das Böse und führt dazu, dass wir stolz werden und in Wirklichkeit gegen Gott rebellieren.

 

Im Gegensatz dazu steht nun der Baum, dessen Frucht das Leben schenkt.

Jesus sagt von sich, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Der Baum des Lebens ist also er – nur Jesus kann als einziger die Frucht hervorbringen, die das Leben ist.

Damit wir Jesus als Weg, Wahrheit und Leben überhaupt erkennen können, brauchen wir den hl. Geist, der uns in alle Wahrheit führt.

Eva bekommt von Gott die Verheißung, dass ein Nachkomme von ihr der Schlange, die sie getäuscht hat, den Kopf zertreten wird, damit die Menschen eine Chance auf wirkliches Leben haben.

  1. h. Gott selbst hat in der Gestalt von Jesus einen neuen Samen gesät, aus dem die Frucht, die Leben hervorbringt, gedeihen wird.

Jesus ist der Same, den Gott einpflanzt, wenn wir aus dem Geist von neuem geboren werden.

Wir bekommen also durch unsere geistliche Wiedergeburt eine neue Abstammungslinie – die des Baumes des Lebens!

 

Der Kampf zwischen den beiden Abstammungslinien begann mit Kain und Abel und tobt weiterhin. Das „Irdische“ kämpft gegen das Geistliche, das Fleisch gegen alles, was aus dem Geist geboren ist. Kain hat versucht, Gott durch die Mühe und das Ergebnis seiner Arbeit zu beeindrucken und milde zu stimmen. Alle Nachkommen Kains, und das sind wir solange, bis wir Jesus in uns haben, denken immer noch, dass sie das Böse in ihnen durch das Gute, das sie tun, aufwiegen können. Abel wusste, dass zur Vergebung Blut fließen muss und schlachtete ein Tier als Opfergabe.

Dieses Opfer nahm Gott an, Kain wurde eifersüchtig und tötete Abel.

Mir hat Kain immer leidgetan, weil er sich doch so bemüht hatte! Ich habe lange nicht verstanden, warum Gott sein Opfer nicht annahm und Abels schon, der ein Tier getötet hat, was ich viel schlimmer fand!

Dann aber verstand ich: Es lag in der Natur des Opfers. Wir können nicht selbst für die Gerechtigkeit sorgen, die zum Leben führt – das kann nur Jesus – der Baum des Lebens. Also war Abels Opfer ein Hinweis auf Jesu Opfertod und das konnte Gott annehmen.

 

Interessanterweise ist es aber genau das Gesetz, das den Menschen hilft, ihr Leben halbwegs im Griff zu haben, wenn sie Jesus nicht kennen. Das Gesetz regelt das Zusammenleben, deshalb ist es total notwendig.

Ihr christlichen Eltern: Das heißt, dass ihr eure Kinder erziehen müsst, dass sie Regeln kennen lernen und sich danach halten lernen müssen – es ist für sie lebensnotwendig, damit sie gedeihen und aus ihnen was wird. Ihr könnt sie NICHT zu Christen erziehen, aber zu Menschen, die lebensfähig werden.

Wenn ihr das in Liebe macht, werden sie durch euch Gott kennenlernen und ihm nachfolgen wollen.

Alle Bemühungen, sich von moralischen Regeln zu lösen, endeten immer im Chaos bzw. suchen Leute, die als Kinder grenzenlos erzogen wurden, ganz strenge Hierarchien oder Gruppen mit strengen Aufnahmeregeln. In den Gesellschaften gibt es immer weniger moralische Werte und deshalb haben momentan auch alle diese totalitären Herrscher großen Zulauf! Das Gesetz ist in unserem Herzen, ob wir es wollen oder nicht.

 

Trotzdem erlöst uns das Einhalten des Gesetzes nicht, und das ist der Unterschied!

 

Das heißt also, dass wahres Christsein niemals sein kann, sich zu bemühen, alle Forderungen des Gesetzes zu erfüllen. Es ist auch nicht so, dass es um die einzig wahre Lehre geht. Es hat auch nichts damit zu tun, dass ein Christ das und das und das nicht tut, sagt, liest, anschaut usw. Es gibt Menschen, die erkannt haben, dass sie Jesus brauchen und haben ihn als Heiland angenommen. Doch dann fangen sie selber an, das Licht und die Finsternis in sich zu bekämpfen, was eigentlich die Aufgabe des Hl. Geistes ist. Es gibt Gemeinden, die sich so sehr um die wahre christliche Lehre bemühen, dass die Lehre in die Mitte rückt anstelle von Jesus.

Es gibt Denominationen, die die Bibel anbeten und nicht den Herrn der Bibel.

Wehe, du liest in einer Bibelübersetzung, die nicht nah am Urtext ist….

Dabei hat Luther bei der Übersetzung extra drauf geschaut, es so zu schreiben, dass er die Sprache von den Leuten auf der Straße genommen hat, damit sie auch verstehen, was sie lesen!!! Und jetzt ist sie für manche fast ein Fetisch geworden – nur das ist die wahre –Bibel…

Damit geht es wieder darum, dass sie es schaffen müssen, das Böse in sich zu  ändern oder das Richtige zu sagen oder zu denken und schon agieren sie im Geist des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse und diese Frucht bringt den Tod.

 

Es geht also um etwas ganz anderes:  Es geht um einen neuen Zustand!

Durch Jesus gehöre ich einer neuen Abstammungslinie an, weil ich weiß, dass ich ohne Jesus nicht das Leben haben kann und seinen stellvertretenden Opfertod akzeptiere. Es heißt, dass ich dadurch nun zum  Baum des Lebens gehöre.

Wenn ich diese Frucht esse, bekomme ich Leben und einen neuen Geist – den heiligen Geist!

Wenn ER im Mittelpunkt steht und ich ihn wirklich kennen lerne, und nicht nur Wissen über ihn anhäufe, dann verändert sich meine Persönlichkeit von innen heraus und nicht durch äußere Anstrengungen.  Ich passe mich nicht an einen christlichen Lebensstil an, sondern Christus nimmt in mir Gestalt an und dann tue ich bestimmte Dinge nicht mehr, weil es ganz einfach der Natur Jesu nicht entspricht.

In Joh. 3, 6 steht: „ Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“

Nur der Geist Gottes kann Christus hervorbringen, menschliche Anstrengungen können nur „Fleisch“ hervorbringen. Es kommt also darauf an, was mich antreibt.

 

Paulus schreibt im Galaterbrief 5, 22: Wenn dagegen der H. G. unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Nichts davon steht im Widerspruch zum Gesetz

Können also Menschen, die Jesus ihr Leben anvertraut haben trotzdem noch vom Baum der Erkenntnis essen? Ja natürlich, nur haben wir jetzt die andere Linie auch zur Verfügung, was Menschen, die Jesus ablehnen nicht haben.

Der Kampf unseres „Fleisches“ gegen den Geist gehört zu unserem Leben.

Aber je mehr wir Jesus in uns Raum geben, desto geheiligter wird unser Leben und wir bringen die Frucht hervor, die bleibt.

 

Ist es schlecht, nach dem Gesetz zu handeln? Jesus sagt, dass kein Buchstabe des Gesetzes aufgehoben ist, aber dass ER die Forderungen des Gesetzes erfüllt hat.

Es ist komplett richtig, nach dem Gesetz zu handeln, wenn wir es mit Hilfe seines Geistes tun!  Und dann heißt es so:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben 
von ganzem Herzen,
 von ganzer Seele, von allen Kräften
und von ganzem Gemüt,
 und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“(Lukas 10,26-27)

 

Meist lernen wir das in Lebenskrisen.

Ich möchte euch zum Abschluss dazu jetzt etwas aus meinem Leben erzählen, damit ihr wisst, wie das praktisch ausschauen kann.

Selbstannahme als junge Frau, Verletzungen durch sich nicht attraktiv genug fühlen unter Gleichaltrigen; Liebeskummer … Christian … Festlegung: Werde mich nie wieder verlieben können.

Rami umwirbt mich, ich bin nicht verliebt, aber wenn Gott das will…  Komplett verkehrtes Bild von Gott, gespeist durch meine Vergangenheit, die nicht bereinigt war! Wir gehen ins Bett miteinander, schlechtes Gewissen, weil das darf man als Christ nicht. Hochzeit ist die logische Folge, damit es wieder so ist, wie Gott das will.

Je näher der Termin rückt, desto schlechter geht es mir – ich habe das Gefühl, mein Leben endet damit. Hochzeit wird abgesagt.

 

Eine Zeit später kommt mir beim Bibellesen das Wort Gnade unter und ich komme drauf, dass ich nicht weiß, was das Wort wirklich bedeutet. Ich frage Gott und bekomme prompt die Antwort. Gott zeigt mir nämlich auf, dass ich überhaupt nicht so ein guter Mensch bin, obwohl ich doch immer alles richtig machen wollte. Trotzdem nahm er mich an – und das ist Gnade. Es war, als ob ein Schleier weggezogen wurde.

Ich bekam die richtige Sicht über meine Person. Nämlich dass alles krampfhafte Richtigmachenwollen und brav sein mich in Gottes Augen zu keinem besseren Menschen machte. Die Forderung des Baumes der Erkenntnis war: Du musst heiraten, dann ist euer Miteinanderschlafen legitim, obwohl ich diesen Mann nicht liebte.

Gottes Gnade im Baum des Lebens war: Ich vergebe dir, dass du nicht nach meinen Regeln gehandelt hast. Mach es das nächste Mal anders.

Und übrigens: Ich habe einen Mann für dich, denn du lieben wirst.

 

SO ist Gott! Er liebt uns, er liebt es, uns mit Leben zu beschenken, seine Wege sind nicht unsere Wege und seine Gedanken sind so viel höher als unsere Gedanken.

Wenn du also in einer schwierigen Situation bist, geh zum Baum des Lebens – Jesus – und frage ihn um Rat und nicht zum Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Stell dir die Frage: Was führt zum Leben? Was führt z. B. in einer schwierigen Beziehung zum Leben? Nämlich auf Dauer.

Bitte um Liebe und warte auf Antwort! Das ist das Geheimnis – warten können.

Eines kann ich dir aber versprechen: Du bekommst Antwort. Und unser Herr ist so viel barmherziger als du denkst! Er ist die Liebe in Reinkultur und hat das Leben in Fülle .