Ein kurzer Witz zum Einstieg:

Eva sagt zu Adam: Ich hab nichts anzuziehen…

 

Vermutlich war Eva die einzige Frau, die mit dieser Behauptung Recht hatte.

Frauen legen sehr viel Wert auf Kleidung und das ist gut so.

Sie ziehen sich gerne schön an und versuchen die passende Kleidung für jeden Anlass zu finden.

 

Männer und Frauen sind gleichermaßen als Ebenbild Gottes geschaffen, allerdings spiegeln sie unterschiedliche Seiten Gottes wieder. Während wir an Männern vorwiegend Gottes Stärke sehen können, machen Frauen (nicht nur, aber vor allem) die Schönheit Gottes sichtbar.

Auch wenn das manche gar nicht von sich selber denken, lasst es mich als Mann einmal aussprechen: Ihr Frauen seid schön, jede Einzelne!

 

Vor kurzem, bei der Foursquare Europa Konferenz, beschlossen alle Österreicherinnen zur Begrüßung ein Dirndl anzuziehen, weil wir ja dieses Jahr Gastgeber waren. Das war ein Augenschmaus für Alle und wurde sehr freudig aufgenommen. Auch wenn es vielleicht nur eine „kleine Geste“ trug sie doch wesentlich dazu bei, dass sich alle sehr wohl gefühlt haben. Ich wage sogar zu behaupten, dass dieses „schön machen“ die Konferenz auch geistlich geprägt hat.

 

Kleidung ist weit mehr als ein Mittel, damit wir nicht nackt herumlaufen müssen und uns nicht friert, wenn es kalt ist.

Wie sich jemand kleidet, sagt viel über diesen Menschen aus. Ob sich jemand beispielsweise sehr schlicht, betont sportlich oder auch extravagant kleidet. Die Kleidung spiegelt nicht immer, aber oftmals die Seele eines Menschen wieder.

Und auch die Umwelt reagiert auf unterschiedliche Kleidung.

Bsp.: Schlecht gekleideter Millionär muss im Autohaus auf die Bedienung warten.

 

 

Tatjana will sich heute taufen lassen, aber was hat das mit der Kleidung zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick sieht.

Bei der Taufe passieren ja sehr viele geistliche Dinge:

Sie ist ein öffentliches Bekenntnis vor der sichtbaren, aber auch vor der unsichtbaren Welt, dass Tatjana Jesus nachfolgt.

Bei der Taufe wird unser Gewissen reingewaschen, wie wir es im 1.Petrusbrief lesen können.

In der Taufe wird symbolisch die alte Tatjana ersäuft und im Glauben kommt es zur Auferstehung der neuen Tatjana, die ein neues, gutes, liebendes Herz von Gott geschenkt bekommen hat.

 

Ich möchte aber heute über einen Aspekt der Taufe sprechen, den wir im Galaterbrief lesen:

Gal 3,26-29

26 Ihr alle seid jetzt mündige Söhne und Töchter Gottes – durch den Glauben und weil ihr in engster Gemeinschaft mit Jesus Christus verbunden seid.

27 Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand.

28 Es hat darum auch nichts mehr zu sagen, ob ein Mensch Jude ist oder Nichtjude, ob im Sklavenstand oder frei, ob Mann oder Frau. Durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zu einem Menschen geworden.

 

 

Spannend! In der Taufe bekommst du Tatjana ein neues Kleidungsstück, dass du von nun an tragen wirst: Christus.

Was bedeutet das?

 

Die Kleidung ist in der Regel das erste, das man von einem Menschen sieht. Anhand der Kleidung kann man gewisse Schlüsse ziehen: Mann oder Frau, gut oder schlecht gekleidet, arm oder reich, arbeitet gerade, oder geht einem Hobby nach (z.B.: Sportkleidung…)

 

Dieser erste Eindruck ist oft sehr entscheidend, ob ich jemandem vertraue und/oder sympathisch finde, oder eben nicht. Deshalb legen Menschen, die Kundenkontakt haben meist Wert auf gute Kleidung. Bsp.: Bankangestellter.

 

Wenn du Tatjana, jetzt in der Taufe Christus, wie ein Gewandt anziehst, bedeutet das, dass alle, die dich sehen, als erstes Christus an- oder besser gesagt in dir sehen. Und das ist sehr gut so.

Was genau sieht man da? Die Freundlichkeit mit der Jesus Menschen begegnet ist. Das dienende Herz. Die Geistesgaben, die zum Einsatz kommen. Und nicht zuletzt: Die Liebe des Vaters im Himmel.

 

Aber nicht nur Menschen sehen dein Christusgewand. Gott selbst sieht dich durch seinen Sohn an. Schon im AT lesen wir beim Propheten Jes 61,10: Ich freue mich über den HERRN und juble laut über meinen Gott! Denn er hat mir seine Rettung und Hilfe geschenkt. Er hat mich mit Gerechtigkeit bekleidet wie mit einem schützenden Mantel. Nun stehe ich da wie ein Bräutigam mit festlichem Turban, wie eine Braut im Hochzeitsschmuck.

 

Wenn Gott dich ansieht, sieht er keine Sünderin mehr, auch wenn du, so wie wir alle noch nicht vollkommen bist. Wenn er dich ansieht, sieht er als allererstes Christus in dir. Er sieht einen Menschen, der durch das, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, gerecht gemacht worden ist. Du bist eine Heilige in Jesus.

 

 

Es heißt ja: Kleider machen Leute.

Es gibt die Geschichte eines arbeitslosen armen Schneiders, dessen ganzer Besitz ein selbstgeschneiderter Frack ist. Als er ihn anzieht wird er von allen Menschen freundlich gegrüßt und im Gasthaus bestens bewirtet, weil ihn die Menschen für einen Grafen halten.

 

Kleider alleine machen noch nicht automatisch einen anderen Menschen aus mir.

Nur weil ich mich wie ein reicher Geschäftsmann anziehe, werde ich noch keiner. Keine Frau wird eine Braut, indem sie sich ein Brautkleid anzieht und eine Turnhose macht noch keinen Sportler aus mir. Trotzdem: Wenn ich meine Laufhose anziehe, dann nicht, weil sie besonders bequem ist, sondern weil ich laufen gehe. Wenn ich den Blaumann überstreife, dann weil ich etwas zu arbeiten habe.

 

Wie wir uns kleiden, hat sehr viel mit unserem Leben zu tun. Wenn ich auf einen Ball gehe, ziehe ich natürlich einen Anzug an, zu Hause zum Fernsehen auch, aber dann eher einen Jogginganzug. 😊

 

Wenn du Christus heute in der Taufe anziehst, hat das auch sehr viel mit deinem alltäglichen Leben zu tun. Anders als es bei normaler Kleidung ist, behältst du dein „Christuskleid“ an. Tag und Nacht, 7 Tage die Woche. Nicht nur am Sonntag zum Gottesdienst. Dieses Christuskleid ist deine zweite Haut. Es ist ein Teil von dir.

Christus ist jetzt deine Identität.

 

Dieses „Christus angezogen haben“ hat noch größere Konsequenzen, als es auf den ersten Blick scheint.

Paulus führt, in dem Bibelabschnitt, den wir vorhin gelesen haben, zwei konkrete Punkte auf:

Wir werden Eins in Christus. Alle Unterschiede, die für eine Trennung gesorgt haben, werden ausgeglichen.

V 28 Es hat darum auch nichts mehr zu sagen, ob ein Mensch Jude ist oder Nichtjude, ob im Sklavenstand oder frei, ob Mann oder Frau. Durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zu einem Menschen geworden.

 

Das heißt jetzt nicht, dass es keine Unterschiede mehr gibt. So wie es die radikale Gender Ideologie fordert. Weil nach ihrer Sicht das Geschlecht eines Menschen nur anerzogen ist, sollte es frei wählbar sein. Das meint dieser Text nicht. Es gibt nach wie vor einen Unterschied zwischen Mann und Frau und der ist gut so. Aber dieser Unterschied drückt sich nicht im Wert eines Geschlechts aus. Frauen sind in Christus genauso wertvoll, wie Männer und umgekehrt. Gleichen Lohn für gleiche Arbeit ist eine absolut berechtigte Forderung der Gender Bewegung.

Wenn wir in Christus Eins gemacht werden, hat das nichts mit Gleichmacherei zu tun, sondern damit, dass jeder in seiner Art, als Frau oder Mann, als Jude oder Nichtjude, als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, als Österreicher oder Asylwerber usw. genauso kostbar ist wie alle anderen.

Wir alle haben den selben Vater im Himmel und sind daher Geschwister. Deshalb behandeln wir niemanden herablassend und umgekehrt können wir auch erhobenen Hauptes allen Menschen begegnen. Weil wir unseren Wert in Christus haben.

 

Die zweite große und schöne Auswirkung, die es mit sich bringt, wenn wir Christus angezogen haben beschreibt Paulus in V 29:

Wenn ihr aber zu Christus gehört, seid ihr auch Abrahams Nachkommen und bekommt das Erbe, das Gott Abraham versprochen hat.

 

Wir sind also Erben dessen, was Gott Abraham versprochen hat. Gemeint ist da konkret jetzt nicht das Land Israel. Das ist da Erbe des irdischen Volkes Israel. Ein sehr umkämpftes Erbe, aber das ist eine andere Geschichte.

Was wir erben dürfen, ist der Segen Abrahams und das himmlische Jerusalem. Eine Stadt, die so schön ist, dass es mit menschlichen Worten kaum zu beschreiben ist. Es ist die Stadt, in der Gott selbst wohnt, die durchdrungen ist von seiner heilenden Gegenwart und Liebe und in der das Leben buchstäblich überfließt. Ganz am Ende der Bibel wird diese Stadt ausführlich beschrieben.

 

Der Segen Abrahams ist aber nicht erst im Himmel erlebbar, sondern bereits jetzt. Jetzt, wenn wir Christus angezogen haben und unser Leben mit ihm leben, merken wir, wie er unser Leben begleitet und alle Dinge zum Besten werden lässt.

 

Ich wünsche dir Tatjana, dass du diesen Segen Gottes jeden Tag erleben kannst und deine Taufe als Tag des Segens in Erinnerung bleibt.