„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“

Jesus benutzte eine sehr bildhafte Sprache um seinen Zuhörern die Dinge zu vermitteln, die ihm wichtig waren. Aber nicht nur er, auch die AT Propheten griffen auf teilweise recht drastische Bilder zurück um ihre Botschaft zu „visualisieren“.

Aber das „Bilderbuch“ schlechthin, der Bibel ist gleichzeitig auch das letzte Buch in der HS: Die Offenbarung.

 

Für viele Bibelleser ist die Off ein „Buch mit 7 Siegeln“, ein Buch, das von manchen geliebt, von anderen wieder gemieden wird und wieder andere lesen die unterschiedlichsten Dinge heraus. Über kein anderes biblisches Buch gibt es so viele, sich teilweise stark widersprechende Auslegungen und gleichzeitig ist es ein Buch, dass durch die Jahrhunderte all denen Trost, Ermutigung und Hilfe war, die in herausfordernden Zeiten lebten.

 

Wir werden uns in den nächsten Wochen mit der Offenbarung befassen und ich bin schon darauf gespannt, „was der Geist uns als Gemeinde sagt“.

 

 

Vorweg möchte ich drei Dinge klarstellen, was ich mit dieser Predigtreihe NICHT bezwecke:

  1. Ich werde keinen Endzeitfahrplan erstellen und auch keinen der etwa 15.723 bestehenden Endzeitfahrpläne weitergeben.
    Nach meiner Überzeugung ist gerade nicht die Absicht der HS uns so einen Fahrplan weiter zu geben. Ganz im Gegenteil. Als Jesus über die letzten Tage zu seinen Jüngern sprach und sie ihn fragten, wann genau das alles passieren wird, sagte er: Mt 24,36: Niemand kennt den Tag oder die Stunde, in der diese Dinge geschehen werden, nicht einmal die Engel im Himmel, und auch nicht der Sohn. Nur der Vater weiß es.
  2. Ich werde auch keine detaillierten Auslegungen darüber liefern, was die einzelnen Bilder ganz genau bedeuten: „Die zwei Zeugen sind…, Die Frau in Kap 12 bedeutet…, Das Zeichen an der Stirn ist diese oder jene Technologie…“
    Auch da gab und gibt es immer wieder die interessantesten, die wildesten und auch die verrücktesten Deutungen, was all diese Bilder jetzt genau sind.
    Manches von diesen Deutungen hatte vielleicht sogar zu einer bestimmten Zeit eine Entsprechung, aber ich denke, dass diese Bilder jede Generation für sich neu interpretieren muss und es dabei gut ist, dass wir auf das Reden des Heiligen Geistes angewiesen bleiben. Er ist es, der uns den Sinn der Schrift offenbart.
  3. Die Off ist keine Gruselgeschichte, die uns Angst vor den Dingen, die kommen werden, machen will, sondern sie war und ist durch die Geschichte bis heute ein Trost und eine Ermutigung für alle Kinder Gottes, die in schwierigen Zeiten lebten. Ihre Botschaft ist nicht: Die Zeiten werden immer schlechter, sondern: wenn die Zeiten schlechter werden, gibt es dennoch eine starke und berechtigte Hoffnung für alle, die JC vertrauen. Umso größer die Dunkelheit, desto heller strahlt das Licht.
    Wir brauchen uns daher nicht zu fürchten, unser Gott wird am Ende der Zeit als Sieger dastehen und wir werden mit ihm an seiner Seite feiern.

 

 

Wir leben heute in einer sich verändernden Zeit, wieder einmal. Nach Jahren des Aufschwungs, des immer größer werdenden Wohlstandes bei uns im Westen, nach der längsten Friedensperiode, die Europa seit Menschengedenken erlebt hat, spüren wir, dass wir an einem Zenit angelangt sind.

Menschen aus ärmeren Gegenden der Welt riskieren Kopf und Kragen um nach Europa zu gelangen. Eine Art Völkerwanderung hat eingesetzt.

Dass die Wenigsten von ihnen tatsächlich ihre Träume umsetzen werden können, steht auf einem anderen Blatt.

 

Werte verschieben sich. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat es einen radikalen Umbruch gegeben, was unsere Sexualmoral angeht.

 

Und auch das rein rational, naturwissenschaftliche Denken hat ihre Zeit gehabt. Viele Menschen spüren, dass es mehr geben muss, als das, was ich mit naturwissenschaftlichen Methoden nachweisen kann. Eine neue Offenheit für geistliche Dinge entsteht. Über Gott und Glaube zu reden ist kein Tabuthema mehr und beschränkt sich nicht mehr auf verstaubte Kirchenkreise.

 

Wenn andere Zeiten kommen, dann bringt das jede Menge Gefahren, Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Die Frage für uns lautet jetzt: Wie können wir uns auf diese anderen Zeiten bestmöglich vorbereiten? Inwiefern hilft uns die Bibel ganz allgemein, oder die Offenbarung ganz speziell da weiter?

 

Die Offenbarung hilft uns, unseren Blick auf das zu richten, was über alle Wirren hinweg bleibt. Wie ich letzten Sonntag gesagt habe: Wenn wir unseren Blick auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens richten, dann werden wir das gute Ziel erreichen.

 

In manchen Bibelübersetzungen steht als Titel des letzten Buches der Bibel: „Die Offenbarung des Johannes“. Das stimmt insofern, als Johannes – und fast alle Ausleger sind sich einig, dass es sich dabei um den Jünger Johannes, den Sohn des Zebedäus handelt – diese Offenbarung aufgeschrieben hat. Die Bezeichnung „Offenbarung des Johannes“ stimmt insofern aber auch nicht, weil es nicht Johannes ist, der sich in diesem Buch offenbart, sondern Jesus. So beginnt auch dieses Buch mit den Worten: Dies ist die Offenbarung Jesu Christi.

Er ist vom Anfang bis zum Ende die zentrale Figur der Off.

 

Die Offenbarung ist wie gesagt ein Bilderbuch. Ein gutes Bild will betrachtet werden. Natürlich kann ich ein Bild auch im Vorbeigehen ansehen, wie ein Werbeplakat am Straßenrand, das ich nicht beachte, aber dessen Botschaft trotzdem einen Weg in mein Unterbewusstsein findet. Aber die Bilder der Off sind es wert genau angeschaut, betrachtet ja, sogar studiert zu werden. Es ist gut, wenn ich diese Bilder auf mich wirken lasse, so wie man sich vielleicht in einer großen Galerie vor einem echten Picasso oder Monet hinsetzt und immer neues darin entdeckt.

 

Die Off ist gleichzeitig ein sehr spannendes Buch. Das häufigste Wort, das darin vorkommt ist „und“. Mehr als 10% der Worte der Off!

Das ist so wie mit den Fernsehserien, wo am Ende noch etwas ganz Spannendes passiert und man die nächste Folge unbedingt sehen muss, weil man ja wissen will, wie es weitergeht.

 

Das große Thema der Off heißt „Anbetung“. Es geht um die Frage wen beten die Menschen an und wer ist es wert angebetet zu werden?

 

Dass dieses Thema Anbetung so zentral ist, hängt natürlich auch mit der Zeit zusammen, in der die Off geschrieben wurde: Zur Regierungszeit des Kaisers Domitian (81-96). Damals erreichte der Kaiserkult einen Höhepunkt. Ab der Jahr 86 ließ sich Domitian amtlich „Gott der Herr“ nennen, sein Palast galt als Heiligtum, sein Thron als Göttersitz.

Alle, die ihn nicht als Gott anerkannten und ihn nicht anbeteten, wurden brutal verfolgt und meist grausam hingerichtet.

Ähnlich wie es der IS heute mit allen „Ungläubigen“ tut.

Die Christen wurden in den ersten Jahrhunderten immer wieder verfolgt, aber unter Domitian war es besonders schlimm.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen breitete sich das junge Christentum rasant aus. Es gibt Belege, dass das Evangelium bis in regierende Kreise und sogar in die Kaiserliche Familie vordrang.

 

Domitian nahm übrigens kein gutes Ende: Er wurde im Sep 96 im Auftrag seiner Ehefrau von einem Sklaven im Schlafgemach ermordet. Kaum jemand trauerte um ihn. „Der Senat in Rom beschloss die feierliche Verfluchung seines Andenkens, die Entfernung seines Namens aus allen Ehrenschriften und die Zerstörung seiner Bildsäulen und Altäre.“ (Wuppertaler Studienbibel; Off 1. Teil; S. 23)

 

Die Römischen Kaiser sind Geschichte, selbst Hitler, um den es auch einen gewissen Kult gab, konnte Gott sei Dank sein Ziel nicht erreichen.

Selbst wenn in manchen Ländern immer wieder Diktatoren auftreten, die sich religiös verehren lassen, kennen wir hier in Österreich derzeit dieses Problem nicht.

 

Trotzdem ist das Thema Anbetung für uns heute genauso relevant:

Alle Menschen beten irgendetwas, oder irgendjemanden an. Selbst wenn manche Menschen von sich behaupten Atheisten oder Agnostiker zu sein. Anbetung hat noch nichts mit einer Religions- oder Kirchenzugehörigkeit zu tun.

Das was in meinem Leben das Wichtigste ist, bete ich an. Das kann der Job, die Gesundheit, der Sport, das Haus, die Familie, das Geld, der Erfolg, oder auch Jesus sein. Wir sehen schon: Auch ohne Domitian oder Hitler hat Jesus da große und weitreichende Konkurrenz.

 

Stell dich dieser Frage ganz ehrlich: Was ist für mich das Allerwichtigste im Leben? Was ist das, wo ich meine Zeit, meine Kraft, meine Gedanken und nicht zuletzt auch mein Geld investiere?

 

„Wenn ich eine Kuh in eine Garage stelle, wird sie noch kein Traktor“, und nur, weil du in einen freikirchlichen Gottesdienst besuchst, heißt das noch nicht, dass Jesus wirklich für dich an erster Stelle steht.

Wie gesagt, das ist eine Frage, die du für dich selber beantworten musst. Wenn Jesus davon spricht, dass der Vater Anbeter sucht, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, dann meint er unter anderem damit Menschen, denen der Vater, der Sohn und der HG konkurrenzlos wichtig sind.

Es geht dabei überhaupt nicht darum „perfekt“ zu sein. Wir alle sind nur Menschen. Aber wir Christen sind Menschen, die von Gott ein neues, lebendiges, gutes Herz bekommen haben, ein Herz, das in der Lage ist ihn zu erkennen, seine Stimme zu hören und im Gehorsam und in der Liebe zu Jesus zu leben.

Dieses neue Herz unterscheidet uns grundlegend von allen anderen Menschen, die Gott noch nicht kennen.

 

Solchen Anbetern ist es nicht egal, welche Zeiten auf sie zukommen, aber sie lassen sich nicht von äußeren Umständen aus der Bahn werfen, sie bleiben auf Jesus hin ausgerichtet, egal wie schwierig und herausfordernd die kommenden Zeiten auch sein mögen. Wir wissen, nichts und niemand kann uns aus seiner liebenden Hand reißen, wir sind bei ihm geborgen.

 

Beim ersten „Kingdom Come“ haben wir ein Lied gelernt in dem es heißt:

Du kannst alles haben, Herr, jeden Teil meiner Welt.

Nimm dieses Leben und hauch dieses Herz an, es gehört jetzt dir.

Oh, die Freude, die ich fand, als ich meine Kronen vor dir niederlegte.

Zu Füßen des Königs, der alles niedergelegt hat.

Oh, der Friede, der kommt, wenn ich zerbrochen und erledigt bin.

Durch deine unerschöpfliche Gnade kann ich meine Stimme erheben und sagen:

Du kannst alles haben, Herr, jeden Teil meiner Welt.

Nimm dieses Leben und hauch dieses Herz an, es gehört jetzt dir.

Es gibt keine größere Berufung, als dir alles von mir zu geben.

Ich lege alles hin. Ich lege alles hin.

Es gibt keine größere Liebe, keinen größeren Namen.

Ich lege alles hin. Ich lege alles hin.