Zwei Männer müssen ein Klavier in den 12. Stock tragen. Da sagt der eine zu dem anderen: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute ist, dass wir schon im 7. Stock sind. Und die schlechte: wir sind im falschen Haus!“

 

Die Zahl 7 begegnet uns häufig, bei Peter Maffay, in Märchen und natürlich in der Bibel, ganz besonders in der Offenbarung.

Wir haben letzte Woche mit einer Einführung begonnen.

 

Ich habe heute vor, auf eine etwas andere Art zu predigen: Wie ihr sicher noch wisst, ist die Offenbarung ein „Bilderbuch“. Deshalb wollen wir heute das Bild, das uns im ersten Kapitel beschrieben wird, genauer betrachten.

Ich werde mit einem Überblick beginnen und euch ein paar Hintergrundinformationen zum Text geben.

Dann werden wir das erste Kapitel der Off einfach nur gemeinsam lesen und diesen Text auf uns wirken lassen. Versucht euch das, was wir lesen, in eurem Kopf vorzustellen. Als wir uns vor vielen Jahren im Hauskreis mit diesem Text beschäftigt hatten, hat jeder anschließend versucht, das Gelesene zu zeichnen. Wenn du möchtest, kannst du das auch zu Hause machen. Dabei geht es natürlich nicht darum ein Kunstwerk zu kreieren, sondern darum, dass dieses Bild, dir eine Hilfe sein kann, Jesus besser vor Augen zu haben.

 

Nach dieser „Textbetrachtung“ möchte ich zum Abschluss nur ein paar kurze Denkanstöße zum Dranbleiben weitergeben.

 

 

Die Off beginnt mit den Worten: Dies ist eine Offenbarung von (über) Jesus Christus.

Damit ist schon etwas ganz Entscheidendes gesagt: Es geht in erster Linie um Jesus, um niemand sonst. Natürlich kommen auch Engel, gute und schlechte Menschen, Dämonen, Tod und Teufel in der Offenbarung vor, aber Jesus ist und bleibt die zentrale Figur um die sich alles dreht. In der Offenbarung, genauso wie auch in der Weltgeschichte.

Die Off ist für uns ein Spiegel, anhand dessen wir das Geschehen in der Welt verstehen und beurteilen können.

 

Das ganze erste Kapitel, das wir dann lesen werden, dreht sich sehr ausführlich um ihn.

 

Johannes beschreibt ihn so, wie er ihn bei seiner Vision gesehen hat.

In der Off beschreibt Johannes Jesus ziemlich anders, als er ihn in seinem Evangelium beschreibt und trotzdem ist völlig klar, dass es genau derselbe Jesus ist, an dessen Brust er gelegen hat, als Jesus noch als Mensch auf dieser Erde war.

In den Evangelien lesen wir von einem sehr innigen, nahen freundschaftlichen Verhältnis, das Johannes mit Jesus hatte. Johannes bezeichnet sich als „Jünger, den Jesus sehr liebte“. (Joh 19,26)

 

Hier in der Offenbarung fällt Johannes wie tot vor die Füße Jesu (1,17), vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie ehrfurchteinflößend diese Erscheinung gewesen sein muss. Johannes erging es gleich wie Hesekiel, Jesaja, oder anderen AT Propheten, die angesichts der Herrlichkeit, Schönheit, Reinheit und vor allem Heiligkeit Gottes nicht mehr auf den Beiden bleiben konnten. Im AT, wie im NT gibt es Belege, wo Menschen diese Begegnung nicht überlebten. Gott ist so rein, dass sündige Menschen seine Gegenwart nicht aushalten.

Wenn es in der Bibel heißt, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, damit wir wieder Zugang zum Vater im Himmel haben, dann bedeutet das nicht, dass Gott jetzt in seiner Großmut über unsere Sünden hinwegsieht, sondern, dass Jesus uns reingemacht hat und uns ein neues Herz gegeben hat, das vor der Heiligkeit Gottes nicht mehr davonlaufen muss.

 

Dieser Auferstandene Jesus, den Johannes hier sieht und der Heilige Gott sind Eins! Es ist dieser Jesus, der am Ende der Zeiten, für alle sichtbar kommen wird. Vor ihm müssen sich einmal alle Knie beugen, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde. Er wird hier als Herr aller Herrn beschrieben.

 

All denen, die diese Worte lesen und sich danach richten wird Segen verheißen.

Gottes Segen ist ja weit mehr, als gut gemeinte Wünsche. Wer von Gott gesegnet wird, der ist reich, im umfassendsten Sinne des Wortes, das gilt sogar im materiellen Sinn.

Bsp.: Abraham.

Willst du von Gott gesegnet werden? Lies die Off und setze das, was du erkannt hast, in deinem Leben um.

 

Adressat der Off ist nicht die Welt, sondern die Gemeinde Jesu. Deshalb bin ich sehr zurückhaltend, die Botschaft der Off an Menschen weiter zu geben, die Jesus noch nicht kennen.

Bsp.: Die Off als evangelistisches Theaterstück

Als ganz konkrete Adressaten werden 7 Gemeinden genannt.

Alle diese 7 Gemeinden befinden sich in der Westtürkei, in einem Umkreis von ca. 225km. Ein Gebiet in etwa der Fläche von OÖ + NÖ, also einem sehr kleinen Bruchteil des römischen Reiches, das sich über den gesamten Mittelmeerraum erstreckte.

 

Alle diese 7 Gemeinden lagen in der Provinz „Asien“, welche als gebildetste und edelste unter allen römischen Provinzen galt. Sie war eine Hochburg des „Hellenismus“. Ziel des Hellenismus war es, dass Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zu einer neuen Einheit zusammenwachsen. Ähnlich wie das Ursprüngliche Ziel der EU. Wir sollen uns nicht mehr als Deutsche, Franzose, Briten oder Österreicher fühlen, sondern als Europäer. Das geht aber nur auf Kosten von kulturellen, sprachlichen, politischen, sozialen und nicht zuletzt religiösen Eigenarten der jeweiligen Volksgruppen.

Beim Hellenismus sollte die ganze Menschheit ein Volk werden. Dann, so die Hoffnung dahinter, würden wir einander nicht mehr bekriegen müssen.

Eine Zeitlang gelang dies im „Pax Romana“. Dass das Christentum später Staatsreligion wurde, hat sicherlich dazu beigetragen.

Dass dieses Christentum aber nicht das war, was Jesus wollte, ist eine andere Geschichte.

 

Es gab in der Provinz Asien übrigens noch mehr Gemeinden, die 7 ist wie eingangs erwähnt eine besondere Zahl:

Übrigens nicht nur in der Bibel, auch darüber hinaus hat diese Zahl einen besonderen Stellenwert, in anderen Kulturen, ja sogar in der Mathematik.

Aus der Bibel wissen wir, dass Gott die Erde in 7 Tagen erschaffen hat uns sich von daher unsere 7 Tageswoche ableitet.

Ein AT Priester musste 7mal das Blut eines geopferten Tieres gegen den Vorhang des Allerheiligsten sprengen. (3. Mo 4,6)

Jesus sagte, wir sollen einander 7x70mal vergeben (Mt 18,22)

Die 7 drückt ein abgeschlossenes, erfülltes Ganzes aus. 6 ist die Zahl des Menschen (666). 7 ist die Zahl Gottes.

 

Wenn hier von 7 Gemeinden die Rede ist, dann dürfen wir sie stellvertretend für alle Gemeinden zu allen Zeiten sehen.

 

Das erste, das Johannes bei seiner Vision sieht, sind 7 goldene Leuchter. Diese Leuchter stehen, wie Jesus selber dann erklärt für die 7 Gemeinden. Inmitten dieser Leuchter steht Jesus. Was sehen Menschen als erstes, wenn sie nach Jesus suchen? Im Normalfall eine Gemeinde.

Natürlich können sie Jesus auch in der Natur, in der Bibel oder im Traum begegnen, aber meist findet der erste Kontakt mit Jesus durch eine lebendige Gemeinde statt. Nicht das Gebäude, oder die Institution, nicht ein Gottesdienst, oder sonst eine Veranstaltung, sondern das, was eine Gemeinde wirklich ist: Menschen, die Jesus kennen und ihm folgen. Von daher ist es ganz natürlich, dass wenn Menschen Jesus suchen, sie als erstes auf eine Gemeinde stoßen.

 

Jesus stellt sich als der Erste und der Letzte (Alpha und Omega) vor und als der, der tot war, aber in Ewigkeit lebendig ist. Als der, der die Schlüssel des Todes und des Totenreiches (wörtl.: Hades) in seiner Hand hält. Deshalb brauchen wir als Christen den Tod nicht mehr zu fürchten. Wenn wir sterben, sind wir ganz bei ihm, am Ziel unseres Glaubens. Natürlich dürfen und sollen wir unser Leben hier auf dieser Erde voll Freude und Zuversicht leben, uns am irdischen Dasein erfreuen, aber das Beste kommt erst im nächsten Leben. Durch Jesus haben wir diese berechtigte Hoffnung.

 

In seiner Hand hält Jesus 7 Sterne, das war ein Bild, dass römischen Bürgern zu jener Zeit vertraut war. Auf Münzen wurde nämlich der Kaiser dargestellt, der 7 Sterne in der Hand hält, als Symbol dafür, dass er der Weltherrscher war. Die Sterne wurden als Götter gesehen, die unser Leben und Schicksal bestimmen und wer die in der Hand hat, der hat alle Macht. Diese 7 Sterne waren übrigens entweder: Sonne, Mond, und die damals bekannten „Wandelsterne“ (Planeten), oder ein Siebengestirn wie der große Bär.

Jesus sagt, dass die 7 Sterne in seiner Hand, die Engel der 7 Gemeinden sind. Was müssen wir uns darunter vorstellen? Gut möglich, dass Gott für jede Gemeinde einen eigenen Engel bereitstellt.

Es kann aber auch etwas anders bedeuten: Das griechische Wort „Angelos“ bedeutet schlicht und einfach nur Bote. In Lk 7 schickt Joh d.T. Boten zu Jesus, die ebenfalls als „Angelos“ bezeichnet werden. Also können damit auch die Boten, die diese Offenbarung Jesu zu den Gemeinden brachten, gemeint sein. Für sie war es gut zu wissen, dass sie fest in der Hand Jesu sind.

 

Eine letzte Vorbemerkung:

Die ganze strahlende Erscheinung: Goldener Gürtel, leuchtende Augen, schneeweißes Haar, Füße, wie glühendes Erz, das Gesicht leuchtend wie die Sonne… All das spiegelt eben die Reinheit, Schönheit und Heiligkeit Gottes wieder.

Das scharfe, zweischneidige Schwert, das aus seinem Mund kommt bedeutet, dass er das letzte, alles entscheidende Wort hat. Er ist die oberste Instanz, gegen sein Wort kann nicht mehr berufen werden. Sein Wort entscheidet über Leben und Tod.

 

 

Off1 (GN)

1 In diesem Buch ist die Offenbarung aufgeschrieben, die Jesus Christus von Gott empfangen hat, damit er denen, die ihm dienen, zeigt, was sich in Kürze ereignen muss. Jesus Christus sandte seinen Engel zu seinem Diener Johannes und machte ihm dies alles bekannt.

2 Johannes bezeugt hier die Botschaft, die von Gott kommt und für die Jesus Christus als Zeuge einsteht: alles, was er gesehen hat.

3 Freuen darf sich, wer die prophetischen Worte in diesem Buch anderen vorliest, und freuen dürfen sich alle, die sie hören und beherzigen; denn die Zeit ist nahe, dass alles hier Angekündigte eintrifft.

 

4 Johannes schreibt an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien. Gnade und Frieden sei mit euch von Gott – von ihm, der ist und der war und der kommt – und von den sieben Geistern vor seinem Thron 5 und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, der als erster von allen Toten zu neuem Leben geboren worden ist und über die Könige der Erde herrscht. Ihm, der uns liebt, ihm, der sein Blut für uns vergossen hat, um uns von unseren Sünden freizukaufen, 6 der uns zu Königen gemacht hat und zu Priestern, die seinem Gott und Vater dienen dürfen: Ihm gehört die Herrlichkeit und Macht für alle Ewigkeit! Amen.

 

7 Gebt Acht, er kommt mit den Wolken! Alle werden ihn sehen, auch die, die ihn durchbohrt haben. Alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen; das ist gewiss. Amen!

 

8 »Ich bin das A und das O – der ist und der war und der kommt, der Herrscher der ganzen Welt«, sagt Gott, der Herr.

 

9 Ich, Johannes, euer Bruder, teile mit euch die Bedrängnis und die Hoffnung auf Gottes neue Welt und die Standhaftigkeit, die Jesus uns schenkt. Ich wurde auf die Insel Patmos verbannt, weil ich die Botschaft Gottes verkündet habe, alles, wofür Jesus als Zeuge einsteht.

10 Am Tag des Herrn nahm der Geist Gottes von mir Besitz. Ich hörte hinter mir eine laute Stimme, die wie eine Posaune klang.

11 Sie sagte: »Schreib das, was du siehst, in ein Buch, und schicke es an die sieben Gemeinden in Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea!«

12 Ich wandte mich um und wollte sehen, wer zu mir sprach. Da erblickte ich sieben goldene Leuchter.

13 In ihrer Mitte stand jemand, der aussah wie der Sohn eines Menschen. Er trug ein langes Gewand und hatte ein breites goldenes Band um die Brust.

14 Sein Kopf und sein Haar strahlten wie weiße Wolle, ja wie Schnee. Seine Augen brannten wie Flammen.

15 Seine Füße glänzten wie gleißendes Gold, das im Schmelzofen glüht, und seine Stimme klang wie das Tosen des Meeres.

16 Er hielt sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Mund kam ein scharfes, beidseitig geschliffenes Schwert. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne am Mittag.

17 Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen zu Boden. Er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: »Hab keine Angst! Ich bin der Erste und der Letzte. 18 Ich bin der Lebendige! Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit. Ich habe Macht über den Tod und die Totenwelt.

19 Schreib alles auf, was du soeben gesehen hast und was dir noch offenbart wird über die Gegenwart und über das, was in Zukunft geschehen wird.

20 Du siehst die Sterne in meiner rechten Hand und die sieben goldenen Leuchter. Ich sage dir, was sie bedeuten: Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden und die sieben Leuchter sind die Gemeinden selbst.«

 

 

Noch zwei Gedanken zum weiter darüber nachdenken:

Wenn es so ist, dass Jesus suchenden Menschen, in erster Linie in Form einer Gemeinde begegnet, was bedeutet das für uns als Gemeinde, bzw. ganz persönlich für dich als Mitglied von TPL?

Ist es so, dass wenn Menschen uns/dich sehen, sie dann auch Jesus sehen?

 

Was bedeutet es für dich, dass Jesus uns zu Königen und Priestern gemacht hat? Welche Macht, Herrlichkeit, aber auch Verantwortung ergeben sich daraus?

Wie können wir einander helfen und uns gegenseitig unterstützen, dass wir dieses Amt in seinem Sinne ausführen?

 

Wir können uns seines Segens gewiss sein, wenn das, was wir aus der Off lernen in unserem Leben umsetzen.