Vorige Woche haben wir sehr viele und gute Informationen über ein schwieriges Kapitel in der Off erhalten.

(Kurzer Rückblick)

 

Kurt ist leider nicht bis zum Ende des Kapitels gelangt, deshalb möchte ich zuerst dort noch einmal anknüpfen.

 

Off 6,12-17

12 Ich sah, wie das Lamm das sechste Siegel aufbrach. Da gab es ein gewaltiges Erdbeben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauerkleid und der ganze Mond wurde blutrot.

13 Wie unreife Feigen, die ein starker Wind vom Baum schüttelt, fielen die Sterne vom Himmel auf die Erde.

14 Der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird. Weder Berg noch Insel blieben an ihren Plätzen.

15 Alle Menschen versteckten sich in Höhlen und zwischen den Felsen der Berge: die Könige und Herrscher, die Heerführer, die Reichen und Mächtigen und alle Sklaven und Freien.

16 Sie riefen den Bergen und Felsen zu: »Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Blick dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!

17 Der große Tag, an dem sie Gericht halten, ist gekommen. Wer kann da bestehen?«

 

Wenn man vom „Tag des Herrn“ spricht, dann meinen die meisten Menschen den Sonntag. Wenn man jedoch beispielsweise im AT nach dem „Tag des Herrn“ sucht, dann findet man etwas ganz Anderes:

Jes 13,9 Siehe, des Herrn Tag kommt, grausam, voll Grimm und glühendem Zorn, die Erde zu verwüsten und die Sünder von ihr zu vertilgen.

Jer 46,10 Denn dies ist der Tag Gottes, des Herrn Zebaoth, ein Tag der Vergeltung, dass er sich an seinen Feinden räche,

Am 5,20 Der Tag des Herrn bringt Finsternis und nicht Licht, ein schwarzer Tag ist er; auch nicht einen Schimmer von Hoffnung lässt er euch.

Zef 1,14 Der große Tag des Herrn ist nahe, schnell rückt er heran. Hört ihr nicht die Schreckensrufe? Selbst die Tapfersten schreien um Hilfe!

 

V17 Der große Tag, an dem sie Gericht halten, ist gekommen. Wer kann da bestehen?

 

Der Tag, an dem Gott Gericht halten wird, über alle Menschen, wird kommen, unausweichlich!

„Eingeläutet“ wird dieser Tag durch schreckliche Naturkatastrophen: Erdbeben, Sonnenfinsternis, Blutmond, Meteoreinschläge. Alle Kräfte des Kosmos scheinen auseinander zu brechen. Das, was die Special Effekt Typen aus Hollywood an die Kinoleinwände zaubern ist dann sicher nicht übertrieben.

Gott ist ein heiliger Gott und wenn er Gericht hält, dann ist die Frage berechtigt: Wer kann da bestehen?

Gottes Zorn richtet sich gegen die Sünde und wie wir aus Röm 3,23 wissen, sind alle Menschen Sünder.

Wer kann da bestehen?

Die „Gute Nachricht“ ist das was Jesus gesagt hat: Joh 5,24

Amen, ich versichere euch: Alle, die auf mein Wort hören und dem glauben, der mich gesandt hat, haben das ewige Leben. Sie kommen nicht mehr vor Gottes Gericht; sie haben den Tod schon hinter sich gelassen und das unvergängliche Leben erreicht.

 

Wer kann am Tag des Herrn bestehen? Alle die, die auf Jesu Wort hören und dem Vater im Himmel vertrauen.

Für alle anderen ist jetzt noch Gnadenzeit, in der sie den Vater im Himmel, wie er wirklich ist und Jesus kennen lernen können.

Wir als Gemeinde spielen dabei eine wesentliche Rolle: Jeder einzelne von uns darf und soll Jesus widerspiegeln, so dass die Menschen, die ihn noch nicht kennen von seiner Liebe angezogen werden.

Der Missionsbefehl ist keine Eliteaufgabe für ganz besondere Christen. Die Aufforderung hinauszugehen und die Menschen zu Jüngern zu machen ergeht an jeder von uns.

 

Dieser Tag des Herrn ist „erst“ das sechste Siegel. Bevor nun das siebte Siegel aufgebrochen wird, gibt es in der Off noch einmal einen Einschub:

 

Kap 7

1 Danach sah ich an den vier Enden der Erde vier Engel stehen. Sie hielten die vier Winde zurück, damit kein Wind auf der Erde, auf dem Meer und in den Bäumen wehte.

2 Von dorther, wo die Sonne aufgeht, sah ich einen anderen Engel emporsteigen, er hatte das Siegel des lebendigen Gottes in der Hand. Mit lauter Stimme wandte er sich an die vier Engel, denen Gott die Macht gegeben hatte, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,

3 und sagte: »Verwüstet weder das Land noch das Meer noch die Bäume! Erst müssen wir die Diener und Dienerinnen unseres Gottes mit dem Siegel auf der Stirn kennzeichnen.«

4 Und ich hörte, wie viele mit dem Siegel gekennzeichnet wurden. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen des Volkes Israel:

 

Über diese 4 Winde, die von den „Ecken der Erde“ (gemeint sind vermutlich die 4 Himmelsrichtungen) ausgehen, gibt es verschiedenste Auslegungen. Eine sehr interessante und schlüssige habe ich bei Rick Joyner gefunden: https://www.morningstarministries.org/resources/word-week/2004/four-winds#.WCQ7ZfrhDcs

 

Demnach sind diese 4 Winde 4 Kräfte, die den Weltlauf bestimmen:

Militär, Religion, Politik und Wirtschaft. Diese 4 Kräfte hat es zu allen Zeiten gegeben, aber in unterschiedlichen Zeitepochen waren Einer der 4 dominant und hat die Anderen für seine Zwecke eingespannt.

Zur Zeit des NT waren das Römische Reich am Aufblühen. Hauptverantwortlich für dessen Siegeszug war das, für seine Zeit bestens organisierte Heer. Julius Cäsar war ein erfolgreicher Feldherr, bevor er Kaiser wurde. Natürlich spielte Religion, Politik und Wirtschaft auch zu seiner Zeit eine große, aber doch dem Militär untergeordnete Rolle

Nach dem „Aufstieg“ des Christentums zur Staatsreligion wurde das Militär mehr und mehr durch den Einfluss der Religion ersetzt.

Im Mittelalter bestimmte die Kirche, wer Kaiser, König oder Fürst wurde, welche Kriege geführt wurden, zensierte auch die Wissenschaft und war der wirtschaftliche Faktor.

Auch in anderen Teilen der Welt, beispielsweise im Arabischen Raum (Islam) und in Fernost (Buddhismus/Hinduismus) gab es Parallelen.

 

Ab der Aufklärung änderte sich vieles. Die Kirche (Religion) wurde durch die Politik abgelöst. Kriege wurden nicht mehr in erster Linie auf Grund der Religion geführt, sondern auf Grund der politischen Gesinnung. Nicht mehr Katholiken und Protestanten, sondern Kommunisten und Kapitalisten bekämpften einander.

Nicht mehr die Kirche behauptete die einflussreichten Positionen, sondern politische Parteien.

Spätestens nach Ende des zweiten Weltkrieges, einhergehend mit dem „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit übernahm die Wirtschaft das „Weltenruder“.

Über religiöse Anschauungen streiten heue nur noch wenige. Wenn überhaupt, dann sind das meist sehr fundamentalistische Kreise. Auch politische Überzeugungen sind bei weitem nicht mehr so weit auseinander, als dass man keinen Kompromiss erzielen könnte. Eine große Koalition wäre vor 100 Jahren noch undenkbar gewesen.

Aber wenn jemand wirtschaftliche Kompetenz verspricht, dann vertrauen ihm viele Leute.

In der Militärischen Ära war Cäsar, der Feldherr, mächtigster Mann der Erde, dann war es über lange Zeit der Papst.

Es ist sicher kein Zufall, dass bei der US Wahl Donald Trump als Sieger hervorgegangen ist. Ein Mann, der eben kein Politiker ist, sondern „nur“ wirtschaftlich erfolgreich war. Er ist jetzt vermutlich der mächtigste Mann der Welt.

Auch Bundeskanzler Kern kommt aus der Wirtschaft…

 

Interessant für mich ist, in diesem Zusammenhang, und damit komme ich wieder zum biblischen Text zurück, dass diese 4 Winde Schaden anrichten (V2+3). Alle vier geben ein Heilsversprechen ab: Heute erwarten sich die Menschen von einer steigenden Wirtschaft das Paradies. „Geht’s der Wirtschaft gut – geht’s uns allen gut!“

Wenn die Wirtschaft wächst, gibt es genügend Jobs, haben alle genug zum Leben, gibt es Wohlstand… Das ist es was wir alle wollen und brauchen und dann wären alle glücklich, oder?

Unser Heil hängt nicht von einer funktionierenden Wirtschaft ab, auch nicht von der richtigen Politik, einer „guten“ Religion, oder einem erfolgreichen Heer.

 

Jesus ist der, von dem wir unser Heil erwarten sollen und auch können. In keinem anderen Namen ist das Heil! (Apg 4,12)

 

Er ist es letztendlich auch, der diesen Engel schickt um die mit dem Siegel des lebendigen Gottes zu versiegeln, die ihm gehören.

 

 

Die Zahl von 144 000 ist sicherlich symbolisch zu sehen. 12x12x1000.

Von diesen wird ausdrücklich erwähnt, dass sie „Söhne“ (Nachkommen) Israels sind und dann werden 12 Stämme Israels aufgezählt, von denen es zur Zeit des NT 10 gar nicht mehr gab.

Als erster Stamm wird Juda genannt, nicht der älteste Sohn: Ruben. Auffällig ist weiters, dass der Stamm Dan fehlt, an seine Stelle treten Josef bzw. sein Sohn Manasse.

 

Gott lässt es zu, dass seine Kinder auch durch schwere Zeiten gehen. Die 4 Winde werden noch viel Schaden anrichten. Aber der Vater im Himmel sorgt dafür, dass alle, die zu ihm gehören, den nötigen Beistand erhalten, den sie für diese kommenden Zeiten brauchen.

 

Ab V 9 lesen wir dann weiter von einer großen Schar, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen, die vor dem Thron stehen und vor dem Lamm.

Zu dieser Gruppe dürfen wir uns zählen, wenn wir, wie es in V 14 heißt: in der großen Trübsal unsere Kleider „im Blut des Lammes reingewaschen“ haben.

Diese, etwas befremdliche Formulierung hat einen ganz bestimmten Hintergrund: Wie wir von Kurt letzte Woche erfahren haben, musste jemand, der vor Gericht stand ein schwarzes Kleid anziehen, wenn er aber dann freigesprochen wurde, wurde ihm ein weißes Kleid, als Zeichen seiner Unschuld, angezogen.

 

Aber auch ein anderer Begriff, den wir nicht so gerne hören, kommt in diesem Vers vor: „Die große Trübsal“.

Wie diese große Trübsal genau aussehen wird, kann niemand sagen, auch nicht, ob sie uns jetzt schon trifft, oder vielleicht erst eine andere Generation.

Was wir aber ganz sicher aus diesem Text sehen können, ist, dass es viele Menschen geben wird, die mit Gottes Hilfe diese Zeit überstehen und dann dafür von Gott selbst belohnt werden.

 

Manche Ausleger behaupten zwar, dass wir Christen heute ohnehin vor dieser großen Trübsal entrückt werden. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Wo sonst, kommen alle diese Menschen, die hier erwähnt werden sonst her?

Es sind Menschen, die Verfolgung, Leid und Bedrängnis erleiden müssen, so wie es Jesus seinen Jüngern von Anfang an vorhergesagt hat. Aber es sind die, die am Ende als die Sieger dastehen werden. Die Bibel verheißt diesen Menschen: V16f: Sie werden nie wieder Hunger oder Durst leiden; keine Sonnenglut oder sonst etwas wird sie jemals wieder quälen.

17 Denn das Lamm, das vor dem Thron steht, wird ihr Hirte sein. Er wird sie zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens entspringt. Und Gott wird ihnen alle Tränen abwischen!

 

Aber nicht, weil sie heroisch gekämpft haben, auch nicht, weil sie willig all das Schwere in der Zeit der Trübsal ertragen haben, sondern weil sie vor Gott rein wurden. Weil sie dem vertrauen, der ihre Sünden für sie trug: Jesus. 1. Joh 1,7: …das Blut, das Jesus, sein Sohn, für uns vergossen hat, reinigt uns von jeder Schuld.

 

 

Was nehmen wir uns von diesem herausfordernden und umfangreichen Text heute mit?

Was bringt uns in unserem Glaubensleben weiter?

 

  1. Gott wird das letzte Wort haben.
    Glücklich sind die, die jetzt schon auf seiner Seite stehen.
  2. Gott begleitet alle, die ihm vertrauen durch die Zeit, auch wenn sie noch so herausfordernd ist. (Winde)
  3. Wir als Gemeinde haben den Auftrag unseren Mitmenschen die froh machende Botschaft von der Errettung durch Jesus Christus weiter zu geben und sie hinein zu lieben in das Reich Gottes.
    Dieses Reich, das auch nach dem Jesus wieder kommt bestehen bleibt.