Lehrerin: „Fritzchen, nenne mir bitte fünf Tiere aus Afrika?“

Fritzchen: „Zwei Löwen und drei Elefanten.“

 

 

Der Löwe gilt zurecht als König der Tiere.

Um einen ganz anderen König, nämlich den König der Könige geht es heute.

Vor zwei Wochen durften wir einen Blick in den Himmel werfen. (Off 4)

Johannes sah Gott, der auf dem Thron sitzt. Umgeben von den 4 lebendigen Wesen und den 24 Ältesten, die ihn fortwährend anbeten.

Johannes kann seine Majestät und Herrlichkeit nur andeutungsweise beschreiben.

Gleich zu Beginn des fünften Kapitels, das wir heute lesen werden, sieht Johannes, dass der, der auf dem Thron sitzt eine Schriftrolle in seiner Hand hält. Eine Schriftrolle, die innen und außen beschrieben ist und die mit 7 Siegeln versiegelt ist.

Die rechte Hand ist die „Tat Hand“. Wenn Gott seine Hand bewegt, dann tut sich etwas. Geschichte passiert.

Als der Tempel in Jerusalem zerstört wurde, sprachen die Juden davon, dass Gott seinen rechten Arm zurückgezogen hatte und daher nun untätig war. Auch in Ps 74,11 wird dieses Bild aufgegriffen: „Warum ziehst du deine Hand zurück? Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!“

Jetzt streckt Gott seine Hand hervor. Er handelt. Auch hier in der Off bringt er etwas zu Ende.

 

Das Übergeben einer Schriftrolle, in der die Rechte und Pflichten des Königs niedergeschrieben waren, war in der Antike ein weit verbreitetes Zeremoniell um einen neuen König zu krönen. Beispielsweise bei der Krönung von König Joasch von Juda (2. Kön 11,12) wird dieses Zeremoniell erwähnt. Auch bei den römischen Thronbesteigungen war die Übergabe einer königlichen Bestellungsurkunde an den Thronfolger üblich.

Wichtige Römische Rechtsurkunden wurden üblicherweise siebenfach versiegelt. Durch das brechen der Siegel und die Öffnung der Urkunde wurde das darin enthaltene Schreiben rechtsgültig.

Dieses Bild müssen wir im Hinterkopf haben, wenn wir uns den folgenden Text nun gemeinsam ansehen:

 

1 In der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, sah ich eine Buchrolle. Sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln verschlossen.

2 Und ich sah einen mächtigen Engel, der mit lauter Stimme fragte: »Wer ist würdig, die Siegel aufzubrechen und das Buch zu öffnen?«

3 Aber es gab niemand, der es öffnen und hineinsehen konnte, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde.

4 Ich weinte sehr, weil niemand gefunden wurde, der würdig war, das Buch zu öffnen und hineinzusehen.

 

In dieser Schriftrolle war Gottes „Testament“ aufgeschrieben. Sein Plan für die Welt und für die letzten Dinge. Derjenige, der dieses Dokument öffnet muss auch dafür sorgen, dass es umgesetzt wird. Wer ist würdig, dieses Testament zu vollstrecken? Anders gefragt: Wer ist in der Lage, das auszuführen, was Gott beschlossen hat? Es wurde niemand gefunden.

Es gibt immer jede Menge Leute, die genau wissen, was richtig und was zu tun wäre. (Bsp.: Pendlerproblematik in Linz) Aber eine gute Idee zu haben heißt noch nicht, dass ich in der Lage bin diese auch umzusetzen.

Anders gesagt: Das Gute, das man tun könnte/sollte, von dem reden viele, aber wo ist der Gute, der es tut? Es scheitert wie so oft am geeignetem Personal.

Es gibt keinen, weder einen Engel, noch einen Menschen, noch jemanden der bereits verstorben ist, der diesen Plan Gottes ausführen kann. Das Weinen des Johannes ist daher verständlich. Scheitert Gottes Plan daran, dass keiner ihn ausführen kann?

 

5 Da sagte einer der Ältesten zu mir: »Hör auf zu weinen! Der Löwe aus dem Stamm Juda und Nachkomme Davids hat den Sieg errungen. Er ist würdig; er wird die sieben Siegel aufbrechen und das Buch öffnen.«

 

Also doch. Es gibt jemanden, der die Bereitschaft und die Kompetenz hat Gottes zukünftigen Plan auszuführen: Der Löwe aus Juda.

 

Als Jakob am Ende seines Lebens über seine Söhne prophezeite, sagte er über Juda: 1. Mo 49, 9-10:

Mein Sohn, du bist wie ein junger Löwe, der gerade seine Beute gerissen hat. Majestätisch legt er sich daneben, und niemand wagt es, ihn zu stören.

10 Juda, immer behältst du das Zepter in der Hand, Könige gehen aus deinem Stamm hervor – bis ein großer Herrscher kommt, dem alle Völker dienen.

Zurecht wurde diese Stelle sehr bald auf den Messias gedeutet und auch die Ankündigung, dass der Messias ein Nachkomme (wörtlich: Sprössling) Davids ist, finden wir im AT.

Diese Darstellung vom königlichen Messias als dem Löwen von Juda, kommt von einem der der 24 Ältesten. Aber Johannes erblickt keinen Löwen:

 

6 Da sah ich direkt vor dem Thron, umgeben von den vier mächtigen Gestalten und vom Kreis der Ältesten, ein Lamm stehen. Es sah aus, als ob es geschlachtet wäre. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen; das sind die sieben Geister Gottes, die in die ganze Welt gesandt worden sind.

7 Das Lamm ging zu dem, der auf dem Thron saß, und nahm die Buchrolle aus seiner rechten Hand.

 

Was für ein Gegensatz: Ein majestätischer Löwe, der uneingeschränkte Kraft und Macht hat und ein Lamm (Lämmlein), wie geschlachtet. Schwach, hilflos, klein, unbedeutend.

 

Jesus ist Beides: Löwe und Lamm. Er ist ganz Gott und wurde ganz Mensch.

Nach seiner Auferstehung bekam er einen Auferstehungsleib. Damit konnte er durch Türen gehen. Dieser Auferstehungsleib ist unsterblich, aber er trägt in Ewigkeit die Narben seiner Kreuzigung.

Jes 53,2+3: Denn sein Bevollmächtigter wuchs auf wie ein kümmerlicher Spross aus dürrem Boden. So wollte es der Herr. Er war weder schön noch stattlich, wir fanden nichts Anziehendes an ihm.

3 Alle verachteten und mieden ihn; denn er war von Schmerzen und Krankheit gezeichnet. Voller Abscheu wandten wir uns von ihm ab.

 

Geschichte von der Mutter, die ihre Tochter aus dem Feuer rettet und dabei selbst viele Verbrennungen erlitt.

 

Jesus ist in Ewigkeit auch das Lamm, das geschlachtet ist.

Aber genau deshalb ist dieses Lamm würdig, diese Buchrolle entgegen zu nehmen. Jesus ist der, der ausführt, was der Vater im Himmel beschlossen hat.

 

8 Und als es sie genommen hatte, warfen sich die vier mächtigen Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Jeder Älteste hatte eine Harfe und eine goldene Schale mit Weihrauch; das sind die Gebete der Menschen, die zu Gottes heiligem Volk gehören.

9 Sie sangen ein neues Lied: »Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel aufzubrechen! Denn du wurdest als Opfer geschlachtet, und mit deinem vergossenen Blut hast du Menschen für Gott erworben, Menschen aus allen Sprachen und Stämmen, aus allen Völkern und Nationen.

10 Zu Königen hast du sie gemacht und zu Priestern für unseren Gott; und sie werden über die Erde herrschen.«

11 Dann sah und hörte ich Tausende und Abertausende von Engeln, eine unübersehbare Zahl. Sie standen rund um den Thron und die vier mächtigen Gestalten und die Ältesten

12 und riefen mit lauter Stimme: »Würdig ist das geopferte Lamm, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Ruhm und Preis!«

13 Und alle Geschöpfe in der Luft, auf der Erde, unter der Erde und im Meer – alles, was in der Welt lebt – hörte ich laut mit einstimmen: »Preis und Ehre, Ruhm und Macht gehören ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm, für alle Ewigkeit.«

14 Die vier mächtigen Gestalten antworteten: »Amen!« Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

 

Wow, wenn man das liest, kann man gar nicht anders, als voller Ehrfurcht anzuerkennen, dass Jesus der Herr ist.

Dieser Löwe, der freiwillig zum geschlachteten Lamm wird, um uns freizukaufen von unserer Schuld. Dieses Lamm hat 7 Hörner (Macht) und 7 Augen (Weisheit, Wachsamkeit und Fürsorge).

Die Erklärung, die der Text selber über diese 7 Hörner und 7 Augen liefert finde ich besonders interessant. Wir kennen sie schon aus dem vorigen Kapitel: Das sind die 7 Geister Gottes. (4,5) Aber hier, beim Lamm lesen wir den Zusatz: Die 7 Geister Gottes, die in die ganze Welt gesandt worden sind.

Bevor Jesus in diese Welt kam, war der HG sehr „exklusiv“. Er kam auf bestimmte Menschen, für eine bestimmte Zeit, zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe. Und das, innerhalb des jüdischen Volkes.

Bei Jesu Taufe lesen wir, dass der HG auf ihn kam und bei ihm blieb. (Joh 1,32) Das war für Joh d.T. das Zeichen, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Durch Jesus wird der HG in die ganze Welt gesandt. Natürlich kehrt er nur bei denen im Herz ein, die ihm die Tür öffnen, aber der HG ist nicht mehr an eine Volkszugehörigkeit und an ein bestimmtes Amt, oder eine bestimmte Aufgabe gekoppelt. Männer, Frauen, Junge, Alte, Knechte und Herrscher, egal welche Hautfarbe, welche Stellung, welcher soziale Hintergrund, Gott schenkt seinen HG jedem, der bereit ist, Jesus nachzufolgen. Was für ein besonders Geschenk!

 

Die 24 Ältesten sprechen prophetisch das aus, was derzeit noch geschieht: Dass das Lamm Menschen aus allen Stämmen, allen Sprachen, allen Völkern und allen Nationen für Gott freikauft.

Es wird kein einziges Volk geben, dass das Evangelium nicht hören wird. Auch wenn es noch so klein, unscheinbar und unbedeutend ist.

Missionare und Bibelübersetzter arbeiten mit Hochdruck daran, auch die entlegensten Gebiete zu erreichen um den Menschen dort die rettende Botschaft zu bringen. Jesus hat gesagt, dass das Evangelium vom Reich Gottes auf der ganzen Erde gepredigt werden muss, bevor das Ende kommt. (Mt 24,14) Aber es wird eben nicht nur gepredigt, es werden auch Menschen aus allen Sprachen, Völkern usw. zum Glauben kommen.

 

Seine Gemeinde besteht aus Menschen, mit verschiedensten sprachlichen und kulturellen Hintergründen. Dass selbst wir als kleine Landgemeinde bereits so multikulturell sind, spiegelt diese Buntheit Gottes wieder. Darüber bin ich, trotz aller Herausforderungen, die sich daraus ergeben sehr froh.

 

Diese, von Jesus frei gekauften, sind zu Königen und zu Priestern gemacht, die auf der Erde regieren werden.

Gilt das schon jetzt, oder erst in der neuen Welt? Wenn Gott alles neu macht, dann wird er selber unter uns wohnen, dann brauchen wir keine menschliche Regierung mehr. Gott selbst ist dann unser König, der uns unmittelbar führt.

Ja, ich bin davon überzeugt, dass wir als seine Kinder jetzt schon, auf dieser Erde einen königlich- priesterlichen Auftrag haben.

Wir haben von Anbeginn der Schöpfung den Auftrag, die Erde in Gottes Sinn zu gestalten. Sich die Erde untertan zu machen war kein Aufruf sie auszubeuten, so wie wir das heute mehr erleben als jemals zuvor, sondern sie in Gottes Sinn zur Entfaltung zu bringen.

Wenn jemand Christ wird, geschieht ein Herrschaftswechsel. Wir dienen nicht mehr dem „System dieser Welt“, sondern Jesus. Der, der in uns ist, ist stärker, als der, der diese Welt beherrscht. (1. Joh 4,4)

Natürlich geschieht das nicht automatisch. Wir müssen als Christen lernen diese Autorität, die wir von Jesus bekommen haben, in seinem Sinne einzusetzen. Jeder von uns hat Einfluss.

In der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz usw. Sei dir dessen bewusst, dass du ein Abgesandter des Königs aller Könige bist und dass er durch dich das Reich Gottes voranbringen will. Dort, wo JC in dir herrscht, kannst du zu einer Veränderung beitragen. Auch wenn das Reich Gottes oft nur unscheinbar und klein ist (Senfkorn), so hat es doch die Kraft Großes zu bewirken. Veränderungen, die wir menschlich betrachtet, nicht für möglich gehalten haben.

 

Gott wird sein Ziel nicht durch militärische, oder sonstige staatliche Gewalt erreichen, sondern durch seinen Geist. (Sach 4,6) Genauer gesagt, durch Menschen, die seinen Geist haben.

 

Wieder, so wie schon im vorigen Kapitel, mündet diese Szene im Himmel in einen gigantischen Lobpreis ein. Dieser LP geschieht in drei Wellen. Als erstes fallen die vier himmlischen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder und beten es an, als es die Schriftrolle entgegen nimmt.

Als Zweites stimmt eine unüberschaubar große Zahl an Engel in diesen Lobpreis mit ein.

Ab V 13 lesen wir, dass alle Geschöpfe, im Himmel, auf der Erde, unter der Erde und im Meer bekennen, dass „Lobpreis, Ehre, Herrlichkeit und Macht dem gehört, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm“.

Heißt das, dass es am Ende doch eine „Allversöhnung“ gibt? Dass am Ende Gott doch alle Menschen begnadigt und keiner verloren geht?

Nein das steht hier nicht. Hier steht nur, dass sich einmal alle Knie vor ihm beugen- und ihn als Gott anerkennen werden.

Es war üblich, dass sich unterlegene Feinde vor dem siegreichen König niederknien mussten um seine Herrschaft anzuerkennen. Das hieß nicht, dass sie damit Bürger im Reich der Eroberer waren. Meist wurden sie Sklaven, oder mussten Frondienste leisten.

Jedes Knie wird sich einmal vor Gott beugen müssen. Glücklich sind die, die schon vorher zur Seite des Siegers gehören.

„Der, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm“, ist eine Formulierung, die uns noch des Öfteren in der Off begegnen wird.

 

Was würdest du erwarten, wenn du in den Himmel schauen dürftest?

Wir haben einen absolut heiligen, ehrfurchtgebietenden, strahlenden Gott, der Eins ist mit dem Löwen von Juda, der aber auch ein Lamm ist, das geschlachtet wurde. Diese ganze Spannweite vereinigt unser Gott in sich. Je mehr ich von diesem Gott erkenne, desto mehr bin ich von seiner Größe und Schönheit, aber vor allem von seiner Liebe für mich ergriffen. Und ich kann gar nicht anders als mich vor ihm zu beugen ihn anzubeten.