Was hat ein Engel, wenn er auf einen Misthaufen fällt?

Kotflügel.

 

Wusstet ihr, dass „normale“ Engel, die in der Bibel beschrieben sind keine Flügel haben. Sie werden als furchterregend beschrieben, aber von Flügeln ist nie die Rede, wenn sie einem Menschen begegnen. Das lesen wir nur von den Wesen, die in unmittelbarer Nähe von Gottes Thron sind: Den Cherubim und Serafim.

 

Diese unmittelbare Nähe von Gottes Thorn ist ein Ort, der so schön, so rein, so voller Licht und so heilig ist, dass wir sündige Menschen normalerweise sofort tot umfallen würden, wenn wir dorthin kämen.

Als der AT Prophet Jesaja einen Blick dorthin werfen durfte, sagte er: Jes 6,5: »Ich bin verloren! Ich bin unwürdig, den Herrn zu preisen, und lebe unter einem Volk, das genauso unwürdig ist. Und ich habe den König gesehen, den Herrscher der Welt!«

 

Ein Engel kam daraufhin zu Jesaja und reinigte ihn mit einer glühenden Kohle und befreite ihn dadurch von seiner Sünde.

Sünde hat immer schmerzhafte Auswirkungen. Letztendlich führt die Sünde zum Tod. Das gilt für uns Christen genauso. Aber wir Christen haben das Privileg, dass jemand für uns diese Schmerzen und den Tod, den wir aufgrund unserer Sünden verdient haben, auf sich nahm: Jesus Christus!

Nicht weil wir besser sind, oder von Gott mehr geliebt wären als andere Menschen, sondern weil wir das Friedensangebot angenommen haben, dass Gott uns durch seinen Sohn macht, dürfen wir auch in Gottes unmittelbare Gegenwart kommen.

Gott ist uns zwar durch Jesus stets nah, der HG lebt sogar in uns, trotzdem ist es noch einmal etwas ganz Besonderes so in Gottes Gegenwart zu kommen wie es Jesaja und auch andere Männer und Frauen Gottes erlebt haben. Einer dieser Menschen war Johannes. Was er dort erlebt hat, lesen wir in Off 4:

1 Danach blickte ich auf, da sah ich im Himmel eine offene Tür. Die Stimme, die vorher zu mir gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: »Komm herauf! Ich werde dir zeigen, was in Zukunft geschehen muss.«

2 Sofort nahm der Geist von mir Besitz und ich sah: Im Himmel stand ein Thron, und auf dem Thron saß einer.

3 Er strahlte wie die Edelsteine Jaspis und Karneol. Über dem Thron stand ein Regenbogen, der leuchtete wie ein Smaragd.

4 Um den Thron standen im Kreis vierundzwanzig andere Throne, darauf saßen vierundzwanzig Älteste. Sie trugen weiße Kleider und goldene Kronen.

5 Von dem Thron gingen Blitze aus und dröhnende Donnerschläge. Vor dem Thron brannten sieben Fackeln, das sind die sieben Geister Gottes.

6 Im Vordergrund war etwas wie ein gläsernes Meer, so klar wie Kristall. In der Mitte, in einem inneren Kreis um den Thron, waren vier mächtige Gestalten, die nach allen Seiten voller Augen waren.

7 Die erste sah aus wie ein Löwe, die zweite wie ein Stier, die dritte hatte ein Gesicht wie ein Mensch, und die vierte glich einem fliegenden Adler.

8 Jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, die innen und außen mit Augen bedeckt waren. Tag und Nacht rufen sie unaufhörlich: »Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott, der die ganze Welt regiert, der war und der ist und der kommt!«

9-10 Immer wieder riefen die vier mächtigen Gestalten Preis, Ehre und Dank aus für den, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt. Und jedes Mal, wenn sie das taten, warfen sich die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beteten den an, der in alle Ewigkeit lebt. Sie legten ihre Kronen vor dem Thron nieder und sagten:

11 »Würdig bist du, unser Herr und Gott, dass alle dich preisen und ehren und deine Macht anerkennen. Denn du hast die ganze Welt geschaffen; weil du es gewollt hast, ist sie entstanden.«

 

Das Erste, was Johannes sieht ist eine offene Tür. Bei meiner letzten Predigt habe ich schon von einer offenen Tür berichtet, die Jesus für die Gemeinde in Philadelphia aufgemacht hat. Eine Tür, die niemand zuschließen kann. Das war zwar auch im geistlichen Sinn gesprochen, aber sie bezog sich auf Irdisches. Die offene Tür, die Johannes jetzt sieht ist eine Tür, die ihn direkt in den Himmel blicken lässt. Wenn wir in Witzen oder Liedern von der Himmelstür hören, dann stellen wir uns das sicher ganz anders vor, als das, was Johannes gesehen hat.

 

Jesus lässt Johannes aus einem bestimmten Grund einen Blick in den Himmel werfen: Ich werde dir zeigen, was in Zukunft geschehen muss.

 

Als Johannes dann in den Himmel blickt, sieht er „einen, der auf dem Thron sitzt“. Er ist, in guter jüdischer Tradition, von Gottes reiner, heiliger Gegenwart so überwältigt, dass er nicht einmal wagt, auch nur dessen Namen auszusprechen.

Er versucht, das was er sieht zu beschreiben, aber selbst die stärksten Bilder können diese Herrlichkeit kaum beschreiben.

Die Edelsteine Jaspis und Karneol haben eine leuchtende meist rötliche Färbung. Interessant, dass diesen Steinen in der Esoterik Heilkräfte zugeschrieben werden. Aber es geht hier nicht um die Steine an sich, sie sind nur Versuche uns bildlich etwas zu beschreiben, dass eigentlich nicht zu beschreiben ist. Ähnlich wie es Paulus erging als er, wie er in 2. Kor 12 beschreibt, in den „dritten Himmel“ entrückt wurde und dort unaussprechliche Laute hörte.

Auch das Leuchten des Regenbogens über ihm, das wie das Leuchten eines Smaragds beschrieben wird, soll die Schönheit, Reinheit und Herrlichkeit zeigen, aber ich glaube, dass wenn wir am Ende unserer Zeit selber vor Gottes Thron stehen werden, erkennen werden, dass all diese Beschreibungen nur ein Schatten dieser Wirklichkeit waren.

 

4 Um den Thron standen im Kreis vierundzwanzig andere Throne, darauf saßen vierundzwanzig Älteste. Sie trugen weiße Kleider und goldene Kronen.

Der Gedanke liegt nahe, dass es sich bei diesen 24 Ältesten um jeweils 12 Vertreter der 12 Stämme Israels (Alter Bund) und 12 Apostel (Neuer Bund) handelt.

Andere Ausleger sehen darin eher einen himmlischen Hofstaat, wie er auch beispielsweise am Beginn des Buchs Hiob beschrieben ist und seine irdische Entsprechung in den 24 Dienstgruppen am Tempel hat, wie er in 1. Chr 24 beschrieben wird.

 

Die 7 Fackeln vor dem Thron, die die 7 (Vollzahl) Geister Gottes sind, waren offensichtlich Vorbild für den Siebenarmigen Leuchter, den Mose im Auftrag Gottes anfertigen ließ und der vor der Stiftshütte stand.

Auch das gläserne Meer fand seine Entsprechung im Tempel.

 

Und dann beschreibt Johannes das Bild von den 4 Gestalten mit den 4 Gesichtern, sehr ähnlich den Gestalten, die auch Hesekiel, bei seiner Gottesbegegnung sah.

Löwe = Stark, beschützt, verleiht Autorität: Täufer im HG

Stier = Lasttier, Er trug unsere Schuld & Krankheit: Heiland

Mensch = Er kennt unsere Sorgen / Tod am Kreuz: Erlöser

Adler = Weitblick, steht (fliegt) übern den Dingen: Wiederkommender König

The Foursquare Gospel

 

Diese 4 Gestalten und die 24 Ältesten haben eine große Aufgabe: Gott anzubeten. Es geht, wie im ganzen Buch der Offenbarung um die Frage: Wer ist es Wert angebetet zu werden? Das Kapitel beginnt damit, dass Jesus dem Johannes zeigt, was in Zukunft geschehen wird: Anbetung. Die Anbetung dessen, der war, der jetzt ist und der noch kommen wird, der Gott, der lebt, von Ewigkeit (Äon) zu Ewigkeit.

Ein geschichtliches Detail am Rande: Die Formulierung „unser Gott und Herr“, mit der die Himmlischen Wesen Gott in V 11 anbeten, deckt sich wörtlich mit jener Formulierung, mit der Kaiser Domitian angebetet werden wollte: „Dominus ac deus noster“.

 

 

Was heißt das jetzt für uns? Was können wir aus diesem Kapitel lernen?

Wir gehen einer Zukunft entgegen, die uns herausfordern wird. Wir als Gemeinde haben eine göttliche Mission zu erfüllen. Jesus schickt uns in diese Welt, damit wir ihn repräsentieren und sein Werk, das er begonnen hat so lange fortführen, bis er wiederkommt.

Er hat das Evangelium gepredigt, Kranke geheilt und belastete Menschen Befreiung gebracht. Und er hat uns den Auftrag gegeben, zu gehen und Jünger zu machen.

Aber all das können wir nur tun, wenn wir in der richtigen Beziehung zum Vater im Himmel stehen. Jesus lebte uns diese enge Gemeinschaft zum Vater vor als er ganz Mensch war. Diese Gemeinschaft beginnt damit, dass wir die unmittelbare Nähe zum Vater suchen um ihn anzubeten.

Wenn wir zu ihm sagen: Du bist unser Gott und Herr, dann heißt das, dass wir ihm erlauben, dass er uns mehr und mehr prägt, dass seine Werte, die unseren werden und dass wir Jesus immer ähnlicher werden.

Anbetung hat sehr viel mit Musik zu tun, aber nicht nur. Anbetung meint zu allererst einen Lebensstil, bei dem Gott wirklich alle Bereiche meines Lebens bestimmen darf.

 

Der Dienst für Gott beginnt mit der Gemeinschaft mit Gott und Voraussetzung für die Gemeinschaft mit Gott ist, dass ich ihn kennen lerne, wer er wirklich ist. Umso mehr ich ihn erkenne, desto mehr werde ich ihn anbeten.

Die Anbetung, die hier in Off 4 beschrieben ist, ist die Ouvertüre für das, was Gott jetzt, am Ende der Zeit tun wird. Wir werden in den nächsten Wochen immer tiefer in dieses Geheimnis Gottes eintauchen. Im nächsten Kapitel wird es um Jesus, als dem Lamm Gottes gehen und in weiterer Folge, was Gott unternimmt um Menschen aus dieser gefallenen Welt heraus zu retten.

 

Aber bevor wir mit ihm, in diese spannenden Zeiten mit hineingenommen werden, dürfen wir uns auf ihn ausrichten und ihn, den König aller Könige und den Herrn aller Herrn anbeten.

Das wollen wir jetzt ganz praktisch tun.