Ich werde heute nicht mit einem Witz beginnen, sondern mit einem Traum, den mir Gott diese Woche geschenkt hat:

Ich war irgendwo im Gebirge unterwegs, als ich von einem Gegenstand, ich glaube, es war eine Tomate, getroffen wurde. Es tat ein wenig weh, aber vor allem war es unangenehm. Ich schaute nach oben, wo dieses „Geschoß“ herkam und sah, dass ich mich unterhalb eines Sessellifts befand, auf dem ein paar Jugendliche saßen, die sich einen Spaß daraus machten, Leute mit Dingen zu bewerfen.

Für einen Spaß, der sich in gewissen Grenzen hält bin ich durchaus zu haben, aber diese Teens warfen mit allem Möglichen nach den Leuten auf dem Boden, unter anderem auch mit Steinen.

Ich stellte sie natürlich zur Rede und wollte ihren Blödsinn stoppen, aber je mehr ich mich aufregte, desto mehr Spaß hatten sie an ihrem Treiben.

Schließlich wurde es mir zu bunt. Ich fotografierte jeden einzelnen Schützen, rief dann die Polizei an und fuhr mit dem Rad zur Talstation. Auch die Jugendlichen waren Talwärts unterwegs.

Als ich unten ankam wartete die Polizei schon auf die Übeltäter, sie liefen der Polizei direkt in die Arme. Sie konnten nicht entkommen.

Als einer der Jugendlichen das merkte, erschrak er, aber anstatt Reue zu zeigen sagte er nur: „Ja, aber das tun doch alle.“

Dann wachte ich auf und ich wusste, dass ich diesen Traum heute weitergeben soll.

 

Wir befinden uns in einer Predigtserie durch die Offenbarung. Wie überhaupt, in der ganzen Bibel, so auch in der Off, werden die Menschen ungeschminkt dargestellt. Schuld wird nicht verharmlost oder irgendwelchen Umständen in die Schuhe geschoben. Die Botschaft: Alle müssen sich einmal vor einem gerechten, unbestechlichen Richter verantworten, wird in der Offenbarung sehr anschaulich klargemacht.

Diesem Richter zu sagen: „Ja, aber das tun doch alle“, wird kein Entschuldungsgrund sein.

Die Haltung „Schuld sind die Anderen“, ist heute sehr weit verbreitet. Die Eltern, Lehrer, das Umfeld, die Nachbarn… sind schuld, wenn ich meinen Nachbar erschieße.

 

Ein Teil der Botschaft dieses Traumes, die ich für mich herausgehört habe – die auch die Botschaft der Off ist, ist die, dass Gott die nicht ungeschoren davonkommen lässt, die uns weh tun.

Die Zahl der verfolgten Christen nimmt zu und ich weiß nicht, wie lange wir in Europa noch diese Freiheiten als Christen, so wie derzeit erleben, behalten können.

Zeiten ändern sich, was aber ganz sicher bleibt, ist, dass Gott für uns und unsere Rechte kämpft. Was auch bleibt, ist die Möglichkeit, diesen Menschen, die uns vielleicht schlimme Dinge antun, trotzdem zu vergeben. Zu Vergeben bedeutet nicht das gut zu heißen, oder großzügig darüber hinweg zu sehen, was mir angetan wird. Vergebung heißt, ich trete mein Recht auf Vergeltung an Gott ab. Nicht ich muss Richter spielen, Gott wird die Schuldigen richten.

 

Es gibt aber noch eine zweite ganz wichtige Lehre, die ich aus meinem Traum gezogen habe: Wenn diesen Jugendlichen vorher klargeworden wäre, wie sehr Andere durch ihren „Spaß“ leiden müssen, dann hätten sie sich wahrscheinlich anders verhalten. Dann wären ihnen auch der polizeiliche Empfang erspart geblieben.

 

Jemand hat einmal gesagt: Wenn ich zwei Leben hätte, dann könnte ich wenigstens im zweiten Leben alle Fehler vermeiden, die ich im ersten Leben gemacht habe.

Tatsache ist: Wir haben nur dieses eine Leben und ja, wir alle machen Fehler. Aber wir können auch in diesem einen Leben aus den Fehlern lernen und es bei nächster Gelegenheit besser machen.

Wir als Christen haben sogar den Heiligen Geist erhalten, der uns dabei hilft immer mehr so zu werden, wie Jesus es uns vorgelebt hat.

 

Wie gut, wenn uns jemand in Liebe einen Spiegel vorhält und wir auch die Dinge erkennen dürfen, die noch nicht so sind, wie Gott es für unser Leben geplant hatte.

Die Off ist so ein Spiegel, ganz besonders die sogenannten 7 Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien in den Kapiteln 2+3. Mit diesen Sendschreiben werden wir uns heute und bei meiner nächsten Predigt befassen.

Allerdings werde ich sowohl heute, als auch bei meiner nächsten Predigt jeweils nur ein Sendschreiben exemplarisch herausnehmen. Ich möchte euch aber ermutigen, selber die ganzen Kapitel 2 + 3 zu lesen und euch diesen Spiegel Gottes vorzuhalten. Prüft euch, inwieweit das, was Jesus über die einzelnen Gemeinden sagt auch für euer Leben zutrifft und in welchen Bereichen ihr eure Einstellung, euer Verhalten, eure Gedanken und/oder euer Leben ändern müsst. Der Heilige Geist wird euch leiten und euch dabei helfen, das, was ihr erkannt habt umzusetzen, wenn ihr bereit dafür seid.

 

In den Sendschreiben diktiert Jesus dem Johannes Briefe an recht unterschiedliche Gemeinden.

In allen Gemeinden stellt sich Jesus sehr bildhaft vor, zum Teil mit den Eigenschaften, die wir von der Vision aus Kap 1 kennen.

Fast allen Gemeinden spricht Jesus ein Lob aus, aber auch fast allen zeigt er Punkte auf, die nicht in Ordnung sind.

Weiters gibt er den Gemeinden Ratschläge und er spricht ganz konkrete Warnungen aus.

Ein Satz findet sich Wortgleich, wie eine Formel in jedem der 7 Sendschreiben:

Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (Elb) oder:

Hört genau hin, und achtet darauf, was Gottes Geist den Gemeinden sagt. (Hfa)

 

Verbunden mit dieser Formel ist immer eine Verheißung an die „Überwinder“. Das sind die Menschen, die bis zum Ende durchhalten, die sich, durch welche Umstände auch immer, nicht von ihrem Weg mit Jesus abbringen lassen. Die, so wie Paulus schreibt, den Kampf bis zum Ende gekämpft und den Lauf vollendet haben.

 

 

Der Brief an die Gemeinde in Thyatira

18 „Schreib an den Engel der Gemeinde in Thyatira: Dies sagt dir der Sohn Gottes, dessen Augen wie die Flammen eines Feuers glühen und dessen Füße wie flüssiges Golderz glänzen.

19 Ich sehe alles, was du tust. Ich weiß, mit welcher Liebe du mir dienst und mit welcher Treue du am Glauben festhältst. Ich kenne deinen Dienst für andere und deine Geduld. Und heute setzt du dich noch mehr ein als früher.

20 Trotzdem habe ich etwas an dir auszusetzen: Du unternimmst nichts gegen Isebel, die sich als Prophetin ausgibt. Durch ihre Lehre verführt sie die Gläubigen zu sexueller Zügellosigkeit und ermuntert sie, ohne Bedenken das Fleisch der Götzenopfer zu essen.

21 Diese Frau hat genug Zeit gehabt, ihr Leben zu ändern. Aber sie weigert sich, zu mir umzukehren.

22 Darum werfe ich sie aufs Bett, zusammen mit all ihren Liebhabern. Dort werden sie leiden müssen, wenn sie nicht ihr böses Treiben beenden.

23 Isebels Kinder werde ich dem Tod ausliefern. Dann werden alle Gemeinden wissen, dass ich die Menschen durch und durch kenne, selbst ihre geheimsten Gedanken und Wünsche. Und jeder wird den Lohn von mir bekommen, den er verdient.

24 Allen anderen in Thyatira, die der Irrlehre nicht gefolgt sind und sich auf diese so genannten tiefen Erkenntnisse über den Satan nicht eingelassen haben, will ich keine zusätzlichen Lasten auferlegen.

25 Haltet nur unerschütterlich an dem fest, was ihr habt, bis ich komme.

26 Denn wer durchhält und den Sieg erringt, wer bis zuletzt nach meinem Willen lebt und handelt, dem werde ich Macht über die Völker der Erde geben.

27 Mit eiserner Strenge wird er über sie herrschen und sie zerschlagen wie Tongefäße.

28 Und wie mein Vater mir Macht und Herrschaft gab, will ich sie auch jedem geben, der im Glauben fest bleibt. Als Zeichen der Macht schenke ich ihm den Morgenstern.

29 Hört genau hin, und achtet darauf, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.“

 

 

Thyatira war eine erfolgreiche Handels- und Industriestadt. Sie war bekannt für ihre Purpurfärbereien. Allerdings musste man die richtigen Leute kennen und sich an gewisse Konventionen halten um geschäftlich erfolgreich zu sein.

Es gab scheinbar auch eine „wichtige“ Frau in dieser Stadt, die Einfluss in der Gemeinde durch ihre vermeintliche Gabe der Prophetie ausübte. Aber offensichtlich waren ihre prophetischen Botschaften nicht vom Heiligen Geist inspiriert, sondern führten zu einem ungeordneten und zügellosen Lebenswandel, vor allem, was die sexuelle Moral angeht.

Sexualität ist ja etwas Gutes und von Gott gewolltes. Aber sie braucht den richtigen Rahmen um sich in Gottes Sinne entfalten zu können: Die Ehe. Jeder Sex außerhalb der Ehe ist daher eine „Zielverfehlung.“ Sünde!

 

Gott gibt dieser „Isebel“ Zeit sich zu ändern. Gottes Geduld ist lang, aber selbst diese Geduld hat ihr Ende. Gott will, dass wir von unseren verkehrten Wegen umkehren. Er ermahnt und warnt uns immer wieder, wenn wir auf einen Abgrund zulaufen, aber es gibt auch ein zu spät. Wenn wir nicht bereit sind, vor unseren falschen Wegen umzukehren, dann müssen wir die Konsequenzen unseres Tuns tragen. Das Prinzip von Saat und Ernte gilt, selbst dann, wenn wir gerettete Kinder Gottes sind.

 

Diese Isebel gab sich wie gesagt als Prophetin aus. Ist es deshalb falsch, sich nach der prophetischen Gabe auszustrecken? Natürlich nicht. Nur weil es Falschgeld gibt, heißt es nicht, dass Geld an sich falsch ist. Paulus fordert uns auf, dass wir uns nach der Gabe der Prophetie in besonderer Weise ausstrecken sollen!

 

Jesus gibt all denen, die sich auf Isebel und ihre Erkenntnisse nicht eingelassen haben eine ganz besondere Verheißung: V26-28

… wer bis zuletzt nach meinem Willen lebt und handelt, dem werde ich Macht über die Völker der Erde geben… wie mein Vater mir Macht und Herrschaft gab, will ich sie auch jedem geben, der im Glauben fest bleibt.

 

Wer sind die, die sich nicht am Treiben Isebels beteiligt hatten? Vermutlich einfache Gemeindemitglieder, die bestimmt ihre Bedenken gegen Isebel geäußert haben, aber nicht gehört wurden, weil sie scheinbar klein, unbedeutend oder unwichtig waren. Gerade ihnen gibt Jesus Macht. Nicht nur Macht in der Gemeinde, sondern Macht über die Völker der Erde. Macht wie sie Jesus vom Vater erhalten hatte. Wow!

 

Das ist die typische Handschrift Gottes, der das Kleine Groß macht, der dem Unbedeutenden Wichtigkeit verleiht und für den die Letzten die Ersten sind.

 

Auch wenn wir als Gemeinde Klein und in den Augen der Welt scheinbar unbedeutend sind, Jesus sieht uns. Er hat Augen wie Feuerflammen, die alles durchdringen. Nichts bleibt ihm verborgen.

 

Freuen wir uns darüber, wenn er uns Dinge aufzeigt, die wir ändern sollten. Noch ist Zeit der Gnade, noch ist Zeit für Buße (Umkehr).

Wenn wir seinen Rat annehmen, wird uns das zum Segen werden. Und wir brauchen, wenn wir einmal vor ihm stehen nicht zu sagen: „Ja, aber das haben alle immer so gemacht.“ Stattdessen wird er zu uns sagen: „Gut gemacht, komm zum Freudenfest deines Herrn!“