Treffen sich 2 Kerzen.

Fragt die eine die andere: „Wollen wir zusammen ausgehen?“

 

Advent: Wir warten auf die Wiederkunft Jesu.

Erstes Kommen als Retter.

Zweites Kommen als Richter.

 

Bei der letzten Predigt über die Off (Kap 9) habe ich euch gesagt, dass all die Plagen und all die Gerichtsandrohungen den Sinn haben, dass Menschen zu Gott umkehren und freiwillig Jesus als den Herrn anerkennen. Letztendlich müssen sich ohnehin alle Knie vor ihm beugen.

Aber bis Jesus, am Ende der Zeit, für alle sichtbar, als der gerechte Richter auf diese Erde wiederkommen wird, gibt es noch Gnadenzeit. Zumindest so lange, bis der, dafür zuständige Engel die siebte Posaune blasen wird. Davon werden wir heute lesen.

 

Off 10 (NeÜ)

1 Dann sah ich, wie ein anderer mächtiger Engel aus dem Himmel herabkam. Er war von einer Wolke umgeben und ein Regenbogen stand über seinem Kopf. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Beine glichen Feuersäulen.

2 Er hielt eine kleine geöffnete Schriftrolle in der Hand und setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und seinen linken auf das Festland.

3 Seine Stimme dröhnte wie das Brüllen eines Löwen und laut krachend antworteten ihm sieben Donnerschläge.

4 Als es wieder still war, wollte ich aufschreiben, was die sieben Donner gesagt hatten. Aber da hörte ich eine Stimme aus dem Himmel rufen: „Halte geheim, was die sieben Donner gesagt haben. Schreibe es nicht auf!“

5 Der Engel, den ich auf dem Meer und auf dem Festland stehen sah, hob jetzt seine rechte Hand zum Himmel 6 und sagte: „Ich schwöre bei dem, der in alle Ewigkeit lebt, der den Himmel, die Erde, das Meer und alles Lebendige in ihnen geschaffen hat, ich schwöre: Die Frist ist abgelaufen!

7 Denn wenn der siebte Engel seine Posaune geblasen hat, wird Gottes geheimer Plan zur Vollendung kommen, so, wie er es seinen Dienern, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat.“

8 Dann sprach die Stimme aus dem Himmel mich noch einmal an. Sie sagte: „Geh zu dem Engel, der auf dem Meer und dem Land steht und lass dir die kleine offene Schriftrolle geben!“

9 Ich ging zu dem Engel und bat ihn um die kleine Schriftrolle. Er sagte: „Nimm und iss sie auf! Sie ist so bitter, dass sich dein Magen zusammenziehen wird, aber solange du sie im Mund hast, wird sie süß wie Honig sein.“

10 Ich nahm die kleine Schriftrolle aus seiner Hand und aß sie auf. Tatsächlich war sie so süß wie Honig, als ich sie im Mund hatte. Aber als ich sie hinunterschluckte, war sie so bitter, dass sich mir der Magen zusammenkrampfte.

11 Dann wurde mir gesagt: „Du musst noch mehr prophetische Worte aussprechen und verkünden, was Gott mit den Völkern, Sprachen, Kulturen und mit vielen Königen vorhat.“

 

Hast du schon einmal einen Bus, oder einen Zug versäumt? Vielleicht gerade noch die Lichter von hinten gesehen? Man ärgert sich über sich selber, dass man es nicht geschafft hat, rechtzeitig aufzubrechen.

Dieser Ärger über sich selber ist mehr als berechtigt. Schließlich hätte man diese unangenehme Situation, in der man sich jetzt befinde, ganz leicht verhindern können.

Aber da hilft kein Jammern. Der Bus ist weg. Was ist, wenn es der letzte Bus war?

 

Es gibt auch ein „zu spät“ am Ende der Zeit.

Die Bibel ist in diesem Punkt ganz klar, wie wir vorhin gelesen haben.

Um diese Botschaft dem Johannes zu verkünden tritt nicht irgendein Engel auf, sondern „ein anderer, mächtiger Engel“, wie es gleich zu Beginn heißt. Dieses „ein anderer“ heißt nicht nur, dass er bisher nicht erwähnt wurde, sondern dass er anders ist, als die Engel, die Johannes im vorigen Kapitel beschreibt. Waren es zuletzt Engel, deren Aufgabe es war das Gericht Gottes auszuführen, so ist dieser eindeutig ein Heilsengel. Alleine seine Beschreibung erinnert an Jesus, wie er in Kap 1-4 beschrieben ist: Von Wolke umgeben, Regenbogen, Gesicht leuchtete wie die Sonne, Beine wie Feuersäulen. Ich gehe nicht davon aus, dass es Jesus selber ist, vielleicht ist es der „Engel des Herrn“, der uns mehrfach im AT begegnet.

 

Wenn er einen Fuß auf das Land und den anderen auf das Meer setzt, bedeutet das, dass er die ganze Erde für seinen Herrn beansprucht. Wenn er später schwört, dann ja bei dem: der in alle Ewigkeit lebt, der den Himmel, die Erde, das Meer und alles Lebendige in ihnen geschaffen hat.

Es wird ja auch gesagt, dass er vom Himmel (von Gott selber) kommt.

 

Als weiteres Merkmal wird erwähnt, dass er eine dröhnende Stimme hat, wie das Gebrüll eines Löwen und ihm als Antwort sieben Donnerschläge folgen. Löwengebrüll und Donner sind vom AT ganz klare Zeichen des Gerichts.

Es ist interessant, dass Johannes diese Gerichtsbotschaft nicht weitergeben soll, sondern stattdessen einen anderen Auftrag erhält: Die kleine Buchrolle zu essen, die der Engel in seiner Hand hält. Dazu möchte später noch etwas sagen.

 

Die alles entscheidende Aussage, die der Engel mit einem feierlichen Schwur bekräftigt ist die, dass der Zug zu der, von Gott festgesetzten Zeit abfährt, um beim vorigen Bild zu bleiben.

6b Die Frist ist abgelaufen!

7 Denn wenn der siebte Engel seine Posaune geblasen hat, wird Gottes geheimer Plan zur Vollendung kommen, so, wie er es seinen Dienern, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat.

 

Noch ist „Schonfrist“. Noch ist Zeit der Gnade. Noch können Menschen umkehren und ins Himmelreich einkehren. Noch haben wir als Gemeinde den Auftrag, diese Gute Botschaft, die uns verkündet wurde so weiter zu geben, dass sie möglichst viele Menschen annehmen.

Aber wenn der siebte Engel in seine Posaune bläst – wann das genau ist wissen wir nicht – dann ist es endgültig zu spät.

 

Dann wird Gottes geheimer Plan, den er seit dem Sündenfall für uns Menschen bereithält, ausgeführt werden. Dieser Plan, der seinen Dienern, den Propheten, wie es hier heißt, als Gute Nachricht (Evangelium) verkündet wurde. Wissen nur die Propheten (AT&NT) von diesem Plan? Auch wir, die wir vielleicht nicht so prophetisch begabt sind, wurden in diesen Plan eingeweiht: Dieser Plan besagt, dass alle die, die in diesem Leben auf den Sohn Gottes vertrauen, das Gericht hinter sich haben und dann, wenn Jesus wiederkommt, endgültig in die Freude und Gemeinschaft Gottes aufgenommen werden und seine Schönheit und Herrlichkeit offen bestaunen dürfen. Noch sehen wir diese Herrlichkeit wie durch einen trüben Spiegel (Silberspiegel / Alufolie), wie Paulus in 1. Kor 13 schreibt. Aber dann sehen wir ihn, so wie er wirklich ist und werden verwandelt in sein Ebenbild. Er wird dann auch alle unsere Tränen abwischen, es wird kein Leid, keine Krankheiten, keinen Krieg… mehr geben.

All das bleibt denen vorbehalten, die Jesus vertrauen.

 

Gott drängt sich nicht auf. Wenn jemand sagt: Ich brauche diesen Gott in meinem Leben nicht, dann wird er auch im zukünftigen Leben ohne Gott sein müssen. Es ist nur so, dass Gott auf dieser Erde seine Sonne auf gute und auf schlechte Menschen scheinen lässt. Er ist da und er liebt alle Menschen, auch wenn sie nicht an ihn glauben, oder sogar bewusst ablehnen. Die Hölle ist ein Ort, an dem dieser Gott, der gleichzeitig „Die Liebe“ ist, nicht mehr da ist. An diesem Ort möchte ich nicht sein. Diesen Ort wünsche ich auch keinem. Ich will ihn mir nicht einmal genauer vor Augen führen. Aber nur, weil die Hölle nicht in unser aufgeklärtes, humanistisches Weltbild passt, heißt das nicht, dass sie nicht existiert.

 

Noch ist Zeit, aber wie lange noch? Nur der Vater im Himmel weiß es.

 

Johannes wird aufgefordert, die Buchrolle, die der Engel in seiner Hand hält zu essen. Diese Aufforderung ist nicht neu. Bereits im AT erhält Hesekiel den gleichen Befehl. (Hes 2,8-3,3) Auch Hesekiel schmeckte sie süß wie Honig. Hier in der Off lag sie anschließend dem Johannes bitter im Magen.

Das, was Johannes und Hesekiel verbindet, ist, dass sie zuerst die Schriftrolle zu Essen bekamen und dann einen prophetischen Dienst erhielten.

Darin sehe ich ein Prinzip, das für alle Verkündiger des Wortes Gottes gilt, nämlich zuerst das Wort zu „essen“ (durchkauen, in sich aufnehmen) bevor sie es, in welcher Form auch immer weitergeben.

Der Prediger muss immer der allererste Hörer seiner Predigt sein. Das gilt auch, wenn du nicht mit Worten predigst. Dein Leben, das du in der Nachfolge lebst, kann einen viel „lautere“ Predigt sein, als ich jemals hier vom Rednerpult aus halten könnte. Vor allem erreichst du Menschen, die vielleicht niemals zu uns in den Gottesdienst kommen würden. Darum: Nimm das Wort, das Gott zu dir spricht ganzheitlich auf, „iss es“ und lebe dann was du von Gott gelernt hast. Das ist ein prophetischer Lebensstil, zu dem uns diese Schriftstelle aufruft.

 

Dieses Wort, dass Gott zu dir spricht wird dir schmecken (süß wie Honig), aber es kann sein, dass es auch damit verbunden ist, dass du Herausforderungen meistern musst, die dich fordern. Möglich, dass dir diese Herausforderungen Magenschmerzen bereiten. Auch das verschweigt uns das Wort Gottes nicht. Aber ist es das nicht Wert?

Bedenke, was Jesus für dich getan und gelitten hat.

Ist dann nicht selbstverständlich, dass wir unser Möglichstes geben, um ihm zu dienen? Selbst wenn es weh tut?

Wir sind im Krieg. Jesus kämpft mit uns Seite an Seite. Im Krieg gibt es Opfer und gibt es Wunden.

Aber die Sache Jesu, das Reich Gottes ist es Wert, diese Opfer auf sich zu nehmen und diesen bitteren Nachgeschmack auszuhalten.

 

Wie gesagt: Nachdem Johannes diese Schriftrolle gegessen hatte, bekam er einen neuen Auftrag im Namen Gottes (prophetisch) zu reden:

11 Dann wurde mir gesagt: „Du musst noch mehr prophetische Worte aussprechen und verkünden, was Gott mit den Völkern, Sprachen, Kulturen und mit vielen Königen vorhat.“

 

Diese Berufung galt ganz speziell für Johannes. Aber auch auf dein Leben hat Gott eine Berufung gelegt.

Kennst du deine spezielle Berufung? Lebst du sie?

Der Sinn deines Lebens besteht nicht darin, möglichst viel Geld zu verdienen um dann eine ruhige Pension zu haben. Auch nicht darin, dich für deine Familie oder deinen Job aufzuopfern.

Gott hat dich als seinen Sohn oder seine Tochter adoptiert, damit du seine Liebe aufnehmen, erwidern und weitergeben kannst. Er seht sich zu allererst nach Gemeinschaft mit dir!

Erst wenn wir das verstanden haben, wird Gott dir einen ganz speziellen Auftrag geben, z.B.: noch mehr prophetische Wort verkünden, den Flüchtlingen helfen, der Gemeinde im Lobpreis dienen, oder beim Frauenfrühstück mitarbeiten, oder was auch immer.

 

Dieses zehnte Kapitel in der Off ist ein Mut machendes Kapitel.

Noch ist der Zug nicht abgefahren, noch ist die Tür offen. Ob morgen noch Zeit ist, können wir nicht sagen, aber heute ist ein Tag des Heils. Darum: Lasst uns dieses Heil verkünden, lasst uns zu einem Leben mit diesem wunderbaren Gott einladen, in der Art und Weise, wie Gott das für uns vorgesehen hat.

Und keiner von den Menschen, die uns am Herzen liegen, soll dann bestürzt sagen müssen: Zu spät. Die Zeit ist um.

Gott hat dir sein Wort gegeben um dies zu verhindern, iss es heute!