Liebe Mütter und Mütterinnen!

Heute schon Frühstück ans Bett serviert bekommen?
Auch schon gefragt, warum an den anderen 364 Tagen nicht?

Von Müttern wird viel erwartet:

Als der liebe Gott die Mutter schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien ein Erzengel, schaute eine Weile zu und sagte dann: „Lieber Gott, Du bastelst aber schon lange an dieser Figur!“ Und Gott sprach: „Hast Du die vielen speziellen Wünsche auf der Bestellung gesehen? Sie soll pflegeleicht, aber nicht aus Plastik sein. Sie soll 160 bewegliche Teile haben, Nerven wie Drahtseile. Einen Schoß, auf dem einige Kinder gleichzeitig sitzen können und trotzdem muss sie auf einem Kindersessel Platz haben. Sie soll einen Rücken haben, auf dem sich alles abladen lässt. Sie soll in einer überwiegend gebückten Haltung leben können, ohne Rückenschmerzen zu bekommen. Ihr Trost soll alles heilen, von der Beule bis zum Seelenschmerz. Sie soll sechs Paar Hände haben…“

Da schüttelte der Erzengel den Kopf und meinte: „Sechs Paar Hände, das wird nicht möglich sein.“ Der liebe Gott antwortete: „Die sechs Paar Hände machen mir keine Sorgen. Aber die drei Paar Augen, die sie haben muss.“ Wieder fragte der Erzengel: „Gehören die denn zum Standardmodell?“ Und der liebe Gott nickte: „Ein Paar Augen, das durch geschlossene Türen blickt, während sie fragt: „Was macht Ihr denn da drüben?“ – obwohl sie es längst weiß. Ein weiteres Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht, was sie nicht sehen soll, aber wissen muss. Und natürlich noch zwei Augen vorn, aus denen sie ein Kind ansehen kann, das sich unmöglich benimmt. Zu dem sie trotzdem sagt: „Ich verstehe Dich und hab Dich sehr lieb!“ – ohne dass sie ein einziges Wort spricht.“„O Herr!“, sagte der Erzengel und zupfte ihn leise am Ärmel, „geh jetzt schlafen und mach morgen weiter!“

Doch der liebe Gott erwiderte: „Ich kann nicht, denn ich bin nahe daran, etwas zu schaffen, das mir einigermaßen ähnlich ist. Ich habe es bereits geschafft, dass sie sich selbst heilen kann, wenn sie krank ist. Dass sie eine Lieblingsspeise für alle kochen kann. Dass sie eine Dreijährige davon überzeugen kann, dass Buntstifte nicht essbar sind. Dass sie einen Sechsjährigen dazu bringen kann, sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Dass sie einem Zehnjährigen erklären kann, dass Füße überwiegend zum Gehen da sind und nicht zum Treten.“
Der Erzengel ging langsam um das Modell der Mutter herum, betrachtete es genau und seufzte dann: „Zu weich. Viel zu weich“.
Doch Gott sprach: „Aber sehr zäh! Du glaubst gar nicht, was sie alles leisten und aushalten kann!“ Der Erzengel fragte: „Kann sie auch denken?“ Der liebe Gott lachte: „Nicht nur denken, auch diskutieren, urteilen und Kompromisse schließen – und vergessen.“

Noch einmal fragte der Erzengel: „Das alles könnte doch auch ein Roboter. Warum plagst Du Dich so mit diesem Modell?“ Der liebe Gott erklärte wieder: „Eine Maschine ist kalt und nicht sehr beweglich. Eine Mutter hat Gefühle, damit schenkt sie Wärme, Liebe, Geborgenheit, Geduld, Trost. Sie zeigt ihre Gefühle und gibt sie weiter. Sie ist das, was die Sonne für die Welt ist. Ohne sie ginge gar nichts. Alle brauchen sie.“

Schließlich beugte sich der Erzengel vor und fuhr mit einem Finger über Augen und Wangen. Dann rief er: „Da ist ein Leck! Das läuft was aus! Ich habe Dir ja gesagt, Du versuchst zu viel in das Modell hinein zu verpacken.“ Doch Gott erklärte: „Das ist keine undichte Stelle. Das ist eine Träne. Sie fließt bei Freude, Trauer oder Enttäuschung, bei Schmerz oder Verlassenheit. Die Tränen sind das Überlaufventil!“

Da sagte der Erzengel voller Bewunderung: „Lieber Gott, Du bist ein Genie!“ Und Gott lächelte versonnen und sprach: „Ich weiß. Und darum ist mir eine gute Mutter so ähnlich.“
(Quelle: http://pfarre-wels-hlfamilie.dioezese-linz.at/index.php/2012/05/13/predigt-zum-muttertag)

Im Bestseller „Die Hütte“ wird Gott „Vater“ als dicke Afrikanerin, also als richtige „Mama“ dargestellt.
Das ist auf den ersten Blick befremdlich und hat auch einige Kritik aus christlichen Kreisen hervorgerufen.
Bei manchen kamen Befürchtungen zu Tage, dass sich da radikal feministische Theologinnen wichtig machen wollten. So nach dem Motto: „Als Gott den Mann schuf, übte SIE nur.“

Tatsache ist jedoch, dass wenn wir uns Gott männlich vorstellen, ihm auch nicht gerecht werden.
1.Mose 1,27
So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild,
… und schuf sie als Mann und als Frau.
Wörtlich: männlich und weiblich schuf er sie.

Jes 66,13: Ich werde euch trösten, wie eine Mutter tröstet.

Gott ist also nicht nur der liebende Vater im Himmel, er ist auch die liebende Mutter, die unseren Schmerz kennt, die ein tröstendes Wort für uns hat, die uns versorgt und uns „zur Brust nimmt uns stillt“.

Der Muttertag ist zwar keine rein christliche Erfindung, aber durchaus ein Gedenktag im Sinne des 4. (5.) Gebots, welches auch Jesus zitierte: Ehre deinen Vater und deine Mutter.

Es stimmt übrigens nicht, dass die Nazis den Muttertag eingeführt haben.
Als „Erfinderin“ des Muttertags gilt die US Amerikanerin: Anna Marie Jarvis.
Sie veranstaltete am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, ein Memorial Mothers Day Meeting. Im folgenden Jahr wurde auf ihr Drängen hin wiederum am zweiten Maisonntag in der Methodistenkirche in Grafton allen Müttern eine Andacht gewidmet. 500 weiße Nelken ließ sie zum Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter vor der örtlichen Kirche an andere Mütter austeilen.
Bereits 7 Jahre später (1914) wurde der 2. Sonntag im Mai als nationaler Feiertag zu Ehren der Mütter in den USA eingeführt.
In Österreich wird er seit 1924 begangen.

Der Muttertag wurde zwar wie gesagt nicht von den Nazis erfunden. Richtig ist allerdings, dass dieser Tag von den Nazis für seine Zwecke benutzt wurde.
Der Muttertag wurde von den Nationalsozialisten im Jahr 1933 in den „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ umbenannt. Das Mutterbild der Nazis wurde für ihre Propaganda missbraucht. (Arische Herrenrasse)
Als Ideal galt die „bürgerliche Hausfrau“, die dem Deutschen Reich diente, indem sie dem Staat möglichst viele „arische Kinder“ gebar und für ihre Familie sorgte. Wenn eine Frau acht Kinder zur Welt brachte, wurde ihr das „goldene Mutterkreuz“ verliehen.

Ich denke allerdings nicht, dass dieser geschichtliche Hintergrund der Grund dafür ist, dass sich das Bild der Mutter in unseren Tagen so vollkommen ändert.

Natürlich unterliegen Rollenbilder, auch die der Mutter einem gewissen gesellschaftlichen Wandel. Aber so grundlegend, wie derzeit von unserer Gesellschaft gefordert wird, ist in der Geschichte bisher einzigartig.
Heute ist es so, dass Frauen zwar Kinder zur Welt bringen sollen, (irgendjemand muss ja unsere Pensionen erarbeiten) aber danach sollen Frauen so schnell wie möglich wieder in den Beruf einsteigen.
Bsp.: Frau in Puchenau

Wenn Mütter heute diesen Trend nicht mitmachen wollen, müssen sie mit gesellschaftlichen (Was, du bist „nur“ Mutter?), wirtschaftlichen und beruflichen Nachteilen rechnen.
Bsp: Gabriele.

Da läuft doch etwas verkehrt.
Ich bin der letzte der Frauen hinter dem Herd gefangen halten will, aber Mutter (und auch Vater) zu sein bedeutet Verantwortung für sein(e) Kinder(er) zu übernehmen. Für seine Kinder da zu sein.
Ich klage primär nicht die Frauen an, die beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen bald nach der Geburt arbeiten gehen müssen.
Ich stoße mich an unserem gesellschaftspolitischen Trend, der es jungen Müttern und auch Vätern unmöglich macht sich in guter Weise um ihre Kinder zu kümmern.
Die Leidtragenden sind wie immer die Schwächsten, nämlich die Kinder.
Da muss sich etwas ändern.

Ich glaube, dass es unsere Pflicht als Christen ist, gegen diesen Trend anzukämpfen. Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber zwei Dinge können wir auf jeden Fall tun:

Wir können vorbildlich anders leben.

Bsp: Adidas Turnschuhe
Wenn du weißt, wer du als Kind Gottes bist, musst du nicht mehr jeden Trend mitmachen.
Du brauchst dich nicht länger um die Frage kümmern: Was denken die anderen von mir?
Du kannst dich mit der Frage beschäftigen: Was brauchen meine Mitmenschen, vor allem: Was brauchen meine Kinder?
Wie kann ich für sie da sein, so dass es ihnen gut geht?

Wenn Mütter (und natürlich auch Väter) sich in dieser Weise um ihre Kinder kümmern, leisten sie einen unersetzlichen Beitrag für unsere Gesellschaft. Es ist fast nicht möglich, dass eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, Hort, Schule oder was auch immer einem Kind dieses, gerade in den ersten Lebensjahren so wichtige „Nest“ bietet, das ein Kind braucht.

Aber umgekehrt ist es für Mütter, die Zeit für ihre Kinder haben, trotz aller Unvollkommenheit ein leichtes, ihren Kindern dieses Nest zu bereiten. Dazu brauchen sie kein Studium an der Uni, oder sonstige Qualifikation, dazu muss sie keine Pädagogin oder Psychologin sein.
Natürlich ist es von Vorteil, sich beispielsweise über Kindererziehung Gedanken zu machen, das eine oder andere Buch zu lesen oder sich mit Freundinnen auszutauschen.
Aber um eine gute Mutter zu sein, braucht es in erster Linie ein Herz, das am richtigen Fleck sitzt, ein Gespür für die Bedürfnisse der Kinder, und vor allem Zeit. Ungeteilte Zeit, die ich dem Kind widmen kann.

Und wenn du als Mutter darüber hinaus noch Gott kennst, der dich begleitet, der dich tröstet und der dir ganz praktisch immer wieder neue Kraft gibt, dann wirst du als Mutter einen Unterschied in unserer Gesellschaft machen. Einen Unterschied, den früher oder später andere bemerken werden.
Unsere Gesellschaft wartet genau auf diese mutigen Frauen, die sagen: Mir ist das Wohl meiner Kinder wichtiger als beruflicher Erfolg, materieller Zugewinn und Ansehen.
Was ist dir wichtiger?

Und das zweite was wir tun können um diese gesellschaftlichen Trend um zu kehren:

Wir können beten.

Für unsere Familien, für unser Land, unsere Politiker (EU Wahlen)…
Ich fühle mich manchmal so ohnmächtig angesichts der Herausforderungen, die unser Zeit mit sich bringt.
Aber ich weiß, dass für Gott nichts unmöglich ist.
Deshalb: Je aussichtsloser unsere Lage ist, desto wichtiger wird unser Gebet.

Er allein kann die Herzen der Menschen verändern. Er kann junge Frauen dafür begeistern, wieder gerne Mütter zu werden und zu sein. Für ihre Kinder wirklich da zu sein, zumindest in den ersten Lebensjahren.
Er kann auch (junge) Väter dazu bringen zu erkennen, wie sehr ihre tatsächliche (nicht nur physische) Anwesenheit zur guten Entwicklung der Kinder beiträgt. Dass ihre Rolle als Vater sich nicht darauf beschränkt möglichst viel Geld nach Hause zu bringen und deshalb bis zum Umfallen zu arbeiten.

Wir können dafür beten, dass unsere Betriebe erkennen, dass es sich aus wirtschaftlich auszahlt, wenn eine gesunde nächste Generation heranwächst.

Wir haben eine sehr große Verantwortung durch unser Gebet. Weil wenn wir Christen nicht beten, wer dann?

Aber wenn wir beten, dann bewegt Gott seinen Arm.
Er hat mindestens sechs Paar Arme, so wie eine gute Mutter!