Eines Nachts im alten schottischen Schloss. Ein Gast, der durch die Korridore irrt, trifft auf ein Gespenst, welches ihm traurig berichtet:

„Ich bin schon seit über vierhundert Jahren hier.“

„Ah, das trifft sich gut, dann wissen Sie doch sicher, wo hier die Toiletten sind …“

 

Im Rahmen unserer Predigerwerkstatt wird heute Erika den ersten Teil dieser Predigt übernehmen:

 


 

Bevor dieses Schloss erbaut wurde, rief der Baumeister viele verschiedene Menschen zusammen, denen er sein Vermögen anvertraute um ihm ein großes Schloss mit einem wunderschönen Garten zu bauen.

Die unterschiedlichsten Werkzeuge wurden ausgeteilt – ein jeder bekam nach seinen Fähigkeiten.

Der Baumeister wusste genau, wem er was zutrauen konnte.

Er überforderte keinen.

Der Baumeister vertraute seinen Leuten und diese gingen sogleich an ihre Arbeit.

Aber nun stellen wir uns mal vor einige der Arbeiter hätten – aus welchen Gründen auch immer – ihre Werkszeuge zu Hause in ein Eck gestellt im Keller versteckt,.. und ihre Aufgabe auf der Baustelle nicht wahr genommen – das Schloss hätte nicht, oder aber nur zum Teil gebaut werden können.

 

In unserem heutigen Bibeltext vergleicht Jesus das Himmelreich auch mit einem Mann, der sein Vermögen auf seine Verwalter aufteilt, die damit während seiner Abwesenheit gut wirtschaften sollen.

 

Mt 25, 14 – 30 (Hoffnung für alle)

Beauftragt zu handeln

14 »Es wird dann so sein wie bei einem Mann, der vorhatte, ins Ausland zu reisen. Er rief alle seine Verwalter zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an. Sie sollten während seiner Abwesenheit gut damit wirtschaften.

15 Dem einen gab er fünf Zentner Silberstücke, einem anderen zwei und dem dritten einen Zentner, jedem nach seinen Fähigkeiten. Danach reiste er ab.

16 Der Mann mit den fünf Zentnern Silberstücke machte sich sofort daran, mit dem Geld Geschäfte zu treiben, und konnte so die Summe verdoppeln.

17 Auch der die zwei Zentner bekommen hatte, verdiente zwei hinzu.

18 Der dritte aber vergrub den Zentner, den sein Herr ihm anvertraut hatte, an einem sicheren Ort.

19 Nach langer Zeit kehrte der Herr von seiner Reise zurück und forderte seine Diener auf, mit ihm abzurechnen.

20 Der Mann, der fünf Zentner Silberstücke erhalten hatte, trat vor und übergab ihm zehn Zentner. Er sagte: ›Herr, fünf Zentner hast du mir gegeben. Hier, ich habe fünf dazuverdient.‹

21 Da lobte ihn sein Herr: ›Gut so, du bist ein tüchtiger und zuverlässiger Verwalter. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir Großes anvertrauen. Komm zu meinem Fest und freu dich mit mir!‹

22 Danach kam der Mann mit den zwei Zentnern. Er berichtete: ›Herr, ich habe den Betrag, den du mir gegeben hast, verdoppeln können.‹

23 Da lobte ihn der Herr: ›Gut gemacht, du bist ein tüchtiger und zuverlässiger Verwalter. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir Großes anvertrauen. Komm zu meinem Fest und freu dich mit mir!‹

24 Schließlich kam der Diener, dem der Herr einen Zentner Silberstücke gegeben hatte, und erklärte: ›Ich kenne dich als strengen Herrn und dachte: Du erntest, was andere gesät haben; du nimmst dir, wofür du nichts getan hast.

25 Aus Angst habe ich dein Geld sicher aufbewahrt. Hier hast du es wieder zurück!‹

26 Zornig antwortete ihm darauf sein Herr: ›Was bist du nur für ein böser und fauler Verwalter! Wenn du schon der Meinung bist, dass ich ernte, was andere gesät haben, und mir nehme, wofür ich nichts getan habe,

27 hättest du mein Geld wenigstens bei einer Bank anlegen können! Dann hätte ich immerhin noch Zinsen dafür bekommen!

28 Nehmt ihm das Geld weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat!

29 Denn wer viel hat, der bekommt noch mehr dazu, ja, er wird mehr als genug haben! Wer aber nichts hat, dem wird selbst noch das Wenige, das er hat, genommen.

30 Und jetzt werft diesen Nichtsnutz hinaus in die tiefste Finsternis, wo es nur noch Heulen und ohnmächtiges Jammern1 gibt!‹«

 

 

Ein reicher Mann rief seine Verwalter zusammen und traute ihnen sein Vermögen an.

Dem einen gab er 5 Zentner Silberstücke, dem anderen 2 Zentner und dem dritten einen Zentner Silberstücke.

 

Jeweils ihren Fähigkeiten entsprechend.

Der Mann kannte also seine Diener gut und wusste wem er was zutrauen konnte.

Er gab jedem ein begrenztes überschaubares Maß. Keiner war für alles verantwortlich.

Er überforderte Keinen.

 

Was erwartete der Mann von seinen Dienern?

Sie sollten sein Vermögen, welches er ihnen für eine gewisse Zeit anvertraute sinnvoll und gewinnbringend einsetzen.

Den Dienern wurde etwas anvertraut – ihr Herr vertraute ihnen.

Dieser Herr traut seinen Knechten etwas zu.

Gott traut auch uns etwas zu!

Gott traut dir etwas zu!

 

Jeder Christ ist dazu berufen mit zu helfen Gottes Reich zu bauen.

Jesus sagte zu seinen Jüngern in Mat. 28,18

Mir ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern….

 

Also Jesus erwartet von uns, dass wir gehorchen und gehen.

Aber er schickt uns nicht einfach so los.

So wie den Verwaltern in dem Gleichnis, hat Gott auch uns etwas von seinem unendlichen Reichtum anvertraut.

ER hat dir  Talente und Gaben gegeben.

 

Röm. 12, 6

Gott ist gnädig und hat uns unterschiedliche Gaben geschenkt.

ER hat uns mit den unterschiedlichsten Talenten und Gaben ausgerüstet.

Daher sind wir auch unterschiedlich beauftragt. Von einem wird viel, vom anderen weniger verlangt.

Hier geht es nicht um Erfolg sondern um Treue.
Das heißt: Gott erwartet von uns, dass wir Verantwortung  übernehmen.
Verantwortung darüber ob und wie wir diese Gaben und Talente nutzen und einsetzen.
Die Verwalter werden beauftragt, mit dem Vermögen des Besitzers zu arbeiten.

Die Gabe (das Vermögen) wird zur Aufgabe und offensichtlich waren die drei auch nicht ganz unbegabt.
2 von den Verwaltern haben ihre anvertrauten Talente jeweils verdoppelt.
Nur der Dritte tat gar nichts. Er versteckte sein Talent sogar.

 

In 1. Petrus 4,10 lesen wir:

Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen sollt. Setzt sie gut ein, damit sichtbar wird, wie vielfältig Gottes Gnade ist.

 

Also nicht nur ein paar Privilegierte – sondern ein jeder von uns hat Gaben und Talente bekommen.

Mit unseren Gaben sollen wir einander dienen.

 

Geistige Gaben sind ein Geschenk Gottes an seine Kinder.

Gabe = griech. „charisma“ = göttliches Geschenk

Es sind Fähigkeiten, die Gott uns gegeben hat, damit wir unseren persönlichen Beitrag leisten können.

d.h. wir können uns eine geistige Gabe nicht erarbeiten od. verdienen.

 

Und in 1.Kor. 12,11 lesen wir:

Dies alles (die unterschiedlichen Gaben) bewirkt aber ein und derselbe Hl. Geist, indem er diese Gaben zuteilt und allein entscheidet, welche Gabe jeder Einzelne erhält.

 

In einer anderen Stelle fordert uns Paulus aber auch auf uns auch nach geistigen Gaben auszustrecken, also darum zu bitten. Eph. 5,18

 

So wertvoll die Gaben und Talente auch sind, so wichtig es auch ist, dass wir damit verantwortungsvoll umgehen – das wichtigste aber ist die Liebe!

Dass ich alles was ich tue aus Liebe tue. Aus Liebe zu Gott und zu meinem Nächsten.

Gott hat uns aus lauter Liebe erwählt und berufen.

Und diese Liebe aus der wir leben – Tag für Tag – dürfen wir weitergeben.

 

Als der Mann in unserem Gleichnis wieder zurück kommt werden die beiden Verwalter für ihre Treue belohnt: Du bist in kleinen Dingen treu gewesen“ sagt er „darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen. Ich lade Dich zu meinem Fest ein.

 

Der 3. Diener hat seine Gaben versteckt, eingegraben.

In Mat. 5, 15-16 fordert uns Jesus auf:

Versteckt euer Licht nicht, stellt es lieber auf einen Lampenständer und lasst es für alle leuchten!

Und genauso lasst eure guten Taten leuchten vor den Menschen, damit alle sie sehen können und euren Vater im Himmel dafür rühmen.

 

Jesus Christus wird uns wenn er wieder kommt für unsere Treue belohnen.

„Du bist in kleinen Dingen treu gewesen, darum werde ich dir größeres anvertrauen.

Komm ich lade dich zu meinem Festmahl ein!“

 


 

 

Weißt du, was du alles von Gott bekommen hast? Ich meine nicht nur die Freiheit der Kinder Gottes, Vergebung für deine Sünden, ein neues Herz, das ewige Leben usw.

Die Frage, die ich die heute stellen will, ist: Kennst du die „Talente“, die der Heilige Geist dir gegeben hat? Die Geistesgaben spielen in unserem Leben als Christen eine wichtige und entscheidende Rolle. So schreibt Paulus: 1. Kor 12,1: Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, Brüder und Schwestern, nicht in Unwissenheit lassen.

 

Warum ist es so wichtig, über die eigenen Gaben Bescheid zu wissen?

 

Wenn ich meine Gaben kenne, dann hilft mir das meinen Platz beim Bau des Reiches Gottes genau zu finden. Wir alle sind unterschiedlich begabt und das ist gut so.

Wenn du deine geistlichen Gaben noch nicht genau kennst, dann lade ich dich ein, ein „DIENST“ Seminar zu besuchen. Voraussichtlich im Herbst werde ich wieder eines anbieten.

Auch die DIENST Gespräche möchte ich im Herbst wieder zu neuem Leben erwecken.

Mein Ziel mit diesem DIENST Prozess ist nicht, dass alle irgendwie beschäftigt sind, oder dass ich weniger Arbeit habe. Ich alleine kann ohnehin nicht das Reich Gottes im Bezirk Rohrbach bauen. Das können wir nur gemeinsam. Das Ziel ist aber wie gesagt nicht, dass du irgendetwas machst, sondern dass du, genau an dem Platz am Bau des Reiches Gottes mitarbeitest, den Gott für dich vorgesehen hat. Wenn du in deine ganz persönliche Berufung findest. Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns so eine Berufung von Gott hat.

 

Wenn du deine Gaben kennst, und dadurch deinen Platz im Reich Gottes findest, dann ist diese Aufgabe keine große Last für dich, ganz im Gegenteil. Menschen, die im Bereich ihrer Gaben dienen, empfinden diesen Dienst als äußerst bereichernd. Außerdem sind sie effektiv, in dem was sie tun. Die ersten beiden Diener konnten ihre anvertrauten Talente verdoppeln.

 

 

Der dritte Diener jedoch setzte die Talente, die auch er erhalten hatte nicht ein. Der Grund dafür war: Angst.

V 25 Aus Angst habe ich dein Geld sicher aufbewahrt. Hier hast du es wieder zurück!

Dieser dritte Diener beschreibt seinen Herrn als harten und ungerechten Mann. Wie ihr sicher wisst, steht dieser Gutsherr in diesem Gleichnis für Gott. Gott ist der, dem alles gehört und der uns, seinen Dienern, Talente anvertraut. Deine Motivation, warum du deine Gaben einsetzt, oder auch nicht einsetzt, sagt viel über dein Gottesbild aus.

 

Ist Gott für dich ein liebender Vater? Dann nimmst du selbstverständlich und ohne zu zweifeln alles, was er dir gibt. Und du freust dich darüber. Bsp.: Du schenkst deinem Kind eine Tafel Schokolade. Ich habe noch kein Kind gesehen, dass gesagt hat: Vater ich bin nicht würdig diese Tafel zu bekommen. Ich war nicht brav genug.

 

Es gibt leider auch viele Menschen, die Gott nicht wirklich kennen. Selbst wenn sie sich Christen nennen. Für sie ist Gott jemand, der hart ist, selbstgerecht und berechnend. Er gibt mir nur etwas, wenn ich es verdient habe, oder wenn er etwas von mir will. Auch wenn sie das vielleicht nie so sagen würden.

Dieser dritte Knecht spricht aus, was in den Herzen dieser Menschen ist:

V24: Ich kenne dich als strengen Herrn und dachte: Du erntest, was andere gesät haben; du nimmst dir, wofür du nichts getan hast.

 

Angst ist nicht nur ein schlechter Lehrmeister, auf Grund von Angst ist es unmöglich eine lebendige, liebevolle Beziehung zu bauen.

 

Natürlich ist Gott heilig, rein und gerecht. Er wird am Ende der Zeit Gericht halten. Er wird auch mit uns „abrechnen“, was wir mit unserm Leben, und mit unseren anvertrauten Talenten gemacht haben. Aber wenn ich aus Angst davor, etwas falsch zu machen, lieber gar nichts mache, dann begehe ich den größten Fehler.

Es gibt einen riesengroßen Unterschied zwischen Furcht und Angst. In der Bibel gibt es den Begriff der Gottesfurcht. Wir werden mehrfach dazu aufgefordert Gott zu fürchten, aber uns nicht vor Gott zu fürchten. Gottesfurcht würde ich am ehesten mit Respekt übersetzen. Wenn ich vor jemandem Respekt habe, dann bewundere ich seine Leistung, seine Ausstrahlung oder sein Auftreten. Respekt (Furcht) ist etwas, dass mich zu dieser Person hinzieht.

Angst hingegen treibt mich von dieser Person weg. Wenn ich vor Gott Angst habe, dann achte ich darauf, dass ich ihm möglichst aus dem Weg gehe, oder dass er mich zumindest nicht bemerkt. Und wenn eine Begegnung unvermeidlich ist, dann schaue ich, dass ich so kurz und schmerzlos wie möglich halte.

 

Wenn deine Schulischen Leistungen nicht sehr gut waren, dann hast du vermutlich Angst vor dem Zeugnis gehabt. Wenn du aber wusstest, dass es dir beispielsweise bei einer Schularbeit gut ging, dann hast du immer noch Respekt vor dem Lehrer, aber er ist nicht jemand, dem du aus dem Weg gehst. Du kannst dich freuen, wenn er dir deine Schularbeit mit einer guten Note zurückgibt.

 

 

Wenn du deine Beziehung zu Gott in Ordnung gebracht hast und ihn so kennst, wie er wirklich ist: Als jemand, der alles dafür getan hat um eine tiefe, enge, liebevolle, herzliche Beziehung mit dir zu haben; wenn du Gott so kennst, dann weißt du, dass jede Angst unbegründet und fehl am Platz ist.

 

So schreibt Johannes in 1. Joh 4:

16 Wir haben erkannt, wie sehr Gott uns liebt, und wir glauben an seine Liebe. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott lebt in ihm.

17 Und wenn wir in Gott leben, dann kommt seine Liebe in uns zum Ziel. Und wir können dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen, denn wir leben in dieser Welt in derselben Gemeinschaft mit Gott wie Christus. Und unsere Liebe kennt keine Angst,

18 weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt. Wer noch Angst hat, rechnet mit Strafe, und das zeigt, dass seine Liebe in uns noch nicht vollkommen ist.

19 Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

 

Das schreibt jemand, der an Jesu Brust gelegen hat. Der weiß, dass alles, was vom Vater kommt, gut ist. Der voll Vertrauen, alles aus der Hand Gottes nimmt, was dieser ihm gibt.

 

Auch die Gaben, die der HG schenkt, sind gut. Wir können und sollen sie aus Gottes Hand nehmen und dafür einsetzen, dass sein Reich der Liebe auf dieser Erde weiter gebaut wird. Aus Liebe und Respekt vor dem Geber der Gaben sollen wir das tun, nicht aus Angst.

Die Gaben sind zur Auferbauung der Gemeinde, die ja sein Leib ist, gegeben. Dafür hat Gott dich begabt.

 

Es fängt also alles damit an, dass du weißt, dass Gott gut ist. Dass er dir einzigartige Gaben gibt, mit denen du anderen dienen kannst, die dir aber selber dabei helfen, deinen Platz zu finden und auszufüllen. Ein Platz, der dein eigenes Leben bereichert, im umfassendsten Sinn des Wortes.

Und das Ende von dem Lied heißt dann: Party! Gott lädt dich zu seinem Fest ein. Ist das nicht wunderbar?