Zwei Lausbuben kommen bei einer Hochzeitsgesellschaft vorbei.

„Los komm, wir erschrecken sie“, sagt einer der beiden.

„Wie willst du das machen?“, fragt der Andere.

Dieser läuft schnurstracks zum Bräutigam uns begrüßt ihn mit den Worten: „Hallo Papa!“

 

Die Hochzeit letzte Woche war ein sehr schönes Fest.

Hochzeiten sind immer etwas Besonderes. Voll Freude erinnere ich mich an meine eigene Hochzeit zurück. Und mit genauso großer Freude, blicke ich nach vorn, auf meine nächste Hochzeit. Ja ihr habt richtig gehört: Ich werde noch einmal heiraten, dann bin ich allerdings Braut: Am letzten Tag, wenn Jesus wieder kommt um seine Braut zu sich zu nehmen. Seine Braut, ist die Gemeinde.

Männer und Frauen, die jetzt, hier auf Erden sein Werk fortführen, das Jesus vor etwa 2000 Jahren begonnen hat. Alle diese Menschen dürfen sich auf das Hochzeitsfest des Lammes, wie er mehrfach in der Bibel beschrieben ist, freuen.

 

Ich weiß nicht, auf wie vielen Hochzeiten du schon eingeladen warst. Auf die meisten Hochzeiten freut man sich. Es ist aber auch gut möglich, dass da Einladungen dabei waren, die du eher widerwillig angenommen, oder sogar (gerne) abgesagt hast. Möglich, dass du froh warst, einen triftigen Grund hast, warum du nicht kommen kannst.

 

Es gibt immer wieder nachvollziehbare Gründe für eine Absage.

Bsp.: Geburt von Matthias.

 

Aber stell dir vor, es gäbe in Österreich noch einen Kaiser und dieser lädt dich zur Hochzeit seines Sohnes ein. Oder du wärest bei der Hochzeit von William und Kate vor 7 Jahren eingeladen gewesen.

Der einzige Grund da nicht hinzugehen wäre das eigene Begräbnis.

 

 

Jesus erzählte viele Geschichten, unter anderem eine über so eine königliche Hochzeitseinladung. Diese Geschichte ist genau genommen ein Gleichnis. So wie alle Gleichnisse, die wir in den letzten Wochen gemeinsam gelesen haben, so ist auch dieses ein so genanntes „Himmelreichsgleichnis“.

 

Mt 22,1-14 (EÜ)

1 Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis:

2 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.

3 Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

4 Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

5 Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, 6 wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

7 Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

8 Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden).

9 Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

10 Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

11 Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

12 Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

13 Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

14 Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

 

 

Eine interessante Geschichte mit mehreren unerwarteten Wendungen. Zunächst ist da dieser König. Er scheut keine Kosten und Mühen um ein großes Fest auszurichten. Das heißt, er organisierte es nicht nur, er bezahlte es auch. Es war ihm wichtig, dass möglichst viele Menschen an diesem Fest teilnahmen. Und er bewies selbst nach der ersten „Absagewelle“ noch die Geduld und die Freundlichkeit den eingeladenen Gästen nachzugehen um sie ein weiteres Mal einzuladen.

 

Wie ihr euch sicher denken könnt, steht der König in diesem Gleichnis für den Vater im Himmel, der nicht müde wird, Menschen nachzugehen, ihnen ein Friedensangebot zu unterbreiten und sie in sein Reich hinein zu lieben. Aber genauso wie Gott diesem König gleicht, so gleichen die Eingeladenen, den meisten Menschen. Damals, wie heute. Sie haben vielleicht gehört, dass es da einen Gott gibt, ja sie haben vielleicht sogar von seiner Liebe und seiner Einladung zum Leben gehört, aber es gibt für sie wichtigere Dinge im Leben.

V5 …der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden…

Mein Beruf, mein Erfolg, meine Gesundheit, mein Auto, mein Partner, meine Hobbys, meine Kinder, mein Haus… sind mir wichtiger als Gott.

Gott unternimmt nicht nur zwei Anläufe, wie hier in diesem Gleichnis. Immer wieder geht er den Menschen nach, wirbt um sie, lädt sie ein und schickte sogar seinen eigenen Sohn auf die Erde um uns zu diesem Hochzeitsfest, das es, wie gesagt am Ende der Zeit geben wird, einzuladen.

 

Aus dem geschichtlichen Kontext geht hervor, dass die zuallererst Eingeladenen die Menschen aus dem Volk Israel waren. Diese haben ihren Messias aber nicht erkannt und kamen daher nicht zur Hochzeit.

Joh 1,11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

 

Könnt ihr euch den Schmerz des Königs vorstellen?

Diese Ablehnung durch sein eigenes Volk wurde uns aber, die wir ursprünglich nicht zum Volk Gottes gehörten, zum Segen. Paulus behandelt diese Thematik ausführlich im Römerbrief.

 

V9 Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

Wir, die Menschen, die nicht zum Jüdischen Volk gehören, sind eingeladen. Alle sind eingeladen! Du bist eingeladen! Das große Hochzeitsfest ist angerichtet. „Kommt, denn es ist alles bereit“, heißt es in der Parallelstelle im Lukasevangelium. Dort steht auch noch ein wichtiger Satz: (Lk 14,23) „Mein Haus soll voll werden“.

 

  1. Tim 2,4: [Gott] will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

 

Und es wird auch so geschehen.

V10 Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Ich denke, Jesus sprach prophetisch das aus, was am Ende der Zeit sein wird.  …der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Sind wir als Gemeinde bereit für einen Ansturm von Gästen? Wenn Gott ruft, und plötzlich viele dieser Einladung folgen?

Sind wir bereit, als Diener des Königs, diesen Menschen in seinem Namen zu „bewirten“? Alle sind eingeladen und immer mehr Menschen folgen dieser Einladung. Auch unser Saal füllt sich mit „Gästen“.

Menschen, die neu in Gottes Gemeinschaft kommen brauchen vor allem Geistliche Nahrung, damit sie auch zu Dienern im Reich Gottes heranwachsen können und ihrerseits wieder Menschen in sein Reich rufen. Sie sollen nicht Gäste bleiben, unser Ziel ist es, dass sie Gottes Freunde werden.

 

Ist hier das Happy End? Alle sind glücklich und feiern ein schönes Hochzeitsfest? Nein!

Das Gleichnis ist noch nicht zu Ende, es nimmt noch einmal eine dramatische Wendung.

 

V11 Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

 

Bei der Taufe von Tatjana, vor drei Wochen, habe ich euch von diesem neuen Kleid erzählt, das diejenigen anziehen dürfen und auch anziehen sollen, die Jesus nachfolgen. Dieses Kleid ist Christus selbst. Durch ihn allein sind wir passend für die Hochzeit des Lammes gekleidet. Es ist dann so, dass Gott (der König), wenn er uns sieht, nicht mehr unsere Sünden und unsere Fehler sieht, sondern uns durch Christus sieht. Nicht weil wir uns ein so schönes Gewand erarbeitet haben, sondern weil Jesus den Weg frei gemacht hat, weil er uns buchstäblich reingewaschen hat, sind wir würdig an der Hochzeitstafel Platz zu nehmen.

Jesus ist hier sehr nachdrücklich.

Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

 

Am Ende des Gleichnisses spricht er eine sehr deutliche Warnung aus, was mit den unpassend gekleideten, bei dieser Hochzeit passiert.

 

Es gibt leider immer wieder Menschen, die sich selbst zwar Christ nennen und auch religiöses Gehabe an den Tag legen, aber Christus noch nicht angezogen haben.

Heinz sagt gerne: „Wenn man eine Kuh in eine Garage stellt, wird aus ihr trotzdem kein Traktor!“ Eine Kirche (auch eine Freikirche) zu besuchen, macht noch keinen Christen aus dir. Christus anzuziehen bedeutet ihn nicht nur „Herr“ zu nennen, sondern ihn auch Herr in deinem Leben sein zu lassen. Nur dann bist du wirklich dabei, „wenn die Musik zu spielen beginnt“! Das gilt nicht nur für die Hochzeit am jüngsten Tag. Das gilt jeden Tag. Ich bin nicht deshalb Christ, damit ich irgendwann einmal in den Himmel komme. Ich bin Christ, damit ich heute, und jeden weiteren Tag, in der himmlischen, auferbauenden, heilenden, erfüllenden, heiligen und lebendigen Gemeinschaft Gottes lebe. Hier und jetzt. Wenn du diese Erfahrung gemacht hast, willst du nicht mehr zurück in dein altes Leben.

In dieser Gemeinschaft lerne ich seinen Willen zu suchen und meine, oft selbstsüchtigen Wünsche hintan zu stellen.

Es ist absolut nicht so, dass Gott dir nichts gönnt. Genau das Gegenteil ist der Fall. In Gottes Gegenwart ist DAS Leben, weil er dich besser kennt, als du dich selber kennst und weil er dich unendlich liebt und weil er weiß, was das Beste für dich ist.

 

Deshalb ziehe ich Christus an, jeden Tag aufs Neue.

Deshalb bin ich auch sicher, dass ich beim Hochzeitsmahl, nicht nur eingeladen bin, sondern auch dann noch beim Tisch sitzen- und mich mit dem Bräutigam feiern darf, wenn die Hochzeit im vollen Gang ist.

 

Wenn du diesen Jesus noch nicht kennst, oder dir noch nicht sicher bist, zu seiner Hochzeit eingeladen zu sein, dann komm nach dem Godi zum Gebetsteam hier vorne. Wir helfen dir gerne dabei, die nötigen Schritte zu gehen um „dabei“ zu sein.

Und auch wenn du vielleicht Jesus irgendwann in dein Leben eingeladen hast, aber du merkst, dass er noch (immer) nicht Herr deines Lebens ist, dann lade ich dich ebenfalls ein, nach vorne zu kommen. Es ist manchmal gut und wichtig, diese Dinge vor jemanden auszusprechen und verbindlich fest zu machen, damit es nicht bei leeren Lippenbekenntnissen bleibt, sondern der Glaube in deinem Alltag lebendige Realität wird und bleibt.

 

Jesus wurde einmal gefragt, warum seine Jünger nicht fasten. Seine Antwort darauf war: Sollen die Hochzeitsgäste denn traurig sein und fasten, solange der Bräutigam noch bei ihnen ist? (Mt 9,15)

Jesus, der Bräutigam ist jetzt da, auch wenn wir ihn nicht sehen. Heute ist der Tag, an dem du zu seinem Hochzeitsfest eingeladen bist.

Also zieh dich passend an, und dann komm und freu dich mit ihm.