Der junge Mann zur Verkäuferin: „Ich möchte genauso ein Hemd, wie ich es anhabe.“

„Tut mir leid, wir führen nur saubere Hemden.“

 

Es gibt verschiedene Arten sich schmutzig zu machen. Äußerlich (arbeiten, MTB…), aber auch innerlich (Pornos, Tratsch, böse Gedanken…) Mt 15,19: Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken wie Mord, Ehebruch, sexuelle Unmoral, Diebstahl, Lüge und Verleumdung.

 

Schmutzig zu werden ist nicht das große Problem, wenn man weiß, wie man wieder sauber wird. Im übertragenen Sinn ist es natürlich besser, darauf zu achten „sauber“ zu bleiben, aber selbst wenn ich meinem Herz erlaube, dass es schmutzig wird, wenn ich beispielsweise einem bösen Gedanken nachgebe, gibt es für mich als Kind Gottes immer die Möglichkeit wieder zu Gott umzukehren und mich vom Vater reinigen zu lassen.

1Joh 1,9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

 

Sauber zu machen ist eine Tätigkeit, die meist von Frauen übernommen wird. Das liegt vermutlich daran, dass Frauen in der Regel ein größeres Reinlichkeitsbedürfnis habe als Männer. Männer sortieren ihre Wäsche in „schmutzig“ und in „schmutzig, aber noch tragbar“:

Das ist natürlich nur ein Klischee und es gibt auch jede Menge ausnahmen. Bsp.: Arbeitskollege, der gerne Auto putzt.

 

Eines der Geschichten, in der die Männlichkeit Jesu besonders sichtbar wurde ist die „Tempelreinigung“.

Die Unreinheit im Tempel störte ihn massiv und er griff zu ziemlich drastischen Mitteln um diesen Zustand zu beseitigen.

Im Anschluss daran ergab sich eine intensive Auseinandersetzung mit den religiösen Leitern in Jerusalem. Genauer gesagt mit den obersten Priestern und den Ältesten. Sie erkundigten sich wer ihm das Recht gab, so aufzutreten. Jesus stellte ihnen eine Gegenfrage, die sie nicht beantworten konnten, oder genauer gesagt beantworten wollten, weil sie sich, egal wie sei geantwortet hätten, selbst belastet hätten.

 

Daraufhin erzählte ihnen Jesus folgendes Gleichnis: Mt 21,28-32:

28 Doch was haltet ihr von Folgendem? Ein Mann hatte zwei Söhne und sagte zu dem älteren: `Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg.´

29 Der Sohn antwortete: `Nein, ich will nicht.´ Doch später änderte er seine Meinung und ging doch.

30 Dann sagte der Vater zu dem anderen Sohn: `Dann geh du´, und der sagte: `Ja, Vater, ich gehe´, aber er ging nicht.

31 Welcher von den beiden Söhnen hat nun seinem Vater gehorcht?« Sie antworteten: »Der erste natürlich.« Da erklärte ihnen Jesus, was er damit sagen wollte. »Ich versichere euch: Bestechliche Steuereinnehmer und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.

32 Denn Johannes der Täufer kam und zeigte euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Steuereinnehmer und Huren dagegen haben ihm geglaubt. Obwohl ihr das alles gesehen habt, wolltet ihr nicht umkehren und ihm glauben.

 

Worum geht es Jesus in diesem Gleichnis? Will er von uns, dass wir für ihn arbeiten? Dass wir möglichst viele religiöse Leistungen vollbringen? Ganz klar: Nein! Es geht um etwas viel Wichtigeres:

Natürlich, Gott erwartet etwas von uns. Er erwartet etwas von dir! Die Predigt Jesu enthielt, wie auch schon die Predigt des Johannes d.T. zwei grundlegende Forderungen: Kehrt um (tut Buße) und glaubt.

Buße zu tun hat überhaupt nichts mit „sich unwürdig fühlen“, oder mit Selbstbestrafung zu tun. In den moderneren Übersetzungen steht zurecht Umkehr. Gemeint ist, dass ich Gott erlaube, Einfluss auf mein Denken, meine Überzeugungen und meine Glaubensgrundsätze zu nehmen. Und dass sich dadurch mein Leben ändert.

 

Jesus spricht in seinen Ausführungen zwei Randgruppen an: Zöllner und Huren. Die meisten Übersetzungen wählen, meiner Meinung nach bewusst das Wort „Hure“ für das griechische Wort „Pornai“ und nicht Prostituierte, oder Sex-Arbeiterin, wie es heute politisch korrekt ausgedrückt ist.

Viele der Frauen, die heute in Bordellen, oder am Straßenstrich arbeiten tun das nicht freiwillig, sondern leben in Abhängigkeit ihrer Zuhälter.

Als Huren werden in der Bibel aber nicht nur gewerbsmäßige Prostituierte bezeichnet, sondern auch Frauen, die sich auf außerehelich Affären einlassen, oder bewusst Männer verführen. (Spr. 5)

Das Anliegen Jesu war es hier, die Ausgegrenztheit aber auch Lasterhaftigkeit dieser Frauen darzustellen, die trotz allem das Friedensangebot Gottes für ihr Leben annahmen.

 

Die Zöllner zur Zeit des NT waren verhasst. Nicht nur, weil sie die Steuern für die Besatzungsmacht, also die Römer eintrieben. Dadurch waren sie als Verräter eingestuft.

Sie waren auch deshalb verhasst, weil sie den Leuten mehr Geld abnahmen, als eigentlich gefordert war, und sie sich auf diese Weise selber bereicherten. Das würde uns heute noch genauso ärgern.

 

Das Denken der Zöllner war von Gier geprägt. Sie glaubten (Überzeugung!): Wenn ich genug Geld habe, bin ich glücklich und alle werden mich lieben. Dieser Irrglaube ist heute noch genauso verbreitet, wie damals.

Die Überzeugung der Hure war, dass wenn mich ein Mann begehrt, dann bin ich geliebt. Natürlich ist es so, dass wenn ein Mann eine Frau wirklich liebt, dann wird er sie auch begehren, aber das bedeutet nicht automatisch, dass das umgekehrt auch gilt. Sehr oft gilt dieses Begehren nur dem Körper der Frau und der schnellen Lustbefriedigung. Mit echter Liebe hat das nichts zu tun.

 

Genau bei dieser Überzeugung, bei diesem Denken setzt die Umkehr, von der Jesus sprach und auch Johannes d.T. predigte, ein: Wenn du erkannt hast, dass der Reichtum, und sei er auch noch so groß, dich nicht glücklich macht, dann fällt es dir leichter, diesem Götzen nicht mehr hinterher zu laufen. Bsp.: Zachäus.

 

Und genau das ist, als Reaktion auf die Predigt von Johannes, später von Jesus passiert. Menschen, die in allerlei Sünden verstrickt waren, Zöllner und Huren waren ja „nur“ die weithin sichtbare Spitze eines Eisbergs, eben diese Menschen änderten sich. Viele erkannten, dass sie falschen Göttern nachgelaufen waren und erlaubten Gott, dass er ihnen ein neues, lebendiges, liebevolles Herz schenkt. Das war keine Änderung aus eigener Anstrengung heraus (Ich muss ab jetzt gut sein, ich darf ab sofort nicht mehr sündigen), sondern das passierte dadurch, dass sie sich von Gott neue, bessere Gedanken und seine Sichtweise auf die Dinge dieser Welt schenken ließen.

Sie haben ihren Irrglauben, gegen einen Glauben an den lebendigen Gott eingetauscht. Genau das meint Umkehr.

Durch diese Umkehr steht ihnen nun die neue Welt Gottes, oder wie es im Mt immer wieder ausgedrückt ist: das Himmelreich, weit offen.

 

Jesus erzählt dieses Gleichnis Menschen, die der Meinung sind, dass sie es schon geschafft haben. Männer, die einen geistlichen Beruf, oder eine besondere Stellung im Volk Israel hatten. Menschen, die der Meinung waren, dass sie sich nicht mehr ändern mussten, weil Gott ja mit ihnen zufrieden sein müsste.

 

Ich habe mich gefragt, wen hat Jesus da heute im Auge? Es ist leicht, von den führenden Juden damals, von den Pharisäern und Schriftgelehrten zu sprechen und sie als schlechtes Beispiel zu sehen. Aber solche Menschen gibt es heute genauso.

 

Mir geht es nicht darum, mit dem Finger auf eine bestimmte Personengruppe zu zeigen.

Vielmehr muss ich mich selber immer wieder an der Nase nehmen und mich selber fragen, wo ich glaube (auch das ist ein Glaube) Gottes Vergebung, seine Hilfe und Führung nicht mehr zu benötigen, weil ich ja schon so reif und erwachsen im Glauben bin. Versteht mich nicht falsch: Es ist gut, wenn wie in unserem Glaubensleben wachsen und reif werden. Wenn unser Gebetsleben wächst und unsere Bibelkenntnis zunimmt. Wenn wir geistliche Erfahrung sammeln, wie wir beispielsweise effektiv beten können und wir viele gute Früchte bringen. Aber wenn wir selbst so „geistlich“ werden, dass wir Gott gar nicht mehr brauchen, dann haben wir genauso das Ziel verfehlt, als wenn wir geistlich gar nicht wachsen und in Sünden verstrickt bleiben.

 

Wenn wir ehrlich sind, kommen wir „alten Hasen“ im Glauben immer wieder einmal an diesen Punkt. Der Glaube wird Routine und letztendlich bin ich es, der für Gott etwas leistet.

 

Gott hält mir dann einen Spiegel, oder besser gesagt einen scheinbar hoffnungslosen Fall vor die Nase und sagt: V31: Bestechliche Steuereinnehmer und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.

 

Aber ist das nicht gleichzeitig auch eine „Gute Nachricht“!? Wenn Gott Zöllnern und Huren, Kleinkriminellen und Tratschweibern, ja sogar Mörderinnen und Vergewaltigern ermöglicht, in sein Reich zu kommen, dann hab sogar ich eine Chance. Einzige Bedingung: Umkehren und Glauben!

Die Lügen, die der Feind in unser Denken streut verwerfen und die Wahrheiten, die er über mich und mein Leben sagt glauben.

 

Das ist so einfach, dass es ein kleines Kind versteht und gleichzeitig so herausfordernd, dass wir ein Leben lang damit zu tun haben.

 

Jesus hält den führenden Juden ja nicht deshalb diese Dinge vor die Nase, weil er sie verdammen will, oder ihnen die Meinung sagen will, sondern weil er will, dass auch sie die Wahrheit erkennen und ebenfalls umkehren. Die Wahrheit, die uns alle frei macht!

Umso mehr wir diese Wahrheit für uns selber erkennen, desto freier werden wir sein.

Frei das zu tun, wozu unser himmlischer Vater uns geschaffen hat.

Wenn er uns, wie hier in dem Gleichnis angesprochen in den Weinberg schickt, dann nicht, um uns eine Arbeit aufzuhalsen, die er nicht tun will, sondern weil er weiß, dass wir dort Freude, Sinn und Erfüllung finden.

 

Das zu leben, was Gott von uns will, war immer schon die beste Entscheidung, die Menschen treffen konnten.

Also: Lasst uns umkehren, wann immer wir glauben ohne ihn besser zurecht zu kommen und ihm vertrauen. Dann werden wir das Reich Gottes erleben. Mit uns gemeinsam viele andere Menschen, sogar Zöllner und Huren.