Herr Meier hat den Lotto-Jackpot geknackt.

Fragt ein Reporter: „Und was machen Sie jetzt mit den 34 Millionen?“

„Schulden bezahlen!“ antwortet der Gewinner.

„Und was ist mit dem Rest?“

„Den zahle ich später.“

 

Was würdest du tun, wenn du plötzlich über eine große Menge Geld verfügen könntest?

Werbeslogan: „Reicher als reich“

 

Die Bibel ist nicht grundsätzlich gegen Reichtum, Jesus hat sogar gesagt, dass wir uns Schätze sammeln sollen, allerdings solche Schätze, die weder Motten noch Rost fressen können – Schätze im Himmelreich.

 

In unserer Serie über die Himmelreichsgleichnisse lesen wir heute eines, in dem es über einen Schatz geht. Und ein weiters über eine kostbare Perle.

 

Im Rahmen unserer Predigerwerkstatt, wird Josef einen Teil der Predigt übernehmen.


 

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.

Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte,

46 und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

 

Wie ist das mit dem Himmelreich?

Muss ich all meinen Besitz verkaufen, um diesen großen Schatz, diese kostbare Perle zu erwerben?

diese Frage hat mich von Jugend an oft beschäftigt. Ist es mit der Lehre der Bibel überhaupt vereinbar, sich ein Vermögen zu erwerben oder sollte ich lieber als Bettelmönch leben?

 

 

Ich hab Dr. Google gefragt, weil ich mehr über Perlen wissen wollte, und als erster Satz stand da: “die Perle der Firma ist die Sekretärin, welche die ganze Arbeit im Hintergrund macht.

Da wurde mir Bewusst:  wozu ist eine Perle da? – Sie dient ihrem Besitzer, sie gibt der Frau die sie trägt eine bestimmte Note. – Sie ist ein Zeichen von Beständigkeit.

Egal ob eine Firma, eine Familie, ein Verein oder eine Christliche Gemeinde – die stillen Helfer, welche hinter der Bühne arbeiten, zwischendurch einmal aufräumen, putzen, für die Gemeinde beten, Menschen besuchen um ihnen die Liebe Gottes zu zeigen und viele andere kleine Dienste im Sinne der Gemeinde – sie sind mehr als eine Wohltat für die Menschen, sie verbinden uns, sie prägen unsere Kultur – und sie sind kostbar in den Augen Gottes

 

Das Gegenstück dazu ist in Gottes Wort die Blume

Im Matthäus Evangelium empfiehlt uns Jesus, wir sollen uns nicht so viele Sorgen machen wie wir uns selbst herausputzen sollen, das ist rasch vergänglich, Gott schenkt uns bleibende Schönheit

 

Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

Auch Der Prophet Jesaja

Jes 40,6  spricht    —   Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.

Jes 40,7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!

 

Jes 40,8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Die Blume blüht für sich selbst, sie ist wunderschön, eine Lilie zieht unseren Blick unwiderstehlich auf sich, aber nach wenigen Tagen ist sie verdorrt.

Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.

JA auch wenn wir meinen, gute Werke zu vollbringen, so ist es wichtig, dass wir dabei von Gott getragen werden, und diese Werke nicht zu unserer Ehre, sondern zu Gottes Ehre geschehen.

Gutmenschen gibt es auch unter den Atheisten, die sogenannten Weltverbesserer.  Jedoch viele von ihnen brennen bald aus, andere geraten nach dem Motto: Jetzt will ich mir auch mal etwas vergönnen auf krumme Wege. Wieder andere verirren sich in einen engstirnigen Aktionismus, für sie besteht der Ganze Lebenssinn nur mehr in ihren eigenen Werken.

 

So ähnlich kann es natürlich auch uns Christen gehen, wenn wir nicht ständig den Herrn vor Augen haben, der uns als kostbare Perlen gefunden hat.

Was heißt das wieder konkret?

Ein Priester hat einmal gesagt: “ Ich habe überlegt, soll ich Politiker, Schauspieler oder Priester werden?   Ein Politiker oder Schauspieler muss immer super sein, der muss seine Fehler immer verstecken wehe er wird aufgedeckt, dann ist es aus mit der Karriere. Das hält kein Mensch auf Dauer aus.

Gott kennt unsere Fehler und Schwächen vor ihm sind wir ein offenes Buch. Wenn wir uns entscheiden ihn zu suchen und ihm zu dienen, IHM unser Herz zuwenden, so reinigt er uns. ER macht uns zu kostbaren Perlen.

In Jesus Christus hat Gott selbst alles verkauft, seine Größe und Herrlichkeit geopfert um uns von der Sünde los zu kaufen und sich eine Braut, die christliche Gemeinde als eine Kostbare Perle zu erwerben.

So wie in einer Muschel. Durch eine Verwundung eine Perle entsteht, so sind auch wir durch Christi Wunden befreit und aus dem Meer der Heiden herausgerufen  als kostbare Perlen zu seinem Dienst.

Der sündige Mensch ist ein Fremdkörper im Reich Gottes.

Er verletzt Gott. So wie die Muschel den Fremdkörper einschließt, ihn mit einer Perle umgibt. So umschließt auch Gott uns Sünder, wenn wir uns in Gottes Hand fallen lassen mit seiner Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung, sodass wir für ihn wunderschön rein und brauchbar werden. Sogar als Zierde um Engeln und Menschen die Schönheit Gottes zu zeigen.

Die Gemeinde ist nicht Selbstzweck, nicht wie eine Blume, die rasch aufblüht und wieder verdorrt. Sie hat eine Aufgabe, nämlich
Engel und Menschen hinzuweisen auf ihren Eigentümer auf Gott

Manche wundern sich, dass die Gemeinde auch den Engeln etwas zeigen soll. Die Apostel Paulus und Petrus schreiben jedoch deutlich davon.

 

1Kor 4,9 Denn ich meine, Gott hat uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt, wie zum Tode Verurteilte. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen.

 

10 Deshalb also und wegen der Engel2 soll die Frau eine Kopfbedeckung tragen – ein Zeichen dafür, dass sie der Autorität des Mannes untersteht.3

 

1Petr.1,12 Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.

 

 

 

Ähnlich ist es mit dem Schatz im Acker

  1. McDonald sieht als diesen Schatz den gottesfürchtigen Überrest gläubiger Juden, welche über den Acker der Welt verstreut sind. Jesus hat am Kreuz alles hingegeben, um die Welt zu kaufen und so die kleine Schar der Getreuen aus dem Volk Israel für sein Reich zu retten.

 

Jes 11,11 Und der Herr wird zu der Zeit zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken, dass er den Rest seines Volks loskaufe, der übrig geblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam, Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres

Der Prophet Maleachi wirft seinem Volk vor Ihr beraubt Gott

Das heißt, es ist keine besondere Leistung von uns, wenn wir uns Gott unterordnen, sondern es ist unsere Pflicht denn er hat im Voraus für uns bezahlt. Wir sind sein Eigentum, und wenn wir uns von IHM abwenden, so ist das Diebstahl.       Denn Jesus hat uns mit seinem Blut

erkauft.

Wenn wir jedoch bereit sind und IHM unser Leben anvertrauen , so macht er uns zu

SEINEN Kindern, zu kostbaren Perlen und zu Erben seines Reiches.

 


 

Josef hat einen sehr interessanten Ansatz für dieses Gleichnis gewählt: Dass Gott derjenige ist, der diesen Schatz bzw. diese Perle findet und alles dafür tut, dass er sie erhält. Der Schatz und die Perle sind dann Bilder für uns verlorene Menschen, denen Gott nachgeht und für die er alles hergibt um sie bei sich zu haben.

Ein Ansatz, der Gottes liebendes und suchendes Herz widerspiegelt.

 

Wir können aber diese beiden Gleichnisse natürlich auch von einer anderen Seite betrachten: Dass Jesus uns mit diesen beiden Menschen vergleicht, die etwas finden, der eine zufällig, der andere, weil er ganz gezielt danach sucht.

 

Die Geschichte mit dem Schatz war übrigens gar nicht so unrealistisch: Wenn in der Antike ein Krieg drohte vergrub man seine Schätze gerne um sie in Sicherheit zu bringen. Wenn der Besitzer des Schatzes im Krieg umkam, blieb der Schatz so lange unentdeckt, bis ihn zufällig jemand wiederfand. Er gehörte dann aber nicht dem Finder, sondern dem jeweiligen Grundbesitzer. Deshalb muss der Finder den Acker zuerst kaufen, um auch den Schatz zu besitzen.

 

 

Jedes Finden, egal ob ich gesucht habe, oder zufällig fündig wurde, setzt „Glück“ voraus. Da wir als Christen „Zufall“ so definieren, dass Zufall das ist, was mir von Gott zufällt, kann man mit Recht sagen, dass es die Gnade Gottes ist, die mir dieses „Glück“ ermöglicht.

Das Himmelreich, ja Gott selber will gefunden werden! Das Reich Gottes ist kein Geheimbund, der nur für ein paar auserwählte Menschen, die besondere Fähigkeiten haben offen steht. Jesus sagt: Sucht und ihr werdet finden. Das verspricht er uns, mehrmals sogar.

 

Die Suche nach dem Himmelreich kann auch mit der Suche nach dem echten Leben gleichgesetzt werden, das, nach dem sich jeder Mensch ausstreckt. Man kann auch sagen: Das, was jeder Mensch sucht, der eine ganz bewusst, der andere eher unbewusst. Wir alle haben diese Sehnsucht nach dem echten Leben in uns.

Dieses echte Leben, dieses Himmelreich lässt sich also finden, Gott sorgt dafür. Er hat den ersten Schritt dafür gemacht. Auch wenn es nicht gleich für alle sichtbar ist. So wie der Schatz und die Perle nicht sofort für jedermann sichtbar waren.

 

Suchende Menschen gab es immer, nicht nur heute. In unserer Missionsaussage haben wir bewusst formuliert, dass wir suchenden Menschen, durch das Erleben von gesunden Beziehungen ermöglichen wollen, Gott kennen zu lernen und seine Freunde zu werden.

 

Es gab aber auch zu allen Zeiten, so wie auch heute, Menschen, die ganz unvorhergesehen auf diesen Schatz des Himmelreiches stoßen, ohne dass sie danach bewusst gesucht hätten. Biblische Beispiele dafür sind die Samariterin in Joh 4, Paulus, oder der Kerkermeister in Apg 16.

Beispiele für suchende Menschen finden wir ganz viele in der Bibel.

 

Aber ganz egal, ob der Finder bewusst nach der Perle gesucht hatte, oder der andere diesen Schatz im Acker ganz zufällig fand, bei beiden „Findern“ stellte sich eine radikale und ganzheitliche Veränderung ein: Beide Menschen verkauften alles, was sie hatten, um den Schatz bzw. die Perle zu erhalten. Absolut radikal. Herrlich illustriert in dem Kinderbuch von Nick Butterworth & Mick Inkpen.

 

 

Josef hat die Frage anfangs schon gestellt: Heißt das, dass das die Voraussetzung dafür ist, um in das Himmelreich zu gelangen? Muss ich dafür alles verkaufen? Ja und Nein.

Das Reich Gottes ist radikal, so wie Jesus absolut radikal war und bis heute ist. Etwas, das sich gar nicht mit dem Reich Gottes verträgt ist Halbherzigkeit. Beim Finden des Reiches Gottes ist ein aktiver Schritt gefordert. Ich kann nicht sagen: „Jesus, ich folge dir nach, aber mein Leben muss so wie bisher weiterlaufen.“

 

In der Nachfolge Jesus muss ich die Zügel aus meiner Hand geben und sie in die Hände Jesu legen. Das ist ein großer Schritt mit weitreichenden Konsequenzen. Und ich kann ihn nur mit voller Überzeugung gehen, wenn ich darauf vertrauen kann, dass dieser Schritt, zumindest langfristig eine gute Wahl ist.

 

Das ist der springende Punkt dieser Gleichnisse: Ich muss wissen, dass das, was ich gewinne, ist unendlich wertvoller, als das, was ich dafür aufgebe.

Drei Worte in V 44 beschreiben genau das: … in seiner Freude…

Der Finder des Schatzes weiß, dass dieser Schatz weit mehr wert ist, als alles, was er derzeit besitzt. Deshalb ist es ihm ein leichtes, sich von seinen bisherigen Besitztümern zu trennen.

 

Wir brauchen Erkenntnis darüber, wie viel das Himmelreich wert ist. Für mich ganz persönlich. Wenn ich das erkannt habe, frage ich nicht mehr danach, ob und wieviel ich dafür aufgeben, oder hergeben muss. Es wird mir ein leichtes sein. Ja, ich werde an den Punkt kommen, den auch Paulus für sich erkannt hat: Phil 3

7 Aber seit ich Christus kenne, ist für mich alles wertlos, was ich früher für so wichtig gehalten habe.

8 Denn das ist mir klar geworden: Gegenüber dem unvergleichlichen Gewinn, dass Jesus Christus mein Herr ist, hat alles andere seinen Wert verloren. Ja, alles andere ist für mich nur noch Dreck, wenn ich bloß Christus habe.

9 Zu ihm will ich gehören. Durch meine Leistung kann ich vor Gott nicht bestehen, selbst wenn ich das Gesetz genau befolge. Was Gott durch Christus für mich getan hat, das zählt. Darauf will ich vertrauen.

 

Wenn ich den Wert des Himmelreiches für mich erkannt habe, frage ich nicht mehr ob ich Jesus nachfolgen soll, oder doch lieber das tue, wonach mir im Moment gerade ist. Dann ist es für mich keine Frage ob ich den Zehnten in voller Höhe in die Gemeinde gebe, oder doch nur 5%. Stattdessen werde ich fragen wofür ich 100% meines Geldes verwende. Wenn ich den Eindruck habe, dass ich 50% meines Einkommens jemandem geben soll, der es nötig hat, werde ich es voller Freude tun!

Wenn mir der Wert des Himmelreichs klar wird, dann stellt sich für mich nicht mehr die Frage, ob es wichtig ist, in der Bibel zu lesen, mein Gebetsleben zu kultivieren, in der Gemeinde mitzuarbeiten, meine Gaben einzusetzen usw. All das sind dann keine Pflichtübungen mehr, ich werde all das voller Freude und Hingabe tun.

Phil 2,3: In ihm (Jesus) liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

In seiner Freude verkaufte er alles…

 

Mein Gebet ist, dass Gott uns die Augen öffnet für den unermesslichen Reichtum seiner Gnade, die er uns schenkt, und für die Liebe, die er in unsere Herzen ausgegossen hat. (Nicht ausgießen wird, wenn wir brav sind!)

Dann wird das Himmelreich sichtbar, konkret und erlebbar.

Nicht nur für dich, auch für alle Menschen, denen du begegnest!

 

 

Herr, öffne du mir die Augen!