Der Chemieprofessor sagt bei seinem Experiment zu den anwesenden Studenten: „Wenn ich nicht sehr vorsichtig bin, dann fliegen wir alle in die Luft.“
„Und bitte treten Sie doch etwas näher, damit Sie mir besser folgen können.“

Letzten Sonntag sind wir der spannende Frage nachgegangen, wer dieser Jesus eigentlich ist. Und wir haben festgestellt, dass er größer und mehr ist, als das Bild, das sich jeder von uns über ihn zurechtgelegt hat.
Er ist unser Freund und Bruder, aber auch unser Herr, er ist König, gleichzeitig auch Diener, er war und ist Gott und wurde doch ganz Mensch.
Wenn wir ihm vertrauen, finden wir viel Zuspruch von ihm, gleichzeitig erhebt er auch Anspruch auf unser Leben.

Letzten Sonntag haben wir gelesen, wie er erstmals seinen Jüngern ankündigte, dass er leiden und eines gewaltsamen Todes sterben muss. Als Ergänzung an diese Ankündigung, spricht er ganz offen darüber, was die erwartet, die ihm nachfolgen wollen:

Lk 9,23-27
23 Dann wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, muss Tag für Tag sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.
24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, gerade der wird es retten.
25 Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sich selbst verliert oder sich doch schweren Schaden zufügt?
26 Wenn jemand nicht den Mut hat, sich zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in seiner Herrlichkeit kommt und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel.
27 Doch ich versichere euch: Einige von euch, die jetzt hier stehen, werden noch zu ihren Lebzeiten sehen, wie Gottes Herrschaft sich durchsetzt!«

Wieder so ein Text voller Spannung. Sein Kreuz auf sich zu nehmen, vom sich selber verleugnen und vom Leben verlieren ist da die Rede. Auf den ersten Blick kein gelungener „Werbungstext“.
Bei der Werbung, die uns in TV, Radio, Internet etc. entgegenschreit wird uns ja buchstäblich das Blaue vom Himmel herunterversprochen, aber wir müssen irgendwann doch feststellen, dass das tolle Auto auch irgendwann zu rosten anfängt, der Traumurlaub nur begrenzte Erholung darstellt oder das angepriesene Joghurt ziemlich gleich schmeckt, wie die meisten anderen auch.

Jesus hält hier keine Werberede, die uns etwas vorgaukelt, das dann so nicht eintritt.
Ja, Nachfolge Jesu bringt uns ans Ziel. Aber es stimmt nicht, dass wir keine Probleme mehr hätten, oder auf alle Probleme sofort die passende Lösung hätten, wenn wir Jesus nachfolgen.

Jesus spricht hier alle (V23) an, nicht nur seine 12 Apostel. Unter all seinen Zuhörern gab es damals, genauso wie heute Menschen, die sich seine Worte zu Herzen nahmen und ihr eigenes Ego hintan stellten um langfristig gesehen ein erfülltes Leben zu haben. Aber es gab auch sicher einige Zuhörer, die die gleiche Gesinnung hatten, wie viele Menschen heute: „Ich bin mir selbst der Wichtigste“ und „Ich will alles und das sofort“.
Viele Menschen wollen die schnelle Befriedigung ihrer Wünsche, auch wenn sie dann länger dafür leiden müssen, als umgekehrt für kurze Zeit „leiden“ um dann langfristig gute Früchte genießen zu können.
Bsp.: Der schnelle Kredit.

Experiment: Man hat Kindern ein Keks gegeben und sie vor die Wahl gestellt entweder das Keks gleich zu Essen, oder damit fünf Minuten zu warten um dann zwei Kekse zu erhalten.
Die Kinder die warten konnten hatten später einen besseren Schulabschluss, bessere Jobs, erfülltere Partnerschaften, lebten gesünder und wurden älter als die Kinder die nicht warten konnten.

Zuerst die eigenen Wünsche hintan zu stellen und warten können zahlt sich also auf lange Sicht gesehen durchaus aus.
Genauso ist es auch mit der Nachfolge bzw. mit dem, was Jesus uns durch diesen Text sagen will.
Seine Wünsche aufgeben und sein Kreuz auf sich zu nehmen klingt nicht cool, aber echtes Leben, gibt es nun einmal nicht zum Diskontpreis.

Wie sieht das mit der Jesus Nachfolge ganz konkret für uns heute aus? Wie müssen wir uns das vorstellen?

Es gibt zwei Arten von Christen: Bekehrte und Jünger Jesu.
Bekehrte haben Jesus kennen gelernt und in ihr Herz gelassen, besuchen Godi/HK…
haben schon einmal ein Alphakurs, DIENST Seminar gemacht…
und warten darauf in den Himmel zu kommen.
Christsein = Schön & erbaulich
Sie wissen wovon sie errettet sind, aber nicht wofür.

Es gibt aber nicht nur Bekehrte, es gibt auch Nachfolger / Jünger!
Ein Jünger zeichnet sich durch die Bereitschaft zu wachsen aus.
Biologisches Wachstum geschieht von selbst, aber für geistliches Wachstum muss ich bereit sein.

Was habe ich davon ein Jünger Jesu zu sein?
Das Leben gewinnen.

Mt 22,14 Denn viele sind berufen«, schloss Jesus, »aber nur wenige von ihnen sind erwählt.«

Er hat viele in seine Nachfolge gerufen, Massen angezogen…
Aber nur 72 konkret mit Auftrag betraut.
Davon 12 sehr stark gewidmet.
Nur 3 auf den Berg der Verklärung mitgenommen.

Hier zeigt sich, dass Jesus sehr wohl einen Unterschied machte, wie intensiv er sich in wen investierte. Er liebte alle gleich, aber er verbrachte mit denen mehr und qualitativ bessere Zeit, die bereit dafür waren. Nicht unbedingt die am besten gebildet waren, oder sonstige menschliche Vorzüge hatten, sondern er investierte viel in die Menschen, die bereit waren zu wachsen.

Die Bereitschaft zu wachsen drückt sich in drei Dingen aus:


1. Lernbereitschaft

Es fängt mit dem Eingeständnis an: „Ich kann es nicht.“
Frauen damit weniger ein Problem als Männer. (Nach dem Weg fragen)
Frauen bleiben oft beim „Ich kann’s halt nicht“ stehen.
Zur Lernbereitschaft gehört der Satz: „Ich will es können“, dazu.
Ich will es können = Ich will es lernen.

Lernen = mühsam und anstrengend.
Es erfordert Disziplin, Geduld und Ausdauer.
 Gitarrenschüler.
Oft Hilfreich = Regelmäßigkeit.
Kids 4-6 Std. täglich. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…
Bsp.: Kind in der ersten Klasse ist enttäuscht weil es nach keine HÜ bekommen hat.

Ein Jünger Jesu zu werden funktioniert genau gleich:
„Ich kann es nicht.“
Ich bin nicht so gut, dass Gott auf mich Stolz sein könnte,
aber ich will es lernen als Jünger Jesu zu leben.
Es erfordert meine Disziplin, Geduld, Ausdauer und Entschlossenheit, aber ich will mich dieser Herausforderung stellen.

Ich will regelmäßig in der Bibel lesen, beten, Gemeinde besuchen, an meinem Charakter arbeiten, liebevoller mit meinen Kindern umgehen, mich aus dem Tratsch raushalten, Gutes tun…
Ich kann das alles zwar noch nicht, aber ich bin bereit zu lernen.

Die Lernbereitschaft bekämpft eine von drei Wurzelsünden, die alle Menschen mehr oder weniger gefangen hält: Stolz.

Stolz sagt: „Ich bin schon so gut, ich brauche mich nicht zu ändern.“
Die Bibel sagt: „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte.“

Stolz sagt: „Ich brauche niemanden, der mir hilft.“
Jesus sagt: Mt 11,28-30
Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe auf niemand herab. Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung.
Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.

Zu Jerusalem sagte er: Mt 23,37
»Jerusalem, … Wie oft wollte ich deine Bewohner um mich scharen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt.«

Aber ihr habt nicht gewollt  Lernbereitschaft hat mit unserem Willen zu tun.
 Bsp.: Berufschule.

Willst du ein Jünger Jesu werden?
Willst du lernen? Bist du bereit dazu?

Gott hat fast unbegrenzte Macht auf der Erde:
Er hat keine Macht über deinen Willen. Er wollte das so.

Das führt uns direkt zur zweiten Wurzelsünde des Menschen:
Rebellion: Ich setze meinen freien Willen dazu ein, mich gegen Gott zu entscheiden.
Gott meint es zwar gut, aber ich weiß es besser.

Deshalb ist die zweite große Eigenschaft eines Jüngers Jesu:

2. Korrekturbereitschaft

Jemandem gegenüber rechenschaftspflichtig zu sein.

Wie geht es dir, wenn du einen Polizisten am Straßenrand siehst?
Welche Gefühle hast du, wenn du an deinen Chef denkst?
Welches Verhältnis hattest oder hast du zu deinen Lehrern/Eltern?

Das, was alle diese Personengruppen gemeinsam haben:
Sie haben Autorität über uns.
Wir sind ihnen Rechenschaft schuldig.

Unterschiedliche Verhaltensweisen:
– Nur nicht aufbegehren (Bundesheer) aber hinten rum…
– Offene Rebellion (Martin)
– Einschleimen (Radfahrer)
– Bereitschaft zur Korrektur (setzt starken Charakter voraus)

Natürlich gibt es gute und schlechte Chefs, Polizisten, Eltern…
Aber es kommt auch auf dein Verhalten an, wie ein Chef ist.

Auch Gott ist eine Autoritätsperson.
Nicht nur guter Gott, lieber Gott…
Von ihm wirst du einmal nicht gefragt werden, ob du deine HÜ gemacht, deine Suppe aufgegessen und alle Verkehrsregeln eingehalten hast.
Er wird dich fragen, was du mit deinem Leben gemacht hast!

Buch: Leben mit Vision: Unser Erdendasein = Vorbereitung (Training) auf den Himmel.

Deshalb sollte ein Jünger Jesu die Frage, ob er/sie bereit ist, jemanden Rechenschaft über mein Leben abzulegen, mit JA beantworten.

Trafotreff

3. Dienstbereitschaft

Problem in allen Vereinen (& Gemeinden): Es gibt wenige, die tun sehr viel (burn out) und viele, die tun sehr wenig.
???Biblisches Prinzip: Wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben werden…?

Ich sage nicht: „Hakeln bis zum Umfallen, ausrasten können wir uns im Himmel“
Balance: Gemeinde – Familie (Paulus: Besser Ehelos) – ich.

Aber Gott hat dir mindestens 1 Gabe gegeben, damit du eine Aufgabe erfüllst.
Kennst du deine Gaben?  DIENST Seminar im Frühling?
Kennst du deine Aufgabe / deinen Platz und füllst ihn aus.

Ein Jünger fragt nicht ob er dienen soll, sondern wo.
Mt 20,28
Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.

Dienstbereitschaft bekämpft die dritte große Wurzelsünde der Menschen: Ichbezogenheit.
„Jeder schaut auf sich, nur ich schau auf mich.“

Wenn ich anderen diene, wird mein Blick automatisch von mir selber weggelenkt. Ein dienstbereites Herz schaut automatisch auf die Nöte des Anderen.

Auch wenn es viele nicht glauben: Dienen macht Spaß!
Nicht immer aber langfristig = erfüllend.

Ein Jünger zeichnet sich durch:
• Lernbereitschaft
• Korrekturbereitschaft und durch
• Dienstbereitschaft aus.

Immer mehr von dir immer mehr…
Bist du bereit
• zu lernen
• dich korrigieren zu lassen
• zu dienen?
Möchtest du zu den vielen gehören, zu den 72, zu den 12 oder zu den dreien?

Möchtest du langfristig gesehen DAS Leben haben?

V 24: Wer versucht, sein Leben zu retten, wird es verlieren. Aber wer sein Leben für mich aufgibt, wird es retten.