„Wenn das Licht nicht funktioniert, müssen Sie Ihr Fahrrad schieben“, sagt streng der Polizeibeamte.
Sagt der Mann: „Das hab ich schon probiert, aber die Lampe brennt trotzdem nicht.“

Licht ist etwas Lebensnotwendiges und etwas sehr Nützliches.
Einmal habe ich mein Auto im Dunkeln gesucht und fast nicht gefunden.
Laut Naturwissenschaftlicher Definition ist Licht eine elektromagnetische Welle zwischen 380nm u. 780nm Wellenlänge, die sich mit 299 792km/s ausbreitet.
Aber wir alle wissen, das Licht viel mehr ist, als eine Welle. Im übertragenen Sinn steht Licht für Orientierung und Wegweisung.

Im Neuen Testament ist des Öfteren von Licht die Rede. Beispielsweise sagt Jesus von sich selbst: Joh 8,12
»Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben.«

Interessanter Weise sagt er das nicht nur über sich selbst, sondern auch über seine Jünger aus: In Mt 5,14 sagt Jesus zu seinen Jüngern (Nachfolgern), also zu uns: Ihr seid das Licht der Welt.

Jetzt denken wir als „demütige“ Christen vielleicht: „Ich doch nicht, Jesus ist das Licht, aber ich? Ich bin doch nichts Besonderes.“
Wenn du so denkst, nennst du Jesus einen Lügner!
Ruth hat uns letzte Woche bei der Konferenz sehr gut verdeutlicht, dass wenn wir ein Bild sehr schön finden, damit den Künstler ehren und bewundern. Wenn Jesus uns als Licht für diese Welt bezeichnet, dann hat das den Sinn, dass Menschen durch dein Licht den Vater erkennen sollen. Wenn dein Licht vor den Menschen strahlt, hat das nichts mit Stolz oder Hochmut zu tun, sondern damit, dass wir lebendigen Werbeträger für den „Künstler“ sind, der uns gemacht hat.

Vor zwei Wochen habe ich über das „vierfache Ackerfeld“ gepredigt. Ihr kennt diesen Abschnitt in Lk 8 in dem Jesus uns klar macht, dass wir die Bestimmung haben Frucht zu bringen.
Ich möchte da heute weiterlesen und zwar Lk 8,16-18 (EÜ):
16 Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen.
17 Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.
18 Gebt also Acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

Jesus erzählt dieses Gleichnis vom Licht unmittelbar nachdem er den Jüngern sein Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld erklärt hat. Diese Dinge beziehen sich auf einander.
Jünger zu sein, Frucht zu bringen und Licht zu sein gehören zusammen.
Steve hat uns letzten Sonntag sehr eindrücklich darauf hingewiesen, dass die Welt nach Ermutigung hungert, Menschen sehnen sich nach der Hoffnung die wir haben.
Jesus sagt in der vorhin erwähnten Stelle im Mt nicht, dass wir das Licht sein sollen, sondern dass wir das Licht sind.
Von daher ist es die logischste Sache der Welt, dass dieses Licht scheint. Deshalb ist das Licht da. Es wäre Unsinn ein Licht einzuschalten aber dann zu verdecken oder dort zu platzieren, wo man kein Licht braucht. Wie es unter meinem Bett aussieht, will ich gar nicht wissen. 

Der stärkste Scheinwerfer der Welt nützt nichts, wenn das Licht nicht dorthin kommt, wo es hell sein soll.
Du bist Licht, Jesus hat dich dazu gemacht, du brauchst es nicht aus dir selber produzieren. Du musst dich nicht extra anstrengen oder irgendwie religiös verhalten um Licht für die Menschen zu sein, die in der Dunkelheit leben.
Wir müssen uns nicht einmal aktiv dafür entscheiden unser Licht leuchten zu lassen. Wir brauchen nur dafür sorgen, dass nichts unseren Lichtschein verdeckt, und das Licht kommt ganz von selbst bei den Menschen an, die uns begegnen. Wir sollen und wir brauchen uns nicht zu verstecken.
Beim Lichtsein geht es nicht vordergründig um Bibelwissen, die Fähigkeit „schöne“ Gebete sprechen zu können oder sonst wie „geistlich“ zu wirken. Auch nicht darum Argumente und Antworten auf alle nur erdenklichen Fragen parat zu haben.
Es geht um ganz praktische Dinge wie dem Anderen zuzuhören, Aufmerksamkeit schenken, ganz praktisch zu helfen, ein Wort der Ermutigung weiter zu geben, oder um die einfache Frage: Darf ich für dich beten?
Ich freue mich, dass wir als Gemeinde eine Kultur des einander Ermutigens uns des Gebets füreinander haben, aber ich wünsche mir, dass wir diese Kultur noch viel weiter ausbauen und vor allem dass wir sie nicht nur intern leben, sondern dass es für uns selbstverständlich wird, dass wir auch die Menschen in den Genuss dieser Taten der Nächstenliebe kommen lassen, die Gott noch nicht kennen und die das Licht in ihrem Leben besonders nötig haben. Je größer die Dunkelheit, desto wichtiger ist das Licht – und sei es noch so klein. Ein einfaches Teelicht bringt viel Licht, wenn es ganz dunkel ist.

Jesus sagt dann weiter (V17), dass es nichts Verborgenes gibt, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.
Das Licht fördert Dinge zu Tage, die wir lieber im Dunkeln belassen möchten. Aber ein Leben in der Nachfolge Christi und ein Leben in Sünde passen einfach nicht zusammen.
Nachfolge ist geprägt vom Licht Christi, das unser Leben bestimmt und Sünde gehört zum Reich der Finsternis.

Wenn Gott uns herausfordert uns der Sünde unseres Lebens zu stellen, dann ist es nicht das Ziel Gottes uns zu verdammen. Der Teufel sucht nach unseren Schwachstellen um uns vor Gott anklagen zu können. Der HG überführt uns, damit wir Sünde, die unser Leben belastet loswerden!
Damit Gott uns vergeben kann ist es notwendig, dass wir unsere Schuld einsehen und die Vergebung Gottes suchen. Ein Arzt kann eine Wunde erst behandeln, wenn wir zu ihm gehen und uns von ihm eine Diagnose stellen lassen. Den Schmerz zu unterdrücken oder zu hoffen, dass er schon wieder weggehen wird ist nicht hilfreich. Wenn größere Verletzungen nicht behandelt werden können uns diese Dinge im wahrsten Sinne des Wortes umbringen.
Es ist Gnade, ein unverdientes Geschenk Gottes, wenn wir das erkennen und die Heilung von Gott empfangen dürfen.

Gott will, dass wir gesund werden, auch und vor allem am inwendigen Menschen. Das Beste, das du für deine Seelische Gesundheit tun kannst, ist einen Platz zu finden, an dem du deine Schuld loswirst. Die einzig wirklich brauchbare „Sondermülldeponie“ für unsere Schuld ist das Kreuz Christi.
Er hat alles am Kreuz für uns getragen. Wen der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei! (Joh 8,36)

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass wenn Jesus dich von deiner Schuld befreit, auch dein Licht wieder ungetrübter und damit heller scheint. Auch auf diese Weise hängen diese Dinge zusammen.

Dieses Wort Jesu vom Licht findet dann noch einen interessanten Abschluss: 18 Gebt also Acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

Damit unser Licht auch wirklich dorthin leuchtet wo es leuchten soll, müssen wir zuhören. Nicht nur hören, was Jesus sagt, sondern wirklich zuhören. Aktives Zuhören führt dazu, dass wir den Worten Jesu nicht nur in unserem Kopf zustimmen, sondern mit unserem Herzen. Es bringt uns dazu, das Evangelium nicht nur zu bejahen, sondern danach zu leben. Auf diese Weise strahlt unser Licht und wir bringen Frucht. Damit schließt sich der Kreis wieder.

Ganz konkret bedeutet das für mich, dass ich das, was ich bei der Konferenz am letzten Wochenende gelernt habe in mein alltägliches Leben einbauen werde (nicht nur möchte).
Was hast du letztes Wochenende gelernt?

Für mich waren es drei Dinge:
• Ich will mich nach der prophetischen Gabe auszustrecken bzw. darin zu üben (Übung mit Tier und Küchengerät)
• Ich will erwartungsvoll für Kranke zu beten. Alles ist möglich, für den, der glaubt. (Mk 9,23)
• Ich will ein Ermutiger zu sein, auch und gerade außerhalb der Gemeinde

Und dich möchte ich auch ermutigen, zumindest eine Herausforderung anzunehmen, damit dein Licht heller scheint in dieser Welt.
Jesus hat dir schon so viel gegeben, er wird dir noch mehr geben!
Sei bereit dafür.