Einstieg: Poxrucker Sisters „Glick“
www.youtube.com/watch?v=lY38XbNOyIg

„GLICK“ SONGTEXT ÜBERSETZUNG

Man kann von Glück reden, dass uns unsere Füße tragen, wie wir wollen
und dass uns unsere Augen so viel erzählen.
Dass ich spüre wenn du meine Hand nimmst und dass
wir es schmecken, wenn was faul ist.

Man kann von Glück reden, dass ich nicht alles schaffe, was ich will
und trotzdem manchmal tu, ohne Plan, ohne Ziel.
Und dass ich nicht alles kann,
meine besonderen Fehler habe.

He, man kann von Glück reden!
Heejejeje, das Glück ist geschickt geworden.
Und das Glück was ich davon habe
und das was ich daraus mache, macht das Leben schön.
Und das was du weiter schickst
und der andere weiter gibt, ist das Glück

Man kann von Glück reden, dass ich auch wen habe, der mit mir geht.
Das da immer wer ist, der hinter mir steht.
Und dass du mir auch sagst, dass du mich magst!

Man kann von Glück reden, dass ich auch was habe, was ich gerne tu,
das es das Leben kann, davon krieg ich nicht genug.
Und dass ich mich darüber freuen kann, dass ich das Glück habe.
Dass ich das Glück hab!

He man kann von Glück reden!
Heejejeje, das Glück ist geschickt geworden.

Und das was ich davon habe
und das was ich daraus mache, macht das Leben schön.
Und das was du da weiter schickst
und der andere weiter gibt, ist das Glück

Dass wir das Glück haben, man muss schon sagen.
Bei so einem Leben, da kannst von Glück reden!
Dass wir das Glück haben, man muss schon sagen.
Bei so einem Leben, da kannst von Glück reden!

He man kann von Glück reden!
Heejejeje, das Glück ist geschickt geworden.
He man kann von Glück reden!
Heejejeje, das Glück ist geschickt geworden.

Was ist für dich „Glück“?
Wann bist du „Glückselig“?

In unserer Predigtserie durch das Lukasevangelium sind wir bei einem „Meilenstein“ angekommen: Der Predigt auf dem Feld.
Dort gibt es viele Gemeinsamkeiten mit der „Bergpredigt“ aus dem Matthäusevangelium, aber auch manche Unterschiede.
Beide beginnen mit den so genannten „Seligpreisungen“.
Die modernen Übersetzungen geben das Wort „Selig“ mit: „Glücklich“ wieder.

Allerdings beschreibt Jesus jene Menschen als glücklich, die wir zumindest auf den ersten Blick nicht als glücklich bezeichnen würden.

Lk 6,20-26 (NevÜ)
20 Jesus sah seine Jünger an und sagte: „Wie beneidenswert glücklich seid ihr Armen, / denn euch gehört das Reich Gottes!
21 Wie glücklich seid ihr, die ihr jetzt hungert, / denn Gott wird euch satt machen! / Wie glücklich seid ihr, die ihr jetzt weint, / denn ihr werdet lachen!
22 Wie glücklich seid ihr, wenn die Menschen euch hassen, wenn sie euch ausstoßen und euren Namen in den Schmutz ziehen, weil ihr zum Menschensohn gehört!
23 Freut euch, wenn das geschieht, springt vor Freude! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Mit den Propheten haben ihre Vorfahren es nämlich genauso gemacht.

24 Aber weh euch, ihr Reichen, / denn ihr habt euren Anteil schon kassiert!
25 Weh euch, ihr Satten, / denn ihr werdet hungern! / Weh euch, ihr Lachenden, / denn ihr werdet trauern und weinen!
26 Und weh euch, wenn alle Menschen gut von euch reden, / denn genauso haben es ihre Vorfahren mit den falschen Propheten gemacht.“

Ein ziemlich herausfordernder Text für uns, weil wir ja zu den reichen und satten gehören, die als gute Österreicher von allen gemocht werden wollen.

Jesus spricht hier sehr elementare Dinge an: Armut, Hunger, Trauer und Ablehnung. Alles Dinge, die wir uns nicht wünschen. Er nennt die Menschen glücklich, denen diese Dinge widerfahren. Warum?

Heißt das vielleicht, dass wir nicht im Willen Gottes leben, wenn wir genug zu essen haben, uns manchen Luxus leisten können und gerne lachen?
Die so genannten „Bettelorden“ berufen sich auf diese und ähnliche Bibelstellen. Die drei klassischen Gelübde von katholischen Ordensleuten sind: Gehorsam, Keuschheit und Armut.

Andererseits gibt es immer wieder theologische Strömungen, die Wohlstand als sichtbares Zeichen des Segens Gottes sehen. Auch auf dieser Seite gab und gibt es sehr extreme Auswüchse.
Was stimmt denn nun?

Wichtig ist, dass wir weder aus der einen, noch aus der anderen Position ein Gesetz machen: „So und nur so hat ein Christ zu leben…“
Ihr kennt sicher die Bibelstelle, in der Paulus sagt (Phil 4,13): ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.
Das sagt Paulus im Zusammenhang mit materiellem Mangel bzw. Überfluss. V12: Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; 13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.

Materieller Besitz an sich ist nicht böse oder bringt uns von Gott weg, noch bringt er uns automatisch dazu, dem Geber aller guten Gaben zu danken.
Was uns aber sehr wohl von Gott wegdriften lässt, ist die Habgier!
Nicht der Besitz selber belastet, sondern wenn ich meinem Herzen erlaube, dass Dinge zu meinem Lebensinhalt werden.
Mammon im NT als personifizierte Kraft, die uns all das verspricht, was Gott uns geben will!  Götzendienst.

Glücklich, sind die, die gelernt haben, dass materielle Dinge das Leben nicht lebenswert machen.
… die wissen, dass alle Besitztümer zu dieser Welt gehören…
… die auf Gott vertrauen und den Wert ihres Lebens in ihm haben.
… die vor Jesus arm werden, um von ihm alles zu erhalten.

Das sind Menschen, die wirklich frei sind.
Menschen, die so frei sind vertraut Gott gerne wieder (irdische!) Güter an.

Im Märchen „Hans im Glück“ findet Hans sein Glück erst, als er nichts mehr besitzt und somit auch nichts mehr zu tragen (Verantwortung…) hat.

Menschen, die mit Jesus gehen, die ihm folgen, wohin er auch geht, und deshalb beispielsweise freiwillig mit den Armen ihr Leben teilen, kennen diese „Leichtigkeit des Seins“.
 Buch: „Ich muss verrückt sein, so zu leben.“

Ich glaube jedoch nicht, dass Jesus hier diese drastischen Worte wählt um uns zu sagen, dass Gott grundsätzlich gegen Besitz oder Freude ist und wir danach trachten sollen Märtyrer zu werden.
Es sind Worte des Zuspruchs und des Trostes an Menschen, die in einer schwierigen, oder gar ausweglosen Situation sind. Ihnen eröffnet Jesus eine Perspektive. Auch wenn es momentan vielleicht nicht angenehm ist, die Zukunft wird besser. Es gibt Hoffnung!
Ich bin lieber in einer schwierigen Situation, mit dem Ausblick, dass es besser wird, als in einer Zeit zu leben, in der es mir zwar momentan noch gut geht, aber ich den Abgrund schon auf mich zukommen sehe. Dann kann ich das „Jetzt“ auch nicht mehr genießen.

Jesus sagt ja auch nicht: Weh euch ihr Reichen, Gott wird euch bestrafen, sondern: … „ihr habt euren Anteil schon kassiert.“
Noch mehr an Geld, ein größeres Auto, ein neueres Handy, ein teureres Hotel für den Urlaub… wird euch nicht glücklicher machen.
Warum wollt ihr dann noch mehr haben?

Vor allem sollen uns die Worte Jesu auf eines hinweisen: Gott ist zwar ein unparteiischer Richter. Aber wenn es darum geht, sich für eine bestimmte Personengruppe einzusetzen, dann ergreift er sehr wohl Partei.
Er ist dann eindeutig auf der Seite der Armen, der Ausgestoßenen, der Entrechteten, der Niedergeschlagenen, der Menschen, die nicht das „große Los“ gezogen haben. Wenn Gott auf der Seite dieser Menschen steht, dann können wir als Christen nicht so tun, als würden uns diese Menschen nichts angehen.

Schließlich wurde Jesus selber freiwillig arm.
2. Kor 8,9: Ihr wisst ja, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe für euch getan hat. Er war reich und wurde für euch arm; denn er wollte euch durch seine Armut reich machen.

Und in Phil 2 heißt es von Jesus:
6 Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein.
7 Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen.

Eine große Thematik, die derzeit unsere Medien beschäftigt, ist das Flüchtlingsproblem in Europa.
Alleine in Italien hat sich 2015 die Zahl der Flüchtlinge um ca. 60% gesteigert.
600.000 bis eine Million Menschen warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.
Die Zahl der Asylanträge in Österreich hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht!
April 14: 1410 Anträge
April 15: 3989 Anträge
Quelle: http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_Asylwesen/statistik/files/2015/Asylstatistik_April_2015.pdf

Die Frage ist: Was können wir tun?

Ich sehe für uns derzeit keine Möglichkeiten, diesen Menschen Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht in Zelten schlafen müssen.
Aber wir können in der Öffentlichkeit unsere Stimme für sie erheben. Wenn Parteien Wahlsiege einfahren indem sie gegen Ausländer hetzen, dann ist das ein Armutszeugnis für Österreich. Wenn du am Arbeitsplatz, am Stammtisch oder im Verein zu hören bekommst, dass Asylanten kriminell, arbeitsscheu, oder Sozialschmarotzer seien, dann kannst du dem entschieden entgegentreten und sagen: Das stimmt nicht, ich kenne einige Asylanten, und die sind nicht so.
Du kannst aber auch dich persönlich um Asylanten kümmern, sie besuchen und versuchen deren Bedürfnisse im Namen Jesu zu stillen, soweit das eben möglich ist.

Viele dieser Menschen haben das Evangelium von Jesus noch nie gehört. Das jetzt ist die vielleicht einmalige Chance zu Missionaren für viele Volksgruppen zu werden, ohne dass wir in deren Länder reisen müssen.
Natürlich kostet das Zeit, Anstrengung, vielleicht auch Geld und viel Überwindungskraft.
Frag Gott einfach, was du tun kannst und sollst!

Gott hat uns Österreichern unseren Wohlstand und unseren Frieden nicht geschenkt, damit wir allein es jetzt schön haben. Er hat uns kein „Bitte nicht stören“ Schild in die Hand gegeben, das wir an unsere Grenzen hängen können, damit es nur uns gut geht.
Unsere Freiheit, unser Geld, unsere sozialen Errungenschaften unser Friede… All das hat Gott uns geschenkt, damit wir diese Dinge mit den Menschen teilen, die nicht vom Glück verfolgt sind.
Auch diesen Menschen, will er zu ihrem Glück verhelfen. Er will uns dazu als seine Werkzeuge gebrauchen.
Mit dem Glück ist es wie mit der Freude und der Liebe: Es wächst, wenn man es teilt.

Man kann es Pech nennen, wenn dir ein Vogel auf den Kopf macht.
Man kann es aber auch Glück nennen, dass Hunde nicht fliegen können.