Der Fahrer eines Sportwagens fährt auf der Autobahn. Da sieht er einen Streifenwagen im Rückspiegel und gibt Gas.
Nach einer halben Stunde wilder Verfolgungsjagd stoppt er endlich.
Der Polizeiobermeister sagt: „Jetzt müssen sie mir aber eine Ausrede liefern, die ich noch nie gehört habe, damit ich den Führerschein nicht auf der Stelle einkassiere.“
Daraufhin der Fahrer: „Also, meine Frau ist letzte Woche mit einem Polizisten durchgebrannt. Als ich Sie im Rückspiegel sah, dachte ich, Sie wollten sie mir wieder bringen …“

Die Polizei bezeichnet sich gerne als „dein Freund und Helfer“. Ich bin sehr froh in einem Land zu leben, das ein größtenteils gut funktionierendes Polizeiwesen hat. Das ist nicht in allen Ländern so.
Trotzdem fühle ich mich immer wieder „ertappt“, wenn ich ein Polizeiauto am Straßenrand stehen sehe.
Die Aufgabe der Polizei ist es, dafür zu sorgen, dass Gesetze eingehalten werden.
Viele Menschen haben ein Gottesbild, das dem eines Polizisten gleicht. Gott wacht beständig darüber, ob wir etwas falsch machen. Und wenn wir sündigen, warten wir intuitiv darauf, dass Gott uns bestraft.

Aber Gott ist nicht so. Der Teufel wartet nur darauf uns immer wieder vor Gott anklagen zu können. Und natürlich drückt Gott nicht einfach die Augen zu, wenn wir sündigen, oder sieht großzügig über unsere Verfehlungen hinweg. Aber Gott ist kein Polizist, sondern ein liebender Vater. Er liebt es, uns durch seinen Sohn hindurch anzusehen. Und dann sieht er uns als Menschen, die gerecht gemacht worden sind.

Religiöse Menschen glauben oft, dass sie für Gott Polizei spielen müssen und streng darüber wachen, dass sich ihre Mitmenschen nicht versündigen. Im Iran und auch anderen muslimischen Ländern gibt es eine eigene Polizei, die darüber wacht, dass die Frauen „richtig“ gekleidet sind, kein Alkohol getrunken wird und auch alle anderen islamischen Gebote nicht übertreten werden.
Die Inquisition im Mittelalter hatte auch genau diese Aufgabe.

Zu Zeiten des Neuen Testaments waren es die Pharisäer, die meinten dieser Aufgabe nachkommen zu müssen. Ganz besonders wichtig war ihnen die Einhaltung des Sabbat Gebotes. Und das aus einem ganz bestimmten Grund:
Es gibt im Talmud (jüdisches Lehrbuch) den Satz: „Wenn Israel nur ein einziges Mal den Schabbat wirklich halten würde, würde der Messias kommen, denn das Halten des Schabbat kommt dem Halten aller Gebote gleich.“

Jesus passte daher so gar nicht in das Bild, dass die Frommen Juden vom Messias hatten. Gerade in der Sabbatfrage gingen die Meinungen zwischen Jesus und den Pharisäern meilenweit auseinander.

Lk 6,1-11 (NL)
1 Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger ein paar Ähren aus, zerrieben sie mit den Händen und aßen die Körner.
2 Da sagten ein paar Pharisäer zu ihnen: »Das dürft ihr nicht! Es verstößt gegen das Gesetz, am Sabbat zu arbeiten, indem man Getreide erntet.«
3 Jesus erwiderte ihnen: »Habt ihr nie in der Schrift gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter hungrig waren? 4 Er ging in das Haus Gottes, aß von den Broten, die den Priestern vorbehalten sind, und gab auch seinen Freunden davon zu essen. Auch das verstieß gegen das Gesetz.«
5 Und Jesus fügte hinzu: »Der Menschensohn ist auch Herr über den Sabbat.«
6 An einem anderen Sabbat befand sich ein Mann mit einer verkrüppelten Hand in der Synagoge, während Jesus lehrte.
7 Die Schriftgelehrten und Pharisäer passten genau auf, ob Jesus den Mann am Sabbat heilen würde, denn sie suchten nach einem Vorwand, Anklage gegen ihn zu erheben.
8 Doch Jesus wusste sehr wohl, was sie dachten. Er sagte zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand: »Komm her und stell dich hier in die Mitte.« Da stand der Mann auf.
9 Dann sagte Jesus zu ihnen: »Ich habe eine Frage an euch. Entspricht es dem Gesetz, am Sabbat Gutes zu tun, oder ist der Sabbat ein Tag, um Schaden zuzufügen? Ist er ein Tag, um Leben zu retten oder zu vernichten?«
10 Er sah einen nach dem anderen an und sagte dann zu dem Mann: »Streck deine Hand aus.« Der Mann streckte seine Hand aus, und sie wurde wieder gesund!
11 Darüber gerieten die Gegner von Jesus außer sich vor Zorn und sie begannen, Pläne zu schmieden, was sie gegen ihn unternehmen könnten.

Natürlich ist das Sabbatgebot eines von den 10 Geboten: 2. Mo 20,8-11: 8 Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

Das Gebot am Sabbat nicht zu arbeiten ist an und für sich ja recht klar.
Aber wir Menschen suchen aber immer nach „Lücken“ um gewisse Dinge nicht so Ernst nehmen zu müssen. Deshalb gibt es dann genauere Definitionen, was erlaubt ist, und was nicht.
Im Laufe der Zeit wurde ganz genau geregelt was am Sabbat getan werden durfte und was verboten war.
Verboten waren unter anderem: Säen, Pflügen, Ernten, Garbenbinden, Dreschen, Kneten und Backen, Scheren, Reinigen, Färben, Nähen, Zerreißen, Jagen, das Anzünden und Auslöschen eines Lichts oder Feuers, das Hämmern sowie das öffentliche Umhertragen von Privatbesitz. Außerdem: lange Wanderungen und Reisen (Sabbatmeile) sowie alle Erwerbsarbeiten, Kaufgeschäfte und mit Geldverdienen befasste Arbeiten einschließlich der bloßen Berührung von Geld.
Juristen gab es damals schon.

Jesus war sicherlich nicht gegen das Sabbatgebot an sich, aber er ließ sich und seine Jünger nicht in ein von Menschen erdachtes Gefängnis aus Regeln und Vorschriften einsperren. Er bezeichnet sich hier als „Herrn über den Sabbat“ (V5)
Mit anderen Worten, er steht da drüber. Er bestimmt, was am Sabbat getan wird und was nicht.
An einer anderen Stelle (Mk 2,27) sagte er: Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat.

Immer wieder kommt es gerade in der Sabbatfrage zu einer Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Pharisäern. Im Laufe der Evangelien merken wir, wie die Stimmung immer geladener wird. Jedes mal, wenn Jesus den Pharisäern gezeigt hatte, dass sie irren, waren sie noch fester entschlossen, dass er nicht der Messias sein konnte und er deshalb bekämpft werden müsse.
So auch bei diesen zwei Begebenheiten, vor allem an dem zweiten Sabbat in der Synagoge. Jesus lehrte dort. An seiner Predigt fanden sie offensichtlich nichts auszusetzen. Aber könnt ihr euch das Klima in dieser Synagoge vorstellen? Alle warten wie die Geier darauf, dass Jesus endlich einen Fehler macht und sie ihn festnageln können.
Und da war dieser Mann mit der verkrüppelten Hand. Laut jüdischen Vorschriften, war sogar medizinische Hilfe am Sabbat verboten, außer in lebensbedrohlichen Situationen und die lag hier ja nicht vor.

Es heißt im Text (V8), dass Jesus wusste, was sie dachten. Ich glaube, man musste schon sehr unsensibel sein, um die Stimmung, die in dieser Synagoge herrschte nicht mit zu bekommen.
Jesus forderte den Mann auf nach vorne zu kommen. Und dann sprach Jesus über den Sinn des Sabbats, bzw. über den Sinn der Gebote überhaupt.
Entspricht es dem Gesetz, am Sabbat Gutes zu tun, oder ist der Sabbat ein Tag, um Schaden zuzufügen? Ist er ein Tag, um Leben zu retten oder zu vernichten?

Mit anderen Worten: Hat Gott seine Gebote gegen um uns zu knechten, oder um unser zusammenleben positiv zu gestalten? Will er uns in unserer Freiheit beschränken, oder sind die Gebote gegeben, damit wir uns gemäß seinem Plan entfalten können?
Ist Gott ein liebender Vater, oder ein Polizist?

Und dann sah Jesus die Menschen der Reihe nach an. Er sah direkt in ihre Herzen. Ich glaube, das was er dort sah, machte ihn traurig.
Jesus schaut auch jetzt in unsere Herzen. Was sieht er dort?
Sieht er in ein hartes Herz, das nicht mit Gottes Liebe rechnet? Ein Herz, das verbittert ist, weil das Leben so ganz anders gekommen ist, als du es dir gewünscht hast?
Sieht er in ein Herz, das gleichgültig geworden ist, das stumpf durch die Tage und Jahre kämpft und nichts mehr vom Leben erwartet.
Oder sieht er ein Herz, das voll Freude und Erwartung auf Jesus schaut und sich nach all den Überraschungen ausstreckt, die das Leben mit Jesus mit sich bringen?
Was sieht er in deinem Herzen?

Die Gegner Jesu schwiegen. Sie wussten, dass er zwar eigentlich Recht hatte, aber das konnten sie ihm gegenüber und auch vor einander unmöglich eingestehen.
Und dann forderte er den Mann mit der verkrüppelten Hand auf, diese auszustrecken.
Interessant ist, dass Jesus nicht gesagt hat: „Sei geheilt“, oder ähnliches. Die Hand auszustrecken war ja am Sabbat nicht verboten. „Offiziell“ heilte der den Mann gar nicht. Trotzdem war dessen Hand plötzlich gesund.
Jesus geht es nicht darum der Star zu sein. Wenn er heilt, dann weil er Menschen dient. Jede Heilung ist ein sichtbar werden des Reiches Gottes und dient niemals unserer Sensationsgier oder unserem Wunsch Helden zu sehen.

Die Reaktion der Pharisäer war, dass sie außer sich vor Wut waren. Warum? Hätten sie sich nicht mit dem Geheilten freuen müssen?
Nein sie waren wütend, weil Jesus schon wieder „gewonnen“ hatte. Und das, obwohl es Jesus sicher nicht um einen persönlichen Triumph ging.

Das Wort, das ihre Wut beschreibt ist [anouias]. Das Wort, mit dem auch unser Wort „paranoid“ verwandt ist, kann wörtlich mit: „gegen den Verstand“ übersetzt werden.
Die Wut der Pharisäer war also im wahrsten Sinn des Wortes eine grundlose und eine sinnlose Wut.
Gott hat uns den Verstand gegeben, gebrauchen müssen wir ihn schon selber.
In manchen Situationen lassen unsere Gefühle keine sinnvolle, angemessene Reaktion zu. Wir sind gefangene unsere Gefühle. Die Pharisäer waren gefangene ihrer Wut, weil Gott so ganz anders war, als sie es sich vorgestellt hatten.

Und ich glaube, dass ist auch die Botschaft für uns heute. Erlaube Gott aus deinem Gottesbild heraus zu treten.
Wie Gott wirklich ist, kannst du nicht in Büchern lesen, oder in Seminaren lernen. Du wirst von Erzählungen, oder Beobachtungen in der Natur bestenfalls eine Vorahnung von ihm bekommen.
Wenn du ihn wirklich kennen lernen willst, musst du dich auf ihn einlassen. Und zwar nicht nur ein bisschen, so an der Oberfläche, sondern ganz. Mit Haut und Haar. Mit deinem Denken, deinen Gefühlen, deinem Körper, ja auch mit deinem Besitz und Geld. Eben mit deinem ganzen Herzen.

Lordship Gebet:
Herr Jesus Christus, sei du mein:
Herr über meine Zeiteinteilung und setze du die Prioritäten;
Herr über mein Gehirn, Phantasie, Einstellungen, über alles woran ich
denke und glaube;
Herr über alles, was ich rede und auch über mein Schweigen;
Herr über meinen Körper, all mein Verhalten und meine Gesundheit;
Herr über meinen Geist und meinen Lobpreis;
Herr über meine Familie und meine Beziehungen;
Herr über meine Sexualität und all deren Ausdruck und über meine
Sinne;
Herr über meine Arbeit und meinen Dienst für Dich;
Herr über meine finanzielle Situation (und Not), über alle meine
wirtschaftlichen Dinge;
Herr über meine Gefühle, Empfindungen und über deren Ausdruck;
Herr über meinen Willen und alle meine Entscheidungen, dein guter,
heiliger Wille gesche in mir, aber auch durch mich;
Herr, durchströme mich mit deiner Liebe und hilf mir alle Menschen so
zu lieben wie Du sie liebst;
Herr, zerstöre in mir alle Festungen des Bösen und erfülle mich mit
deinem heiligen Geist;
Herr über meinen Tod und über deren Art und Zeit!

Ich kann dir versprechen, dass er dein Leben verändern und bereichern wird. Er wird dich berühren, dich retten und einen Weg mit dir gehen. Einen Weg, der vielleicht nicht immer einfach ist, aber der dich ans Ziel bringt.
Auf diesem Weg geht es nicht um richtig oder falsch, nicht um das Einhalten von Geboten oder Vorschriften, sondern um eine lebendige Beziehung zu dem, der das ganze Universum in seiner Hand hält.

Wenn du in dieser Beziehung bleibst, wirst du leben.