„Sie waren also beim Heilpraktiker“ knurrt der Arzt höhnisch.
„Welchen Unsinn hat dieser Quacksalber Ihnen verordnet?“
„Er hat mich zu Ihnen geschickt.“

Wenn jemand nießt…
„Hauptsache Gesund“

Gesundheit als menschliches Grundbedürfnis. Bei Krankheit relativiert sich vieles.

Gang durch das Lukasevangelium: Abgesehen von Passion und Auferstehung hatte der Dienst Jesu drei Schwerpunkte:
• Verkündigung des Evangeliums
• Zurüstung der Jünger
• Heilung

Wir als Gemeinde sind heute sein Leib, das heißt, dass es unsere Aufgabe ist, diese drei Dienst Schwerpunkte weiter zu führen.

Nicht nur das Lukasevangelium, auch die anderen Evangelien berichten von sehr vielen Heilungswundern und Dämonenaustreibungen. Diese Dinge gehörten zum Alltag Jesu.
Von diesen Dingen lesen wir auch im heutigen Bibeltext:

Lk 4,38-44
Nachdem Jesus die Synagoge verlassen hatte, ging er in Simons Haus. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber. Man bat Jesus, ihr zu helfen.
39 Er trat an ihr Bett, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Sofort war sie gesund. Sie stand auf und sorgte für ihre Gäste.
40 Später, nach Sonnenuntergang, brachten viele Familien ihre Kranken zu Jesus. Er legte ihnen die Hände auf und heilte sie alle.
41 Viele befreite er auch von Dämonen, die laut schrien: „Du bist der Sohn Gottes!“ Aber er bedrohte sie und befahl ihnen zu schweigen; denn sie wussten, dass er Christus, der von Gott gesandte Retter, war.
42 Am nächsten Morgen verließ Jesus das Haus und zog sich in eine einsame Gegend zurück. Aber die Leute suchten ihn überall, und als sie ihn endlich gefunden hatten, wollten sie ihn festhalten. Er sollte bei ihnen bleiben.
43 Doch er wies sie ab: „Ich muss die rettende Botschaft von Gottes neuer Welt auch in alle anderen Städte bringen. Das ist mein Auftrag.“
44 Er ging weiter und predigte in den Synagogen von Galiläa.

Viele von uns haben bereits die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Heilungspredigern gemacht. Das reicht von tief bewegenden „Halleluja Geschichten“, bis hin zu abstoßenden Shows in denen es nur um Geld oder Beifall für den Prediger geht.

Ein Satz tut mir dann besonders weh: Wenn man Jemand, der bei einer Heilungsveranstaltung war aber nicht geheilt wurde erklärt, dass er eben zu wenig geglaubt hat…

Natürlich wird es eine Heilung erschweren oder vielleicht sogar unmöglich machen, wenn ich selber davon überzeugt bin, dass ich nicht geheilt werde. Aber Menschen, die krank sind zeigen allein dadurch Glauben, dass sie zu einer Heilungsveranstaltung hingehen. Sie gehen ja in der Erwartung hin, dass ihnen geholfen wird.

Für mich ist ein Heilungsprediger dann seriös, wenn er erstens darauf hinweist, dass nicht er aus seiner Kraft die Heilung bewirkt, sondern Gott derjenige ist, der heilt und er zweitens keine Heilungen „garantiert“, sondern es Gottes Souverän überlässt, ob dieser den Kranken heilen will, oder eben (noch) nicht.

Überhaupt ist das so eine Sache mit den Heilungspredigern. Es birgt immer eine gewissen Gefahr in sich, wenn wir Dienste professionalisieren.
Natürlich ist es so, dass die Gabe der Heilung, so wie andere Gaben auch unterschiedlich im Leib Christi verteilt sind. Der Eine ist stärker im Bereich körperlicher, oder seelischer Heilung begabt, der Andere hat andere Gaben. Das ist vom Heiligen Geist so vorgesehen.
Wichtig für uns ist aber, die Gaben ein zu setzen, die wir von Gott erhalten haben und darüber hinaus unsere „Universalrollen“ ernst zu nehmen. Das heißt, dass auch wenn du nicht eine Heilungsgabe hast, es trotzdem zu deinen universellen Aufgaben gehört für Kranke zu beten, wenn du merkst, dass es „dran“ ist. Nur so können wir unserem Auftrag als „Leib Christi“ in dieser Welt nachkommen und sein Werk, das er begonnen hat fort setzen. Diese Aufgabe haben wir so lange, bis er wieder kommt.

V40: Später, nach Sonnenuntergang, brachten viele Familien ihre Kranken zu Jesus. Er legte ihnen die Hände auf und heilte sie alle.

Von einer 100%igen Heilungsquote sind wir noch ein Stück weit entfernt, aber das entbindet uns nicht von unserem Auftrag. Wenn für Jesus Heilungen zum Alltag gehörten müssen wir uns mit der Frage aus einander setzten, warum das bei uns nicht ist!
Interessant ist, dass die Leute ihre Kranken nach Sonnenuntergang zu Jesus brachten. Das hat vielleicht mit dem zu tun, dass sie Tagsüber arbeiten mussten, oder dass sie sich vielleicht für ihre Kranken und besessenen Angehörigen schämten. Wir wissen es nicht. Es zeigt aber vor allem auch, dass vieles von den Heilungswundern Jesu nicht „auf großer Bühne“ geschah, sondern im Stillen, Kleinen und Verborgenen.
Wenn wir für Kranke beten, brauchen wir keine Heilungsveranstaltung mit Bühne, LP Band und Mikrofon dazu. Das ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber auch nicht unbedingt notwendig.

Wenn hier davon die Rede ist, dass Jesus den Kranken die Hände auflegte, dann ist das eine Möglichkeit unter mehreren und wir sollten kein Gesetz draus machen. Aber oft hilft eine Berührung, damit ein Mensch Gottes Liebe ganz praktisch erleben kann.

Aber wie sollen wir ganz praktisch beten?

Reicht es 1x zu sagen: „Gott bitte mach XY gesund. Amen“?
Oder müssen wir uns in Trance beten (laut schreien, Schaum vorm Mund…) um Vollmacht zu bekommen und den Krankheiten ( und Dämonen) im Namen Jesu gebieten?

Die Wahrheit liegt niemals in einem Extrem (Wenngleich Gott auch solche Sachen manchmal gebraucht.)

Manches Gebet um Heilung wird sofort erhört, für manche brauchen wir aber Geduld und Ausdauer im Gebet.
Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

Wir können Gott durch unsere Gebete zwar nicht manipulieren, aber Gott möchte, dass wir ihn mit ganzer Kraft suchen.
Es geht auch nicht darum möglichst viele, oder möglichst schöne Worte zu sprechen.
Es geht darum mit ganzem (ungeteiltem) Herzen im Gebet zu sein.

1. Beginne immer mit Lobpreis und Anbetung des Herrn.

Muss nicht immer musikalisch sein (Psalm 138, 142, 143 u.a. lesen), aber Musik hilft (ganzer Mensch angesprochen) a-capella, CD…

Preise den Herrn laut (selber hören) als deinen Erlöser, Retter, Arzt und Wunderwirker!
Erhebe Gott über die Krankheit, das Problem oder die Sorge.
Er steht darüber und er hat einen Ausweg parat.

Bete ihn an und schau weg von den Umständen.
Preise ihn als deinen persönlichen Gott, als den Vater des Lichts…

Les dir alle Bibelstellen, wo Gott Heilung zusagt immer wieder selber laut vor und danke Gott dafür!

2. Stelle die ganze Situation unter die Herrschaft Jesu.

Bringe im Gebet mit deinen eigenen Worten zum Ausdruck, wer Jesus für dich und wer Jesus in dir ist. (JC in dir = größer als der in der Welt!)

 Blick von dir weg, hin zu Gott und seinen Möglichkeiten  Glaube wächst.

Bringe im Gebet mit deinen Worten zum Ausdruck wer Jesus für den du betest ist. (Heiland, Erlöser, Retter, liebender Freund…)
 Proklamation vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt.

Röm 10,8-9
»Das Wort, das von Gott kommt, ist euch ganz nahe; es ist in eurem Mund und in eurem Herzen.« …
9 Wenn ihr also mit dem Mund bekennt: »Jesus ist der Herr«, und im Herzen glaubt, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat, werdet ihr gerettet.

Das Aussprechen von Gottes Wahrheiten setzt unglaublich viel geistliche Kraft frei.
Bete z.B.: „Jesus, ich bin dein geliebtes Kind und du hast deinen Kinder verheißen: Alles was ihr bittet im Gebet…
Du hast die Krankheit von XY am Kreuz getragen, das sehen wir in Jes 53, 4…
Du hast am Kreuz auch die Tumorzellen von XY getragen, du bist der Widerhersteller ihres Gehirns…
Obwohl ich schwach bin, ist Jesus in mir stark und er wird die Heilung bringen…“

Auch das Sprachengebet ist hier sehr hilfreich (Wenn eigene Worte fehlen)

Lass dich nicht entmutigen, wenn nicht gleich die gewünschte Heilung eintritt. Bleib dran.

3. Stell dich dem geistlichen Kampf.

Im Ersten Teil des Gebets hast du zum Ausdruck gebracht, dass du ganz unter der Herrschaft Jesu stehst.

Wenn wir die Krankheit im Gebet bekämpfen wollen, müssen wir uns fragen: Wo kommt überhaupt die Krankheit her?

Alles was gut und vollkommen ist kommt von Gott! Aber die Krankheit?
2.Mose 15,26
Er sagte zu den Leuten von Israel: »Achtet genau auf das, was ich, euer Gott, euch sage, und handelt danach! Befolgt alle meine Anordnungen und Gebote und tut, was ich für recht erklärt habe! Dann werde ich euch keine von den Krankheiten schicken, mit denen ich die Ägypter geplagt habe. Ich, der HERR, bin euer Arzt!«

Wörtlich: „Krankheiten, die ich auf Ägypten gelegt habe.“
Ich kann nur etwas legen, das schon da ist. Es beantwortet die Frage nach dem Ursprung noch nicht.

Im AT ist immer wieder die Rede davon, dass Gott sein Volk mit Krankheiten straft. Strafe = Erziehungsmaßnahme!
Hiob 33,19
Gott mahnt die Menschen auch durchs Krankenlager,
wenn jemand Schmerz in allen Gliedern fühlt.

Deshalb kann eine Krankheit zum Segen werden, aber die Krankheit selber ist niemals ein Segen!

Wo kommt dir Krankheit dann her?
Wo der genaue Ursprung liegt, werden wir vielleicht erst im Himmel erfahren, aber aus der Bibel kennen wir den Auslöser:

1.Mose 2,16-17
Weiter sagte er zu ihm: »Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, nur nicht von dem Baum, dessen Früchte Wissen geben. Sonst musst (wirst) du sterben.«
Baum = giftig!

In diesem traurigen Moment kam die Sünde in die Menschheit.

David: Ps 32,3
HERR, erst wollte ich meine Schuld verschweigen;
doch davon wurde ich so krank,
dass ich von früh bis spät nur stöhnen konnte.

Leider ist diese Konsequenz nicht sehr unmittelbar. Lüge,  nächster Tag krank. (Pinoccio)

Manche Krankheiten direkt auf negatives Verhalten zurückzuführen:
Permanente Nörgelei  Magengeschwür
Manche Krankheit hat mit der Schuld der Vorfahren,
mache mit struktureller Sünde zu tun. (Ungerechtigkeit gegenüber 3. Welt…)

Auslöser der Krankheit & Wurzel des Problems = Schuld des Menschen!
Weil durch meine Schuld gebe ich dem Teufel Anrecht in mein Leben zu wirken.

 Aufarbeitung der Schuld und Heilung des inneren Menschen ist noch wichtiger als die äußere Heilung!

Jak 4,7
7 Deshalb ordnet euch Gott unter! Leistet dem Teufel Widerstand, und er wird vor euch fliehen.

Nimm nun die ganze Autorität an, die dir gemäß Lk 10,19 gegeben ist und widerstehe dem Teufel, bzw. der Krankheit die ja letztendlich immer Folge der Auflehnung gegen Gott (Sünde), also etwas Widergöttlichem ist.

Du widerstehst dem Teufel mit dem Wort Gottes, so wie Jesus in der Versuchung.
„Es steht geschrieben in Kol 2,15: Jesus hat dich Krebsgeschwür deiner Macht beraubt und dich öffentlich zur Schau gestellt und einen Triumph aus dir gemacht.“
„Ich binde dich Satan gemäß Mt 18,18, im Namen JC und befehle dir die Organe von XY zu verlassen.“
Jak 4,7 (s.o.) „Wir widerstehen allen lebenszerstörenden Mächten im Namen JC. Ihr müsst diesen Körper jetzt verlassen.“…
Oder nimm Ps 18, oder Ps 149, oder das Buch Josua und kämpfe gemäß den dortigen Aussagen gegen den Feind und die Krankheit.
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens bis du zum Sieg durchbrichst!

Hebr 10,23
Wir wollen an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen, und wollen nicht schwanken; denn Gott, der die Zusagen gegeben hat, steht zu seinem Wort.

4. Ermutige den Menschen für den du betest sein Leben ganz Gott zur Verfügung zu stellen und in Dankbarkeit zu leben.

Spr 3,7-8
7 Halte dich nicht selbst für klug und erfahren, sondern nimm den HERRN ernst und bleib allem Unrecht fern!
8 Das ist eine Medizin, die dich rundum gesund erhält und deinen Körper erfrischt.

Wenn wir unser Vertrauen ganz auf Gott richten und uns von ihm getragen wissen, können wir alle Situationen, die uns begegnen – auch die Schwierigen – dankbar aus seiner Hand annehmen.
Um dieses Urvertrauen geht es im Christenleben.
Luther:
Nehmen sie uns den Leib,
Kind, Ehr und Weib –
Lass fahren dahin, es hat keinen Gewinn.
Das Reich muss uns doch bleiben.

Diese Lebenseinstellung wird Vieles und Viele Gesund werden und bleiben lassen.
Bleib in Gottes Nähe.

Jesus hatte eine Prioritätenliste.
Er stand am nächsten Tag früh auf um allein mit seinem Vater zu sein. Er hatte sicher nicht viel geschlafen in der Nacht aber für ihn war wichtiger zu hören, was sein Vater von ihm wollte.
Für ihn hieß das auch in dieser Situation, dass sein Heilungsdienst hier zu Ende war, obwohl ihn die Leute gerne hier behalten hätten. Schönes Gefühl gewollt, beliebt, begehrt… zu sein, aber JC war wichtiger, was Gott wollte.

Gerade wenn es darum geht um Heilung zu beten, müssen wir ganz genau darauf achten, was Gott in dieser Situation will.

Dann wird unser Dienst viele gute Früchte bringen.
Zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen, die uns begegnen.